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Sang an den Papst.
O Leo, Herr der Kirche, Dem Fürst und Volk sich beugt, Rings aus dem Erdenrunde Die Christenheit sich neigt.
In grimmiger Fehd' wir sahren Hin zu des Jenseits Sirand, Durch Sturm, durch Fels und Klippen Führ' uns in's ew'ge Land!
Will uns der Feind bedräuen, Versagt uns unser Schild, So wehr' Dein leuchtend Auge Dem Ansturm noch so wild.
Wie Sankt Paul nach Rom hin Getrost durchfuhr das Meer, So schirm', im Schiff der Kirche, Du Deiner Söhne Heer!
Wenn einst in s-bön'rer Zukunft Kein Christ den Christ mehr drängt, Wenn alle, die getauft sind, Ein Glaubensband umfängt:
Dann tönt vom Fels zum Meere Mit hellem Glockenklang Dir, großer Papst zur Ehre Der Menschheit Juvelsang!
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benachbarten Orte. In dem Verhör vor dem Richter aab der eine der Händler der jungen Frau großmuthlg 20 Mk. auf die gekauften Maaren zurück. Nach dem Verhör wurden die Händler dann entlassen und ihrer Freude gaben sie in einer hiesigen Wirthschaft lauten Ausdruck mit den Worten: „Uns kann Niemand was, wir haben die Geschichten schon mehr durchgemacht. Die König!. Amtsanwaltschaft erhob jedoch Anklage wegen Betrugs und stand heute in der Sache Termm. Der Amtsanwalt beantragte eine Geldstrafe von 60 Mk Der Gerichtshof ging indeß über dies Strafmatz aanz erheblich hinaus, indem er auf die Frivolität und das allem redlichen Brauche Hohn sprechende Gcbahren des Angeklagten hinwies und verurtheilte rhn zu 3 Wochen Gef'ängniß. Gegen die Kollegen, des Angeklagten war Seitens der Amtsanwaltschaft eine Anklage nicht erhoben worden.
* Kassel, 17. Dezbr. Die am 10., 11. und 12. b M in Hildesheim unter dem Vorsitz des Kommissars des Königlichen Finanzministeriums abgehaltene Prüfung zur Befähigung zum Steuersekretär bestand aus der Provinz Hessen-Nassau Herr Steuer-Civil- Supernumerar Ebrecht von hier. Der Herr Oberpräsident hat durch Erlaß vom 5. d. M. genehmigt, daß zum Besten der Jdioten-Anstalt tu Scheuern auch im Jahre 1895 eine einmalige Sammlung freiwilliger Gaben bei den Einwohnern der Provinz Hessen-Nassau durch polizeilich legitimirte Sammler abqehalten roerbeit barf.
* Kassel, 18. Dez. Seit gestern tagt hier unter bem Vorsitz bes Geh. Regierungsrathes Blobel bte aus zwölf Mitgliedern des Regierungsbezirks Kassel bestehende Berufungskommifson der Einkommensteuer für den Regierungsbezirk Kassel, welche die eingelaufenen Reklamationen für das Lteuer- jahr 1893/94 zu prüfen und zu erledigen hat.
* Wiesbaden, 16. Dez. Fabrikbesitzer H. Alberti in Biebrich hat dem Verein für Kinderhorte das reiche Geschenk von 20,000 Mk. zugewaudt.
* Der Herzog von Meiningen ist von einem Augenleiden befallen, welches ihn zwingt, sich des Schreibens und Lesens zu enthalten.
* Nieder-Moos, 17. Dez. Wenigen Einwohnern unseres Vogelsberges wird es wohl vergönnt sem, eme so große Reise auszuführen wie eine hiesige alte Frau. Dieselbe hat zwei Töchter in Bukarest (Rumäuien), die ihr fortwährend schrieben, sie sollte zu ihnen kommen und alles Verlockende versprachen. Schließlich gab die Mutter nach, veräußerte ihre wenigen Sachen und begab sich Ende Mai d. I. aus die Reise, um den Rest ihres Lebens bei ihren Töchtern zu verleben Als einige gute Freunde ihr zuredeten, hier tm Vogelsberg zu bleiben, wurde sie suchswild und meinte: ,,^ch komme mein Lebtag nicht wieder, ich bin froh, wenn ich erst aus Nieder-Moos heraus bin." Ende November kam nun an den hiesigen Bürgermeister von einer dieser Töchter ein Brief mit der Meldung, daß ihre Mutter in nächster Zeit dort wieder eintreffen werde und mit der Bitte an den Bürgermeister, für dieselbe eine Wohnung zu besorgen. Dieser Tage ist nun die „alte Lies" glücklich wieder in ihrem Heimathsorte angekommen. Es soll ihr jetzt im rauhen Vogelsberg besser gefallen und will sie nie wieder in eine südliche Groß-
Gedern, 16. Dez. Im benachbarten Walddistrikt Wolfhain wurde der Holzhauer Christian Eichenauer, 44 Jahre alt, Vater zweier Kinder, durch eine fallende Buche so schwer verletzt, daß ec um 8 Uhr Abends seinen Leiden erlag._________________________
vermischtes.
Kurt nickte. r , . ~ ,
Ist es nicht sonderbar," fuhr der Sprecher un
Flüstertöne fort, „daß wir in der ganzen Zeit noch nicht einmal Valeska gesehen tjaben ausgenommen an jenem Morgen, wo sie von der Schwester Abschied nahm? Als der alte Richter vor drei Jahren den Schlaganfall bekam, sind wir beide noch vier bis [uns Mal hinübergeritten, um uns nach seinem Befinden zu erkundigen, aber Valeska haben wir nie gefehen, und so ost auch Michael mit seiner Schwester zu uns kommt, so hatten sie immer Ausreden, die Pflegeschwester daheim zu lassen."
„Ich finde es auch befremdlich, gestand Kurfi kann mir aber auch denken, daß es ihr schmerzlich sein muß, dieses Haus, welches sie so gut wie ihr eigenes angesehen hat, jetzt von Fremden bewohnt zu ^ni>^®eroi§, das war auch meine Ueberzeugung, Kurt, doch'heute denke ich anders.'
Du scheinst ja die Sache sehr ernst zu nehmen, scherzte der Freund. „Du fürchtest doch nicht, daß Laura's Schwester Gefahr droht?"
„Ich weiß kaum, was ich denken soll--aber
* Hannover, 18. Dez. Der aus dem Hannoverschen Spielerprozeß bekannte „olle ehrliche Seemann" ist imGefängmß zu Hameln gestorben. Liedes Kind es mord es angeklagte Wirthschasterin Elise Lindrath war bereits im Lktober d. I. vom Schwurgericht zum Tode v e r u rt h e i l t und die emgelegte Revision vom Reichsgericht verworfen worden. Inzwischen hatten sich stdoch gegen die damals außer Verfolgung gesetzte Frau Kurtze die Verdachtsgründe so gehäuft, baß die Unter»
* Hanau, 18. Dez. Inder gestrigen Straskarnrner- Sitzung standen drei Fälle auf der Terminsrolle, von denen jedoch nur die Anklagefache gegen den Handelsmann Stern von Salmünster Erledigung fand, zu den anderen zwei Fällen wurden andere Termine anberaumt. Stern war angeklagt, die zur Steuerem- schätzung nöthigen Angaben über seine Vermögens- Verhältnisse wissentlich salsch angegeben zu haben ^n erster Instanz wurde der Angeklagte wegen mangelnden Beweises sreigesprochen. Gegen dies Urtheil war von Seiten der Staatsanwaltschbft Berufung eingelegt worden, doch konnte auch das Berufungsgericht nicht zu der Ueberzeugung gelangen, daß der Angeklagte wissentlich falsche Angaben gemacht hat. Es erfolgte deshalb auch in zweiter Instanz Freisprechung.
Gelnhausen, 19. Dez. Dem Postillon Johann Wiederspahn dahier ist inMnerkennung seiner Geschicklichkeit im Fahren und seiner guten, Führung von der Kaiserlichen Oberpostdirektion in Kassel eme Ehrenpeitsche überreicht worden.
* Frankfurt a. M., 17.Dez. Mittwoch u. Donnerstag haben hier die Verhandlungen der Aerztekammer für die Provinz Hefsen-Nafsau unter dem Vorsitze des Kgl. Kreisphysikus Sanitätsrath Dr. Grand- Homme stattgefunden. Die Mitglieder der Kammer waren vollzählig erschienen in der Zahl von 18 Aerzteu der Provinz. Gestern früh 8'/-Uhr fand die bis nach 1 Uhr währende Hauptverhandlung statt, m welcher außerordentlich wichtige und interessante Gegenstände zur Berathung standen. Erwähnt seien von denselben nur u. A.: Die Anzeigepflicht bei ansteckenden Krankheiten, die Regelung des Prostitutionswesens, die Hygiene der Miethwohnungen in den Kurorten der Provinz Hessen-Nassau, Eiusührung einer Baupolizei-Vorschrift för Landgemeinden. Bezüglich aller dieser Gegenstände waren Referate ausgearbeitet, welche in Vorschlägen gipfelten, die der Königl. Regierung, bezw. dem Herrn Oberpräsidenteu nach Beschluß der Kammer zu machen sind und welche auf eine Verbesserung der zur Zeit m der Provinz bestehenden hygienischen Verhältnisse hm- zielen. , ,
n Wannfried, 15. Dez. Eme empfindliche, aber gerechte Strafe erhielt heute durch Schöffengerichts- Urtheil der Handelsmann N. aus Elberfeld. Dieser nebst zwei Kollegen kamen in diesem Herbst tn ge- miethetem Geschirr nach hier, in welchem zahlreiche Packele Waaren lagen, die sie hier an den Mann zu bringen versuchten, theilweise mit Erfolg. Das Manöver wurde damit eingeleitet, daß den Leuten Handtücher, welche einen Werth von 50-60 Pfg. haben, zu 5 Pfg. pro Stück angeboten wurden, ebenso eme Decke zum Preise von einer Mark, welche das Doppelte, Dreifache werth war. Wollten jedoch die Leute diese Gegenstände kaufen, dann erklärten die Händler, die Gegenstände nicht einzeln abgeben zu können, vielmehr müßten dann die Leute das gesummte Packet, m welchem sich Stoff zu einem wollenen Tuchkleide, sowie zu 2 Anzügen befinde, nehmen und offerirten das ganze Packet zum Preise von 40 Mk. Eine junge Frau, welche auf diese Weise auch hereingefallen war, mußte gar bald nach dem Weggange des biederen Händlers vernehmen, daß die angeblich wollenen Buxkinsreine Baumwolle feien und daß der ganze Werth der Waare ungefähr 15 Mk. betrage. Sie erstattete darauf Anzeige und die Seitens der Polizei aufgenommene Verfolgung führte zu der Ergreifung der Händler tn einem
juchuna gegen sie und damit zugleich das Verfahren gegctt dck Lindrath erneut ausgenommen wurde. Die Utzigen Verhand luv gen brachten für die Lindrath eine günstige Wendung, indem sie unter Aufhebung des früher gegen sie, gefällten Todes- urtheils nur wegen Beihilfe zur Vorsatz ichen Tödtung zu neun Jadren Zuchthaus, unter Anrechnung von 1 Jahr Unterfuchungs- haft verurtheilt wurde, während das Urtheil gegen die des Kinde-mordes schuldig befundene Frau Kurtze auf 10 ^ahre guchthaus und Ehrverlust auf d e gleiche Zeitdauer lautete.
* Einen Meerschweinchen-Schwindel hat der Ankauf der Thierchen zu Versuchsobjekten bezüglich der Wirkung des Beh- rina'schen Heilserums gezeitigt. Der Thierhändler Oskar Kurnicker aus der Graefestraße 9 in Berlin hatte von dortigen Krankenhäusern den Auftrag zur Beschaffung von etwa 400 Meerschweinchen erhalten und durch Zeüungen Lieferanten gesucht. Darauf ging ihm unter dem 11. v. M. aus Pest eme Postkarte zu die die Unterschrift: „Zoologie Graf, Prattengasfe 4. Ungarn Budapest" trug. Der Absender theilte m't.daß er noch 74 Meerschweinchen besitze, die er zu dem Preise von 15 Mark unter der Bi'rgschaft gesunder Ankunst und zollfrei zur Wer- süaung stelle, wenn ihm das Geld vorher emgesandt werde Am 25 November ging der verlangte Preis an die vorstehend an- gegebene Adresse ab. Bisher >st aber weder das Geld zuruck- aekomme.- noch sind die Thiere eingetroffen. Da verschiedene Karten und Einschreibebriefe, die der hiesige Geschäftsmann der Geldsendung folgen ließ, weder beantwortet, noch zuruckgelangt sind, so nimmt Kurnicker mit Recht an, daß er einem Betrüger 111 b » TSi'? heiß "ist"die Sonne ? Ueber die Temperatur der Sonne schwanleii die Angaben zwischen 1500 Grad und 3 bis 5 Millionen Grad. Den wenigsten dieser Zahlen lagen Messungen zu Grunde, und unter diesen letzteren sind die Resultate von Rosetti und Le Chatelier hervorzuheben von denen der Erstere die Temperatur der Sonne mit 10,0 0 Grad, der Letztere mit 7600 Grad Celsius bestimmte. Eme neue Untersuchung haben die Herren W. E. Wilson und R. L. Gray durchgeführü Sie ließen die bekannte Wärme eines glühenden hlatlnstreistnv auf ein Boys'fches Radiomikrometer fallen, wodurch dasselbe um einen Winkel gedreht wurde Andererseits aber beeinflußten von der anderen Seite durch eine enge Oeffnung fallende Sonnenstrahlen das Instrument in entgegengesetzter Richtung indem sie es im verkehrten Sinne drehten. Es wurde nun die Zutrittsöffnung der künstlichen Wärmestrahlungsquelle so lange regulirt, bis sich die beiden Wirkungen aufhoben. Aus diesen Messungen ergab sich die Temperatur der Sonne mit 6200 Grad CelfiU..
* Nothschrei. „Was die Kind,r Emen für em Geld kosten! Alle drei Monate muß ich mir jetzt einen neuen Anzug machen lassen nur daniit ich Etwas sür die Jungens oblegen kann!
Meiffch!" rief Kurt ungebulbig unb [prang von feinem Sitze auf, „sprich endlich deutlich und fuge offen, was Dir so schwer auf bem Herzen liegt, — ober vertraust Du mir nicht?"
Suarfelb blickte roarnenb nach ber Thur; die Wänbe waren nur bünn, unb Mutter Dolores mußte jebes laut gesprochene Won hören, wenn sie nicht wie gewöhnlich um biefe Zeit eingeschlafen war. Dann versetzte er ernst, aber leise: •
„Es geht in Walbbrunnen nicht alles ruhig zu!
(Fortsetzung folgt.)
Der Postdampfer .Friesland" der „Red Star Linie" in Antwerpen ist laut Telegramm am 18. Dezember wohlbehalten in New-Uork angekommen. _____
Werteste Uost.
Hannover, 19. Dezbr. (Prozeß Leich.) Nachbern Nachmittags ber Staatsanwalt eine gelabene Berliner öeugin, bei welcher ber Angeklagte währenb ber Reichstagssession gewohnt hatte, toernommen hatte, verlangte bie Vertheidiguiig die Ladung weiterer auswärtiger Jengen um bie belastenben Aussagen ber Berliner Zeugin 'zu entkräften. Diesem Antrag würbe stattgegeben unb ber Prozeß auf morgen vertagt.
Wien 19. Dez. Seit zwei Tagen stellt bte Post nicht mehr bie Kvuverts mit ber .Frankfurter Zeitung zu • sie bestellt bie Adressaten auf bas Hauptzollamt, wo'bie Kouverts amtlich in ber Gegenwart ber Adressaten ober ihrer Bevollmächtigten geöffnet werben. Die barin befinblichen Nummern ber .Frankfurter Zsllung werben nicht ausgefolgt. Die Post erklärt sich zu biefem Vorgehen berechtigt, ba ber .Frankfurter Zeitung' ber Eintritt nach Oesterreich auf bem Postwege entzogen sei. (Hierzu bemerkt bie Redaktion ber .Frankfurter Zeitung': Das ist eine unbegründete Behauptung. Der .Frankfurter Zeitung' ist nur der Post- debit, b. h. bie Beförberung als Zeitung entzogen; bie Verhinberung einer anbern Beförberungsart und namentlich bie Oeffnung ber geschloffenen Kouverts ist eine Verletzung ber Gesetze unb bes Postvertrags.)
Budapest, 19. Dez. Aus Einlabung bes Karbmals Vaszary trat heute bie Bisch oss - Konferenz zu- famimn. _______ ___
An den hochwürdigen Kuratklerus der Diözese.
Da bereits am künftigen Sonntag die Kollekte für die Seminarien des Orients zur Erziehung emes einheimischen Klerus zu verkündigen ist und die Veröffentlichung dieser Zeilen nicht mehr durch Ausgabe eines Kirchlichen Amtsblattes erfolgen kann so dringen ivir auf diesem Wege dem hochwurdigen Kurat- kleru's zur Kenntniß, daß der hl. Vater nochmals durch Schreiben der Apostolischen Nuntiatur in München vom 14 Dezember fämmtliche Hochwürdigsten Herren Bischöfe Deutichlands dringend gebeten hat, Sorge zu tragen, daß die Sammlung für den be- iaaten Sweck einen reichen Ertrag liefere. Der hochwurdigste Diözesaicklerus, der bereits aus den Encykliken des letzten Jahres den glühenden Eifer des hl. Vaters kennt, bte orientalischen rechtgläubigen Kirchen mit dem Centrum der Einheit enger zu verbinden und die fchismatischen zu diesem Centrum zuruck- zuführen, wird daher auch seinerseits nicht ermangeln die Gläubigen zu reicheren Gaben sür die Ziele des hl. Vaters anzu- eif,rn. Diese Gaben sind dann innerhalb 14 Tagen an unsere Kanzlei zu senden, von wo sie nach besonderer Anordnung des hl. Vaters an die Apostol. Nuntiatur tn München übermittelt werden. ,
Fulda, den 19. Dezember 1894.
” Bischöfliches General-Vikar,at.
* Den kaiserlichen „Sang an Aegir" hat Dr. Max Ober breyer in Leipzig in folgender Weise^umgedichtei: