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Freitag, den 8. Februar.

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eitimg.

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der .Contemporary Review' bringt einen gegen den Fürsten Bismarck gerichteten Artikel, „Die Dynastie Bismarck" betitelt, welcher von weiblicher Feder herzurühren scheint und vielleicht eine ge- wisie nähere Bekanntschaft mit den Verhältnissen des deutschen Kaiserhauses erkennen läßt, aber höchstens zum Theil ernsthaft zu nehmen ist. Nach demselben „ist Fürst Bismarck, obgleich allmächtig in Deutschland, nicht unsterblich. Wie viele Män-

Puttkamer. Nach Behandlung der angeblichen Ver­folgung der Kaiserin Friedrich und einigen Seiten über den Fall Geffcken kommt der unerquickliche

Sri»« Staun» tru.

Novellette von Jos. Gr.

(Fortsetzung.)

Vor den Thoren Münchens lugt hinter grünen Bäumen eine anmuthige Villa hervor, die ein ent­schieden welsch-tyroltsches Gepräge zeigt. Behaglich und heiter schimmert fie in die friedliche Garten­welt, und trittst Du unter ihr weitvorspringendes Dach, so umfängt Dich ein solcher Zauber von unnennbarer Harmonie, daß Du denkst: Hier müffen glückliche Menschen wohnen!

Und in der That; der Besitzer dieser Villa hat Alle«, was das Leben schön und beglückend macht: die Welt der Ideale steht seinem Gerste offen, sein Name klingt voll Ruhm und Ehre durch alle Lande, da« reinste Familienglück umgibt ihn.

Und dennoch, eine düstere Wolke hat auch seinen Horizont verdunkelt. Betrachte ihn selbst, dort liegt er in der reizenden tyroler Bauernstube auf ^>em Ruhebette ausgestreckl, und stehe, welch' ein Schatten von Schwermuth auf dem männlich schönen, von einem dichten Bart umzogenen Ge­sichte lagert. Wie traurig blicken seine kühnen,

- v Dynastie Bismarck" liest Fall Morier an die Reihe. Bismarck sei gegen man ui der .Köln. Vztg.': Die Februar-Nummer Str Robert Morier vorgegangen, weil der Letztere

ein gutes Einverständniß zwischen England und Rußland angestrebt habe. Der Artikel schließt mit den Worten: „Graf Herbert ist heute allmächtig, da man, wenn er spricht seines Vaters Stimme vernimmt. Bedecken den Kanzler aber erst sechs Fuß zwei Zoll Erde, was dann?"

Deutsche- Reich.

Berlin, 7. Februar.

ner von eisernem Charakter glaubt er, seinen Todes­tag zu kennen, den er zwischen den Jahren 1890 und 1894 feststellt. Da ist es natürlich, daß er sich nach Jemanden umsteht, in dessen Hände er seine Pläne fegen kann. Vor ungefähr 5 Jahren be- merkte der amerikanische Gesandte in Berlin: „Ich denke, Bismarck erzieht sich seinen Nachfolger. Es ist kein Mann, der in seine Fußstapfen treten kann. Er ist einer der mächtigen Bäume, in deren Nach­barschaft keine anderen Pflanzen gedeihen können." Er kann sich nicht mit dem Gedanken befreunden, ein Anderer theile mit ihm den Triumph der von ihm erreichten Erfolge. Daher find auch die unter ihm stehenden Beamten nur . . . Er suchte sich seinen Nachfolger nicht unter Fremden, son- dern in seiner eigenen Familie auf. Er wählte seinen eigenen Sohn, und der Grund für die in den letzten Wochrn am kaiserlichen Hof voran- Hegangerren Ereimttss« »st nur hnri« ,« such.«, daß er sich seines Sohnes Herbert als Nachfolgers vergewissern wollte. Er will eine Bismark-Dynastie gründen, in welcher Bismarck dem Ersten Bis­marck der Zweite folgen soll." Die Verfasserin schildert den Charakter be« Grafen Herbert und fährt fort: Nach dem Tode de« Kaisers Wilhelm ! habe sich der Kanzler die Frage gestellt: „Was nun?“ Folgen Andeutungen über die voraussichtlichen Um­wälzungen, welche die Regierung Kaiser Friedrich'« mit sich gebracht haben würde und eine deutliche An­spielung, daß unter Kaiser Friedrich Graf Herbert'« Aussichten sehr gering gewesen seien. Der Einfluß der Kaiserin Friedrich auf den Kaiser sei dem Kanzler bekannt gewesen und er habe ge­wußt, daß von dieser Seite wenig für ihn zu hoffen sei. Dir Verfasserin befaßt sich dann in sehr | scharfen Ausdrücken mit der deutschen osfiziösen Presse und mit der Entlassung de« Ministers von

• Heber „

* Der Kaiser empfing heute u. A. den Abg. v. Schorlemer-Alst. Nachmittag« fand zu Ehren der marokkanischen Botschaft ein Diner im Schlosse statt.

• Der ,Reichsanz.' veröffentlicht die Namen der bei Apia (Samao) gefallener Offiziere und Mannschaften nebst Angabe der Schußverwun­dungen. Es sind im Ganzen 14 Tode, 31 Schwer- und 9 Leichtverwundete; von den letzteren sind bereits mehrere wiederhergestellt. Bei Abgang de« Berichts von Apia vom 4. Januar war der Zu­stand sämmtlicher Verwundeter befriedigend, theils sogar sehr gut. In den meisten Fällen war die Heilung innerhalb vier Wochen vorauszusetzen.

* Die Regierung der Vereinigten Staaten von ! Nordamerika hat den deutschen Vorschlag, die ! 1887 in Washington begonnene Samoa! on- ferenz in Berlin wieder aufzunehmen, ange­nommen.

* Die Budgetkommission be« Abgeordnetenhauses nahm heute die Erhöhung der Krondodation j **1 —”

* Die Reichstagskommiffion für die Alters- unb Invalidenversicherung hat den Beginn be« Inkrafttretens ber Altersrente vom 71. auf bas 66. Lebensjahr herabgesetzt.

* Der Reichstag genehmigte bieVerlängerung bes HanbelSvertragS mit Salvador in 3. Lesung und setzte dann die 3. Lesung des Reichshaushalts für 1889/90 fort. Die erste Baurate für eine Kavallerie­kaserne in Darmstadt, welche in 2. Lesung abgelehnt worden war, wurde nunmehr genehmigt. Der Militär­etat wurde im Uebrigen nach den Beschlüssen 2. Lesung angenommen, ebenso der Marineetat. Zum Etat des Reichsschatzamt- lag der Antrag der Bimetallisten vor: die Regierung zu ersuchen, falls England die Initiative zur Wiederherstellung de« Silbers als Währungsmetall ergreift, die Bereitwilligkeit zu einem gemeinsamen Vorgehen mit England aus­zusprechen. Abg. Graf Mirbach begründete den

treuen Augen nach dem geöffneten Fenster, durch die ein Hauch von Frische au« dem Garten herein- strömt.

Draußen glänzen goldene Sonnenlichter zwischen den Schatten der Bäume; ach, und er kann nicht hinaus, ihr Farbenspiel in seine schönheitsdurstige Seele einzufangen! Ec ist gefesselt an die Lager­stätte, wo eine schwere Lähmung der Füße, die Folge eine« Gelenk-Rheumatismus, ihn schon bei­nahe zwei Jahre niederhält.

O Muttergottes, du Heil der Kranken," flüstern be« Künstlers Lippen. „In meiner Heimath wall­fahrten fie zu Deinen Gnabenstätten, um geheilt zu werben; boch ich kann nicht zu Dir kommen, so komm' denn zu mir! Dein Bild will ich malen, so gut ich es vermag."

Er läßt sich von seinem treuen Weibe die Mal« geräthschasten herbeibringen und beginnt eine Gruppe der heiligen Familie zu entwerfen. E« ist die erste religiöse Darstellung, an die der durch weltliche Silber zu so großem Ruhme gelangte Maler sich wagt. Er bestimmt fie zum Altarbild für seine ferne Heimathkirche.

Mit Begeisterung und heiliger Anbacht schafft

Antrag unter Hinweis darauf, daß die Frage in England in Fluß gekommen und daß Landwirth- schäft und Industrie unter der Silberwährung leiden. Abg. Dr. Bamberger bekämpfte den Antrag. Die Verantwortlichkeit für das vorgeschlagene Ex­periment könne kein gewissenhafter Mensch über­nehmen. Staatssekretär von Maltzahn erklärte, daß in den deutschen Münzverhältnissen kein Grund vorliege, unser Währungssystem zu ändern. Abg. v. Bennigsen hielt es für angezeigt, abzuwarten, wie sich die Dinge in andern minder günstig situ- irten Ländern gestalten. Abg. von Kardorff zog darauf den Antrag zurück in der Erwartung, daß nach der heutigen Debatte die Bewegung in Eng­land wohl einen lebhafteren Charakter annehmen werde. Nur auf der Basis der Doppelwähmng könne die Landwirthschaft gefunden. Nachdem noch Abg. Dr. Meyer und Dr. Fcege gegen die Doppel­währung gesprochen, wurde die Währungsdebatte geschlossen. Der Etat wurde schließlich bis ein­schließlich der Zölle und Verbrauchssteuern ge­nehmigt. Forts, tzung morgen, außerdem Antrag Rickert betr. Militärgerichtsreform.

* Aus Darmst. a b t, 6. Febr. schreibt man der ,Frkf. Ztg.': Nicht geringes Aufsehen hat hier die offizielle Meldung erregt, daß Fürst Alexan- der von Battenberg auf sein Ansuchen aus dem bisherigen Dienstverhältniß ä la suite des Regiments der GardeS-du-Corps und des 2. Großh. Hess. Dragoner - Regiments (Leib.-Drag.-Regts.) Nr. 24 stehend ausgeschieden sei. Man sucht vergebens nach den Motiven^ bie . bett Fürsten haben mögen. Namentlich ist es auffallend, daß er auch aus dem hiefigen 2. Dragoner-Regiment ausgeschieden ist, dem er vor seiner Regentschaft in Bulgarien angehört und dem er stet« große Sympathien zugewendet hat. Durch einen nam­haften Geldbeitrag fetzte er s. Z. das Offiziers- Corps dieses Regimentes in den Stand, für fein „Casino" ein eigen« Hans zu erwerben, welche« deshalb auch ziemlich allgemein die Bezeichnung „Bulgarenhalle" führt. Daß der Fürst in die österreichische Armee eintreten wolle und des­halb den fraglichen Schritt gethan habe, wie mehrfach behauptet wird, ist wohl ausgeschlossen. Denn ungeachtet aller Zuvorkommenheit und Aus­zeichnung, mit der Fürst Alexander jüngst am Wiener Hose behandelt wurde, sprechen triftige Gründe gegen eine solche Annahme. Es könnte hiernach nur unterstellt werden, daß Fürst Alexander

er daran; je mehr sich seine Schöpfung belebt, desto mehr belebt sich auch fein Gottvertrauen; immer lichter treten die Gestalten hervor, und immer lichter wird es in seiner leidumflorten Seele.

Bald wird da» Bild vollendet sein, in da» der Meister seine ganze Seele gelegt, — seine hohe, starke, keusche Seele. Ganz versenkt in sein Werk hört er nicht, wie die Stubenthür anfgeht, bi» plötzlich eine laute Stimme: „Grüß Dich Gott, Ederfranzl!" ruft.

Da fährt der Maler auf, und wie er vor sich eine hagere Greisengestalt erblickt, in rauher Joppe und ledernen Kniehosen, ganz bestaubt vom langen Marsche, da geht eine eigene Bewegung Über seine Züge, und in freudigster Ueberraschung klingt e» von seinen Lippen: „Der Sepp — meiner Seel' 1"

„Ja, Fcanzel, kennst den Sepp wirklich noch, und bist doch ein so mächttg großer Herr wor­den," schmunzelt der Alte, dem e» auch seltsam über da« verwttterte Gesicht zuckt, indem er die harte Hand treuherzig darbietet. „Bei uns int Pusterthal können die L.-ut' alleweil gar nit genug erzählen von dem Eoerfranzl, der die beste Kunst gelernt hat: — Geld machen."