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in 18 Fällen Spielen der Kinder mit Streichhölz­chen (9 erwiesen, 9 muthmaßlich), in 3 Fällen Spielen der Kinder mit sonstigen Zündstoffen (er- wiesen), in 41 Fällen vorschriftswidrige oder schad­hafte Feuerungsanlagen (24 erwiesen, 17 muth­maßlich), in 23 Fällen sonstige vorschriftswidrige oder mangelhafte Bauart (22 erwiesen, 1 muth- mählich), in 3 Fällen der Gewerbebetrieb (1 er­wiesen, 2 muthmaßlich), in 3 Fällen Selbstent­zündung, in 15 Fällen Gardinendrände. 47 Fälle waren nicht zu ermitteln.

» Der Antiwucher-Verein, welcher im November o. I. aus der konstituirenden Versammlung in Hrrsfeld mit etwa 80 Mitgliedern gegründet wurde, zählt deren jetzt bereits schon über 100. Der Vorstand ist durch Beisitzer ergänzt worden. In den meisten Kreisen haben die Landräthe dieser Amt bereitwiüigst übernommen. Durch die Ver­mittelung der Beisitzer wurden ferner in jedem Kreise eine Anzahl Vertrauensmänner gewonnen, denen es zunächst obliegt, vorkommende Wucher- fälle dem Vorstande zur Anzeige zu bringen bezw. die Bewucherten zu Protokoll zu nehmen. Die Vertrauensmänner haben eine vom Vorstande aus- gearbeitete Instruktion in die Hände bekommen. Bi« jetzt find dem Verein zwei Betrugsfälle zur Anzeige gebracht worden, über die f. Z. Mitthei­lung gemacht werden wird.

* Es wird in Erinnerung gebracht, daß alle auf die Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Militärdienst rrflektirenden jungen Leute sich spätestens bi« zum 1. Februar ihre« ersten Militärpflichtjahre» bei derjenigen Prüfungskom­mission schriftlich zu melden haben, in deren Be­zirk die Betreffenden gestellungspflichtig sein würden.

(Erledigte Stellen im Bezirk des 11. Ar­meekorps.) Eisenbahn-Betriebsamt Cassel (Hannover- Eaffel), 10 Bahnwärter, anfangs 55 Mk, pro Monat, später etatsmäßige Anstellung mit Gehalt bis zu 750 Mk. — Eisenbahn-Betriebsamt Cassel, (Main-Weser-Bahn), 10 Weichenstelleraspiranten, je 60 Mk. Monatsbesoldung, bei etatsmäßiger Anstellung bis 1050 Mk. nebst Wohnungs­geldzuschuß. — Eiserfeld (Kreis Siegen), Direktion der Eisern-Siegener Eisenbahngesellschaft zu Siegen, 2 Bahn­wärter und 2 Weichensteller, je 660 Mk. Gehalt und 120 Mk. Wohnungsgeldzuschuß. — Eiserfeld, Amtsgericht, Kanzleigehilf«, 20 bis 30 Mk. pro Monat. — Eschwege, Kuratorium der Friedrich-Wilhelms-Realschule, Schuldimer, 500 Mk. für» Jahr nebst Wohnung und Feuerung. — Frankfurt (Main), Garnison-Bau-Jnspektion, Bote, 2 Mk. 50 Pfg. täglich. — Oberaula, Amtsgericht, Kanzleigrhilfe, 6 Pfg. für die Seite Schreibarbeit. — Eisern-Siegener Eisenbahngesellschaft zu Siegen, Bremser, 660 Mk. Gehalt, 120 Mk. Wohnungsgeldzuschuß und 120 Mk. Fahrgelder.

* Hünfeld, 25. Jan. Herrn Landrath von Wegnern wurde in Berlin die Ehre zuT heil, von Sr. Maj. Kaiser Wilhelm empfangen und mit einer Einladung zu der gestern Mittag 1 Uhr stattfindenden Tafel beehrt zu werden. — Bei einem großen Thetle de» hiestgen Publikum» herrscht die Anstcht, daß für die abgebrannten Gebäude Brandsteuer nicht zu entrichten sei. Diese An­sicht ist — worauf da» ,H. Krbl.' im Jntereffe der Betheiligte». aufmerksam macht — eine irrige, da «ach § 14 de» Reglements für die Hessische Brandverfichemvgr-Anstalt zu Caffel vom 19. März 1880 sowohl bei gänzlicher Vernichtung durch Brand al» auch bei nur theilweiser Brand- deschädigung die bisherige Versicherung mit Wirk­ung für den Neubau nach Maßgabe seines Fort- schreitens so lange bestehen bleibt, bis letzterer neu versichert ist.

+ Birstein, 25. Jan. Heute Nacht 2 Uhr brannte da« große fürstlich Jsenburgische Sägewerk bi» auf den Grund nieder. Da» Feuer verschonte auch de» nebenanliegende Wohnhaus des Auffehers nicht, der nur mit großer Mühe seine Mobilien rttten konnte, während ringsum eine Maffe ge- ichnütenen Holze» dem rasenden Elemente zum ~Pfet siel. Da» Feuer scheint vom Keffelhause, u» besten Nähe auch der Trockenapparat gelegen war, au» seinen Anfang genommen zu haben.

• Cassel, 25. Jan. Auf ähnsiche Weise wie der vorgestern Abend in der Wilhelmsstraße ent- fiandene Brand ist auch dieser Tage in einem diesigen Gasthause dmch Explosion einer Pe- iroleumlampe ein großer Zimmerbrano her- w>rgerufen worden, welcher glücklicherweise durch die Geistesgegenwart de« Hauspersonal« noch recht- ytttß im Keime erstickt wurde, sodaß größere Ge- suhr beseitigt wurde. Immerhin hat der Unfall erheblichen Schaden verursacht und sollen allein au Teppich«,, Gardinen, Vorlagen rc. für 600 hi» 700 Mk. verbrannt fein. Also abermal» eine ringende Mahnung, mit der Petroleumlampe

vorsichtig zu sein. — Die Sache Möller und Genoffen vor hiesiger Strafkammer wurde auf nächsten Sonnabend, den 26. d. M., 12 Uhr ver. tagt.

• Schmalkalden, 25. Jan. Der heute vor acht Tagen in Immelborn entdeckte „blinde Passa- gier" eine» Werrabahnzuges kann noch immer nicht zur Ruhe kommen. Von „zuständiger Seite" will da» Mein. Tagebl/ die Mittheilung erhalten haben, daß derselbe kein Wichshändler aus Asbach, sondern ein Maurer au» Floh war.

* Frankfurt a. M. 24. Jan. Der Besuch der hiesigen katholischen Kirchen ist an hohen Feier­tagen so stark, daß die Räume der vorhandenen fünf Gotteshäuser nicht ausretchen, obgleich diesel­ben den ganzen Vormittag über gefüllt find. Noch ein weiterer Mißsta >d macht fich alsdann so recht fühlbar, wir meinen den Mangel eine» eigenen Gottesdienste» für die Schuljugend. Während de» Gottesdienste« für die Gemeinde kann all' den Kindern ein eigener Platz nicht angewiesen werden; andererseits find nicht immer alle Eltern in der Lage, ihre Kinder mit fich zur Kirche zu nehmen, gar manche, z. B. viele Postbeamten, müssen in aller Frühe ihrer Christenpflicht genügen; ihre Kinder aber allein in die Kirche zu schicken, wo sie keinen geeigneten Platz finden, muß für die Eltern bedenklich erscheinen, denn in einem solchen Gedränge, wie es an fast allen Sonn- und Feiertagen in den hiefigen katholischen Kirchen herrscht, kann von einer andächtigen Theilnahme der Jugend an dem Gottesdienste durchaus keine Rede sein. Bei den jetzigen Verhältnissen hören ferner viele Kinder während ihrer ganzen Schulzeit niemals eine Predigt, was in hiesiger Stadt, wo die Heranwachsende, aus der Schule entlassene Jugend auch der Christen­lehre entbehren muß, doppelt bedauer­lich ist. Kein Wunder, daß dann so Viele an ihrem Glauben Schiffbruch leiden; sie sind weder in den Wahrheiten ihres Glaubens gründlich un­terrichtet, noch auch an eine regelmäßige Theil- nähme an dem Gottesdienste von Jugend auf ge­wöhnt. Möchte e» doch recht bald gelingen, hier Abhilfe zu schaffen!

• Aus dem Regierungsbezirk Wies­baden, 24. Jan. Nach der neuesten Schulstatistik sind zur Zeit im Regierungsbezirk 43 Schul- ft eilen unbesetzt, trotzdem in letzter Zeit viele Lehrerinnen Anstellung gefunden haben. Bis zum Frühjahr, der Zeit der Entlassung der Schulamts- kandidaten, wird sich diese Zahl noch bedeutend vermehrt haben.

Vermischtes.

* Lahr, 25. Jan. Wir theilten schon mit, daß der Mörder Adda, als er bei Dekan Förderer eintrat, ihm einen Zettel hinhielt. Auf demselben standen, wie die ,Str. P.' mittheilt, die Worte: „Schurke, deine Uhr ist abgelaufen, mache deine Rechnung mit dem Himmel." — Rach einem Berichte der,Bad. Landes,tg.' lag Förderer von 11 Messerstichen in Hals, Brust und Leib niederge­streckt, entseelt am Boden, das blutige Buchbindermeffer noch im Unterkörper. Ein Ringen muß stattgefunden haben, denn Brille und Hausmütze lagen zerstreut im Zimmer, ebenso 'ein umgeworfener Blumentopf. Herr evang. Stadtpfarrer Wachs, welcher in der gegen­über liegenden Töchterschule Religionsunterricht er­teilte, eilte auf das aus dem katholischen Pfarr- hause ertönende Hilfgeschrei herbei, ebenso Herr Postdirek­tor Schick, welcher das Messer aus der Wunde zog. Dann kam der Arzt und konnte nur noch den Tod festfiellen. Eine ganze Anzahl der Wunden soll tödtlich gewesen sein. — Die beiden hier erscheinenden Blätter, ,Lahrer Zig.' und »Anzeiger für Stadt und Land', haben heute Sonder­blätter über den Mord herausgegeben, welchen wir noch nachstehende Einzelheiten entnehmen: Die Thür des Pfarrhauses wurde dem Richard Ada von einer im 1. Stock befiMichen barmherzigen Schwester geöffnet. Unter den auf den Hilferuf Förderer's Herbeigeeilten befand sich außer den bereits genannten Herren Stadtpfarrer Wachs und Postdirektor Schick auch Herr Kaufmann Meurer, der zuerst den Puls des Ermordeten untersuchte und gleich fand, daß das Leben enistohen war. Bon den drohenden Reden, die «da im Gasthaus zum „Geist" hören ließ, wird auch die angeführt: „Wenn mir das in Lahr nicht gelingt, gehe ich nach Freiburg zum Erzbischof." ES soll nicht richtig sein, daß »da dem Geistwirth und seiner Frau blutige Hände gezeigt habe, er soll dieselben vielmehr unmittelbar nach der That gewaschen haben. Kurz vor dem Eintreffen Ada'S im Pfarrhause sollen dasselbe einige Geistliche ver­lassen haben, die Herrn Förderer einen Besuch gemacht batten, too soll im Schauenburgischen Geschäfte vom August 1885 bis Januar 1886 als Buchbinder gearbeitet haben. Sein Benehmen bei der Gegenüberstellung mit der Leiche des Gemordeten soll unglaublich und erschreckend roh gewesen fein. — Rach der .Straßb. Post' soll Ada Sozialdemokrat fein. — Gestern Vormittag wurde zufolge ,Bad. Landes,tg.' der Mörder unter starker Bedeckung in

einer Droschke in das Pfarrhaus geführt, um vor sein Opfer gestellt zu werden. Ada ist von kleiner, schmächtiger Gestalt, hat ein blasses, von einem dünnen, röthlichen Vollbart umrahmtes Gesicht und macht in seiner schlotte­rigen Kleidung ganz den Eindruck eines verkommenen Individuums.

* Augsburg, 25. Jan. Heute Nacht ist im hiesigen Bahnhof eine Feuerbrunst ausgebrochen, welche den Königs- salon, die BüreauS des Bahnamts sowie die nach dem Bahnhof führenden Telegraphenleitungen zerstörte.

§ Gegen das Saccharin, das neue intensive Ber- süßungsmittel, erhebt sich allmählich eine Gegnerschaft, welche auffallenderweise sehr willige Unterstützung bei einzelnen Regierungen findet — was freilich ein wenig verdächtig auf Steuerinteressen hindeutet. In Frankreich hat die Regierung aus letzterem Umstande kein Hehl gemacht. Der Ministerrath hat dort dem Gesund­heitsrath die Frage vorgelegt, ob das Saccharin unschädlich fei, und im Bejahungsfälle beschlossen: 1) die Fabrikanten und Händler anzuweisen bei Sachen, welche mit Saccharin versüßt sind, dies ähnlich wie beim Margarin, irgendwie für die Käufer ersichtlich zu machen, 2) das Saccharin seinem Zuckergehalt entsprechend zu besteuern, in gleichem Berhältniß wie den Zucker. Die italienische Regierung hat das Saccharin — wohl zu unrecht — als schädlich verdammt. Immerhin empfiehlt es sich auch bei uns, die Anwendung gesetzlich zu regeln.

8 Zärtlicher Gatte: „Lebewohl, meine Frau! Sollte ich verhindert sein, zum Souper nach Hause zu kommen, so werde ich Dir eine Rohrpostkarte senden." — Sie: „Bemühe Dich nicht, mein Lieber; ich habe sie schon aus Deiner Rocktasche genommen."

Gottesdienst-Ordnung in Fulda.

Sonntag, 27. Januar.

Dom. Um 5»/„ 6, 6«/«, 7V« Uhr hl. Messen, 9 Uhr Amt mit Predigt, Christenlehre um 10»/< Uhr für die Jünglinge und um 1 Uhr für die Jungfrauen. Um 4 Uhr Predigt und Abendandacht, 7 Uhr in der Marienkapelle Andacht. — Stadtpfarrkirche. 5>/< Uhr heil. Messe mit Predigt, 7 Uhr hl. Messe, 8 Uhr hl. Messe mit Predigt, 91/» Uhr Hochamt mit Predigt, 11 Uhr hl Messe. 11 und li/i Uhr Christenlehre, 3 Uhr Michaels-Bruderschaft. — Michaelsber g. 10 Uhr Gottesdienst, 2 Uhr Bruder­schaft. — Severi kirche: 8V, u. 9V» U. Gottesdienst. — Hospitalkirche. 8 U. Gottesdienst, 4 U. Abendandacht. Für die Sodalität 10 U. Gottesdienst. — Frauen­berg. 5 und 6 Uhr hl. Messen, 6>/» Uhr Hochamt. 8 Uhr vruderschaftsmesse. — Mittwoch, 30. b., und Donners­tag, 31., Voll!. Ablaß.

Meteorologische Beobachtungen

der Station Fulda.

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Temperatur» extreme.

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Win!» richtmtg U. Stätte.

SW! SW2 SW2

Mittel der Tagestemp. jetzt — 0,8° C. Luft­druck um ein Geringe» gefallen. Luftströmung

Thenn.

Selstu«.

Ji Satorn.

- 5 Millim.

K

25

noch füdw stltch, während der Zug der unteren Wolkenschicht (Nimbus) fiit früh nordwestlich ist.

Ein tiefes Minimum unter 727 mm liegt über Nord­skandinavien, im Nord- und Ostseegebiete ziemlich lebhafte westliche und südwestliche Winde verursachend. Ueber Deutschland ist das Wetter ruhig, trüBe und ziemlich mild. Die Erwärmung, welche gestern im nordwestlichen Cen- traleuropa sich zeigte, hat sich über ganz Deutschland auS- gebreitet, nur in den südlichen und südöstlichen GebietS- theilen herrscht noch leichter Frost. [Seeroarte.]

Letzte Beobachtung 10l/2 Uhr Morgens. Luftdruck — 748,1 mm. — Lufttemperatur — 1,3 OC. — Luftfeuchtigkeit — 96°/g. — Wolkenzug = NW. — Windrichtung — SW2. — Himmelsanficht — bedeckt.

überall in den Apotheken die verbesserten echten Schweizerpillen v. A. Brandt, St. Gallen (Schweiz); erhältlich in Schach­teln zu 60 Pfg. und 1 Mark und lasse sich nicht durch Concurrenz-Annoncen beein­flussen. Jeder der nur einmal die ver­besserten Schweizerpillen von A. Brandt gekauft hat, wird nie wieder andere kaufen.

I Da in letzterer Zeit — ver- Warnung! dS Brandt'schen Schweizerpillen, wie allseitig bekannt, erzielten — wieder Präparate in den Handel gekommen sind, welch« sich den Namen Schweizerpillen beilegten, so achte man beim Ankauf« der seit 10 Jahren eingeführten, von den meisten medizinischen Autoritäten em­pfohlenen, allgemein beliebten und bewähr­ten nur in Schachteln a 1 Mk. erhältUchen Apotheker Richard Brandts SchweizerpilleB ja darauf, daß fich auf der Sliquette jeder Schachtel ein weißes Kreuz im rothen »jA Brandt beMen Feld e undderNamenSzug muß. |2225