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schienen. Dieselbe kann an der hiesigen Briefaur- aabestelle des Postamts sowie von den Briefträgern zum Preise von 15 Pfz. für das Stück gekauft werden.

Am 20. d. M. starb in seiner Heimath Schwetzkau (Posen) der Vikar Hr. Leo Deutsch. Der Verstorbene studirte zul>tzt zu Würzburg und war im dortigen Fuldaer Convict; er ist deßhalb den meisten jüngeren Priestern unserer Diözese bekannt. Auch empfing er am 18. März 1885 hier in Fulda die hl. Priesterweihe. Er amtirte in Lisia und als Präbendar in Gnesen. Herr Deutsch wurde wegen seines biedern liebens­würdigen Charakters nicht nur von seinen Mit­schülern, sondern von Allen, die Gelegenheit hatten ihn kennen zu lernen, hochgeschätzt. Wie Studien- genossen versichern, soll Herr Deutsch früher ein kräftiger junger Mann gewesen sein, aber nach Ableistung seiner Militärpflicht schien seine Ge­sundheit gebrochen, und schon gelegentlich seiner Priesterweihe durfte man einen frühzeitigen Heim­gang bei ihm befürchten. R. i. p.

• In jüngster Zeit haben wiederholt Sammler mllder Gaben für Kirchenlauten und andere fromme Zwecke unsere Diözese durchzogen. Für 1 Mk. oder noch mehr verabreichten sie ein frommes Bild. Was über diese Art der Samm­lung das,Westf. Volksblatt' in einer seiner letzten Rümmer, sagt, verdient auch bei uu» beachtet zu werden. Die Zeitung schreM: Gegenwärtig sucht ein Kolporteur zu Gunsten einer Mission in unserer Stadt Bilder zu verbreiten. Dies gibt uns Veranlassung, darauf aufmerksam zu machen, daß der Generalvorstand des Bonifatius-Verein» sich wiederholt sehr entschieden g e g e n die Kolportage von Bildern u. dgl. zu Gunsten von Mijsions- anstalten ausgesprochen hat. Wir können diesem nur beipflichttN, da hierbei leider nur zu oft Mißbräuche Vorkommen und im günstigsten Falle der Nutzen für die betriff-nde Mission nur gering ist. Bei dieser Gelegenheit sei auch bemerkt, daß ein Kolporteur Geldbeiträge überhaupt nicht entgegennehmen darf, wenn er nicht ausdrücklich zum Kollekti.ren bevollmächtigt ist.

• Zur Lage derLandwirthschaft wird aus «nserem Regierungsbezirk berichtet, daß sich die Frucht preise in den letzten Monaten gehoben haben, wodurch die Nachfrage, sowie Umsatz des Getreides, wegen nicht günstiger Ernte, reger ge­worden find. Landwirthen ist die Thatsache aige- «ehm, daß die Händler gegen früheren Jahren, gern bereit find, die Früchte abzunehmen. Die Viehpreise sind nock unverändert, doch befürch­tet man, daß sie später in Folge der geringen Futterernte mehr zurückgehen werden. Es ist wohl vorauszusehen, daß die Lage der Landwirthschaft dadurch gedrückt bleitt, und ist ferner zu befürch­ten, daß die Erhöhung der Preise wieder schwin­den wird. Die ungünstige Lage des Bauernstandes ift aus den Zwangsverkäufen ländlicher Grundstücke deutlich zu ersehen, und ist die Ursache derselben in der Ausbeutung des Landvolkes durch Wucherer zu suchen, welche besonders in den ärmsten Theilen des Bezirke« zu finden find. Der Wucher erhielt j.tzt darin mehr Einschränkung, daß sich auf einem im November zu Bebra.abgehal- ^ncn Verbandstage hessischer DarlehnSkoss-n ein Verein für den Regierungsbezirk gebildet hat, welcher diesem Unwesen nach jeder Richtung hin kntgegensteuern wird. Bei der Landbevölkerung m gleichfalls der Wunsch rege geworden, daß die p- und 4. Steuerstufe unerhoben bleibt, da gerade w diesen Stufen eine große Mehrzahl der sich in «drängter Lage befindlichen Landleute veranlagt sind. Die Lage der Arbeiter ist gegen den landwirthschaft Betreibenden eine günstigere, da an lohnender Arbeft selten gemangelt hat. Ein -iuckgang in der Lage der Arbeiter ist kaum zu aefürchten, da in den meisten gewerblichen Anlagen große Bestellungen vorliegen, weshalb in den mei- sien Fabriken die Zahl der Arbeiter vermehrt ist.

landwirthschaftlichen Kräften ist jedoch meist »tangel, denn die Fabrikarbeit wird in den Städ- bet Landarbeit vorgezozen. Zu der Land- virthschast hat es gerade im Vorjahr an Arbettern Mehlt, der Landwirth ist nicht im Stande, hohe "bne wie gewerbliche Betriebe zahlen zu können ist bei Aufschwung der letzteren eine Erhöhung ^^Ptoduktionskostm für die Landwirthschaft zu M«chten. 58eitere Klagen werden laut, well

urch Anstellung vieler Arbefter von der Eiser-

hahnverwaltung au«, sowie Zahlung hoher Löhne derselben eine Theuerung der ländlichen Arbeit zu erwarten ist.

* Hanau, 23. Jan. Der Gesangenen-Auf. scher, welchem der zu 12 Jahren Zuchthaus ver- urtheilte Wilderer Morlock entwischte, wurde in der letzten Sitzung der Strafkammer zu l4 Tagen Gefängniß verurtheilt. Bon Morlock fehlt bi« heute jegliche Spur.

* Fritzlar, 23 Jan. Gelegentlich eines vor mehreren Jahren stattgehabten Besuches des in­zwischen verstorbenen Konservators der preußischen Baudenkmäler, Herrn von Dehn-Rothfelser, in un­serer Stadt, wurde die Frage einer neucn Be­dachung de» sogenannten „GrauenThurmes" in Anregung gebracht. Nunmehr hat sich die Königl. Regierung in Cassel der Stadtbehörde gegenüber bereit erklärt, einen Betrag vog 4000 Mark aus Staatsfonds zu geben, so daß der Stadt selbst keine oder doch nur geringe Kosten erwachsen. Der Bau soll baldmöglichst nach noch vorhandenem früherem Plane in Angr ff genommen werden. Damit dürste der durch seine gewaltigen Dimensionen imponirende „Graue Thurm" — bekanntlich der größte B-festigungr-Thurm Preu­ßens — eine besonders hervorragende Zierde un­fern althistorischen Stadt werden. — Gerüchtweise verlarttet nach ? er ,C. A. Z.', daß in Folge der neuen Bestimmungen bezüglich Der Artillerie aus der hier liegenden 8. und der in Cassel garnisonirenden 7. Batterie eine neue Abtheilung gebildet und vor­läufig bis zur Fertigstellung der in Cassel erbaut werdenden Kasernements nach Waldau verlegt wer­den soll.

* Cassel, 23. Jan. Wie verlautet, wird die vielgefeierte k. k. Hof- und Kammersängerin Frau Pauline Lucca in den ersten Tagen des März im großen Stadtparksaal <in Konzert veranstalten. — So fieberhaft die Spannung war, mit welcher das Publikum der Verhandlung gegen den Ent­führer der reichen, aber noch minderjährigen Amerikanerin Elias entgegensah, so groß war die Enttäuschung, als dieselbe heute Vormrttag 9 Uhr vor der ersten Strafkammer dahier begann und alsbald auf Antrag der Staatsanwaltschaft und der Vertheidiaung gerichtsseitig die O ffmt- lichkeit ausgeschlossen wurde. Die Sache wird heute noch nicht spruchreif und dürfte zu ihrer Erledigung voraussichtlich auch noch den morgigen ganzen Tag in Anspruch nehmen.

"Zennern, 22. Jan. Auf eine traurige Weise ist gestern der Dienstknecht Karl Trömner von hier ums Leben gekommen, indem derselbe in einem Strohschober auf dem Forstgut bei Kassel erfroren aufgefunden wurde. Er hatte Rock und Stiefel ausgezogen, um zu schlafen, sollte aber von diesem Schlafe nicht wieder erwachen. Die Leiche des ca. 30 Jahre alten Menschen wurde laut der .Frtzl. Ztg.' in der Leichenhalle auf den Kasseler Friedhof geschafft.

" Schmalkalden, 24. Jan. Auch aus dem Gerichtssaal werden die Fremdwörter immer mehr verdrängt. So heißt es hier z. B. nicht mehr „Tenor" sondern „erkennender" oder „entschei- benber Theil" des Urtheils.

* Vom Eichsfelde, 23. Jan. Die Ver­längerung der Eisenbahn von Wulften nach Duder- stabt über Duberstadt hinaus zum Anschluß an die Halle-Casseler Bahn wird neuerdings wieder erörtert, und mit mehr Aussicht auf Erfolg als bisher. Im Kreise Worbis gibt sich größere Geneigtheit zu einschlägigen Aufwendungen kund und sollte diese wieder versagen, so ist noch als geeigneter Mittler der Kreis Helligenstadt in Be­tracht zu ziehen.

" Wiesbaden, 24. Jar. Wie der ,Rh. Kur.' mittheilt, fühlt sich, nach hier von Nervi an der Riviera angelangten Briefen des Herrn Reg.-Präsidenten v. Wurmb, derselbe erheblich wohler und begibt sich mit Familie zunächst nach Neapel, dann nach Rom und gedenkt von dort nach einem kürzeren Aufenthalte an den ober- italienischen Seen im Frühjahre hierher zurück- zukchren und seine Dienstgeschäfte wieder zu über­nehmen.

• Au« Thüringen, 23. Jan. In einigen Steinbrüchen bei Saalburg im reußischen Ober» lande hat man kürzlich Marmor von vorzüg- licher Güte entdeckt. 6« ist deshalb sofort eine große Marmorschneiderei in« Leben gerufen worden,

in der zahlreiche Arbeitskräfte lohnende Beschäftigung finden.

Vermischtes.

* Hamburg, 24. Jan. Die Verhandlung gegen den Raubmörder D auth wurde trotz dem Gesuche der Ver- theidigers auf den 26. Januar festgesetzt, indem Herr Physilus Dr. Reincke erklärt hat, so orientirt über den geistigen Zustand des Dauth zu sein, daß er sein Gut­achten abzugeben int Stande sei. Zur Verhandlung wur­den auf Antrag des Vertheidigers auch bte geschiedene Frau und die in Frankfurt lebende Schwester Dauth'S geladen.

' Stuttgart, 24. Januar. Das Cotta'sche Geschäft einschließlich der Münchener .Allgemeinen Zeitung' ist laut der ,Frkf. Ztg.' käuflich an die Gebrüder Kröner dahier übergegangen.

sMittel gegen kalte Füße.s Leute, die den ganzen Tag schreiben oder nähen und die überhaupt den Körper wenig bewegen, können ihre Füße erwärmen, ohne sie an den Ofen zu halten. Sie brauchen nur aufzustehen und sich langsam auf den Zehenspitzen zu erheben, so daß alle Muskeln des Fuße angespannt werden, und dann all­mählich ihre natürliche Stellung wieder einnehmen. Man wiederhole dies etliche Male, und die Arbeit, welche die Zehen thun müssen, indem sie das Gewicht des Körpers auf sich nehmen, wird den Blutumlauf hinreichend be­schleunigen, um die Küße warm zu machen. Dies ist eine Vorschrift der schwedischen Bewegungskur; und da es besser ist, die Füße durch Bewegung als durch Feuer zu erwärmen, sollten die, welche mit kalten Füßen geplagt sind, dieses Mittel gerade vor dem Schlafengehen in An­wendung bringen.

sAus dem Gerichtssaal e.s Richter (zum Zeugen): „Ist Ihnen von der Prügelei auch etwas zu Ohren ge­kommen ?" — Zeuge: „Jawohl, Herr Richter, ein paar Ohrfeigen; ___________________________________________

Auszug

aus tzru Register« -rs Standesamts Fulda

vom 18. bis 24. Januar 1889.

Aufgebote.

21. Jan. Schreiner Johann gen. Joseph Wehner von hier und Anna Katharina Schäfer von Cassel.

Eheschließungen.

21. Jan. Wittwer, Kaufmann Jakobus Mahr ur.b Barbara Josephine Mathilde Gaßmann von hier. 23. Verzinner Johann Philipp Gußmann von hier und Mar- gretha Vonhausen von Falkenbach.

Geburten.

13. Jan. Nikolaus Johann, S. des Mahlburschen Johann Schrimpf. 15. Maria Theresia, T. des Schlossers am Bahnhof Konrad Rodem-r. 17.- S. des Domainen- pachters Karl Ernst Theodor Suntheim zu Ziehers. Char­lotte, T. des Schlossers a. B. Ludwig Carl Bruno Hüllen­hagen. 18. Carl Joseph Maria, S. des Kaufmanns Carl Jakob Kräh. 21. Georg Wilhelm, S. des Kaufmanns Wilhelm Winter. Margaretha Barbara Maria Johanna, unehel. T. einer Einheimischen. Johannes Heinrich, S. des Lokomotivheizers Johannes Heinrich Fischer. 23. Maria Elisabeth, T. des Schuhmachers Adam Klitsch.

Sterbesälle.

17. Jan. todtgeb. Sohn des Taglöhners Wendelinus Hohmann. Charlotte, T. des Schlossers a. B. Ludwig Carl Bruno Hüllenhagen, Vz Std. 18. Barbara Auguste, T. des Bahnarbeiters Carl Dehler, 4 I. 8 M. 22 T. Johann Weber, Taglöhner, Wittwer, von Rodholz, 48 I. 10 M. 11 T. 19. Wilhelm Carl, S. des Schlossers a.B. Carl Knaf, 2 M. 8 T. 20. Heinrich Sorg, Taglöhner, Ww., 68 I. 9 M. 21 T. 22. Anna Josepha geb. Sorg, Ehefrau des Schlossers a. B Conrad Rodemer, 29 I. 10 M. 11 T. Franz Auth, Weißbinderlehrling, von Flieden, 18 I. 11 M. 20 T. Adam Hack, Dienstknecht, Ww., von Rücksitz, 74 I. 9 T. 24. Julius, S. einer Au wärtigen, 1 I. 4 M. 23 T. *

Telegraphischer Schi»,bericht her „jleb Star jiaie" Aatmerpe».

Newyork, 21. Jan. Der Postdampfer „Waes­land" der ,Red Star Line' ist von Antwerpen wohlbe­halten hier angekommen

Meteorologische Beobachtungen der Station Fulda.

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Wind­richtung u. Klärte.

—1,6

-2,1

—2,4

-1,5

—8,0

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SW1 Windstill

Bettet

bedeckt bedeckt neblig

Luftdruck steigt roieber langsam, steht j tzt 12 Mlll. über normal. Die heutige Morgentemp.

3.4° wärmer als die gestrige. Schneehöhe — 2 cm. Luftströmung ganz schwach süvsüdwestlich.

Das barometrische Minimum im hohen Norden hat seinen Einfluß südwärts bis nach Norddeutschland aus­gedehnt, während di« Zone höchsten Luftdrucks sich von Irland bis südostwärts nach dem Schwarzen Meere er­streckt. Ueber Central-Europa ist bei meist schwacher Luft­bewegung das Wetter trübe, im Nordwesten erheblich wärmer. [Seeroarte.J

Letzte Beobachtung IO1/« Uhr Morgens.

Luftdruck — 749,4 mm. — Lufttemperatur — 1,0 »C. — Luftfeuchtigkeit — 94°/o. — Wolkenzug — 0. — Windrichtung — SSW0—1. — tzimmelsansicht = völl. bedeckt, neblig.