den von meiner Residenz Christiania unterhalten, ein großer Trost für diese sonst vereinsamte« Glaubensboten. Sin Telephonnetz aber finden Sie
Meine überfichtliche Beschreibung des Landes wäre unvollständig, wenn ich Ihnen nicht ein Wörtchen über die Verkehrsmittel sagte, die dasselbe zugänglich machen. Norwegen hat ungefähr 1500 Kilometer Eisenbahnen. Er hat auf allen Meeren etwa 8000 Handelsschiffe, mit einer Bemannung, die man zu der tüchtigsten aller fee- fahrenden Länder zählt. Seine Küsten, Fjorde und größeren Ser'n werden von einer Unzahl von Dampfern Mer Größe befahren, die den Personen-, Post- und Waarenverkehr vermitteln und auf denen der Reisende allen Komfort und die aufmerksamste Bedienung findet, vom Kapitän herab bi» zum einfachen Kellner, wie denn überhaupt in Norwegen alle Beamten und Bediendesten über- zeugt find, daß sie wegen des Publikums da sind, > ö-pMuyciiiuimw; geyun »no von oen Zveuricyen
und nicht da« Publikum ihretwegen. Außerdem sehr leicht erlernt wird. Es würde mich zu weit
halten Staat und Gemeinden in Men Theilen führen, wollte ich Ihne« die bewegte Geschichte
des Landes, selbst droben bet den Lappen, zu je- unserer Normannen auch nur flizziren. Welche ae-
der Zett niedliche, einsitzige Wägelchen zur Ver- * 1 * * * * * * --------- ------ “ ' ” - ■ ' ■ B
fügung der Reisenden, die selbst kutschiren und nur ein Büblein oder ein kleines Mädchen zum Zurückbringen de« Gefähttes bet sich haben; die Preise dafür find sehr mäßig. Im Winter Werden die Wägelchen durch kleine, warm mit Pelzwerk ausgelegte Schlitten ersetzt. So dürfen Sie denn getrost eine Tour in diese« herrliche Land wagen. Ein Vortreffliche« Telegraphennetz verbindet Me irgendwie bedeutenden Ortschaften, Inseln und Fischerstattonen bi« zum Nordkap hinauf, und kann ich für eine halbe Mark mich mit meinen Missionären droben in Finnmarken, an 500 ©tun-
alteriert über die Ausbreitung des Katholizismus in Bulgarien. Da» russische Blatt schreibt, daß die Zahl der Orden vermehrt, viele neue kath. Schulen in ben größeren Städten errichtet wurden und daß namentlich die Mutter der Fürsten Ferdinaud die kathol. Klosterschulen unterstütze. Er ist begreiflich, daß dar orthodoxe Rußland mit mißgünstigen Augen auf die Aurbrettung der kath. Kirche in Bulgarien blickt und daß die ausgezeichnete Thätigkeit der Jesuiten und Franziskaner zur Verbreitung kath. Schulen nicht den Beifall panslavistischer Organe findet, aber wir erblicken darin einen neuen Fingerzeig, daß es im Jntereffe der österreichischen Politik liegt, die Aurbrettung der kath. Kirche am Balkan nach Kräften zu fördern al« da« beste und ficherste Mittel, dem russischen Einflüsse entgegenzutreten.
* In Pari« finden täglich boulangistische und anttboulangistische Wählerversammlungen statt, bei denen er sehr stürmisch zugeht. Bei einer solchen in der Avenue Duqaerne stattgefvndenen Versammlung kam er zu einer Schlägerei, bei der 20 Personen schwer verwundet wurden.
* Wien, 20. Jan. Wir nehmen mit Befriedig ______________o~.........
“aßib "top .Änderung des Petersburger | wähl folgende Herrn gewählt "Jäckel, Stadtsekr'etär,
wattige Kraft diesem Volke innewohnte, das erzählen Ihnen seine abenteuerlichen Seefahrten bis hin nach Grönland in alten Tagen, seine Kämpfe und Siege in England, Frankreich und Italien, seine mächtigen Kolonien in diesen Ländern und felbst seine Räuberzüge, von denen auch da« alte Trier zu erzählen weiß. Nachdem e« lange an Dänemark gekettet gewesen, da« ihm durch List und Gewalt den ihm von seinem heiligen Könige Olaf gebrachten katholischen Glauben geraubt und e» in jeglicher Weise bedrückte und au«beutete, ward sein Land durch den Kieler Frieden 1814 wieder mit Schweden durch Personal-Union unter dem Hause Bernadotte verbunden. E« hat seine eigene, sehr demokratische Verfassung, eine eigene Abgeordnetenkammer, eigene Minister, ein eigene«
in fast allen Städten de« Landes, selbst zu Hammerfest, da« auch, gleich allen Städten von einigen Tausend Einwohnern, eine städtische Post und seine eigenen Freimarken hat.
Doch wäre e« hohe Zeit, daß ich vom Land zu den Leuten überginge. Doch da ich die „tobten Landschaften" nicht liebe, so habe ich in ba« Bilb, ba» ich Ihnen vom Lanbe entworfen habe, auch schon in großen Zügen bie Leute hineingemalt, so baß ich mich hier kürzer fassen darf.
Die norwegische Bevölkerung, mit Ausnahme von etwa 8000 Ouänen unb 16,000 Lappen, gehören ber großen germanischen Famllie an, wie benn auch ihre mit bern Dänischen fast ganz überein- stirnrnenbe schöne Sprache zu ber germanischen Sprachenfamilie gehört unb von ben Deutschen
Nottz, welcher fich sichtlich sehr Th. Arnd, Eisenhänbler, Franz Kramer, Möbel- . .. «... - - " ' Händler,Noll,Domainen-Rentmeister,Dr.Schneider,
A^t, Hugo Uth, Droguist, F. C. Bellinger, Fa- brikant, F. Rang, Oberbürgermeister, Louis Uth, Dmckereibesttzer, P. Ducks, Lederhändler, Wilh. Stöhr, Kaufmann, Aug. Müller, Hotelbesitzer, Köhler, Kreissekretär, Vesper, Eisenbahnsecretär und Carl Müller, Fabrttant.
* Bei dem vorgestern in Berlin stattgehabten KrönungS- und Ordensfest wurde verliehen der Rothe Adlerorden I. Kl. mit Eichenlaub an 4, der Stern zum Rothen Adlerorden II. Kl. mit Eichenlaub an 10, der Rothe Adlerorden mit Eichenlaub an 46, der Rothe Adlerorden III. Kl. mit der Schleife an 127, der Rothe Adlerorden HI. Kl. an 1, der Roche Adlerorden IV. Kl. an 524, der Kgl. Kronenorden I. Kl. an 9, der Stern zum Kronenorden II. Kl. und der Kronen-
Rom, 21. Jan. Ja Folge einer Erdsenkung stürzten vier Häuser in Casola bei Ravenna ein. Zehn Todte wurden berett« ausgegraben, zchn andere Personen werden noch vermißt.
orden II. Kl. mit dem Stern an je 1, der Kronenorden II. Kl. an 23, der Kronenorden 3. Kl. an 83, der Kronenorden IV. Kl. an 90, der kgl. Hausorden der Hohenzollern und zwar das .Kreuz der Komthur an 1, das Kreuz der Ritter an 2, der Adler der Ritter an 3, da» Kreuz der Inhaber an 16 und der Adler der Inhaber an 15, endlich das allgemeine Ehrenzeichen an 552 Personen. — Nach Hessen wurden folgende Orden verliehen:
* Zu Vorstandsmitgliedern des Bürger« verein» wurden bei der gestrigen zweiten Neu-
Den Rothen Adler-Orden dritter Klasse mit der Schleife an: Freiherr d'Orville von Löwsn- clau, Oberst und Kommandeur des 1. Hessischen Jnfan- terre-Regimenes Nr. 81. v. Schweinichen, Oberst ä la suite des Hessischen Jäger-Bataillons Nr. 11, Kommandeur der Militär-Schießschule. — Den Rothen Adler- ^^d en vierter Klasse an: Bauer, Hauptmann im 3. Hessischen Infanterie-Regiment Nr. 83. Brehm, Rechnungsrath und Land-Rentmnster zu Cassel. Callenberg Regierungsrath zu Cassel. Faber I., Oberförster zu Fels- berg. Faber II., Oberförster zu Friedewald. Fromme, Rechnungs-Rath und Regierungs-Sekretär zu Cassel. Flied- ner, Landralh zu Schmalkalden. Hertel, Oberförster zu Marburg. Hupfeld, Justizrath, Rechtsanwalt und Notar zu Cassel. Jäger, Oberförster zu Biedenkopf. Dr. phil. Könnecke, Archiv-Rath, Staats-Archivar zu Marburg Rrntelen, Regierungs-Rath bei der General-Komis, sion zu Cassel. Seel-g, AmtSgerichts-Rath zu Cassel. Dr. Stahr, Ober-Stabsarzt 2. Klaffe und Garnisons-Arzt zu Cassel. Steinmetz, Oberförster zu Battenberg, Kr. Sieben« k°pf. To-udmg, Hauptmann im Hessischen Pionier- Batarllon Nr. 11, Direktions-MitgliedMilitär-Telegraphen- schule. Weckeffer, Sekretär bei der Provinzial-Steuer- Dtrektion zu Gaffet. Dr. Wellhausen, ordentlicher Professor an der Universität zu Marburg. Dr, v. Wild, Geheimer Medizinalrath und Mstglied des Medizinal-Kollegiums der Provinz Heffen-Naffau, zu Cassel. Zimmermann, Amts, gerrchtsrath zu Caffel. — Den Kgl. Kronen-Orden zweiter Klasse an: von Hundelshausen, Landes- Direktor des Bezirksverbandes des Regierungs-Bezirks Caffel und des Prooinzialverbandes der Provinz Hessen- Nassau, zu Caffel. — Den Kgl. Kronen-Orden dritter Klasse an: Klemm, Militär-Jntendant beim XI. Armeekorps. Kluck, Oberstleutnant und Kommandeur des Hessischen Train-Bataillons Nr. 11. Dr. Tiedenow Oberstabsarzt 1. Kl. und Regiments-Arzt beim 2. Hess. । Husaren-Regiment Nr. 14. — Den Kgl. Kronen- Orden vierter Klasse an: Claus, Zahlmeister beim 3. Hesffschen Jnfanterie-Regiment Nr. 83. — Den Kgl. Haus-Orden von Hohenzollern: Den Adler der R stier an: Haffe, Regierungs-und Schulrath zu Caffel.— Den Adler der Inhaber an: Dietrich, evangel. Lehrer zu Gelnhausen. — Das Allgemeine Ehrenzeichen an: Bayer, Kirchenkaffmmeister zu Frankenberg. Emmel, Bürgermeister zu Niedergründau (Kr. Gelnhausen). Großmann, Sergeant im Heff. Feld-Art.-Rgmt. Nr. 11. Grüber, Post-Packmeisters zu Cassel. Heise, Kanzleidiener Bei der Provinzial-Steuer-Direktion zu Caffel. Helwig^Bürger- meister zu Kemmerode (Kr. Hersfeld). Heukrath, Sergeant im Heff. Jäger - Bataillon Nr. 11. Keßler, Förster zu Merzhausen (Kr. Ziegenhain). Kluge, Feldwebel und Zahlmeister-Aspirant im 1. Heff. Inf. - Regiment Nr. 81. Langefeld, Botenmeister bei der Regierung zu Cassel. Link, Förster zu Herrenbreitungen (Kr. Schmalkalden). Menz- ler, Bollziehungsbeamter zu Wolfhagen. Riekel, Gerichtsdiener zu Caffel. Schäfer, Förster für Tiefengruben zu Dorfborn (Kr. Hersfeld). Schmitz, invalider Sergeant, bisher beim Bekleidungs-Amt des 11. Armeekorps. Schnalle berittener Gendarm in der 11. Gendarmerie - Brigade. Stetn, Lokomotivführer im Bezirk der Eisenbahn-Direktion Elberfeld, zu Cassel. Stephan, Feldwebel im Hessischen Füsilier-Regiment Nr. 80. Wagner, Steuer-Aufseher zu Ziegenhain. Weber, vormals Schutzmann zu Caffel. Weinreich, Post-Packmeister zu Caffel.
• Sonnabend ben 19. d. Mts. Nachmittag, war eine Anzahl Königlicher Oberförster unb einige Privatforstbeamten im Hotel Wolff hier- selbst versammelt, um über bie Grüntmng eine»
Heer unb steht überhaupt ebenbürtig unb gleich, berechtigt neben bem Bcuderlanbe Schweden ba, unb wie seinen Augapfel hütet e» feine Unabhängigkeit.
Die Norweger finb wahre Riesen an Gestalt, unb bie dortigen Damen wachsen den Männern wie an Gestalt, so auch an Sinn für Unabhängig- kett noch fast über dm Kopf; aber, was Sie wohl nicht erwarten würden, größer noch al» an Körper
I ist der Norweger an Geist und Herz. Ec verbindet einen unerschütterlichen männlichen Ernst mit einer rührenden Herzensgüte, eine unbeugsame Willms- kraft mit einer herzgewinnendm Liebenswürdigkeit und einer Höflichkeit, einem Takt, einer Feinheit der Manierm, um die ihn der Pariser Aristokrat beneiden möchte. Und das gilt sowohl von dem Hebern Landmann unb bem wettergebräunten Matrosen unb Fischer, als von bem gebildeten Städter. Der Norweger ist Gmtlernan vom Kopf bis zur Zehe, auch droben in der Sennhütte, im „Saeter", auch in den verborgensten Thälern von Finrnarken, und er ist er, weil fein Herz edel, lein Gemüth warm unb menschenfreundlich ist. Darum kann auch kein Volk mit bem norwegischen in ber praktischen Betätigung ber Nächstenliebe wetteifern: für alle Leiden und Gebrechen, mora
lische und physische, haben Staat, Gemeinde unb namentlich Private mit ber größten Freigebigkeit
gesorgt, unb wenn trotzdem noch Vieles auf diesem
Gebiete fehlt, so hat da« nur seinen Grund darin,
weil da» Bedürfniß größer ist al» die materiellen
Mittel diese» in diesem Punkte wenig reichlich ge
segneten Volke«.
(Schluß folgt.)
Debatte wurde der Kommissionsantrag mit knapper Mehrheit angenommen. Mittwoch: Arbeiterschutzanträge.
* Hamburg, 20. Jan. Geheimrath Dr. Geffcken, dessen Gesundheit durch die Leiden ber langen Haft unb eine hinzugetretene acute Krankheit vollständig erschüttert ist, wirb sich auf ärztliches Anrathen für längere Zeit in eine Heilanstalt in ber Nähe von Konstanz begeben.
* Die Werke von Gruson in Magbeburg haben endgültig die Lieferung von 93 Panzer- thürmen für bie Maasbefestigung erhalten.
Ausland.
* Da» gestern verbreitete Gerücht, ber Kaiser von Oesterreich habe einen Schlaganfall erlitten, bestätigt fich glücklicherweise nicht. Derselbe wohnte ber gestrigen Vorstellung im Burgtheater bei. — Fürst Alexanber von Bnlgarim hat in Wien, wohin er sich behufs Ablieferung ber Orden seines verstorbenen Vaters begeben hatte, viel Entgegenkommen gefunden. Der Herzog und die Herzogin von Kumberland sollen ihm die Zusage gegeben haben, auf die Aussöhnung de« Zaren mit ihm hinzuwirken.
* Au« London wie aus Washingten liegen Nachrichten aus Samoa vor, welche darin übereinstimmen, daß jetzt dortselbst Ruhe herrscht. Da» deutsche Konsulatsgebäude und zwei benachbarte deutsche Waarenlager in Apia sollen durch Feuersbrunst zerstört worden fein.
* Aus Suakim meldet da» Reutersche Bureau, daß Pilger aus Takroori, welche vor einem Monate aus Addamar abgingen, bestätigten, daß die Derwische von einer unter dem Befehle Moheidins stehenden Stteitmacht au» El Fafher vertrieben worden feien. Moheidin war von dem Scheikh Tanufli gegen die Mahdisten abgesandt worden. Die vertriebenen Derwische feien alsdann nach El Obeid geflohen. Die Pfizer berichteten ferner, daß die Derwische vor 5 Monaten bei Fashoda am Weißen Nil von regulären Truppen, wahrscheinlich Truppen Emin Pascha'» geschlagen worden seien. Der Khalif habe in Folge dessen die Feindseligketten eingestellt.
Aus Stadt, Provinz und Nachbargebiet.
Fulda, 22. Januar.