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Dachwerk auf den aneinander gebauten Scheuern, Ställen und der Mühle in Flammen standen. Reichliche Nahrung hatte das entfesselte Element an d.m vielen Heu und Stroh und, wie man sagt, 87 Schock unausgedroschener Frucht. Die dann bald zur Brandstelle gekommenen bei­den Spritzen und Mannschaften haben das etwas entfernt stehend: Wohnhaus gerettet. Sämmtliche Kühe und Pferde sind gerettet. Von Schweinen sind ein Paar am Leben erhalten, acht, die noch aus dem Brand gezogen wurden, haben noch Verwendung finden können, an 20 find ver­brannt. Als der Brand ausbrach, waren H. Harnickel und Frau in Flieden, und bloß zwei Personen im Hause, weil die Ersteren die Feierlichkeit in Flieden sich ansehen wollten. Wie das Feuer entstanden, ist nicht bekannt. Der arme Knecht, der zu Hause war, hat gethan was er konnte: Pferde und Kühe losgebunden und die jungen Kälber im Hauskeller in Sicherheit gebracht. Der Schaden ist sehr groß, wenn auch der Besitzer versichert ist, wie gesagt wird.

• Dai große Loos der preußischen Klaffen­lotterie wurde — ein seltener Fall — gestern am ersten Tage, da die Ziehung der 4. Klaffe begann, gezogen. Wer der glückliche Besitzer der Nr. 25,250 ist, darüber ist noch nichts bekannt geworden. Hoffentlich kommm die 600,000 M. in die rich­tigen Hände.

* Auf Wunsch des Kaisers wird die musikalische Ovation, welche ihm unlängst bei der Malins- für die Abgebrannten Hünfeld's von den 300 Trompetenbläsern Berlins dargebracht wurde, an seinem Geburtstage, dem 27. Januar, wiederholt werden.

* Ueber die Seitens der Regierung benbsichtigte Neuregelung der Dienstalterszulagen der Volksschullehrer verlautet, daß in erster Linie im Jntereffe der älteren Lehrer die Mittel zur Schaffung einer dritten Klasse von Alterszu- lagen zur Verfügung gestellt werden fallen. Wäh­rend bisher nach Zurücklegung des 22. Dtenst- jahres die höchste Alterszulage gewährt wurde, soll den Lehrern und Lehrerinnen fortan nach Zurücklegung des 35. Dienstjahre« eine nach höhere Dienstalterszulage gewährt werden.

* Nachdem die Königlichen Eisenbahn-Direktionen stch nahezu übereinstimmend für die Zweckmäßig­keit der Gasbeleuchtung bei den Perfonenzügen auch der Nebenbahnen ausgesprochen haben, hat der Minister der öffentlichen Arbeiten bestimmt, daß bei Neubeschaffungen von Personenwagen und vereinigten Post- und Gepäckwagen für Neben- bahnen auf die Ausrüstung derselben mit der Gasbeleuchtungseinrichtung Bedacht zu nehmen ist und die für diese Bahnen bereits vor­handenen Personenwagen und vereinigten Post- und Gepäckwagen, soweit dies noch nicht geschehen ist, nach und nach gleichfalls damit ausgerüstet werden. Ausgenommen werden sollen hiervon nur diejenigen Wagen, welche entweder ihres baulichen Zustandes wegen einer baldiger Ausrangtrung entgegensehen oder bei denen eine Beleuchtung nach Lage der Fahrpläne überhaupt nicht erforderlich und deren Uebergang auf andere Bahnlinien ihrer eigenartigen Bauart wegen von vornherein aus­geschlossen ist.

* Vergangene Woche schlachtete der Wasen­meister Schlehhuber zu Weyhers ein Schwein, welche« stark trichinös war.

* Hersfeld, 12. Januar. Nach amtlicher Feststellung find im Jahre 1888 im Kreise Hers- feld 7 Selbstmorde und 19 Verunglückungen männlicher, sowie 2 Sebstmorde und 7 Verun­glückungen weiblicher Personen vorgekommen. H. Z.

* Der Strafgefangene Johann Melchior aus Lauterbach legte in dem Magazin der Dülen« fabrik im Landgerichtsgefängniß in Limburg Feuer an, da« bald unterdrückt wurde. Er sagt, er wolle lieber ins Zuchthaus, al» in die Arbeits­anstalt Brauweiler, von wo er entflohen war unb er wieder gebracht werden sollte. Sein Wunsch wird vorausfichtlich in Erfüllung gehen.

* Au» Fritzlar, 12. Jan., schreibt man der ,C. A. Z/: In dem benachbarten Dorfe Lohne treten seit mehreren Wochen die Rödeln so bös­artig auf, daß bereits 27 Kinder der tückischen Krankheit zum Opfer fielen; auch Erwachsene bleiben nicht davon verschont. Roch schlimmer sieht es in Obervorschütz aus, wo der schreckliche Würg­engel Diphthertis unter den Kindern in geradezu epidemischer Weise auftritt und dem Vernehmen nach bereits nahe an 500 Kinder hinwegraffle.

* Treysa, 14. Jan. Zu dem Nachtzuge lösten sich zwei Herren Billete nach Frankfurt und gaben einen 100 Mark-Schein hin; da man ihnen jedoch denselben nicht wechseln konnte, so war Herr S. aus Treysa, der auch nach F. fuhr, so freund-

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* London, 14. Jan. In der Nähe Dublins wurde der Pächter des Lords Lurgan ausgetrieben. Derselbe setzte dem Gerichtsvollzieher und den Soldaten lebhaften Widerstand entgegen. Es fetzte drei Verwundete ab. Von den Gerichten Killarneys wurden weitere 120 derartiger barbarischer Aus­treibungen — die Schande Englands — beschlossen.

• Der Monat November d. I. ist für die Ka­tholiken Amerika» von hoher Bedeutung durch zwei epochemachende Daten. Erstlich wird im Laufe desselben die katholische Universität feierlich eröffnet werden. Die Lehrstühle sind zum Theil besetzt. Zur Leitung der orientalischen Studien ist der bekannte Egyptologe Prof. Hyoernat be­rufen. Ferner wird am 6. Nov. zu Baltimore die Centenarfeier der Organisation der katholischen Kirche in den Vereinigten Staaten stattfinden, da an diesem Tage 1789 durch Gründung des Bis- thums Baltimore die amerikanische Hierarchie in» Leben trat. Der erste Bischof wat der Jesuit Johann Carroll.

• Nach der Meldung eine« amerikanischen Blatte« bestehen in Chicago anarchistische Sonntags­schulen, in denen nahe an 1200 Kinder, im Alter von vier bi« sechszehn Jahren an Sonntagen sich versammeln, um Haß gegen Religion unb Gesetz sich einimpfen zu lassen.

• Abmiral Kimberley, Befehlshaber bes Ge- schwabers bet Vereinigten Staaten in ber Sübsee, erhielt Befehl, mit ber Korvette „Trenton", die sich gegenwärtig zumDchutz der amerikanischen Interessen in Panama befindet, nach Samoa zu gehen. Mehrere andere Schiffe werden nach Panama gesendet, weil man dort Unruhen befürchtet.

AuH Stadt, Vrovtaz und Nachbargebiet.

Fulda, 16. Januar.

* In öffentlicher Sitzung de» Landgerichts Hanau wurden gestern für die am 4. Februar beginnende Sitzungsperiode des Schwurgerichts folgende Geschworene ausaeloost:

1. Fabrikant Ernst Schönfeld. 2. Beigeordneter Faust, Rothenbergen. 3. Bauer Romeis, Wüstensachsen. 4. Oekonom Baumgarten, Ritzelhof. 5. Kaufmann Leonhard Huber, Hanau. 6. Bauer Roß, Mauswinkel. 7. Bauer Koch, Herberts. 8. Rentner Zinkhan, Schlüchtern. 9. Kaufmann Fehl, Schlüchtern. 10. Mehlhändler Boländer, Schlüchtern. 11. Rentner gerb. Koch, Hanau. 12. Acker­mann Beter II., Niederdorfelden. 13. Bauer Hergenröder, Marborn. 14. Müller Betz, Salmünster. 15. Kaufmann Ernst Döring, Hanau. 16. Kaufmann Bindernagel, Geln­hausen. 17. Landwirth Viehmann, Niederissigheim. 18. Oekonom Schultheis, Opperz. 19. Kaufm. Großenbach, Fulda. 20. Fabrikant Otto Hoffe, Hanau. 21. Oekonom Emmel, Lieblos. 22. Kaufm. Karl Spatz, Hanau. 23. Fabrikant Jakobsohn, aus Fulda. 24. Hotel-Besitzer Müller, aus Fulda. 25. Fabrikant Emil Sachsenweger, Hanau. 26. Juwelenhdlr. Engelhard, Hana". 27. Kauf­mann Lichtenstädter, Orb. 28. Fabrikant Metzler, Orb. 29. Kaufmann Th. F. Pelisst-r, Hanau. 30. Instrumenten­macher Trabert, Fulda. Die Dauer der Sitzungsperiode wird laut der,H. Z/ nur eine kurze sein. Zum Vor­sitzenden ist der Oberlandesgerichtsrath Vierhaus ernannt.

* Wie man hört, hat am verflossenen Sonntag in Engelhelms eine Schlägerei stattgefunden, bei welcher ein junger militärfreier Bursche von 23 Jahren, (angeblich aus Künzell), sehr Übel zugerichtet wurde. Das Gesicht ist vollständig zer- fleischt und sein Wiederaufkommen fraglich. Der­selbe wurde gestern in da» hiesige Landkrankenhaus gebracht, wo er vorgab, er habe sich die grüß- liche Verstümmelung durch einen Sturz zugezogen. Dieser Aussage schenkt man indeß wenig Glauben und nimmt vielmehr an, daß er durch Erschießen seinem Leben ein Ende machen wollte. Pulver und Streichhölzer wurden bei ihm vorgefunden und auch sein verstocktes unb hartnäckiges Wesen spricht für diese Vermuthmig. Nachdem er die Nacht übet im Freien gelegen, traf man ihn de» Morgens in hilflosem Zustande.

* Ueber den schon gemeldeten Brand der Lap- pensteiner Mühle wird uns noch von anderer Seite aus Rückers bei Flieden vorn 14. b». ge­schrieben:

In ber Lappensteinet Mühle, bem Grunbbesitzer Har­nickel gehörig, die nahe an bem Schienenwege von Flieben nach Elm liegt, brach Sonntag ben 13. Januar, Abenbs 9«(jen 5 Uhr, in bem Witthschasts - Gebäube Feuer au». Leute von hier, die bei ihren Wohnungen stehend nach Sueben schauten, glaubten anfangs, ba sie ben Feuer­schein sahen, «S wäre ber Schein von bem Fackelzuge, »et zur Ehre bes am Morgen in Flieben vorgestell­ten Herrn Pfarrer» Müller am Äbenb veranstaltet werben r’jtf’ .®“fe Täuschung, welche bei dem nebligen Wetter t«cht möglich war, schwanb aber bald, al« die Sturm- Slocken geläutet wurden. Roch war die Rückerser und »liebeltet Spritze nicht zur Stelle, al« auch ba« ganz«.

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—9,2° C. Da« Tagesmittel ber Temp. gestern — —7° C. Luftdruck etwas gefallen.

Die Lustdruckoertheilung über Europa hat sich feit gestern wenig verändert. Ein Minimum liegt nordwestlich von Schottland, auf den Hebriden Südweststurm verur­sachend. Ueber Centraleuropa ist das Wetter ruhig, theils Hefter, rtheils neblig, kalt, ohne nennenLwerthe Niederschläge. In Deutschland ist es am Kältesten.

Letzte Beobachtung IO1/, Uhr Morgens. Luftdruck — 742,0 nun. — Lufttemperatur — —4,10 0, — Luftfeuchtigkeit = 89«/» — Wolkenzug — 0. — Windrichtung — Windstille. — Himmelsansicht — trüb.

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lich, gegen Empfang de« Scheines den Betrag ber Billete bis Gießen auszulegen. Wie erstaunte aber ber freundliche Herr, al» feine Reife- kameraben noch vor Station Gießen verhaftet wur­den. Sie hatten nämlich ba» Gelb in Ziegenhain gestohlen. Die Langfinger waren früher Jnhaf- tirte ber Strafanstalt dortselbst gewesen.

* Hanau, 14. Jan. Wie ber ,H. Z.' von zustänbiger Seite mitgetheilt wirb, waren von Seiten ber Stabtverwaltung bie erforderlichen Schritte rechtzeitig gethan, um die Konstituirung des gewerblichen Schiedsgericht« zum 1. Januar d. I». zu ermöglichen. Das aufgestellte Statut über das Schiedsgericht bedarf jedoch der Genehmigung des Bezirks-Ausschusses in Cassel, und diese Genehmigung ist bis j tzt noch nicht er- theilt, da der Bezirksausschuß Bedenken gegen einige Bestimmungen des Statuts geltend gemacht hat. Es ist jedoch zu erhoffen, daß da« gewerb­liche Schiedsgericht am 1. April d. I. in» Leben treten wird.

* Bockenhsim, 14. Jan. Dieser Tage ist dahier an interessirter Stelle die Abschrift de» Urtheil» eingetroffen, welche» bezüglich der im September v. I. im Dorf Mähren bei Limburg zwischen Civilpersonen und Unteroffizieren de» Husaren-Regiment» Nr. 13 stattgehablen Schlägerei vom Limburger Gericht gefällt worden ist. Darau» ist zu ersehen, daß einer der angreifenden Civilisten, welcher auch ein Messer gebrauchte, mit 21/» Jahren Gefängniß bestraft worden ist, ein zweiter mit l*/2 Jahren, ein dritter und vierter mit je 1 Jahr. Derjenige, welcher einen Unteroffizier mit einem Revolver angeschoffen hat, konnte bi» jetzt nicht ermittelt werden.

* Eisenach, 14. Januar. Da« Großherzogl. Staatsministerium macht bekannt:

Der nächste Unterrichtskursus für Schmiede im Huf- • beschlag unb in ben äußeren Fußkrankheiten ber Pferbe beginnt Montag ben 18. Februar bs. Js. zu Jena unb wirb gleichzeftig eine Unterweisung in zweckmäßiger An­fertigung von Pflügen, Eggen unb anderen lanbwirth- schaftlichen Geräthen umfassen. Nach Beenbigung bis auf 4 Wochen berechneten Unterricht« finbet bie in Gemäßheit bes Gesetzes vom 18. Februar 1885 unb ber Ausführ- ungsverorbnung bazu vom 19. Februar 1885 vorgeschrie­bene Prüfung statt, von bereit Bestehen bie Befugniß zum selbstständigen Betrieb bes Hufbeschlaggewerbes im Großherzogthum abhängig ist. Diejenigen, welche an bem Unterricht unb bet darauf folgenden Prüfung ober auch nur an ber letzteren Theil nehmen wolle«, haben sich bi« zum 11. Februar b. Js. bei bem Borsitzenben bet Prüf­ungskommission, Großherzogl. Mebizinalaffeffor Dr. Schuster zu Jena, schriftlich zu melben unb ber Meldung außer ben Angaben über ihren Gebur ts- unb Wohnort glaub- ?iafte Nachweise über ihre erlangte technische Ausbilbung owie bie Prüfungsgebühr (10 Mk.) beizufügen, worauf ihnen burch ben Borsitzenben ber Prüfungskommission bas Einberfungsschreiben zum UnterrichtSkursuS bezw. zur Prüfung zugehen wirb. Die am Unterricht unb an bet Prüfung Theilnehmenben haben sich am Tage vor bem Beginn bes Unterrichts, also am 17. Februar, bie ledig« lich an ber Prüfung Theilnehmenben am Tage vor bet Prüfung bei bem oben genannten Vorsitzenden in bet so­genannten Thierarzneischule zu Jena persönlich zu melben unb habet sich durch Vorzeigung des Einberufungsschreiben«, sowie durch eine Bescheinigung des Gemeindevorfiandes, ihres derzeitigen AufenthaüSorteS über ihre Person aus­zuweisen.

* Darmstadt, 14. Jan. Fürst Alexander wird demnächst auf einige Zeit Darmstadt verlassen und soll auch die Rede davon gewesen fein, daß derselbe ev-nt. feinen Wohnsitz gänzlich von hier verlegen würde, doch ist hierüber noch Nicht» fest bestimmt. Die Gerüchte über die angeblich wieder bevorstehende Verlobung de» Fürsten Alexander mit der Prinzessin Viktoria, welche von einigen Blättern aufgewärmt wurden, entbehren jeglicher Begründung.

Meteorologische Beobachtungen btt Station Fulda.