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diese „Sperrgelder" an die rechtmäßigen Eigen- Ihümer zurückzugeben. Hoffen wir, daß die .Post' Unrecht behält und vor Allem, „das nach seinem Herrn schreiende, dem Staate nicht zu anderweiti­ger Verwendung zustehende Eigenthum restituict wird. Aber darüber vergessen wir vor allem nicht die Hauptsache: den endgültigen Abschluß der Re- viston der Maigesetze, fugen wir mit der,N. Vztg.' Daß die katholische Kirche die bisherige Abbröckel, ung dieser Gesetze noch nicht als abschließendes Revifionswerk betrachtet, bedarf kaum der Hin­weises. Hat doch der hl. Vater selbst die letzte kirchen-politische Novelle von 1886 nur als einen Zugang zum Frieden bezeichnet und seine Konzeffion bezüglich der Anzeigepflicht ausdrücklich davon abhängig gemacht, daß eine weitere Revi- fion der kirchen-politischen Gesetze zu erfolgen habe. Und auch die Staatsregierung selbst hat da« zu- gefichert und insbesondere die jetzige Gestaltung der Anzeigepflicht nur als die vorläufige, nicht als eine endgültige bezeichnet. WA die Re­gierung nun nach zwei Jahren nicht endlich die abschließende Revision der Maigesetze in die Hand nehmen, ober will sie durch ihr Verhalten dem Verdachte Nahrung geben, daß es aus die Ver­sumpfung des Kulturkampfes" abgesehen sei?

• Die Kaiserin Friedrich hat, wie genuastsche und florentinische Blätter Übereinstimmend melden» zum Bau des großen Krankenhauses in San Remo (casa di ealute) dem dortigen Sindaco die Summe von 20,000 Lire telegraphisch Über­wiesen. Das Hospital ist sür Kranke aller Nationen bestimmt und soll den Namen „Fede­rico" zum Andenken an Kaiser Friedrich erhalten.

* Einem Lübecker Telegramm zufolge wird her Lübecker Dampfer „Henriette" von Roual ' auf Lübeck mit Spiritus und Stückgütern unter­wegs, 13 Mann an Bord, vermißt.

* Am Donnerstag beginnen die Sitzungen des mit der endgültigen Feststellung des neuen Exer­zierreglements für die Feldartillerie »beauftragten Ausfchuffes. Die Mitglieder des­selben sind vom Kaiser selbst ernannt worden. War neue Reglement soll am 1. April in Krast Meten.

U * Da» Kriegsministerium hat von den Truppen- Meile,. Berichte über die Aufrechterhaltung de» Majo nettfechtens eingefordert. Nach dem Aus- Ml der Berichte ist die Abschaffung des Bajonett- Rechtens zu gewärtigen.

* Der Kaffer hat bestimmt, daß eine Komman- dirung von Offizieren der Jägerbataillone beziehungsweise des Garde-SchützrubataillonS zur Infanterie in Zukunft nicht mehr stattfinden soll. Die gegenwärtig kommandirten Offiziere find aber in diesem Kommando bi» zum Ablauf deffelben zu belasten.

* Im Jahre 1888 find im deutschen Reiche 1055 Kilometer neuer Bahnen, gegen 1335 Kilometer im Jahre 1887, eröffnet worden, Er w handelt sich durchweg um Neben- (Sekundär-) Bah-

In diesem Volke spielt da» Uebernatürliche, Wun­derbare mehr wie bei jedem anderen eine Rolle; Man behütet sorgsam die Legenden der Vergangen- Meit; der alten Barden Lieder sind noch heute »nicht vergesten.

r Nach dem Verschwinden de» Druidenthum» de- f wahrte der Barde noch lange den Einfluß, hen stet» der Sänger auf ein gefühlvolles und geistig T begabtes Volk ausübt, und die Irländer vor allen waren begierig nach Gesang und Dichtung. Die hehren Glaubenssätze des Katholizismus, weit ent­fernt, diesen Sinn zu dämpfen, zogen so zu sagen neue Saiten auf die Harfe des Säugers, und wenn auch nicht mehr die sagenhaften Thaten Odin'» und die Lobgesänge Bein»' ihn begeisterten, so fand er dafür in den Geheimnisten der Religion und in den naiven Legenden der ersten christlichen Zett würdigere Gegenstände für seine Kunst. Man kann deshalb mit Recht die rasche und vollständige Bekehrung Irlands zum Christenthume zum großen Theile den Barden al» Verdienst anrechnen, sie gewährten ben ersten Missionaren eine mächtige Unterstützung, verbreiteten beren Lehren unb be­kleideten sie mit jener kühnen bildlichen Sprache, die so recht geeignet ist, ein Volk zu beeinflussen, da» so sehr dem Eindrücke schöner Formen unter» i morsen ist. , „

V „Schaut, Nelly wie sich unsere Berge zu Eurem ' Empfange herausgeputzt haben," sagte Clary leise.

neu. Von den neuen Linien stehen 923 Kilometer unter Staats- unb 123 Kilometer unter Privat­verwaltung.

* Osnabrück, 22. Dez. Der ,O»nab. Volks- ztg.' geht von guter Hanb bie Nachricht zu, daß Papst Leo XIII. neuerdings dem Staatsminister a. D. Dr. Windthorst 50,000 Frcr. für die Marienkirche in Hannover hat überreichen kaffen. Ursprünglich hat es int Plane gelegen, unter ben Jubiläumsgaben für bie Marienkirche einen Hoch­altar auszusuchen; ba sich jeboch ein geeigneter nicht gefunben, so hat ber h. Vater Herrn Windt« horst die 50,000 Frei, zur Disposition gestellt, um für diese Summe einen Altar beschaffen zu kaffen.

* Trier, 31. Dez. Die hiesigen Notare haben sich geeinigt, in Zukunft ihre Bureaux Sonntags vollständig zu schließen.

Ausland.

* Wien, 1. Jan. Das .Fremdenblatt' theilt mit, nach in kompetenten Kreisen eingezogenen In­formationen sei daselbst weder von Vorschlägen bezüglich der theoretisch schon öfters erörterten Frage, betreffend die Errichtung einer Do nau- Kriegsflotille, noch von einem Memorandum ber Marinesektion, noch weniger von irgenbwelchen diplomatischen Schritten in Bukarest etwas be­kannt; es sei baher auch von ber Absicht einer biesbezüglichen Ärebitforberung in Regierungskrei­sen keine Rebe.

* Der Parteitag der österreichischen Sozial- demokraten, welcher in dem Flecken Hainfeld ab- gehalten wirb, ist von 90 Delegirteu unb 25 Gästen besucht worben. Ein weitgehendes Pro­gramm, waches ber Hauptsache nach mit Lassalles Grundsätzen und ben Forberungen ber beutschen Sozialbemokraten übereinstimmt, wurae gegen 3 Stimmen angenommen.

* Die serbische Skupschtina ist am Sonntag eröffnet worben. Zum Präsidenten wurde der Radikale Kosto-Tauschanovic gewählt. Die D sfi- bentengruppe wirb aus höchstens 10 -14 Mann bestehen, so baß bie Annahme bes VerfaffungS- entwurfes außer Zweifel gestellt ist.

* Die außerordentliche Session ber franzö­sischen Kammern ist am 30. zember geschloffen worben, bie neue Session beginnt am 10. Januar.

• In Tarragona (Spanien) hat eine Ex­plosion von 30 Dynamttpatronen stattgesunben, wobei 2 Häuser einstürzten unb eine Anzahl Per­sonen getöbtet unb verwundet wurden.

A«S Stadt, Provinz und Nachbargebiet.

Fulda, 2. Januar.

* Mit der heutigen Nummer unserer Blattes erhalten sämmtliche Abonnenten al» Gratisbeilage einen in der üblichen Weise aurgesührten Wand­kalender für da» Jahr 1889.

' „Wenn ich zu meinem Vergnügen hier wäre," versetzte da» Mädchen, „würde ich die Gegend prachtvoll finden, aber hier leben könnte ich nicht." — „Ihr werdet Each daran gewöhnen. Welcher Fleck Erde hat nicht seinen Reiz, wenn da» Glück auf ihm wohnt?"

„Seid Ihr glücklich hier, O'Warn?"

Nelly sah nicht den Gefichtsausdruck ihre» Be- gletter», aber feine Stimme klang tieftraurig, als er antwortete:

„Für mich gibt es kein Glück!"

„Warum denn nicht? Ihr seid ein guter, edler Mensch. Gott wird Euch Eueren Theil am irdischen Glücke nicht verweigern."

„Glaubet Ihr, daß Jeder in dieser Welt aus Glück Anspruch habe?" fragte er wehmüthig.

„Ihr habt viel Unglück gehabt, aber Ihr seid noch jung, das Leben noch langt vielleicht spart es Euch schönere Tage aus."

Clary schüttelte mit dem Kopfe.

„Doch, ich hoffe es," fuhr Nelly fort. „Ich werde täglich zu Gott beten, daß er Euch glücklich mache. Was fehlt Euch denn dazu, Clary?"

„Weiß denn der Mensch immer, was er will?" gab Clary mit erzwungenem Lächeln zurück.

„Ihr wünschet Irland frei zu ra ffen unb selbst ben Rang Euerer Väter einzunehmen."

„Gern gäbe ich mein Leben, um Irland ber Zwangsherschast zu entreißen. Gott ist mein Zeuge,

• Zar Feier seines 50jährigen Primiztage» cele- brirte ber hochw. Herr Domkapitular Johanne- Erb gestern Vormfttag Uhr im hohen Dome eine stille hl. M-sse, welcher Se. Bischöfl. Gnaden mit dem gesammten Domkapitel unb ben Alumnen des Priesterseminares anwohnten. Dem mit dem goldenen Priesterkranze geschmückten greisen Jubllar afsistirte Herr Prälat Dr.Komp. Al« Jubiläums« geschenk wurde dem hochw. Herrn von Seiten de« Domkapitels ein im Bernraards-Jnstitut zu Hanau angefertigter prächtiger Kelch überreicht. Wir be­merken noch, baß der Herr Jubilar in ber hiesigen Domkirche auch seine erste hl. Messe feierte. Möz« es ihm, was seine Rüstigkeit ja hoffen läßt, nach Gottes heil. Willen beschieben sein, auch sein bin» manteues Priester-Jubiläum dereinst zu feiern. — Nach Ausweis des jüngsten Schematismus wird es im laufenden Jahre 1889 keinem Priester un­serer Diözese gegönnt sein, da» goldene Pciester- Jublläum zu begehen.

* Die vom Gesangverein „Winf ridia" gestern in ber „Harmonie" veranstaltete musikalisch-thea­tralische Abenbunterhaltung war äußerst stark be­sucht unb die Aufführung de» schon früher in unserem Blatte näher besprochenen Theaterstückes „Rosa von Tannenburg" eine in allen Theilen wohl ge­lungene. Das lebenbe Bild, „Die Versöhnung", fand allgemeinen Beifall. Nach Erledigung des Festprogramms hielt ein gemächliches Tanzkränz­chen die Vereinsmitglieder und ihre zahlreichen Gäste noch recht lange in angenehmer Stimmung beisammen.

* Die kürzlich stattgehabte Wahl des Vorstandes im hiesigen Bür g er verein ist wegen vorgekom­menen Unregelmäßigkeiten angefochten worden und dürfte in Folge dessen wahrscheinlich eine Neu­wahl angeordnet werden. — An weiteren Wmter- vergnügen wird dem ,F. K.' zufolge der Bürger­verein am 20. Januar 1889 ein Tanzkränzchen im Pult'scheu Saale und am 24. Februar ein Maskenball in der Turnhalle veranstalten.

• Der Betrag von 40,000 Mk. in 20-Mark» stücken mit dem Bildnisse Kaiser Friedrichs ist von der Kgl. Eisenbahn-Hauptkaffe in Frankfurt a. M. an die Kgl. Stationskafle dahier gelangt unb würben bie Gehalte resp. Löhne sämmtlicher Eisenkahnbeamten, Angestellten unb Arbeiter (400) ber Eisenbahnhauptbetriebswerkstätte dahier ge­wissermaßen als „Neujahrspräsent" in dieser ge« suchten Münze ausbezahlt.

♦ Der seitherige Lehrergehilfe Georg Ebel ist vom 1. Januar d. I«. ab al« Lehrer an der katholischen Knabenschule dahier ernannt und ber Lehrer DamasuS Gerlach vom gleichen Zettpunkte an pensionirt worben. (F. K.)

• Auf Gruub des § 2 de» Gesetze« über die Schonzeiten de« Wilde« vom 26. Februar 1870 und des $ 107 de« Zuständigkeit« - Gesetze« vom 1. August 1882 ist seitens des Bezirks-Aus- schuss es in Cassel ber Schluß ber Jagd auf Ha^en, Auer-, Birk- und Fasanen-Hennen, Hasel­baß ich für mich nicht« verlange. Aber teiberl es bleibt mir keine Hoffnung, Irland ist vernichtet, man hat mit äußerster Wucht unser armes Volk zu Boden geschlagen. Wie können wir gegen bas mächtige England ankämpf en? man hat es ver­sucht, aber ohne Erfolg. Wäre es uns auch ein­mal gelungen, da» Joch abzuschütteln, unsere schrecklichen Nachbarn würden un» rasch wieder neue und stärkere Ketten angelegt haben. Doch ba kommt uns Toray entgegen I"

„Warum hat er Euch nicht begleitet?

„Der Hauptmann sürchtete, seine Unersahrenhett würde ihn eine Dummheit begehen lassen. Tomy ist übrigen» so glücklich, baßer gern einem Anderen bas Glück gönnte, Euch retten zu dürfen.

Ich danke Euch, Clary. Ihr habt em edles Herz. Ohne Euere Aufopferung wäre ich jetzt im Gefängnisse."

Tomy eilte mit seinem Vater und den Brüdern Herdei. Willy Podgey sagte zu dem Mädchen:

„Siebes Kind, wir find schuld an Deinem Un­glück. Komm unter unter Dach, daß wir Dich trösten. Meine Fran und Töchter freuen sich Deiner Ankunft." _

Tomy hatte Nelly'» Hand ergriffen. „Ich sollte traurig fein Über bas, was Dir begegnet ist, aber es ist mir unmöglich, meine Freude zu verbergen, daß Du unter uns bist."

(Fortsetzung folgt.)

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