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1889

Donnerstag, den 31. Januar.

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znm Preise von M. 1.— siebst Bestellgeld)

schaute und zus einer nickt geringen Ueberraschung wahrnahm, daß der Saal, wenige Minuten vorher noch leer, nun gefüllt war nut schönen, edelstem» qeschmückten Damen und vornehmen Herren des Hofes und der Stadt. Rathlos unb verlegen stand Wolfgang am Klavier.

.^innerst Du Dich meint nicht mehr, mein kleiner Freund und Künstler?" frug. auf chn zu- A . kötti nffo phrfltrAtfinnff ruruck-

gewiß erfteulich; aber die hohen Prozentzahlen darf man nicht überschätzen, da die Grundzahl (der vorhandenm Bücher) dort so erschrecklich klein war. Wäb-end im Durchschnitt des ganzen Staates auf 6,06 Einwohner (in Schleswig-Hol­stein und Hannover schon auf 3 bi» 4 Einwohner) ein Sva'kafienbuch kam, fiel in den genannten 3 östlichen Provinzen erst auf 17,71, 15,58 und 21 46 Einwohner ein Buch. Die Zunahme der Bücher in dem zurückgebliebenen Osten ist im Allgemeinen wohl dahin zu deuten, daß unter der ländlichen Bevölkerung stch etwas mehr Neigung und Fähigkeit zum Sparen z-igt. Daß unter der Jndustriebevölkerung die Sparer nicht fo stark zu» nehmen, zeigt ein Blick auf Schlestsn, wo die Zu­nahme der Sparkafienbücher nur 5,4 Prozent be- trägt, obschon die ProzeMzahl der Sparer noch hinter dem Staatsdurchschnitt zurückbleibt.

Berlin nimmt eine Ausnahmestellung ein; es zeigt die verhältnißmäßig stärkste Zunahme der Bücher, obschon es schon auf 4,16 Pionen ein Sparkafienbuch bat. Im Uebrigen laßt stch die Vergleichung der Landestheile kurz dahrn zusammen, faffe«: im Osten verbälinißmäßig vrel neue Bücher, aber nur geringe Mehreinlage, im Westen ver­hältnißmäßig wenig neue Bücher, aber starke Mehr-

aU j?nb diese ist die Kaiserin Maria Theresia", sagte der Kaiser während er Wolfgang zu einer Dame führte, die etwa 45 Jahre alt, noch in dem vollen Glanz ihrer Schönheit strahlte. Dieselbe begrüßte das Kind mit herzlicher Zuvorkommenbett.

Darauf wurde er zu dem Flügel zurückgelettet, vor dem er Platz nahm. Seiner Umgebung, und namentlich dem «einen Mädchen, welches stch n feiner Nähe hielt, einen lächelnden, fiegesbewußten Blick zuwerfend, begann er zu spulen. Da« Spiel war fo vollendet, in fetten Höben und Tiefen so exakt, daß der ganze Hof nur Ohr und Auge für

>ri Kmder.

Erzählung von H. Ni ess en.

wichsN. „

„O ja, Sie find der Kaiser", sagte Wolfgang in kindlicher Naivität, während er leuchtenden Blicke« zu dem edlen, ihm fo wohlwollenden Manne

das Hilst."

„Wer ist Nepomuk?"

„Der Heilige von Böhmen."

„Weßhalb heißt er der hl. N pomuk?

„Well fein Bild auf der Pragerbrücke steht, und well...

Der kleine Mozart wollte eben erzählen, was er über den Helligen Böhmens wußte, al» er auf-

C'n®ie' st ht es nun mit der Bewegung in den eimlnen Co nten kl aff en? Die Einlagen 6« zu 60 M. (also die Contoklafie der kleinsten Leute) haben stch im letzten Jahre zwar etwas starker gehoben al« 1886, aber ihr Zuwachs hat noch nickt den hoben Grad erreicht, welken er von 1880 bi« 1885 einschließlich aufwie«. Die Zu­nahme der größeren Conten hat stch gegen da« Vorjahr verlangsamt, aber fett 3 3«bren bleibt die Zunahme dieser größeren Conten (über 300 Mk^überdurchschnittlich. D-.e,Nat.-Korr.' muß trotz ihres Bestrebens, die Z-ffern im Simte ber Thronrede zu deuten, zugeben, daß diese Ettchei- nung fich durch die Schwierigteit erklärt, für die Kapitalien eine bessere und sichere Verwerthung, als in den Sparkassen, zu finden.

Die Gesammtzahl der Sparkafienbücher beträgt 4 742 009; davon lauten nicht wemger al« 1'082,902 auf Einlagen über 600 Mk. Dir ,Nat.-Korr.' sucht nun t . “

Einladen nur zur kleinern Hälfte nn zur Einkommensteuer veranlagten Personen und

den jugendlichen Künstler hatte, und herrschte in dem gewählten Audttorium nur eine Stimme voll Anerkennung und Bewunderung für da» außerge­wöhnliche Talent. ,

Zum Schluß ließ Wolfgang bte Tasten be» Klavier» mit einem Tuch bedecken. woraufi er mit der größten Sicherhell weiter spreite. Nachd m er geendet, tief die Kaiserin ihn zu fich hin- Hastig sprang er vom Stuhle, um dem Ruf Folge M leisten, al« plötzlich, wohl infolge Ermüdung und Aufregung, und ungewohnt, auf glattem Parquetboven leicht Hinz fichreiten, fern Faß au«, vlitt und er zu Boden fiel. Da« kleine Mädchen, die» fehend, stieß einen Schrei au«, lief bann hin, ihn aufzurichten und frug mitleidvoll und besorgt:

Hast Du Dir auch wehe gethan?

Wolfgang aber ergriff ihre Hand und antwortete, die Prinzessin treuinnig anblickend:

Du bist da« liebste und schönste Mädchen auf der "Welt; - möchtest Du nicht meine Frau werden?

Da» Mädchen begann laut zu lachen.

„Da« kann nicht geschehen, da» ist unmöglich, lieber Freund," sagte sie daraus. „

Und weßhalb? Wir Haden ja gleiche« Aller.

da« stimmt Alle», Du bist aber eben nur ein" armer Künstler."

Familien (von mehr al« 3000 M. Einkommen) untergebracht werden könnte, fo daß also die größere Hälfte auf die Mittlern und untern Volk»- klaffen fielen. Da» ist gewiß richtig, ebenso wie der wettere Nichwei«, daß auch ein großer The« her nickt Klaffensteuer zahlenden Personen (unter 900 M. Einkommen) Inhaber von Sparkaffev- bücher sein müßten. Natürlich haben eine Menge von Dienstmädchen, Knechten, Gehllfen, Arbeitern rc., die nicht zur Klaffenst uer herangezogen werden, „etwa« in der Sparkasse", fei e« ©elbfterfparte« ober Geschenkte« ober Ererbte». E« kommt aber bei bietet Vergleichung mit der Einschätzung zu der Klaffen« und Einkommensteuer nicht» Rechte« heraus, well die Steuereinschätzung in Preußen anerkannter Maßen ganz tniferabel ist. Bei den örtlichen und persönlichen Zufälligkeiten, von denen die Einfchätzung abhängt, gibt fie kaum ein Bild des äußerlich erkennbaren Nahrung«- standes her Bevölkerung; von der wirklichen Verthellung be« Einkommen» und Vermögens bU$onUSben^l34O Sparkaffen in Preußen haben 473 die Höhe der zuläffigen Ein»elernlage nach oben hin begrenzt, 867 nicht. Die Verhaltniffe dieser beiden Arten von Kaffen müssen sich natür­lich ganz verschieden entwickeln, nicht bloß in den höheren Konten, sondern auch in den niedrigeren; denn wenn der Einleger gezwungen wird, sein hohe» Conto von Zeit zu Zett zu reduz.ren, so fällt er in die niederen Klaffen zurück; es steigt also die Zahl der kleinen Kontenl und es verän- bett fich die Gsfammtlage, obfchon thatsächlick weder ein neuer Sparer geroonnen, nach da» ersparte Kapital zuritckgegangen, sondern bloß für einen Thell der Gelder »ne andere Anlage gesucht ist Da die Kaffen mit Emlagebeschränkung im Osten zahlreicher find, als im Westen, fo erhöht auch dieser Umstand die Schwierigkeiten, welche fich aus den Verschiedenheiten der Landesheile der einheitlichen Zusammenfassung und Verweithung der SparkaffeN'Statistik ergeb n. Es ist also in der Deutung der Gesammtziffer die grüßte Vor« stcht geboten, und die Herten Statistiker würden gut daran tbirn w'rn fie bet biefetn JUlaterml m.>. y,,, das divide et impera ganz besonders beachteten, - 1 cetrevr.t zur Darstellung brächten.

(Schluß.)

„Wie lieb und schön Du bist!" lautete die be- wundernde Antwort des kleinen Böhmen, dessen Blick mit Entzücken auf die kleine, in prunkendem

r» äÄm | i-M

gang Mozart?" „

„Ja, meine kleine Dame, der bin rch.

„Wer lehrte Dich fo fchön fpielen?"

.Mein Vater." „ ' „

„Ist das denn nicht mühevoll und fchwet zu erlern en d"

Man muh fich dabei ansttengen und Acht geben; für mich ist e» jedoch jetzt ein seichtes; rch bitte aber auch den hl. Nepomuk, mir beizustehen, und

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wit entaeaen aerommPtL

Die Sparkassenbücher in Preußen. *)

Anfangs Januar erschien bekanntlich der Bericht über die große Steigerung der Spatkaffen-Ein- lagen, welcher einer besonderen Erwähnung in der Thronrede gewürdigt wurde. Jetzt liegen auch die statistischen Angaben über bte Bewegung bet Sparkaffen-Bücher im letzten Geschäftsjahr vor. Dadurch wirb etwas mehr Licht geworfen auf bte Frage, ob die Vermehrung der Einlagen auf die Spargroschen der ärmeren Klaffen ober auf bte Kapitalien der beffer Situirten zurückzuführen fei.

Di; Sinla en finb im letz'en Geschäftsjahre (1887 bez. 87/88) um 6,34 Prozent, bis Zahl der Bücher um 6,15 Prozent gewachsen. Wäh­rend 1887 an Kapitalszunahme feine Vorgänger übertraf, wird es hinficktl'ch der Bücherzunahme von den Jahren 1878, 1880 und 1882 85 über« ttoffeiu

Die .Statistische Korrespondenz' sucht darzuthun, baß ein Abfall bes ProzentzuwachfeS bei den Spar- kaffenbüchern nicht ungünstig zu deuten fei; es müsse eine solche allmähliche Abnahme eintreten, well durch den Vorsprung der Büchervetmehrung vor der Bevölkerungszunahme der Kreis derjenigen, welche noch kein Sparkaffebuch befitzen, sich bereits merklich verengen. Im Einklang mit dieser An­schauung stehe da» Etgebniß einer Vergleichung der Zuwachsprozente in den einzelnen Landesthellen.

Dieser Vergleich ist allerdings recht interefiant. In Ostpreußen, Westpreußen und Posen, wo bis­her das Spatkoffenwefen am schlechtesten stand, bat die Zahl der Bücher sich in viel stärkeren Prozentsatz vermehrt, al« in den westlichen Lande«- theilen, wo die Sparkafienbücher schon bisher sehr zahlreich waren. Diele Vermehrung im Osten ist

*) Nachdruck nicht gestattet.

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