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Getreide-ConrS

Frankfurt a. M., 21. Jan. 1889.

Hiesiger Weizen

Wetterauer-, Ried- u. Franken-Gerste 158/4—16»/<

Saal- und ungarische Gerste . . . 19»/,—22

Hafer prima

16»/. 16

I zwei Jahre des Lebens sind für das bürgerliche Leben verloren. Da dis ZulasiungSgefuche zur Prüfung der Befähigung zum einjährig-freiwilligen Dienst noch im Laufe dieses Monats und zwar spätesten« zum 1. k. M. bei den betreffenden P.ü- fungskommissionen eingereicht werden müssen, so wollen wir an dieser Stelle besonders auf die- jenigen Erleichterungen aufmerksam machen, die jungen Leuten, auch wenn ihnen die wissen­schaftliche Befähigung fehlt, unter gewissen Bedingungen gewährt werden, um ebenfalls ein« jährig-freiwillig zu dienen. Es sind die» durchaus keine neuen Bedingungen, bezw. Erleichterungen, sondern sie find bereits unter König Friedrich Wil­helm III. im Jahre 1816 bei der Errichtung des Instituts de» einjährig-freiwilligen Dienstes gewährt und bis jetzt in ganz gleicher Weife betbehalten worden, und trotz diesem langen Zeitraum von mehr als 70 Jahren find fie immer noch so wenig bekannt und wird von ihnen so wenig Gebrauch gemacht, daß, wie bereits bemerkt, jährlich sehr, sehr viele dieser Erleichterungen verlustig gehen. Von diesen Bestimmungen werden berührt Tech- niker jeder Art, Maschinenbauer, Baubefliffsne, , . . .. ... ■ • ■

Kaufleute, Zeichner und Zeichenlehrer, Besucher $en.8 behauptet der .Dziennek Poznans, daß von technischen und gewerblichen Fortbildungr-An- btS K6t von Posen aus noch keine Einladungen stalten jeder Art, soweit fie nicht die Wissenschaft- Oberschlesien in dieser Angelegenheit ergangen liche Befähigung durch Schulzeugnisse Haden. Ent- K-----

halten find diese Bestimmungen im 14. Abschnitt der Wehrordnung über: „Einjährig-fteiwilliger Dienst" und zwar im $ 89, der über die Nach- suchung der Berechtigung handelt. Punkt 6 dieses Paragraphen lautet:

• Fürstbischof D r. Kopp hat an die Geistlich­keit seiner Diözese folgenden Erlaß gerichtet:

Breslau, den 8. Januar 1889. Dem Vernehmen nach soll im Februar d. I. eine Versammlung in Posen stattfinden, zu welcher auch nach Oberschlefien Einladungen ergangen sind. Da datz für diese Versamm­lung festgesetzte Programm, wie aus den öffentlichen Blättern hervorgeht, außer dem Schutze der polnische,» Sprache auch noch andere Gegenstände aufweist, so würde die Theilnahme des oberschlesischen Klerus an derselben bedenklichen Mißdeutungen unterliegen. Ich möchte daher nicht unterlassen, den hochwürdigen Klerus auf diese Ge­fahr aufmerksam zu machen, zumal ich die Ueberzeugung habe, daß eine Betheiligung desselben an jener Versammlung weder im Interesse der Diözese noch Oberschlesiens liegen würde. Ew. Hochwürden ersuche ich, dem hochwürdigen Klerus Ihres Archipresbyteriats hiervon [auf [vertrauliche Weise Kenntniß zu geben.

Ausnahmen können in besonderen Fällen durch die E-satzbehörden dritter Instanz genehmigt werden." Der soeben anqeführte $ 32, 2 lautet: Er bütpn vorläufig zurückgestellt werden: f) Muüärpflichtige,' welche in der Vorbereitung zu einem bestimmten Lebensberufe oder in der Erlernung einer Kunst oder eines Gewerbes begriffen sind und durch eine Unterbrechung bedeutenden Nachtheil erleiden würden - Der zweite 8 29, 4 lautet: Zurückstellung über da» dritte Militärjahr hinaus ist durch die Ersatz- Kommission zulässig: b) Behuf» ungestörter Aus­bildung für den Lebensberuf und zwar in aur- nahmsweifen Verbältniffen bis zum fünften Militär. Pflichtjahre. (Dagegen findet eine Zurückstellung nicht statt, wenn in ihrer allgemeinen Ausbildung zurückgebliebene Militärpflichtige sich — behufs

„Von dem Nachweise der wissenschaftlichen Be­fähigungen durch die Ersatzbehörden dritter Instanz dürfen entbunden werden: a. Junge Leute, welche sich in einem Zweige der Wissenschaft oder Kunst oder in einer anvern dem Gemetndewesen zu gute kommen­den Thätigkeit besonder» auszeichnen, b. kunstver- ständige oder mechanische Arbeiter, welche in der Art ihrer Thätigkeit Hervorragendes leisten, c. zu Kunstleistungen angestellte Mitglieder landesherr- licher Bühnen. Personen, welche auf eine der­artige Berücksichtigung Anspruch machen, haben ihrer Meldung die erforderlichen amtlich beglaubigten Zeugnisse beizufügen. Dieselben sino nur einer Prüfung in den Elementarkennt- Nissen zu unterwerfen, nach deren Ausfall die Ersatzbehörde dritter Instanz entscheidet, ob der Berechtigungsschein zu ertheilen ist oder nicht."

Ein zweiter wichtiger Punkt ist Nr. 7 derselben Paragraphen, welcher bestimmt: „Militärpflichtige, welche auf Grund der Bestimmung des 8 12, 2f zurückgestellt worden sind, dürfen — mit Genehmig, ung der Ersotzbehörden dritter Instanz — während der Dauer der Zurückstellung (8 24 b) die Berech- ttgung zum einjährigen Dienst nachsuchen. Wettere

seien und daß ans der Tagesordnung der geplanten Volksversammlung nur Schulangelegenheiten, die Frage des polnischen Privatunterrichts, sowie die Ertheilung der Religionslehre an die polnischen Kinder ständen. (Wir werden auf das Schreiben zurückkommen, sobald der nöthige Commentar vorlieat. D. R.)'

oder anderen Unterricht fortbilden wollen, um später die wissenschaftliche Befähigung zum ein- jährig-freiwilligen Dienst nachzuweisen. 8 33, 7.)

Die thatsächliche Handhabung dieser soeben an­geführten Bestimmungen von Seiten der betreffen­den Behörden ist eine überaus zuvorkommende und rücksichtsvolle. Wahrlich, vielen von den oben an­gegebenen und ähnlichen Berufsarten ist er damit überaus leicht an die Hand gegeben, zunächst eine Zurückstellung zu erlangen und sodann von dem Nachweise der wissenschaftlichen Befähigung ent­bunden zu werden, sodaß nur eine Prüfung in den Elementarkenntnissen übrig bleibt. Wir können schließlich die genaue Be­herzigung obiger gesetzlich festgestellter Erleichter­ungen allen jungen Leuten, die irgend eine tech­nische rc. Fortbildungr-Anstalt und dergleichen 6c- suchen, nicht dringend genug an's Her, legen; fie find damit in die Lage gesetzt, ihrer Militärpflicht in kürzerer und unstreitig leichterer W.ise zu genügen.

198/10-8/10 -.'S s

20-211/g Är

Fremder „ Hiesiger Roggen . Russischer „

PferdeverficherungS-Vercins zu berathm. Der Oberförster Voß zu Cassel verlas die mit großer Sorgfalt von ihm ausgearbeiteten Statuten, welche dann in ihren wesentlichsten Theilen einer Diskussion unterworfen wurden. Die Haupt- punkte der Berathung waren laut ,F. K.' folgende: 1) Der Verein soll zunächst sämmtliche Pferde besitzenden Forstbeamtm Heff-n-Naffaur umfassen, kann aber später weiter ausgedehnt werden. 2) Es werden nur gesunde Pferde im Werthe von 200 bis 1000 Mark angenommen. 3) Da» Ein­trittsgeld ist vorläufig auf l°/0 und der jährliche Beitrag auf 2°/0 der Versicherungssumme fest­gesetzt. Es wurde dann ein Komilä von 7 Forst­beamten gewählt, welches Sonnabend den 16. Februar Nachmittags 2 Uhr im Hotel Wolff zusammentreten, die Statuten endgiltig festsetzen und die Einladungen zum Beitritt erlassen wird

? Am 18: ds. verunglückte der Bürgermeister und Postoorsteher Kropp in Hainzell. Der­selbe bestchttgte Holz im Walde und stürzte bei der sogenannten Herrgottseiche so unglücklich auf den Hinterkopf, daß ihm das Blut aus den Ohren trat und er einige Zeit bewußtlos liegen blieb. I Nachdem das Bewußifein zurückgekehrt war, ging er eine kleine Strecke, bis er wiederum zusammen- brach. Die betr. Stelle war durch eine große Blutlache bezeichnet. Als er nach längerer Zeit wieder zu fich kam, konnte er noch nach dem eine Viertelstunde von der Unglücksstelle gelegenen Blankenau zu seinem Bruder gehen, doch ist sein Zustand äußerst bedenklich.

15-151/4 13Vs-14 128/1.—13 9-9 V« 9.60 10 9 —9»/< 9.60 261/8-28 4.40

Der Fürstbischof.

Georg. (Dr. Kopp.)

So weit da» fürstbischöfl che Schreiben. Ueb-

„ mittel Mais . . Raps . . Malz . . Roggenkleie Weizenkleie. Malzkeime.

Die Zahl derjenigen jungen Leute, welche ledig. Behebung diese» Mangels — durch Gymnasial- sich au« mangelnder Kenntniß der gesetzlichen Be- - ** 1 ........ ~

stimmungen alljährlich zum dreijährigen Diensten, Heere herangezogen werden müssen, während cs ihnen leicht wäre, ihrer Dienstpflicht durch den ein* jährig-freiwilligen Dienst zu genügen, ist in Deutschland eine viel größere, als im Allgemeinen angenommen wird. Nicht nach Hunderten, fast nach Tausenden sind alljährlich die jungen Leute zu zählen, denen der Hauptmann nach ihrem vor­schriftsmäßigen Eintritt sagen kann und sagt: „Aber Mensch, warum dienen Sie nicht freiwillig nur ein Jahr? Ihre Verhältnisse find derartige, daß Ihnen die Berechtigung ohne Zweifel hätte ertheilt werden müssen". Leider erwächst aus der regelmäßigen Antwort: „Das habe ich gar nicht gewußt" keine Hilfe mehr. Das „Zu spät" rächt

2.-8'

1«

Malz (hochprima) . .

Spelzspreu.....

Chilisalpeter ab Harburg .... 20.20 /»■?

Markt unbelebt. Weizen tendenzlos, Roggen träge, ®er(ie matt, Hafer still, Mehl ruhiger, Kleie behauptet

Marktbericht.

.* Frankfurt, 21. Jan. Der heutige Viehmarkt war mit 367 Ochsen, 17 Bullen, 506 Kühen, Rindern und Stieren, 309 Kälbern, 218 Hammeln, 392 Schweinen befahren. Die Preise stellten fich wie folgt: Ochsen I. Qual. Rk. 62—64, H. Qual. Ml. 56—58, Bullen L

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Vermischtes.

^ber das große Loos lesen wir in der ,Magde- ^S^Ztg.-.- Die von Berliner Blättern gebrachte 9la<$. j bal bte‘ Viertel des großen Looses nach Breslau K fallen find, bestätigt fich nicht; ein Viertel hat vielmehr

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der protestantische Pfarrer Hartmann in Heddernheim bei Frankfurt a. M gewonnen, während nach den Mit­theilungen eines Berliner Abendblattes der Gewinner eines zweiten der Postsekretär Lüna-n in Witten ist. Das dritte Viertel ist in die Kollekte eines Berliner Loosehändlers /gefallen. — Laut der ,Frkf. Ztg.' hat Pfarrer Hartmann von dem ihm zugefallenen Gewinn 15,000 Mark den Armen seiner Gemeinde geschenkt.

* Wie man aus kaufmännischen Kreisen erfährt, soll das Salz theurer werden. Die Salinen find zusammen- getreten und haben den Preis des Salzes pro Waggan um 20 M. erhöht. Stearinkerzen und Seifen sind gleichfalls im Preise gestiegen, weil durch die Unruhen in Ostafrika und in Jnnerafrika die Zufuhren von Palmöl, Cocosfett re. erheblich zurückgegangen sind.

* Erleichterungen zum „Einjährig- freiwilligen Dienst".

(Aus der »Köln. Volkszeitung.)

. ber Rhön, 18. Im. Gestern während , utu,ubt teme sjure meor ruas xu wai- rärht 7 1und

Buttlar, ein Schadenfeuer in der Scheune aus. Dieses und noch ein anderes unmittelbar anschließen­des Gebäude, ebenfalls mit Heu- und Strohvor- räthen gefüllt, brannten nieder. Das Wohnhaus nlttt ebenfalls starke Beschädigung. Heber die Entstehung des Brandes ist man bis jetzt noch im Unklaren. Vor vierzehn Tagen stand der geschädigte Besitzer der Gehöftes mit feiner Habe in Unter­handlung. Dieselbe zerschlug sich, da dem Bauern der Prämienbetrag zu hoch erschien.

Heilweisen Aufbringung der Kosten für Anschaffung einer neuen Orgel in der Klosterkirche I . auf dem Kreuzberge wurde die Vornahme einer Kollekte in den katholischen, zur Diözese Würzburg gehörigen Kirchen de« Regierungsbezirke« bewilligt.

* Hersfeld 21. Jan. Der bekannte Forellen­züchter R. von Oberngei« verließ am 11. d. M. ^hiesige Station mit 2 Faß an den Kaiserlichen Hof in Berlin bestimmter Forellen. Wie die ,H. Z.' hört, hat Herr R. die zarten Fische ohne Ausnahme lebend in Berlin angebracht, ein Zeichen, daß seine Transportmethode eine gute ist.

* Wildungen, 19. Jan. Auf eine entsetz- «che Weise kam bet Forstaufseher Karl Weid aus Kleinern im Walde bei Hemfurth um's Leben. Derselbe hatte das Fällen von Buchen zu beauf- fichtigen und stand seitwärts vom Hauptplatz, als ein schwerer Baum beim Umfällen auf den Forst- j beamten stürzte und ihn schwer verletzte. Der erst feit Jahresfrist verheirathete junge Mann gab kurze Zeit darauf seinen Geist auf.

* Em „blinder Passagier" wurde letzten Freitag Abend auf dem Bahnhof Immelborn in dem von Eisenach kommenden Personenzuge ermittelt. Durch das Gekläff eines Hunde» aufmerksam ge- I i macht, entdeckte man unter einem Wagen und -war auf dem Bremszeug den aus Asbach flam- menden Schneidemüller Wiesendorf, der sammt seinem Hunde in dieser gefährlichen Lage die Reise von Eisenach unternommen hatte. Selbstverständ- Uch wird der Mann sich wegen dieses Streiches uoch weiter zu verantworten haben. ^Frankfurt a. M., 19. Jan. Dar königl. Polizei-Präsidium warnt vor dem in den Zeitungen angepriesenen Heilmittel gegen Nervenleiden von l man Weißmann. Das angepriesene | 2"'ttel besteht dem Ortsgesundhettsrath in Karls- f We zufolge lediglich aus rothgefärbter Amika- Dinttur, deren Verkaufspreis den wahren Werth um da« 20- bis 30fache übersteigt. Roman Weiß-

, Mann ist bereits im Juli v. I«. aestorben.