Einzelbild herunterladen
 
  

♦ Bekanntlich hat die „ Görresgesellschaft zur Förderung der Wissenschaft im katholischen Deutschland" auf ihrer letzten Generalversammlung in Eichstädt im verflossenen Herbste zur Grün­dung eines eigenen Institutes für Geschichte in Rom jährlich 6000 Mark bewilligt. Rascher als man dachte, ist dieser Beschluß in die That um­gesetzt worden. Schon weilt ein junger, aber in gelehrten Kreisen bereits bekannter rheinischer Ge­lehrter, Dr. Kirsch, bisher Domvikar in Luxem­burg, in Rom, wo derselbe schon früher 2 Jahre historische Studien machte, und in einigen Tagen wird ihm zu unserer besonderen Freude ein Bayer dahin folgen, Herr Dr. Glasschröder, Praktikant im königl. Reichsarchiv in München. Wir be- grüßen den Beginn der Thätigkeit dieser historischen Kommission in Rom mit großer Genugthuung und erhoffen von ihren Arbeiten neue und wichtige Er­gebnisse zur Geschichte des Mittelalter» und der neueren Zeit, durch welche die Erkenntniß der katholischen Wahrheit auch auf dem Gebiete der Geschichte immer mehr erweitert und gefördert wird.

* AuS Baden wird der,Germ.' geschrieben: Wie nothwendig der Kampf des badischen Cen-

* Der Verhandlungstermin in der Geffcken- Angelegenheit soll noch in diesem Monat stattstnden.

* Londoner Blätter veröffentlichen einen Brief- wechsel zwischen dem englischen Botschafter in Petersburg Morier und dem Staatssekretär Grafen Herbert Bismarck bezüglich der von der .Kölnischen Zeitung' gegen Morier erhobenen An­schuldigung, daß durch ihn die Bewegung der deuffchen Truppen im Jahre 1870 verrathen worden sei. Morier erklärt die Anschuldigung al» eine häßliche Verläumdung, beruft sich auf ein auf sein Erfordern vom Marschall Bazaine ausgegangenes Dementi und verlangt vom Grafen Bismark, dieser sollte sofort eine Widerlegung der Angaben der.Köln. Ztg.' in der .Nordd.

I Allg. Ztg.' erlassen. Graf Bismarck hat erwidert, daß er der Forderung Moriers nicht entsprechen und aus der ihm durch seine amtliche Stellung der deutschen Presse gegenüber gezogenen Grenzen nicht heraustreten Kime. Morier hat darauf wieder entgegnet, infolge der Ablehnung des Grafen Bismarck bleibe ihm kein anderer Weg offm, als den gepflogenen Briefwechsel der O.ffent- Itchkeit zu übergeben. (Wir werden in der nächsten Nummer unseres Blatter ausführlicher auf den Fall „Morier" zurückkommen. D. R.)

* 3» der heutigen Sitzung de« Ausschusses de« Emin Pascha Comiss wurde die Komman- dirung Wißmann« zum auswärtigen Amte mitge- theilt. Das Comits nahm mit Bedauern davon I Kenntniß, da e« hierdurch demselben unmöglich gemacht ist, den ersten Thetl der Emin-Expedition auszuführen. Trotzdem beschloß der Ausschuß eine ungestörte und soforttge Ausführung der Expedition zu sichern. Der Ausschuß vergrößerte sich durch die Wahl folgender Personen: Abge­ordneter Graf Arnim (Muskau), Graf Mirbach (Sorqaitten), Robbe, Wörmann und Geh. Regie­rungsrath Simon.

neues Exerzierreglement ihre Leistungsfähigkeit zu erhöhen sucht. Sind auf der einen Seite unge­heuere Opfer für dar Volk die naturnothwendige Folge, so ist e» auf der anderen Sette doch auch sehr beruhigend. Je besser für etwaige Kriege- gefahren Vorsorge getroffen ist, desto ruhiger und sicherer kann Regierung und Volk der Pflege der Werke des Frieden« sich widmen.

Der katholische Theil der Armee hat in der Person de« früheren Propste« Aßmann von St. Hedwig einen neuen Armeebischof erhalten.

trums gegen die liberalen Amtsblätter ist, da» sieht man nachgerade überall ein — nur in „nationalliberalen" Kreisen verhält man sich im eigenen Interesse kühl und ablehnend gegen die Sache; denn die Amtsblätter sind auf dem flachen Lande und in de« kleinen Städten die berufenen Träger de« liberalen Gedankens. Man sollte es

Aenderungen im Geschäftsumgange des Reichs­kanzlers die Rede war. Ohnehin liegt die aus­wärtige Politik zum größten Theile in den Händen des Grafen Herbert Bismarck, sofern es sich um anstrengende Arbetten handelt. Auch mit der Ver­tretung der au«wärtigen Politik, soweit davon überhaupt die Rede sein kann, hat er während de« Jahre« 1888 angefangen.

Für die parlamentarische Vertretung de« demschen Volkes war da» abgelaufene Jahr kein glückliche». Wie ihr thatsächlicher Einfluß, so haben auch ihre verfassungsmäßigen Rechte eine Schmälerung erfahren. Die Verlängerung der Legislaturperioden auf 5 Jahre, welche die Kar- tellmehrheit durchgesetzt hat, ist für die Interessen des Volkes sehr bedenklich, namentlich da noch Dtätenlostgkeit Hand in Hand damtt geht. Beides mit einander erschwert es dem Volke immer mehr, die rechten Männer zur Vertretung seiner Inte­ressen in den Reichstag zu schicken. Rur ein sehr j kleiner Theil der wahlfähigen deutschen Männer, zu denen das Volk unbedingtes Vertrauen haben kann, ist in der Lage, so schwere persönliche Opfer an Geld und Zeit bringen zu können. Wenn da­zu noch die Thatsache kommt, daß diejenigen Par­teien die Mehrheit haben, welche es als ihr erste und wichtigste Aufgabe betrachten, von vornherein die BiSmarck'fche Politik zu unterstützen, so ist es nicht zu verwundern, wenn der Bundesrath sich sehr spröde zeigt, solche Beschlüsse des Reichstages zu beachten, welche nicht auf feine eigene Anreg- ung hm gefaßt worden find. Allerdings haben gerade während de» Jahres 1888 sehr starke An- reichen dafür stch gezeigt, daß das deutsche Wäh- lerpublikum massenhaft zum richtigen Urtheil über den Werth ober Unwerth der Kartell-Mehrheit gekommen ist. Die Ersatzwahlen de« Jahre» 1888 liefern zahlenmäßige Belege dafür. Zu vielen Tausenden haben die Wähler dm Siegern' vom 21. Februar 1887 den Rücken gekehrt, um die Reihen der Gegner zu verstärken. Gleich waren die Kartellparteien bei der Hand, um wie auf Kommando zu verlangen, daß da« Wahlgesetz mit Rückficht auf ihre augenblickliche Rothlage abge- j ändert werden solle. Da fie in mehreren Stich- wählen sehr schlechte Geschäfte machten, gehörten diese auf einmal zu den verwerflichsten Einricht­ungen, die man so rasch al« möglich au» der Welt schaffen müsse. E» ist aber für da» Volk und seine Interessen immer sehr bedenklich, wenn solche Parteien die Hauptentscheidung haben, welche die Gesetzgebungsmaschine nach ihren Parteiinte- reffen dirigiren wollen.

Für die Armee war das Jahr 1888 sehr be­deutungsvoll. Es hat ihr einen neuen Kriegsherrn gebracht, dem man hervorragmdes Feldherrntalmt nachrühmt. Sofort find — wenn auch ganz im Stillen — einschneidende Aenverungen eingetreten. Wichtige Aenderungen in den Kommandostellen wurden vorgenommen und al« bevorstehend anae- kündigt. Selbst Feldmarschall Moltke trat von der Leitung des großen Generalstabes zurück, und mit staunenswerther Ungmirtheit wurde in gewissen Blättem das angebliche Bedürfniß besprochen, die Armee zu „verjüngen". In der von jener Presse gewünschten Ausdehnung wäre da, eine starke Rücksichtslofigkeit gegen ältere hochverdiente Generale wie auch gegen da» steuerzahlende Volk, da« ohnehin schon sehr viel zur Penfionirung so vieler Offiziere zahlen muß. Ein neue» Wehr- gesetz hat die Leistungsfähigkeit des Volke« für die Armee auf« Aeußerste angespannt und die Zahl ihrer Glieder aufs Höchste gesteigert, während ein

Wien, 3. Jan. Mit freudiger Genuathu- ung haben die Katholiken Oesterreichs die Nach- richt aus Rom von der Audienz erhalten, welche der k. k. öst. Botschafter Graf Revertera beim hl. Vater hatte, um Sr. Heiligkeit die Glückwünsche seiner Monarchen zum Iah res wechsel zu über- b^n. Der heil. Vater sprach seinen Dank au», belobte die katholische Gefinnung Sr. Majestät de» Kaiser» Franz Josef und bezeichnete ihn al- einen Freund und Schützer der Kirche und de» aposto­lischen Stuhle»; er übersandte auch den päpstliche« Segen für den Kaiser und dessen ganze» Hau». — Eme neue Verlobung steht in unsere« Kaiserhause bevor, da fich Erzherzogin Margaretha, die Tochter de« Erzherzog« Josef, mit dem Prin- M Albert von Thurn und Taxis, dem Chef de« fürstlichen Hauses und Reffen Ihrer Majestät der Kaisen«, verloben wird. Der junge Fürst hat eine gutkatholische Erziehung genossen, besuchte in Würzburg die Universität und erhielt vom Prof. Dr. Hetlinger Privatvorlesungen. Er steht im 22. Lebensjahre.

* Der am 30. und 31. Dez. in Hainfeld stattgehabte sozialdemokratische Parteikon­greß führte zu einer vollständigen Einigung oer beiden Strömungen in der sozialistischen Partei Oester- reich« unter der Führung Israel«. Am Kongresse nahmen über 90 Delegirte au» verschiedenen Städten Oesterreich« (darunter auch ein Arbetter Weiguny au» Linz) und mehrere Gäste aus dem deutschen Reiche Theil. Die gefaßten Beschlüsse entsprechen dem Progamme Lasallek. Bemerkens- werth find die Punkte betreff» der konfesstonslosen schule und Trennung der Kirche vom Staate dann wegen allgemeinen direkten Wahlen. Di- Polizei legte den Verhandlungen keinerlei Hinder- Nisse in den Weg, fie ging wohl von der Erwägung aus, daß da« offene Aussprechen der Parteigrund­sätze da» kleinere Hebet gegenüber anarchistischen Konventikeln sei. Die Verhandlungen leitete der reiche jüdische Arzt Dr. Adler, jetzt Redakteur der .Gleichheit. Israel an der Spitze der Sozial- demokratie, da» läßt tief blicken!

* Boulang er hat eine Proklamation erlassen, Ein er sagt, daß seine republikanischen Gegner mcht vor ihm Angst hätten, sondern vor dem allgemeinen Stimmrecht, dessen wiederholte Urtheile den Ekel bezeugten, welche dem Lande die Ent­artung einflöße, die seiner Gegner Unfähigkeit ihre niedrigen Ränke, ihre langweiligen Rede« über die Republck gebracht hätten. Boulanger weist ferner die ihm zugeschriebenen Diktaturpläne zurück. Wäre ihm der Gedanke der Diktatur gekommen, so wäre es doch wohl zur Zeit seiner Mm'sterschast gewesen, al« er da» ganze Heer in der Hand gehabt hätte. Sein Programm ent­halte mcht» Diktatoriale», sondern eine Verfassung«, remnon durch eine konstituirende Versammlung. Er habe stch immer entschieden al« Republikaner bezeichnet, aber er wolle eine Republik, die nicht au« Ehrgeiz und Habgier zusammengesetzt sei. — Da» Manifest war in 100000 Exemplaren im Departement Seine angeschlagen. Die Republikaner nahmen in Bezug auf den Gegenkandidaten Bau- langer« noch immer eine unentschiedene Haltung ein

• Der Präsident der Republik Mexiko Diaa ordnete die Auskundschaftung des Urheber» der falschen Nachricht von einem Aufstand der Priester an, um den gemeingefährlichen Witzbold zur Strafe zu ziehen.

Deutsche- Reich.

Berlin, 4. Januar.

• Die seitherigen Erörterungen über eine Er­höhung der Civilliste gewinnen jetzt feste Gestalt. Die Regierung wird eine Vorlage dem Landtage zustellen, in welcher eine Erhöhung der Kron­dotation um 3 bi» 4 Millionen beantragt werden soll.

kaum für möglich halten: in dem Albboten de« Bezirke» Waldshut kann man Dinge lesen, die leben rechtlich denkenden Mann füglich entrüsten müssen. Diese» Amtsblatt gehött wohl zu den verbissensten Organen, welche es auf die Verhöhnung ber Kirche abgesehen haben. Das ,Säkinger Volks- blatt hat beßhalb biefem H tzblatt einen Spiegel vorgehalten, in welchem es stch selbst beschaue« kann. Schrieb ba» liberale Amtabtatt des Bezirkes Walbshut noch vor einigen Jahren von katho­lischen Pfarrern, bie stch „mit Lourdeswaffer" be- trinken. unb sprach es bamals von einem katho- Aschen Priester, bem „der Bischof einige Tropfe« Salböl auf be« geweihten Schädel goß", so spinnt es heute noch betreiben Faden fort — nur mit etwas mehr Vorsicht. Und wie diese» Amtsblatt thut, so treiben es auch die andern; e» muß da unten allen Umständen Wandel geschafft werden, und in dieser Weise darf es nicht mehr fortgehen.

Ausland.

oiten; es muß also Alles aufgeboten werden, um fie zu finden und mir zurückzugeben."

„Zugestanden!" rief der Richter, glücklich, auf so billige Weise in den Befitz des wichtigen Ge­heimnisses zu kommen. •

»34 muß einen geschriebenen und von der Hand de« Lords unterzeichneten Vertrag haben. Ich will selbst mit ihm sprechen und ihm allein werde ich mein Geheimniß enthüllen."

frß$te verlegen hinter den Ohren. Ec hätte gern persönlich das Geheimniß Wlllmm s erfahren, um fich damit in de« Augen des Landlords ein Verdienst zu erwerben. Dazu ließ sich William aber nicht herhei.

»Ich stelle mich zur Verfügung Sr. Herrlich- kett, sagte er. „Ich wünsche den Lord selbst zu sprechen." (Fotts. folgt.) |