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1929
2. Samia«
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Das Ksaekte
— Bei den gestrigen Neujahrsempfängen gab Reichspräsident von Hindenburg der Enttäuschung des deutschen Volkes über die immer noch bestehende Besetzung Ausdruck,
— Der Schlußbericht des Reparalionsagenten Parker Gilbert wird heute veröffentlicht. Er enthält eine optimistische Darstellung der Lage Deutschlands.
— In einem Neujahrsartikel der Wiener „Reuen Freien Presse" äußert sich Reichsinnenminister Severing über die Anschlußfrage,
— Auch in Dresden ist es zu einer „Zimmermannsschlacht" gekommen.
— In Duisburg ereignete sich gestern eine schwere Gaskatastrophe. Vier Personen wurden getötet.
— Der russische Emigrant Wojciechowski, der im Mai v. I. ein Aktenat gegen den Chef der sow- jetrussischen Handelsdelegation in Polen, Lisarew, äusführte, wurde vom Warschauer Bezirksgericht zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt.
Die AMmrmO ass Recht DeMchZands
Berlin, 1. Jan. Die Worte, mit denen heute Reichspräsident wie der Reichskanzler den Wünschen und Hoffnungen des deutschen Volkes Ausdruck gegeben haben, (siehe nebenstehend. D. Red.) erhalten ihre besondere Bedeutung hauptsächlich bnrck die stlnwWe »uf die fortdauernde Besetzung ^deutschen Gebiets durch srem?? Truppen und auf die tiefe Enttäuschung, die hierdurch dem deutschen lolk im- vergangenen Jahre bereitet worden ist. Es Ui hochbedeutsam, daß der Reichspräsident gegenüber den amtlichen Vertretern des Auslandes sie 'Befreiung /von der Besetzung als etwas bezeichnete, worauf wir nach göttlichem und menschlichem Recht Anspruch haben, und daß er auch gegenüber dem Reichskanzler von der berechtigten Erwartung sprach, die wir für die endliche Befreiung des besetzten Gebiet gehegt Hätten. Der Reichspräsident wahrt damit bei einem feierlichen Anlaß in nachdrücklichster Form den deutschen Rechtsanspruch auf die Räumung der besetzten Gebiete, den erst vor wenigen Tagen Reichsminister des Aeußern Dr. Stresemann in einem amerikanischen Blatt eingehend dargelegt hat. Wie bekannt, haben die englischen Staatsmänner vor kurzem in öffentlichen Kundgebungen den Standpunkt eingenommen, daß uns nach dem Wortlaut des Friedensvortrags ein Recht auf die Räumung noch nicht znst«he, weil wir noch nicht alle Bedingungen des Vertrags erfüllt hätten. Die deutsche Abordnung in Lugano dürfte hierauf die Antwort nicht schuldig geblieben sein und die englische Auffassung eingehend mit den Gründen widerlegt haben, die Dr. Stresemann dann in kürzerer Form veröffentlicht hat. Es ist aber eine wertvolle Bekräftigung des deutschen Standpunkts, wenn er jetzt auch vom Reichspräsidenten in einer amtlichen Kundgebung festgelegt wird. Es ist ja mit den Händen zu greifen, daß die Besetzungsmächte darum unser gutes Recht aus die Räumung bestreiken und diese zu einer rein politischen Frage machen wollen, weil sie beabsichtigen, aus ihr ein Zugeständnis an Deutschland zu machen, das wir mit Zugeständnissen unserseits in der Entschädigungsfrage erkaufen sollen. Esen darum aber erfordert gerade die gegenwärtige Stunde, in der wir uns kurz vor dem Beginn der Beratungen zur endgültiicsen Lösung der Reparationsfrage befinden, daß wir nachdrücklich jeden Zusammenhang zwischen Reparation und Räumung ablehnen und die letztere klar kennzeichnen als das, was sie ist, als einen Schritt der Verbandsmächte, auf den Deutschland nach göttlichem und menschlichem Recht Anspruch Hat.
Wenn der Reichspräsident außerdem noch feststellt, daß nur zwischen freien Völkern die hohen Gedanken der Verständigung und des Friedens voll zur Auswirkung gelangen können, so nannte er damit einen sehr zwingenden weiteren GruÄi zur baldigen Ausführung der Räumung. Aber auch mit diesem Grunde wäre die Absicht der Räumung zum Gegenstand eines Schachevgoschäftes zu machen, unvereinbar. Auch die Reparationsfrage sollte, worauf der Reichsbanner treffend hinwies, aus den großen gemeinsamen Interessen des Weltfriedens heraus und nicht nur nach den Gesichtspunkten eines Geldgeschäfts gelöst werden. Wir stehen vor sehr schweren, für die Zukunft Europas entscheidenden Verhandlungen. Nur wenn unsere ehemaligen Gegner mit der Liquidierung des Kriegs Ernst machen, wenn sie durch Taten beweisen, daß sie den: deutschen Volk nach dem Wort Churchills seine räumliche und finanzielle Souveränität widergoben wollen, nur dann schaffen sie im Herzen Europas einen Zustand, der den Weltsrieden wirklich sichert.
Rücktritt des Gouverneurs von Marokko.
Paris, 2. Ian. Wie Havas meldet, hat auf Grund des vom Parlament angenommenen Gesetzes, das die Unvereinbarkeit der Ausübung einer parlamentarischen Tätigkeit mit einem öffentlichen Amt ausspricht, hat der Gouverneur von Marokko Steg um Entlassung von seinem Posten gebeten.
Die MeußahesempSLnge beim ReßOsVVSWdeRßKK
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Berlin, 1. Ian. Heute mittag 12 Uhr empfing Reichspräsident von Hindenburg in der üblichen Weise die Chefs der hiesigen srem den diplomatischen Vertretungen, zu deren Anfahrt sich in der Wilhelmstratze größeres Publikum angesammelt hatte. Eine im Ehrenhof des ReiHspräsidiums aufgestellte Abkeilu ng Reichswehr erwies den fremden Diplo-
malen militärische Ehrenbezeugungen.
Der offizielle Neujahrstag beim Reichspräsidenten begann um 10 Uhr vormittags mit der militärischen Wachtparade, die durch das Brandenburger Tor über die Linden und die Wilhelmstraße zum Palais des Reichspräsidenten zog und deren Meldung der Reichspräsident vor dem Portal des Hauses entgegennahm. Hieran schloß sich ein Margenständchen der Kapelle des Wachtreginrents im Park des Hauses. Um 12 Uhr mittags begannen die Neujahrsempfänge beim Reichspräsidenten. Der apostolische Nuntius
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brachte als Doyen die Glückwünsche des lomatischen Korps in folgender Ansprache Ausdruck:
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„Herr Reichspräsident! Mit einem Gefühle innerer Genugtuung versammelt sich das in Berlin beglaubigte diplomatische Korps anläßlich der Jahreswende von neuem um Ihre Person. Getragen von der Verehrung und Liebe des Volkes, .erfüllen Sie in oeÄundernswürdiger Geistes-m». Körperfrische unaufhörlich Ihre so hohe Aiugale. Wir Hegen die innigsten Wünsche für die Erhaltung Ihrer kostbaren Gesundheit. Trotz unvermeidlicher Enttäuschungen, trotz schmerzlicher Hemmungen, trotz zeitweiliger Rückschläge schreitet die Menschheit auf dem majestätischen Wege des Friedens voran. In ihrem klarhellen und reinen Lichte gehen die Wissenschaften ihre Bahn der mühevollen Erforschung der Wahrheit. Da entfalten sich die schöpferischen Kräfte des Menschengeistes, knüpfen sich unter den Völkern die Bande der Eintracht enger, befestigt sich die gesellschaftliche Ordnung auf den Grundlagen des Rechtes und der Nächstenliebe, trachtet der Sinn der Menschen weniger nach den irdischen Gütern als vielmehr nach sittlicher Grütze und Veredelung. Deutschland selbst Hat sich, indem es gleich iin Anfang dem Pakt zum Verzicht auf den Krieg als ein Mittel der nationalen Politik beitrck. feierlich zum friedlichen Ausbau der Beziehungen zwischen den Skaten bekannt. Möge das Heute beginnende Jahr die gückliche Lösung der wichtigen und^iklen Aufgaben bringen, von denen diö Ruhe Europas ahhängt. Möge es so einen Meilenstein bilden auf dem erfolg
reichen Pfads zum allgemeinen Frieden und zur brüderlichen Einigung aller Menschen auf Erden. Geruhen Sie, Herr Reichspräsident, diese ehrerbietigen Grütze entgegenzunehmen, die wir Ihrer Person zugleich an das ganze deutsche richten.
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antwortete hieraus mit folgenden Worten:
„Herr Nuntius! Ls ist wir eine große Freude, auch an diesem Neujahrstago wieder von Ihnen die Glückwünsche entgegenzunehmen, die Sie im Namen des Diplomatischen Korps dem deutschen Volke dargebracht haben. Lassen Sie mich Ihnen dafür und zugleich für die mir persönlich gewidmeten freundlichen Worte und Wünsche aufrichtig danken.
Sie haben von den Enttäuschungen und Rückschlägen gesprochen, von denen die Völker in ihrem Streben nach friedlicher Entwicklung getroffen werden. Seien Sie versichert, daß
kein Land solche Enttäuschungen und Rückschläge härter empfindet als Deutschland, das trotz seiner ernsten Bemühungen um Herstellung einer wahren, aus Vertrauen und Gleichberechtigung beruhenden Friedensgemeinschaft noch immer von der Sorge um die Erfüllung berechtigter Erwartungen bedrückt wird. Mit besonderer Bitterkeit empfindet es das gesamte deutsche Volk, gerade heute am Eintritt in das neue Jahr, daß einem großen Teil unseres Gebietes immer
noch die Freiheit vorenthalten wird,
auf die wir nach göttlichem und menschlichem Recht Anspruch Haben und deren Wiedererlangung Deutschland längst erhoffte Wir wollen trotz Herber Enttäuschung hoffen, daß im neuen Jahre dem deutschen Volke die volle Selbstbestimmung zurückgegeben wird; denn nur zwischen freien Völkern können die hohen Ge- danken der Verständigung, des Friedens und der Entwicklung der Menschheit voll zur Auswirkung gelangen.
Für die Ueberwindung der Hemmnisse, die einer gesunden und natürlichen Entwicklung entgegenstehen, alle Kräfte einzusetzen, ist Deutschland stets bereit gewesen und wird es auch weiter sein. Zur Erreichung dieses für die Ruhe Europas entscheidenden Zieles gehört die
freie und verständnisvolle Zusammenarbeit aller Rationen.
In der ganzen Welt fordern die wohlverstandenen Interessen der Völker mehr denn je die friedliche und aufrichtige Zusammenarbeit aller Regierungen, um freie Bahn zu schaffen für kulturelle, soziale und moralische Entfaltung der Kräfte. Dieses Ziel muß uns allen gemeinsam sein. Für seine Verfolgung ist während des vergangenen Iahres mit der von Ihnen erwähnten, von Deutsch.and ausröchiig begrüßten Unterzeichnung des Paktes über den Verzicht aus den Krieg eine neue Grundlage geschahen worden. Es ^..i, auf dieser Grundlage weiser zu a«, UHle^nm dl g-Vw^n Gebaldr-v dieses ZN ^aw- ....... L- verwirr!: L„ och dahin sehsu cn - "oa: zwischen den Völkern stehenden prsmrme ohn? Rücksicht auf die Machtvechälknisse nach dem Grundsätze der Gerechtigkeit zu lösen und so der Welt diejenige Sicherung des Friedens zu geben, die die Gewähr der Dauer in sich schließt.
Im Ausblick auf dieses Ziel spreche ich Ihnen, Herr Nuntius, und Ihnen, meine Herren, zugleich für Ihre Staatsoberhäupter, Regierungen und Völker, im Ramen des deutschen Volkes und im eigenen Namen meine aufrichtigsten und herzlichsten Neujahrswünsche aus."
Nach dem Austausch der Ansprachen begrüßte der Reichspräsident die einzelnen Botschafter, Gesandten und Geschäftsträger und wechselte mit ihnen Neujahrswünsche.
Im Anschluß hieran empfing der Reichspräsident den Reichskanzler sowie die Reichsminister und die Staatssekretäre der Reichsregierung.
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begrüßte den Reichspräsidenten mit folgender Ansprache: Herr Reichspräsident! Ich habe die Ehre, am heutigen Tage Ihnen die herzlichsten Glückwünsche der Reichsregierung zu übermitteln. Sie wünscht Ihnen mit dem gesamten deutschen Volke auch im neuen Jahre Gesundheit und Wohlergehen. Die Reichsregierung ist sich mit allen Deutschen voll Stolz der Tatsache bewußt, an der Spitze des Reiches einen Mann zu wissen, dem die ganze Welt die größte Achtung zollt für die Art, in der er sein hohes und schweres Amt ausübt.
Am Beginn eines neues Iahres pflegt man Umschau zu halten; man schaut zurück und man blickt vorwärts.
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Das vergangene Jahr hat den Hofs- d Wünschen auf außenpolitischem Gebiet, die jeder Deutsche
hegt, nicht die Erfüllung gebracht.
Das wird uns nicht abhalten, unablässig wie bisher an ihrer Verwirklichung zu arbeiten und auf ihre Erfüllung zu drängen, bis Rhein, Saar und Pfalz von fremdem Druck befreit sein werden. Hoffentlich wird uns hierin das neue Jahr endlich weiterbringen. Die bevorstehende Zusammenkunft der Sachverständigen wird, so hoffen wir. die für Reich und Volk so entscheidend wichtige Reparationsfrage in Fluß bringen und damit die vormals kriegführenden Nationen der völligen Liquidierung des Krieges näherführen. Erst die Lösung dieser gewaltigen Ausgaben kann die noch aus dem Kriege zurückgebliebenen Spannungen beseitigen und eine Aera wirklich vertrauensvoller Veziehunaen zwischen uns und allen unseren Nachbarn ermöglichen, ohne welche die Grundlagen eines wahrhaften Friedens nicht gelegt werden können.
Seit der Staatsumwälzung ist ein Jahrzehnt verflossen, und wir könne i heute trotz all dem Furchtbaren, das unser Bolk in dieier Zeit erlitten hat, doch feststellen, daß sich unsere innere Lage gefestigt hat und daß es vorwärts geht. Manchmal will es uns aber scheinen, als wenn die Fortschritte, die wir gemacht haben, übertrieben werden und manche ausländischen Beobachter Deutschland in einem Zustande der Blüte sehen, der nicht den Tatsachen entspricht. Gestärkt haben uns in unserer Arbeit dir vielfachen
Leistungen, die deutscher Wagemut und Unternehmungsgeist gezeitigt, und die uns in der Welt wieder Sympathien und Freunde geschaffen haben. Die Ueberfliegung des Ozeans durch deutsche Flieger, die Fahrten des Zeppelin-Luftschiffes Haben bewiesen, daß die Spannkraft deutschen Geistes und deutschen Willens die alte ist, Sie sind ein Beweis dafür, daß unsere Zuversicht richt trügt, die an den Wiederaufstieg und die Zukunft unseres Volkes glaubt. Möge auch im neuen Jahr der Weg auswärts gehen und möge es bessere Tage bescheren für unser Volk, dem unsere ganze Arbeit gilt.
Des RsMsRvÄRdetti erwiderte darauf: Herr Reichskanzler, meine Herren! Für die Glückwünsche, die Sie Herr Reichskanzler namens der Reichsregicruno mir in so freundlichen Worten ausgesprochen haben, sage ich Ihnen meinen verbindlichsten Dank. Ich erwidere sie mit gleich herzlichen Glückwünschen für ihr aller persönliches Wohlergehen und für guten Erfolg ihrer Arbeit im beginnenden Jahre. Mein erster Gruß am heutigen Tage gilt unseren Brüdern und Schwestern im besetzten Gebiet, deren ich mit dem gesamten deutschen Volke in schmerzlicher Anteilnahme gedenke. Es war die schwerste Enttäuschung des vergangenen Jahres, daß die berechtigte Erwartung, die wir für die endliche Befreiung des besetzten Gebietes von fremder Militär, gewalt hegten, bis heute noch keine Erfüllung fand. Mit Befriedigung begrüße ich daher Ihre Erklärung, Herr Reichskanzler, daß die Reichs- regierung entschlossen ist, unablässig daraus zu drängen, daß Rhein, Saar und Vfalz von fremdem Druck befreit werden Daß dies bald gelingen möge, ist der besondere Wunsch, den das gesamte deutsche Volk beim Eintritt in das neue Jahr bekundet.
Das alte Jabr Hal uns vor manche schwere Aufgabe gestellt. Aber wir haben trotz der immer nach bestehenden Schwierigkeiten politischer und M-eN^o-tlsch»'' Art doch MO»Go F N'*iGV st1? erzielt und können jestitellm, daß ayn, im A»e lande das Vertrauen auf ein» günstige Entwicklung Deutschlands sich fest1ar und wächst. Mit Genugtuung habe ich es bejonders begrüßt. daß es der tatkräftigen Mitarbeit der Reichsregierung und der verständigen Einsicht der Arbeitrehmer wie der Arbeitgeber gelungen ist, die wirtschaftlichen Kämpfe im Industriegebiet Nordwestdeutschlands und in Sachsen beizulegen und den wirtschaftlichen Frieden, den wir so dringend für unseren Wiederaufbau benötigen, zu sichern.
Die deutsche Wirtschaft hat im vergangenen Jahre mancherlei Nöte zu bestehen gehabt: wir wollen hoffen, daß das kommende Jahr Schranken und Hemmnisse, die der freien Erkaltung ihrer Kräfte noch entgegenstehen, beseitigt, und ihr die Möglichkeit weiterer Betätigung gibt, die unseren zahlreichen Erwerbslosen Arbeit und Brot verschafft.
Ein lebenswichtiger Zweig unserer Wirtschaft leidet ganz besondere Rot, die Landwirtschaft, namentlich im östlichen Deutschland; ihr wieder aufzuhelscn und sie wieder in die Lage zu setzen, ihre Aufgabe, die Dolksernährung Deutschlands zu erzeugen, zu erfüllen, wird eines der dringendsten Probleme der nächsten Monate sein. Mit schweren Sorger um die eigene Existenz wie um die Zukunft der gesamten landwirtschaftlichen Arbeit blicken die deutschen Landwirte, die großen Besitzer ebenso wie die mittleren und kleinen Bauern, auf das neue Jahr. Deshalb wiederhole ich Ihnen, Herr Reichskanzler, und der Reichsregierung gegenüber die dringliche Bitte in Erkenntnis der Wichtigkeit dieser Frage
alle Kräfte für die Behebung der Not der deut
schen Landwirtschaft einzuseßen.
Möge das deutsche Volk auch im kommenden Jahre fortfahren, im Gedanken an das Daterlard und seine Zukunft persönlichen und politischen Widerstreit zu überwinden und zu überbrücken. Dann wird auch unserem schwer geprüften Volke Gesundung und eine bessere Zukunft beschieden sein, an die ick mit Ihnen, Herr Reichskanzler, unerschütter. lich glaube!
Hierauf begrüßte der Herr Reichspräsident jeden einzelnen der Reichsminister und der Staatssekretäre.
Gegen 1 Uhr empfing der Herr Reichspräsident den Reichstagspräsidenten Löbe und den Vizepräsidenten des Reichstages Graef, die ihm die Glückwünsche des Reichstages zum neuen Jahr übermittelten. Der Herr Reichspräsident dankte und erwiderte mit aufrichtigen Wünschen für die Aufgaben des Reichstages im neuen Jahr. Dann übermittelten der preußische Landmirtschaftsminister Dr. Steiger, der bayerische Reichsratsbevollmächtigte Gesandter v. Preger, der sächsische Reichsratsbe- vollmachtigte Gesandter Dr. Gradnauer, der württembergische Reichsratsbevollmächtigte Gesandter Dr.'Bosler und der Reichsratsbevollmächtigte für Braunschweig und Anhalt Gesandter Boden dem Herrn Reichspräsidenten die Glückwünsche des Rekchsrats.
Die Glückwünsche der Heeresmacht überbrachten der Chef der Heeresleitung, General der Infanterie
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