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Freitag, den 4. Januar.

1889

Mrer

eueres Glaubens, Eifers und euerer Sorge dafür.

* Die Kaiserin Friedrich bleibt mit den I i r . , _

Prinzessinnen Töchtern bis Ostern in England, wo daß dieser heilige Stuhl nicht mehr' den ÄnaUffen sie den literarischen Nachlaß Kaiser Friedrichs ordnet. "" " - - -

* Nach einer Meldung des Militär-Wochenblattes ist dem Premierlieutenant Wißmann, aggregirt dem zweiten Garde-Regiment zu Fuß, der Charakter als Hauptmann verliehen und derselbe unter Stellung L la suite des Regiments vom 1. Jan. zur Dienstleistung bei dem Auswärtigen Amt kam« mandirt worden.

feindseliger Menschen ausgesetzt sei, daß Unsere Gefangenschaft nicht länger dauere und nicht die Rechte de» Römischen Pontifikate» ver­letzt werden, welche zugleich die heiligsten Rechte de» christlichen Volke» sind. Besonders aber fan­den Wir würtig allen Nachdruckes und euerer Beharrlichkeit, daß ihr gelobtet, auf jede Weife und mit allen Mitteln dahin zu streben, daß nach genauem Einblick in Unsere Lage die passenden Maßnahmen getroffen werden, durch welche Wir zu der früheren und gleich absoluten Freiheit ge- langten. Diesem E.fer und euerm Vorsatz würden sicher Alle beistimmen, welchen die Gerechtigkeit am Herzen liegt und nicht Haß oder Leidenschaft da» Herz verfinstert, daß fie nicht der Wahrheit helles Licht erblicken können; denn Niemand kann sich in einer solchen Unkenntniß der Verhältnisse befinden, nicht zu wissen, daß Wir, durch solche Gesetze verhindert, nicht das vollführen können, wie ihr ganz richtig geschrieben habet, was Wir nach Zeit und Umständen zum Heile der katholischen Sache für zuträglich erachten; ja daß Wir den Gläubigen weder lehren noch befehlen können, wa» den Vorschriften eines christlichen Lebenswandels

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Deutsches Reich.

Berlin, 3. Januar.

• Der Großherzog von Hessen hat gestern Berlin verlassen. Morgen Abend trifft der.Groß­herzog von Sachsen-Weimar zum Besuche am hiefiger. Hofe hier ein.

* Der preußische Landtag ist auf Montag den 14. Januar einberufen worden. Die königliche EinberufungSverordnung datirt vom 28. Dez.

* Der Reichskanzler Fürst Bismarck wird im Laufe der nächsten Woche in Berlin erwartet.

* Es bestätigt sich, daß der frühere Minister v. P u t t k a m e r den schwarzen Adlerorden empfing und dem im Januar stattfindenden Orsenrkapital beiwohnen werde.

* Angekündigt wird für die bevorstehende Landtagssesfion u. A. etwa» „Verwaltungsreform" für die Provinz Posen. Ueber den Inhalt dieser Gesetzgebung ist noch nichts Bestimmtes gemeldet; wir fürchten aber, daß bei der jetzigen antipolnischen Strömung Selbstverwaltung und Freiheit dabei schlecht fahren. Wie groß der Kawpfeifer gegen das Polenthum ist, steht man auch daraus, daß die osfiziüse Presse wieder­holt hervo.hebt, wie erwünscht der preußischen Regierung eine Verständigung des hl. Stuhle» mit Rußland sei. Neuerding« hat die ,Nordd. Allgem. Ztg.' sogar die Mittheilung bestätigt, daß der regere Fortgang der Verhandlungen zwischen Rom und St. Petersburg von der Romreiss unseres Kaiser» her datire. Selbstver­ständlich hat Kaiser Wilhelm fich nicht persönlich in diese Angelegenheit eingemischt. Aber es scheint, daß die deutsche Diplomatie zu Gunsten Ruß­lands in Rom thätig ist. Der Zweck liegt auf der Hand: Rußland will von dem hl. Stuhle Zugeständnisse zu Ungunst en der polnischen Sprache und Nationalität haben; wenn Rußland sie erhält, so wird Preußen ähnliche Zuge­ständnisse fordern. Auf diese Weise würde die Kirche in den Nationalitätenhader htneingezogen und die Geistlichen zur Dienstleistung bei den Ruififizirungs- und GermanifirungSversuchen ge­zwungen. Glaubt man denn, daß Rom die I Gefahr nicht erkennt, welche dadurch für den Glauben und die Reltgiöfität der erbitterten Polen entstehen müsse?

Mi ii M«.

Roman von Gabriele d'Rrvor.

(56. Fortsetzung.)

„Ah, ich verstehe, ich weiß, wa« Sie herführt. Sie sind der Verlobte von Nelly Buckly und kommen ohne Zweifel, Gnade für sie zu erbitten. Die Frage ist sehr schwierig und will reiflich üderlegt werden. Man hat mir berichtet, daß Ihre Braut fortgesetzten Verkehr mit den Banditen im Gebirge unterhält; man behauptet sogar, fie habe eine hervorragende Rolle in dem blutigen Drama gesprelt, da« Trauer und Entrüstung unter un« verbreitet hat.

Diese« Verbrechen verlangt eine strenge Züch- tignng, dir Hand der Justiz wird fich nicht schwach zeigen, ich will beweisen, daß die Schuldigen fich nicht mehr lange meinen Nachforschungen entziehen können; ich bin dem Komplott auf der Fährte: Nelly Buckly kennt ohne Zweifel die Mörder und ist selbst nicht schuldlo«, sonst würde ste nicht ge- ohen sein. Man muß sie um jeden Preis wie­der finden, und ist fie einmal in meiner Hand, so werde ich — in Güte oder mit Gewalt — die Wahrheit au« ihr herausbringen. Ich bedauere,

* Ein Telegramm der .Times' aus Sansibar von gestern bestätigt die Meldung über einen bei Dar-es-Salam stattgehabten Kampf, bei welchem viele Araber getödtet wurden. Nach Verstärk- I ung des deutschen Geschwaders durch die Ankunft de« Kreuzers „Schwalbe" hat die Korvette „Sophie" I eine kurze Kreuzungstour zur Erholung der Mann­schaften vom Blokadedienst angetreten.

I * Trier, 2. Jan. Einem Geistlichen der Stadt I sind von einer Frau, welche sich und ihre Schwester, soviel bekannt ist, mittels Hausirhandel« ernährt,

I 300 Mark eingehändigt worden mit dem Be- glettschreiben: „Für die Msfion in Afrika, wo der Sklavenhandel noch herrscht. Ich habe das

I Heft gelesen: Der Sklavenhandel in ^Afrika und seine Greuel. Den Armen will ich zu Hilfe kom­men. Der liebe Gott möge es segnen, daß es zu

I seiner Ehre gereicht und zum Heil der Seelen." I * Bochum, 2. Januar. Nach altem üblichen

Brauche fand heute unter großer Theilnahme der | katholischen Gemeinde in der hiesigen Propsteikirche ein feierliches Hochamt statt, um den Segen Gotter auf die Arbeiten des nunmehr vollständig orga- nisirten Lokal-Comits» für die 36. Hauptversamm­lung der Katholiken Deutschlands zu er­flehen; die Arbeiten selbst werden in den nächsten Tagen in vollem Umfange beginnen.

* München, 2. Jan. Da» .^rembenbl' ver­öffentlicht folgende an den Herrn Erzbischof von München-Freising gerichtete Antwort de» heiligen Vater» auf da» Schreiben der bayerischen Bischöfe: „Ehrwürdiger Bruder, Gruß und den Apostolischen Segen! Was Uns nicht unbekannt war, daß die Bischöfe Bayern« bei der damaligen traurigen Verwirrung der Dinge dasselbe fühlen und wollen, wa« die übrigen Kirchenvorsteher al« ihre Mein­ung bekannten, das sehen Wir gern au» dem von ihnen gemeinsam erlassenen Schreiben, das du an Uns gelangen ließest: durch diese« edele Z ugniß junger Mann, mich Ihnen nicht angenehm zeigen zu können, aber ich handle nie gegen Pflicht und Gewissen."

Mr. Welson wischte fich mit dem seidenen Ta­schentuche über die Stirne, al« ob er bet dieser langen Rede in Schweiß gekommen wäre. Er hielt einen Augenblick inne und William benutzte diesen Moment, um zum Worte zu gelangen.

„Ich muß Ew. Reverenz bemerken, daß ich um keinerlei Gnade gebeten, ich kam ..."

„So, so, ich dachte . . . c« wäre übrigens ganz natürlich, Sie al« Bräutigam . . . nun, was wünschen Sie denn eigentlich?"

William erklärte dem Hochwürdigen die Lage Nelly'», wie wir sie bereit» kennen; er redete von den Nachstellungen Tomy Podgey'» und behaup­tete, N lly habe seit der Befreiung de» jungen Manne« keinen Verkehr mit dem Gebirgsvolke ge­habt. „Und was ihre angebliche Mitschuld an dem Morde de« Lord» angeht", fügte er hinzu, „so ist da» eine infame Verleumdung, ich nehme e» auf mich, der dieselbe aurzusprechen wagte, Lügen zu strafen."

„@s ist ein Konstabler." ,

„Ganz gleich, dieser Mann hat etwa» gesagt, ! von dem er selbst nicht überzeugt ist. Er hat ge- • ■

entspricht, da man fürchten muß, daß man Die­jenigen, welche unsere Boten und die Verkündiger unserer Worte sein müssen, wie Verbrecher in Untersuchung nimmt und mit Strafen belegt, welche für Verbrecher bestimmt sind. Bi« iudeß da«, wa« ihr wünschet in Erfüllung geht, handelt ihr fromm und klug, inbrünstige Gebete zu dem unsterblichen Gott zu senden, welcher allein den Geist der Menschen mit seinem göttlichen Licht erleuchten und die Herzen bewegen kann, daß sie bei gemeinsam unternommener Sache der Kirche gleichzeitig der Sicherheit der Religion und der menschlichen Gesellschaft ihre Sorge zuwenden. Auch Wir werden Unserseits für euch Gott bitten, daß er über die Kirche Bayern« und deren Hirten die reichen Gaben seiner Gnade ausgieße, als deren Unterpfand und Zeichen der apostolische Segen gelten möge, den Wir dir ehrwürdiger Bruder, und den anderen Bischöfen Bayerns, auch dem Klerus und dem Volke gern ertheilen, welches deinem und -ihrem Hirtenamte anvertraut ist. Ge- | geben zu Rom bei St. Peter am 18. Dezember

1888, im elften Jahre Unseres Pontifikate«.

logen, nur um Eifer zu zeigen, um für fcharffich- tiger zu gelten, als feine Kameraden."

„Hüten Sie Ihre Zunge, junger Mann, und zeigen Sie mehr Respekt vor der Justiz!"

„Gott bewahre mich, daß ich die Justiz an- greise, ich rede hier nur von einem Unterbeamten."

„Sie scheinen zu glauben, daß der Mann einen Vortheil darin sucht, mich falsch zu berichten."

„Nein, aber vielleicht hat seine Dummheit ihm einen falschen Verdacht eingeflößt. Dürfte ich Ew. Reverenz fragen, auf welche Beweise der Mann seine Aussage stützt?"

„Sie Haden kein Recht, einen Richter zu ver­hören. Lassen Sie es sich genug fein, zu erfah­ren, daß ich gewichtige Zeugnisse besitze."

„Und ich bezeuge, daß Nelly Bukly am Tage der Ermordung Lord Sulton's das Hau» nicht verlassen hat."

„Seid Ihr dessen sicher?"

„Ja, ich kann e» beweisen!"

„Mrn hat fie. trotzdem auf dem Wege gesehen, an dem da» Verbrechen begangen ist."

„Man hat Ew. Reverenz einen falschen Bericht gemacht. Ich wiederhole, übelwollende Menschen haben meiner Beaut zu schaden gesucht; die ein­zigen Schuldigen sind die Schleichhändler im Ge-