Mark, angenommen. Für die Erhöhung sprachen
Zusammenhang? —
dauert nicht allzu lange, so ist die Akademie, deren
Lchrern zähle» zu dürfen.
(Forts, f.)
stigen Vergnügungen.
aber — so sagen die Zweifler — man hätte von der Geistesstörung doch schon eher etwas mer- ] fett müssen! Diesen Einwand fertigt Hofrath Mey- nert mtt der Erklärung ab, daß durch einen Prozeß der geistigen Störung, wie er hier vorhanden, die äußere Erscheinung eines Menschen nicht im Geringsten beeinträchttgt zu werden brauche, und daß ein derartiger Kranker trotz der Wahn- Vorstellungen, die ihn bereit» befallen, eine so feste äußere Haltung zur Schau tragen könne, daß er jeden krankhaften Entschluß, auch den Entschluß zur Selbstverletzung, vor seiner Umgebung geschickt zu verbergen vermöge.
Im Oktober v. I. hat Kronprinz Rudolph bekanntlich durch einen Sturz mit dem Pserde eine Erschütterung de» Kopfe« erlitten. Hofrath Mey- nert vermuthet, daß dieser Sturz die schleichende Krankheit zur Krifls gebracht. In Folge einer solchen Gehirnerschütterung durch einen Stoß oder auch durch eine starke Seelenbewegung können — so führt er aus — bei dem Kranken die Wahnvorstellungen und da» Angstgefühl auftrete»; die entsetzliche Enge im Gehirn, der Druck steigert fich bi» zur Unerträglichkeit, die furchtbar erhöhte Reiz- barkeit führt zu einer Trübung de» Bewußtsein» und die Katastrophe ist da.
Nach diesen ärztlichen Darlegungen erklärt fich da» Entsetzliche vouständig. Wenn etwa noch einige Vorkommnisie der letzten Zeit auf die Beschleuni-
die Augen der ganzen Kunstwelt auf ihn richtet.
Bild folgt nun auf Bild, eine» köstlicher als da» andere, jede» seinen Ruhm steigernd, ja, e»
Freitag: Eisenbahnvorlage, Etat.
* München, 4. Febr. Der vom Gemeindekollegium beschlossene Zuschuß von 10,000 Mark an den altkatholischen Landesverein zu einem Kirchenbau, von welcher Summe bereits 2000 M. in den Etat für 1889 eingssctzt find, wurde vom Magistrat entsprechend dem früheren ablehnenden Beschluffe vom 4. Dezember v. I. nach längerer Debatte mit allen gegen neun liberale Stimmen wiederum abgelehnt. Der Magistrat ist damit dem staatsrechtlichen Standpunkte, der ihm in dieser Frage vorgezeichnet »ar, treu geblieben. Rechtsrath Panzer erklärte in der Sitzung treffend: „Entweder find die Altkatholiken Katholiken, dann brauchen ste keine eigenen Zuschüsse, oder sie find es nicht, dann sollen ste eine eigene Religions- genosienschaft bilden. So lange sie die Bedingnng nicht erfüllen, haben sie sich dir Folgen ihrer Zwitterstellung selbst zuzuschreiben." Der Magistrat hat dem Gemeindekollegium von seinem Beschluffe mit dem Bemerken Mittheilung gemacht, daß er seinerseits die Frage des altkatholischen Kirchenbauzuschusses für erledigt erachte.
spruch mit der wissenschaftlichen Forschung und mit der christlichen Weltanschauung darstellte.
Im Hinblick auf das andauernde körperliche und seelische Unbehagen und die Reizbarkeit, welche die Krankheit erzeugte, wird auch der sehr starke Drang nach Aufregungen und Vergnügungen aus der Jagd oder auf anderen Gebieten de« Genusses zu erklären sein. Der Nachricht, daß der Prinz dem Morphiumgebrauch ergeben gewesen, ist bisher nicht widersprochen worden; es paßt nur zu aut in den Rahmen des obigen Krankheitsbildes, daß der Kranke fich mittelst des tückischen Gifte« zeitweilig in einen Zustand des künstlichen Wohl- behagens zu versetze» sucht. Der Druck im Gehirn und die stete Nervösität erklären auch wohl, warum Kronprinz Rudolph am häuslichen Herde fich auf die Dauer nicht wohl zu fühlen vermochte Jene« ruhige Glück int Familienkreise, da« geistig gesunden Menschen al« da« schönste auf Erden er- scheint, hatte auf die Dauer nicht genug betäubende Wirkung gegenüber dem Dmcke int Gehirn und dem schmerzhaften Zustande de« Nervensystem». Andererseft» stimmt der Arbeitseifer, welchen der Verewigte in feiner literarischen und militärischen Thätigkeit entwickelte, sowie seine Neigung zur Geselligkeit sehr wohl mtt dem Krankheitsbilde; die energische Anstrengung am Arbeitstisch oder auf Jnfpekttonsreisen rc. und der an- regende Verkehr gaben dem gedrückten Gemüthe eine erleichternde Zerstreuung, ebenso wie die Auf- regungen der Jagden, der Reisen und der son«
* Der heutige Empfang der außerordentlichen Botschaft de» Sultans von Marokko durch den Kaiser vollzog fich in besonder» glänzender Weise. Der Kaiser empfing die Botschaft int Weißen I Saale de» Berliner Schlosse« auf dem Thron fitzend, umgeben von den Prinzen feine« Hause«, den Mitgliedern de» Bundesraths, den Ministern, der Generalftät u. s. w. Die Geschenke de» Sultan», mit bereit Ueberreichung an den Kaiser die Botschaft beauftragt war, bestehen in acht Pferden mit sammetnen und gestickten Pferdedecken nebst dazu gehörenden Halftern, in zwei reich gestickten Sätteln und Kopfstücken, in zwei Gewehren, welche der Sultan von seinen Ahnen überliefert bekommen hat, in zwei anderen Gewehren marokkanischer Arbeit, in drei runden sammtenen Tischdecken mit Goldstickerei, in sech» Sophakissen mit Goldstickerei und in sechs Teppichen. I. M. die Kaiserin erhielt fünf marokkanischen Kleider, zu denen je drei verschiedene seidene Stoffe gehören, fünf andere seidene Kleiderstoffen (Chrik), fünf seidene Damen- gürte! mtt Goldstickerei, zehn Paar goldgestickte Damenschuhe. Für den Kronprinzen hat der Sultan zwei Pferde mit goldgestickten Decken und Kopfzeug gesandt, einen mit Gold eingelegten Säbel mit Wehrgehäng — mit dem Wunsche, daß, wenn der Kronprinz erwachsen, er diese Waffe stegreich führen möge —; sodann noch eine Tischdecke mtt Goldstickerei. .
* au« Petersburg wird der .Times gemeldet daß der Zar seinen Gegenbesuch dem Kaiser Wilhelm im Sommer in Stettin abstatten wird; j 16 Kriegsschiffs sollen ihn begleiten.
* Der Reichstag setzte heute die 3. Berath- ung de« Reichshaushalts für 1889/90 fort. Abg.
Virchow zog beim Etat de» Innern seinen Antrag auf Erhöhung der Unterstützung für dm deutschen Fischereiverein zur Förderung der künstlichen Fisch- zücht zurück, nachdem Staatssekretär von Bötticher erklärt hatte, daß int nächsten Etat voraussichtlich die gewünschte Erhöhung erfolgen werde. Der An- trag Singen», wonach au» dem fttt den Nord» Ostsee-Kanal bewilligtm Fond» die Kosten der Seelsorge für die beim Kanalbau beschäftigten arbeitet zu bestreiten find, wurde mit der Modi- I fikation angenommen, daß e» heißt: „bestritten werden könne." Auf eine Anfrage de» Abg. Fehling erwiderte Staatssekretär v. Bötticher, daß dem Senate der Stadt Lübeck demnächst eine günstige Mitthellung über da» Zustandekommen de» Elbe-Trawe-Kanal» zugehen werde. Zum Milttäretat wurde eine Resolution Hume angenommen, wonach die Kaserneubauten künftig auf da» Ordinarium übernommen werdm sollen. Morgen wird die 3. Berathung bee Etat» fortgesetzt.
• Da« Abgeorbnetenhau» verwies dm Gesetzentwurf bett, die Erhöhung bet Krondotation debattelo« an die Budgetkommisfion. Der Gesetz» entwarf bett, der Erlaß oder die Ermäßigung bet WUUCUH™. - Grundsteuer infolge von Ueberschwemmungm, ging Schüler zu werden de« Franzl's heißester Wunsch I an die Agrarkommission, nachdem Abg. Drawo war, stolz darauf, ihn zu ihrm hochberühmten Namm« der Freisinnigen gegen den Entwurf ge- Lebtern zähl« zu dürfm. (Forts, f.) I sprachen. Dann wurden die Etat« der direkte» • • | und indirekten Steuern sowie de» Finanzministeriums,
Ausland»
• Ueber die Beisetzung des Kronprinzen Rudolf in der Kapuzinergruft wird der .Köln. Ztg-' vom 5. b«. aus Wien gemelbet:
Bald nachdem Mittags die Pforten der Hofburgkapelle fich geschloffen hatten, versammelten sich der Kaiser, ine Kaiserin, die Kronprinzessin Stefanie und die Prinzessinnen Gisela und Marie Valerie um den Katafalk, um von dem geliebten Dahingeschiedenen den letzten Abschied zu nehmen. In den ersten Nachmittagsstunden stellten sich die kaiserlichen Garden am Franzensring auf, während auf dem neuen Markt die Auffahrt der Trauergäste begann. Sie dauerte eine volle Stunde. Schon um die Mittagsstunde begann in langen Reihen die Wallfahrt der Vorstädter zur inneren Stadt, um dem Leichenbegängmß des Kronprinzen beizuwohnen. Um 2 Uhr wurden alle Straßen in der Nähe der Hofburg und des neuen Marktes abgefperrt. Wir gelangten mit polizeilichem Durchlaßschein zur Kapuzinerkirche am neuen Markt. Ein g oßes Karr« Infanterie sperrt den weiten Raum ab, em klemes KarrS innerhalb des Platzes vor der Kirche, von den Zöglingen der Militärschulen gebildet, ist den dienstfreien Offizieren, den Abgeordneten und den Vertretern der Preffe vorbehalten. Um halb bret Uhr beginnt die Auffahrt der Trauergäste. Das große Thor in dem schmutziggrauen, fast schmucklosen, aber edel gehaltenen Giebel der Kirche öffnet sich, drmnen erscheint im dunkeln Rahmen der Schimmer der Kerzen und Lampen, die den Weg zur Kaisergruft bezeichnen, und an da» Thor treten beiderseits zwei Kapuzinermönche mit Windlichtern. Unter den ersten Gästen erscheint Tisza im schwarz-n Schnürrock, in schwarzer Kappe mit der Spiel« hahnfeder, woraus das kluge, thatkräftige Antlitz mit der dunkeln Brille und dem langen weißen Bart sich seltsam abhebt. Er bleibt mit Fejervary, der in der grellen Tracht der Honveds-Generäle erschienen ist, lange in der Pforte stehen und begrüßt die Ankommenden. Unablässig rollen die Wagen heran, dazwischen bewegen sich Gmpprn von Geistlichen mit Kruzifix, zur Augustinerkirche vorüber, ziehend. Um halb 4 Uhr beginnt der Zuzug der m der Augustinerkirche versammelten Beamten, Gememderathe und Mönche, die gruppenweise nahen, und eine halbe Stunde später setzt das gemeinsame Geläute aller Kirchenglocken das ganze Luftmeer in brausende Bewegung. Die allerhöchsten Herrschaften und Hunyady empfangen sie dort, Kapuziner mit Windlichtern geleiten sie weiter und beim Eintritt des Kaisers in die Kirche klopft der Ober« I Ceremonienmeister dreimal mit dem Stabe auf. Draußen I ist inzwischen der Leichenzug genaht. Voran reiren die Windischgrätz-Dragoner, es folgt ein Hofbeamter zu Pferde, einen Stab in der Hand, dann zwei Hofwagen mit Bediensteten, in noch einem weiteren Zuge der Windischgrätz- Dragoner zwei sechsspännige Hofwagen mit den Adjutanten des Verewigten und dem Ober - Ceremonienmeister Grafen Bombelles, ferner ein Zug von Lakaien, 2 Hof. Fouriere und endlich der Leichenwagen mit 6 prachtvollen Schimmeln in ganz schwarzem Geschirr; neben den Köpfen tragen sie mächtig schwarzeBüsche. Auch der Leichenwagen ist vollständig schwarz, eine schwarze Krone überragt rhn und nur der schwarze Sarg zeigt eine goldgestickte Borte; auf dem Sarge liegen die Kränze der nächsten Angehö- I rigen. Wie auf Kommando entblößen sich alle Häupter. I Rasch wird der Sarg herabgehoben und von der Geistlich- kei. in Empfang genommen. In der Kirche, die ganz mtt den höchsten Würdenträgern des Staates gefüllt ist, knieen I in der ersten Reihe der Kaiser und das belgische Königs» I paar, die Kaiserin und die Kronprinzessin sind nicht anwesend. Als von den Sängern der Hofkapelle das labera I angestimmt wird, tritt der Kaiser aus dem Betstuhl heraus und kniet längere Zeit allein an der Bahre; sodann wird der Sarg unter dem Bortritt der Geistlichkeit zur Gruft geleitet. Der Kaiser gab dem König der Belgier einen Wink, worauf der Kaiser in Begleitung seines Bruders Karl Ludwig, seines Reffen Franz Ferdinand, seine« Schwiegersohnes Leopold von Bayern, sowie des Herzog« ] Philipp von Koburg in die Stuft folgten, wo der Sarg
Deutsches Reich.
Berlin, 6. Februar.
Eine neue Enttäuschung für unfern hoff.mag«- frohen Franz!, bet jetzt verstimmt feine Malerge» räthschaften zusammenpackt unb bamtt fein Hei» mathlanb aufsucht. Auf einer einsamen Alp quartiert er sich ein unb beginnt bott feine erste Komposition: ein verwundeter Wildschütz, der seiner Frau heimgebracht wird — ein Bild, fo recht au« dem Leben feine« Volke« heran» und bi» in den kleinsten Zug von fchlagendet Wahrheit.
Al« er fertig ist, begibt er sich wieder nach München unb sucht ben Meister auf, bei unter- bissen von feiner Reife zurückgekehrt ist. Unb wie staunt bet, al« bet schlichte Tyroler nun wieder vor ihm st.ht und eine Probe seine« Talente« gibt. Ja, wahrhaftig, Professor Stolz von Innsbruck hatte nicht zu viel gesagt: hier offenbarte fich eine schöpferische Kraft ersten Range« l
Nun steht natürlich Piloty auch nicht an, den Franzl in feine Schule aufzunehmen, und dieser malt jetzt in de« Meisters Atelier ein Bild ander Geschichte seine« Lande«, da« mit einem Schlage
auna der Katastrophe binaewirkt haben sollten (wa» I letzterer unter Streichung der Gehaltserhöhung bis setzt trotz aller Gerüchte nicht erwiesen ist), so für ben Unterstaatssekretär von 15 000 auf 200Ö0 würd? doch diesen Zwischenfällen nur eine neben» Mark, angenommen, güt bte e^ojung sprachen sächliche Stellung zukommen. Der Krankheitsprozeß die Abgg. v. Meyer, Arnswalde unb v. Kandell, war offenbar soweit gebieten, daß die Außenwelt dagegen die Abgg. v. Schorlemer unb Berger, keinen entscheibenben Einfluß auf den Willen des et«t.
Kranken mehr haben konnte.
Es bleibt nun noch die Frage: war die Gehirn- krankheit angeboren ober erworben? Herr M-yuert läßt biefe Frage unbeantwortet. Vielleicht aus leicht erkennbaren Rücksichten, vielleicht auch au« bem Unvermögen, eine sichere Antwort zu geben. Unb boch wäre e« in mehr als einet Hinsicht von hohem Werthe, wenn die Wissenschaft die Ursachen solcher Krankheiten bi« in bie äußersten Ausläufer bet Wurzeln zu verfolgen suchte. Die Geiste-trübung be« habsburgischen Sprossen steht ja leibet nicht vereinzelt ba; ein geisteskranker König aus bem alten Stamm bet Wittelsbacher hat im Starnberger See sein Ende gesunden, und sein kranket Bruder fristet ein umnachtete» Dasein. Haben diese Fälle nut zeitlich oder auch innerlich