treten. Das wird neidlos in allen katholischen
Ländern, noch jüngst mit besonderem Eifer in Spa>
Feinden befreit habe.
20.
übliche Resume über die Finanzvorlage. Hiernach hätte das Rechnungsjahr 1887/88 nach Abzug der gesetzgemäß für die Tilgung der Staatsschuld zu verwendenden Beiträge einen für das neue Etatsjahr verfügbaren Ueberfchuß von 36 Millionen ergeben, der zu einer außerordentlichen Tilgung der Staatsschulden verwandt werden soll. Das laufende Etatsjahr 1888/89 ließe einen Mehrüber« schuß von etwa 62 Millionen erwarten. Der neue Etat für 1889/90 balancirt mit l1/« Milliarden. Die Ausgaben find insgefammt um 3 Millionen höher veranlagt, wovon 211/« Million auf das Kultur- und Unterrichtsministerium entfallen. Nach einer vom Finanzminister ferner gegebenen Ueberficht find bisher ca. 78 Millionen Steuererleichterungen gewährt worden, womit der vom Reiche an Preußen zu überweisende Betrag bi» auf etwa 3 Millionen erreicht ist. Der Minister folgerte hieran», daß die bei der Inangriffnahme der Reichssteuerreform gemachten Versprechungen eingelöst worden seien. — Nächste Sitzung: Dienstag: Etat.
* Eine Depesche aus Sansibar meldet: Die katholische Msstonsstation bei Pubu ist am 13. ds. Mts. von Rebellen überfallen worden und es find zwei Brüder und eine Schwester gefangen worden. Einem Bruder ist es gelungen, sich
land gerichtet. Mr find an die Spitze der großen katho- geschehen, so würde bald die Haupmoly oesemgl lischen Wahlbewegung wegen der römischen Frage g-tre. sein. Daß es gut geht, hat em m Halls getyangrer . _ — . ■ — I m • w < I .P aUi m«*m w U / 4M nÖT ■ \ l II II I
In Australien«
Lord Sultan, befriedigt von dem Ergebnisse der Expedition und den Tod feines Vater» gerächt glaubend, gab Befehl, alle verhafteten Personen, gegen welche keine Beweise Vorlagen, in Freiheit zu setzen. Der Familie Buckly, die er wegen de» durch den Mißgriff der Polizei ver- schuldeten Tode» ihrer Tochter entschädigen wollte, sandte er eine Summe Geldes und versicherte sie feines Wohlwollens.
durch die Flucht zu retten.
* Von Stanley liegt jetzt ein Brief vor, den derselbe am 17. August an den Scheikh Ben Mohamed aus Borna of Baualaya gerichtet hat, in welchem derselbe seine Ankunft dafelbst mit 200 Leuten Emin Paschas anzeigt.
• Paderborn, 11. Jan. Einen recht nütz- lichen und beachtenswerthen Artikel betreff, die Besteuerung der Pfarreien in der Diaspora bringt die neue Zeitschrift. „Der kath. Seelsorger." Pfarrer Woker von Halle (unter 70,000 Einwohner nur 3000 Katholiken.) weist darauf hin, daß die Katholiken in kathol. Gegenden große Opfer für die Zwecke der Kirchengemeinde bringen, während große Pfarreien in prot. Gegenden sich auf das Betteln verlassen und so anderen sehr zur Last fallen. Schreiber diese« pastorirt eine Pfarrei, in welcher seit Jahren 50—80°/, Umlagen gehoben werden. Nicht bloß von den Reichen sondern bis zur untersten Stufe wird die Steuer gezahlt. Würde in den Diaspora-Pfarreien ein Gleiches geschehen, so würde bald die Hauptnoth beseitigt
leisten."
Aus Stadt, Provinz und Nachbargebiel»
Fulda, 17. Januar.
* Morgen, Freitag, den 18. d. M. wird der hochwürdigste Herr Bischof, wie schon in Nr. 12 unsere« Blatter berichtet wurde, in der Domkirche früh 8 Uhr die heiligen Weihen ertheilen. Ans der Diözese Fulda werden die Herren K. Golbach und F. Rudolph die Priesterweihe, die Herren Th. Bermoser und A. Hillenbrand die Diakonatsweihe und die Herren I. Kehl und A. Kind die Tonsur und die niederen Weihen empfangen. Herr Golbach wird voraussichtlich am 27. Januar in der Bonifatiurgruft seine erste hl. Messe feiern. — Bei dieser Gelegenheit wollen wir ferner mit« theilen, daß sich feit Kurzem am hiesigen Priester- feminar neben dem akademischen BonisatiuSverein ein akademischer Cäcilienverein zur Pflege und Förderung der muaica aacra gebildet hat.
• Zum heutigen 78. Geburtstagrseste des gefeierten Centrumsführers Dr. Windthorst ist langjährigem Brauche entsprechend von Seiten der katholischen Männergesellschaft M. N. ein Glück- wunsch'Telegramm an Se. Excellenz nach Berlin abgesandt worden, (vergl. unter Berlin.)
* Der in unserem gestrigen Blatte erwähnte Bursche, wacher schwer verletzt im freien Felde aufgefunden und in» Landkrankenhaus verbracht wurde, ist der Knecht Johann Roth bei Künzell. Derselbe ist noch im Laufe des gestrigen Tage» feinen Schuß« und Fallwunden erlegen. Der Vorfall ist bis zur Stunde noch nicht aufgeklärt.
«Von den im Jahre 1888 im hiesigen Schlacht- hause geschlachteten Haurthieren waren dem ,F. K. zusolge, erkrantt: an Perlsucht 2 Ochsen, 2 Stiere, 27 Kühe und 4 Kalbinnen; an Lungentuberkulose 2 Ochsen, 3 Kühe und 2 Schweine; an Gelbsucht 1 Kalb; am Blutunterlauf 1 Kalb; an Finnen 2 Schweine; an Trichinen 1 Schwein; an Typhus 1 Schwein; an Hydatiden (Blasenwürmer) 1 Schwein; an Bauchfellentzündung 1 Schwein. Das Fleisch von 12 Stück Rindvieh wurde in hiesiger Freibank veräußert. ,
* Dem Bericht der ,Han. Zig.' über die Straf« kammerfitzung des Landgerichts Hanau vom 14. d. M. entnehmen wir Folgendes: Am 4. Dezember 1887 kam es zwischen 3 Taglöhnern von Fulda in der Kanalstrabe zu einer heftigen Schlägerei, wobei Messer, Eisenstange und dicke Spa- zierstöcke eine große Rolle spielten. Die detachirte Sttaftammer in Fulda hatte einen der Angeklagten zu i Jahr, einen zu 6 Wochen und einen Taglöhner zu 5 Monaten Gefängniß verurtheilt. I Die beiden ersteren beruhigten sich bei dem Ur«
Ausland.
• Recht traurige Zustände herrschen wieder in dem unter der Herrschaft der „freien" Engländer seufzenden Irland. Starke Truppenabtheilung gehen nach den Orten ab, an denen auf Grund der Landbill Pächteraustreibungen stattfinden sollen, und beabsichtigt die Regierung mit größerer Strenge als seither vorzugehen. Man fertigt Sturmböcke an, um Breschen in die Häuser der Pächter, welche Widerstand leisten, zu rennen. Dieselben Engländer, welche in dieser Weise vorgehen, vergießen Krokodilsihränen, wenn die Deutschen der arabischen Sklavengesellschaft den Standpunkt klar machen.
* DerPräsident der Vereinigten Staaten, Cleveland, übermittelte dem Kongreß eine Botschaft über die Samoa-Frage, in welcher er heißt: Deutschland erkläre, es wünsche weder, noch beabsichtige e», die eingeborene samoanische Regierung zu stürzen oder die vertragmäßigen Rechte der Vereinigten Staaten zu ignoiiten, vielmehr lade es die Regierung der Vereinigten Staaten fortgesetzt ein, gemeinschaftlich den Frieden und die Ruhs auf den Inseln herzustellen. Der Prä- stdent erklärte, Deutschlands Vorschläge über diesen Gegenstand schienen indeß dazu angethan, zu einem Uebergewicht der deutschen Macht in Samoa zu führen, wie solches die Vereinigten Staaten niemals beabsichtigt haben. Ein solches sei auch mit den früheren Vereinbarungen und Verständigungen nicht vereinbar. Auch machten die jüngsten Ereignisse in Samoa ben Argwohn rege, Deutschland werde sich nicht mit einer neutralen Stellung begnügen.______________________________________
Einige Abende später saß Nelly's Mutter mit der jüngeren Mary allein in der Hütte: sie rede- ten von den letzten Ereignissen und dem Unglück, das sie betroffen. m , ,,,
©eit ihrer Flucht habe ich keme Nachricht von Nelly", sagte die Mutter; „vielleicht ist sie mit | den Uebrigen umgekommen."
Die kleine Mary konnte nichts als meinen, sie hatte kein Wort der Beruhigung für die Mutter und sich selbst.
Plötzlich erschien ein Gestalt in der Thüre, ein junger Bursche trat ein.
c>ack". rief Mary, „bist Du es, wo kommst Du her, weiet Du, was aus Nelly geworden ist?"
Der Junge legte den Finger auf den Mund und nachdem man ihm versichert, daß die beiden Frauen allein seien, sagte er:
„Nelly schickt mich zu Euch!"
Sie lebt 1" riefen Beide wie aus einem Munde.
„Ja, sie ist gerettet, die Anderen find es auch.
Aber laßt es Niemand wissen, denn die Gefahr ist noch nicht vorüber."
„Sei ohne Furcht, wir werden ste nicht ver« rächen, obschon ste uns viel Leid verursacht haben .
„Die Gebirgler find nicht schuld an dem, was Euch zugestoßen ist, sondern die Polizei und die | Niederträchtigkeit William Pody'S." (Schluß f.)
Deutsches Reich.
Berlin, 16. Januar.
* Nachdem die Anklageschrift gegen Geffcken im .Reichsanzeiger' veröffentlicht worden ist, und das durch die Untersuchung, namentlich auch durch die Hausuntersuchung herbeigeschaffte Material dem Bundesrath zur Kenntnißnahme mttgetijeilt worden ist, erwartet man in politischen Kreisen, daß die ganze Angelegenheit voch noch im Reichstage zu einer Debatte führen wird. Es ist wahrscheinlich, daß das dem Bundesrath zugegangene Material nicht lange Geheimntß bleiben wird; das ist wohl auch gar nicht fein Zweck. E« umfaßt dem Ver- nehmen nach 180 Schristfeiten, einen Haupttheil davon bildet der Briefwechsel zwischen Roggenbach und Geffcken, der zwar auch nicht« Landesver- rätherische« enthält, aber doch beweist, daß beide Herren über den Reichskanzler und seine Politik recht kritisch gedacht haben. Wie es möglich ist, daß die Privatbriefe unbescholtener und unter keiner Anklage stehender Personen ohne deren Zu- fthnmung zu politischen Zwecken publizirt werden, ist eine Frage, die heute vielfach aufgeworfen wurde, auf die aber ein Renner unserer Zustände eigent» | lich keine Antwort verlangt. E» wird jetzt nach- träglich auch bekannt, daß in der Sache noch mehr Personen, unter anderem auch ein parlamentarischer Führer al« Zeugen vernommen worden find. Man scheint alle Personen vernommen zu haben, von denen man Briefe bei Geffcken vorfand.
• Anläßlich der morgigen Geburtstagsfeier Windthorst'» schreibt die .Germania':
Morgen, den 17. Januar, vollendet der verehrte «en- trumsführer Abg. Windthorst sein 77. Lebensjahr. Zur Feier des Tages findet hier in Berlin ein Festmahl statt. Das katholische Deutschland aber nimmt an dem Feste dieses achtundsiebenzigsten Geburtstages Th-il mit seinen innigsten Glückwünschen und Gebeten, daß Gott in seiner Gnade dieses theuere Leben noch recht lange in seiner frischen Arbeitskraft, Tüchtigkeit und Hingebung uns erhalte. Aber auch über Deutschlands Grenzen hinaus, so weit Katholiken wohnen, vereinigt man fich mit uns in diesen Gesinnungen. Insbesondere die Freiburger Generalversammlung und auf dieser wiederum Wort und That unseres Windthorst haben von Neuem die Augen der Welt auf das kathol. Deutsch«
nien, anerkannt, der hl..Vater hat uns ja deshalb belobt, und überall stellt man als das zu erreichende Ideal hin: die Haltung der deutschen Katholiken und solche Führer wie Windthorst I
• Das Abgeordnetenhaus wählte heute fein bisheriges Präsidium von Köller (konf.) als Präsidenten und von Heeremann (Zentr.) und v. Benda (nl.) als Vizepräsidenten wieder. Nachdem sich das Haus konstituirt hatte, legte Finanzminister v. Scholz den neuen Etat und die damit zusammenhängenden Gesetzentwürfe vor und gab das sammen hatten, wurde Befehl gegeben, bi« zum anderen Tage in den Hütten am See zu über- nachten. Der Kommandant wollte dann die Grotte durchsuchen lassen um sich zu überzeugen, daß die Briganten wirklich vernichtet seien.
Al« nun am folgenden Morgen die Soldaten in die Höhle eindrangen, gewannen sie rasch die Heberjeugung, daß hier kein menschliche« Leben mehr exPiren könne; zum Nebenflüsse fanden sie auch einige zur Unkenntlichkeit verkohlte Knochenreste, die sie für die letzten Ueberreste der Geflüchteten ansahen. Der Kommandant der Abtheilung war befriedigt; er hob die Belagerung auf und marschirte stolz nach Greenish zurück, wo er dem Lord meldete, daß er ihn auf immer von feinen
,t I Versuch bewiesen. Obwohl nur 8% in der 3000 >. Seelen zählenden Pfarrei erhoben wurden und obschon man die 2 untersten Stufen verschont hatte, wurden 1300 M. erlöst. In Berlin würden bei dem nämlichen Satze 40,000 M. herauskommen.
Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott". Haben die Gemeinden in der Diaspora da» ihrige geihan und e» bleibt noch Roth, so werden die Brüder gerne helfen. Jeder Hilferuf soll unbeachtet bleiben, worin e» nicht klipp und klar heißt: „Sovrel Prozent gibt die Gemeinde, mehr können wir nicht
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