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blühen und gedeihen!

A Wanfried, 19.Nov. Im Laufe der verflossenen Woche gab in der Turnhalle dahier der Cirkus Straß­burger Vorstellungen. Die künstlerischen Leistungen der Truppe waren vorzügliche, jedenfalls bei Weitem besser, als solche der mit pomphaften Reklamen ange­kündigten „Fliegenden Cirkuffe". Der Zudrang zu der gestern Abend stattgefundenen Abschieds - Vorstellung war ein großer, namentlich war die Gallerie äußerst stark besetzt. Durch den Druck immer neu hinzukom­mender Zuschauer wurde kurz nach Beginn der Vor­stellung ein Theil der Galleriebrüstung hinausgedrängt, wodurch ein Theil der an der Brüstung stehenden Per­sonen zum Absturz kamen. Glücklicherweise sind keine ernstlicheren Verletzungen vorgefallen und ist die Mehr­zahl mit dem Schrecken davongekommen. Die Vorstel­lung konnte nach kurzer Unterbrechung ungestörten Fortgang nehmen. — Der vor Kurzem dahier ver­storbene Lederfabrikant Christoph Gebhard hat un­serer Stadt testamentarisch ein Legat von 8000 Mark

vermacht. Wir verzeichnen dieses hochherzige Geschenk um so freudiger, als unsere Stadt im Vergleich zu anderen Gemeinwesen in dieser Hinsicht bisher recht stiefmütterlich bedacht worden ist, trotzdem es hier sehr wohlhabende Leute gegeben hat und noch gibt. Der Verstorbene hat sich durch diesen Akt ein bleibendes Gedächtniß errichtet, wie es ein ihm errichteter Grab­stein, und sei er noch so prunkvoll, ehrenvoller nim­mermehr vermöchte. Wir geben uns derHoffnung hin, daß dieser hochherzigen Schenkung weitere folgen mögen. — Der hiesige neue Kriegerverein hat die Er­richtung einer Sterbekasse beschlossen und ist dieselbe bereits in Kraft getreten. Zu dem Fonds derselben hat der Rittergutsbesitzer v. Scharfenberg dahier einen namhaften Beitrag beigesteuert. Das Baar-Vermögen des Vereins beträgt über 1000 Mark.

* Wommen, 18. Nov. Die von Herrn Schmiede­meister Ebel dahier im Frühjahr d. I. errichtete Hufbeschlag-Lehrschmiede beendet in Kürze chren 2 Kursus, au dem sich 4 Lehrlinge betheiligt hatten. Herr Ebel wird alsdann sofort mit einem neuen Kursus beginnen. An dem ca. 2 Monate dauernden Kursus können bis zu 6 Lehrlinge rheilnehmen.

X Vom Vogelsberg, 19. Nov. Die landschaft­lichen Schönheiten des Vogelsgebirges mit seinen Herr­ichen Buchenwäldern findet immer mehr die gebührende Würdigung. Während voriges Jahr ein Offizier a.D. ich eine Villa am sog. Oberwald erbaut und dieselbe mit ausgedehnten Parkanlagen umgeben hat, unternahm im vorigen Monat ein Engländer unweit Altenschlirf den Bau einer Villa mit Remisen und zwar in so beschleunigter Weise, daß dieselbe bis Mitte Januar oll bezogen werden können. Der Besitzer resp. Er- ,auer hat die Bergwerke bei Altenschlirf erworben und will sie mit kommendem Jahr in Betrieb nehmen, was der ganzen Gegend eine willkommene Erwerbsquelle bieten wird. .

* Laubach, 16. Nov. Ueber den zwischen Ram- rod und Schotten versuchten Raubmord ist noch zu berichten, daß der Thäter Andreas Klüber heißt und aus Gießen gebürtig sein soll. Der Uebersallene, dessen Verwundung weniger lebensgefährlich ist, als es zu­erst schien, bat sich nach Mittheilung von Augenzeugen bereits zu Anfang der Woche in Gesellschaft Klüber's in Butzbach gefunden; beide gingen über Ober-Widders­heim wo sie übernachteten und wo der Uebersallene die gemeinschaftliche Zeche bezahlte, nach Altenschlirf zn. Auf dem Wege dahin geschah der Ueberfall. Der Uebersallene heißt Bender; er ist 60 Jahre alt und

aus Altenschlirf gebürtig.

* Aus Erfurt schreibt man der ,Etchsfeldia' über den mehrerwähnten Prozeß Gerlach vom 16. d. M.:

Nach zweitägiger Verhandlung wurde gestern Abend der Prozeß gegen den Oberfürger Gerlach und Frau wegen Miß­handlung des Dienstmädchens mit tödtlichem Ausgange ge­schlossen. Die Zeugenvernehmung bestätigte durchweg die An­klage. Der Oberförster Gerlach wurde aber insoweit entlastet, als er unstreitig unter dem Einfluß seines Weibes gehandelt hat und bisweilen selbst von demselben mißhandelt worden rst, ebenso wie das eigene Kind der Gerlach'schen Ehesrau. Interessant war die Vernehmung eines Hofpredigers aus Sondershausen, welcher bekundete, daß Frau Gerlach eine fleißige Kirchgängerin und eifriges Mitglied des Gustav-Adolf-Vereins gewesen sei. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft, Gerichtsassessor Mehlis, be­gann seine Rede mit den Worten: „Das Verbrechen, das uns gestern und heute beschäftigt, hat weit über die Grenzen unserer Stadt und unseres Landes hinaus mit Recht das größte Auf­sehen erregt. Ein junges, lebenslustiges Mädchen, das bei seiner Herrschaft ein gutes Fortkommen erhoffte, ist von dieser ,n der abscheulichsten Weise zu Tode gequält worden. Die Handlungs­weise ist um so verwerflicher, da sie von einer Herrschaft aus­geübt wurde, von der man angesichts ihrer sozialen und Besitz­stellung hätte erwarten sollen, daß sie ihren Untergebenen eine theilnahmsvolle, menschenfreundliche Behandlung werde zu theil werden taffen. Dieselbe Herrschaft, die allsonntäglicb in die Kirche ging die äußerlich wohlthätig war, namhafte Geldbeiträge an die' Gustav-Adolf-Stiftung und für arme Leute spendete, hat sich nicht gescheut, ihr Dienstmädchen, für dessen Wohlergehen sie zu sorgen verpflichtet war, in der unmenschlichsten, grausamsten Weise monatelang geradezu zu quälen und derartig zu mißhandeln, daß schließlich das Mädchen gestorben ist. Diese Herrschaft fetzte die Mißhandlungen sogar noch fort, als das arme Mädchen bereits auf dem Sterbebette lag. Dieser Widerspruch von Pharisäertbum und Heuchelei auf der einen Seite und Hart­herzigkeit, Lieblosigkeit und Rohheit auf der anderen Seite habe auch die furchtbare Erregung der gesammten Bevölkerung zu Sondershausen verursacht, so daß die Gendarmen, als die Angeklagten bei ihrer Verhaftung durch die Straßen von Sondershausen geführt wurden, alle Mühe hatten, dieselben vor der erregten Bevölkerung zu schützen. Die Bertheidiger machten int Wesentlichen nur mildernde Umstände geltend. Die Geschworenen haben die Hauptfchuldfragen bezüglich beider Angeklagten bejaht, jedoch nicht für erwiesen erachtet, daß sie sich eines gefährlichen Werkzeuges bedient haben. Dem Ehemann Gerlach ist jedoch die Frage nach mildernden Umständen bejaht worden Der Gerichtshof hat, dem Spruche der Gefchworenen entsprechend, den Angeklagten Oberförster Gerlach zu 4 Jahren Gefäri.qniß, die Angeklagte Frau Gerlach zu 10 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust verurteilt. Der Gerichtshof hat bei der Strafabmessung in Erwägung gezogen betreffs des Ehemanns Gerlach feine bisherige Unbescholtenheit, daß er von seinen Vor­gesetzten geachtet worden ist und daß er unter der Herrschaft seiner Frau stand. Andererseits aber Ist in Erwägung gezogen worden, daß der Angeklagte als Dienstherr verpflichtet war, für das Wohlergehen seines Dienstmädchens zu sorgen und daß er ein gebildeter Mann ist, dem eine Unthal schwerer anzu- rechnen ist wie einem ungebildeten Menschen. Bei der Frau Gerlach ist die Art der Mißhandlung, die bis zur unmenschlichen Grausamkeit ging, der Mangel jeder Reue über die Unthat, den sie selbst noch während der Verhandlung an den Tag legte, und endlich, daß sie den gebildeten Kreisen entstammt, berücksichtigt worden. Mildernd kann nur die bisherige Unbescholtenheit und das heftige Temperament der Angeklagten in Betracht kommen. Der Gerichtshof hat dem Gerlach die Ehrenrechte nicht abge- sprachen, um ihm seine Rehabilitierung nicht unmöglich zu machen. Die Handlungsweise der Frau Gerlach war aber nicht nur eine unmenschliche, sondern auch eine ehrlose. Deshalb ist gegen diese auch auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt worden. Nach den gesetzlichen Bestimmungen haben die Angeklagten die Kosten des Verfahrens zu tragen. Die Berurtheilten wurden sofort abgeführt.

Gottesdienst-Hrduung m Iiuwa.

Mittwoch, 21. Nov Fest der hl. Elisabeth. D-m. 5'/- 6 ß3/i und 7'/> Uhr hl. Messen, 9 Uhr Hochamt mit Predigt, 2 Uhr Vesper, 4 Uhr Nachmittagsandacht. — Stadt­pfarrkirche. 57* U. hl. Messe und Predigt, 7 Uhr hl. Messe, 8 Uhr hl. Messe und Predigt, 97» Uhr Hochamt und Predigt, 11 Uhr hl Messe, 3 Uhr Andacht. — Michaelskirche. 10 Uhr Amt. — Pfarrkirche zum hl. Geiste. 8 U. Hochamt, 4 Uhr Andacht mit Segen. — W* Sodalität. 7>10 U. — Frauen- berg. 8 Uhr Hochamt, 17- U. Kreuzwegandacht u. Segen.

furt herbeigeeilt war, um die Leitung zu übernehmen. Es ist dies ein wahrhaft zeitgemäßes, nach Inhalt und Form gleich ausgezeichnetes Stück. Möchte es in recht vielen katholischen Vereinen Eingang finden und so manches irdisch gesinnte Herz wieder an seine ewige Bestimmung erinnern und zur Erreichung derselben aneifern. In Gestalt eines Pilgers sehen wir die gläubige Seele, wie sie von Gott unter den Schutz eines himmlischen Fürsten gestellt, im Lichte des Christen- thums und mit der Kraft des Kreuzes ihren Weg zum Himmel ernstlich verfolgt. Doch zu beiden Seiten lauern die Feinde, jener „brüllende Löwe" und „die Welt" nebst dem, „was in der Welt ist", Augenlust, Fleischeslust und Hoffart des Lebens. Diese grimmigen Gegner bieten alles auf, machen alle Versprechungen, gebrauchen schmeichelnde Worte und erschreckende Droh­ungen, um die Seele von Gott abwendig zu machen und in ihren verderblichen Netzen zu fangen. Mächtiger jedoch erweisen sich die guten Geister mit St. Michael, die Schutzheiligen mit der Gottesmutter an der Spitze, welche dem armen Erdenpilger in treuer Liebe auf jedem Schritte tröstend, ermunternd und helfend im heißen Kampfe beistehen, und Jesus, der gute Hirt, der das hartbedrängte Schäflein beschützt, und, sollte es auch einmal sich verirrt haben, wieder zur Heerde zurückbringt, wenn es nur seine Verirrungen einsieht und beweint. Wie dankbar erkennt der Pilger die ganze Seligkeit der gottliebenden Seele, wie empfindet er schon hienieden himmlische Wonne und jenen Frieden, der ihn reich und glücklich macht in all' seinen Ent­behrungen und Kämpfen, jenen Frieden, „den die Welt nicht geben kann". Nichts kann ihn mehr von seinem Heilande trennen und so gelangt er dann zu der verdienten Ruhe und Freude des Himmels. Luzifer rast in ohnmächtiger Wuth über seine erlittene Niederlage und in glühendem Hasse gegen den, der ihn am Kreuze besiegt hat, und gegen die, welche diesen geboren. All sein Toben ist vergeblich; er muß sich beugen vor dem Zeichen der Erlösung. Michael hat ihn überwunden, das Kreuz auf den Nacken des Widersachers Christi setzend, verkündet er entzückt die Herrlichkeit Gottes und den ewigen Triumph des ewigen Sohnes. Das ist in Kürze der Gedankengang des wirklich hinreißenden, herzerhebenden Festspieles. — Alle darstellenden und mitwirkenden Personen unterzogen sich mit Hingabe ihrer Aufgabe und lösten dieselbe mit vielem Geschick, wie sie auch unermüdlichen Eifer in der Vorbereitung und Einübung bethätigt haben. Besonderes Lob gebührt dem Herrn Lehrer Hetzjer, dessen anstrengenden Arbeiten hauptsächlich der schöne Erfolg zu verdanken ist, und der sich über­haupt durch seine persönlichen Opfer und großen Mühen in der Schule und im kathol. Männervereine um die gedeihliche Entwickelung unserer Gemeinde so sehr ver­dient gemacht hat. Mit sichtlichem Interesse folgten die Anwesenden, die zum größten Theile Anders­gläubige waren, der ganzen Aufführung und horchten mit gespannter Aufmerksamkeit auf den Inhalt des Spiels. Man konnte sich angenehm überzeugen, wie doch immer noch religiöse Gedanken und Wahrheiten Geist und Gemüth des Menschen mächtig ergreifen und bewegen. — Nach einer dem Verfasser des Fest­spieles bereiteten ehrenden Kundgebung, trat dieser be­wegt hervor und dankte bewegt für die äußerst sym­pathische Aufnahme seines Werkes; einen so großartigen Erfolg habe er in den zehn Aufführungen desselben noch nicht erzielt. Den Schluß bildete eine Ansprache des Herrn Pfarrers und Ehrenpräsidenten des kathol. Männervereins. Nach einem Rückblick auf den all­seits befriedigenden Verlauf der Festlichkeit, insbeson­dere des meisterhaft ausgeführten Festspieles schilderte er die hl. Elisabeth als deutsche Fürstin, als Landes­mutter von Hessen und Thüringen, als Heilige und als leuchtendes Vorbild in unseren Tagen für alle Stände, für die Reichen und Glücklichen, aber auch für die Besitzlosen und Elenden. Dieses hellleuchtende Gestirn zeige in der traurigen Finsterniß unserer Zeit den Pfad, auf welchem allein die Menschen sich aus­söhnen könnten und den wahren Frieden, das wahre Heil finden würden. Nach einem begeisterten Hoch auf den Arbeiter-Papst und -Kaiser wurde die Papst- u. Kaiserhymne ebenso begeistert gesungen. — Zweifellos hat die Festfeier zur Stärkung des christlichen Glaubens bei vielen beigetragen, und das wäre einerseits ein bedeutender Vortheil, anderseits ein großer Kohn für den katholischen Männerverein „Konstantia". Möge er und mit ihm die ganze katholische Gemeinde wachsen,

Warktöerichte.

Frankfurt, 19. November. Der heutige Viehmarkt war mit 450 Ochsen, 11 Bullen, 527 Kühen, Stieren und Rindern, 170 Kälbern, 675 Hammeln, 879 Schweinen befahren. Die Preise stellten sich wie folgt: Ochsen I. Qualität 70—73 Mark, 11. Qualität 63—66 Mark. Bullen I. Qualität 62—64 Mark, II Qualität 58—60 Mark. Kühe, Rinder und Stiere I. Qualität 60—62 Mark, II. Qualität 49—51 Mark. Alles per 50 Kilo Schlachtgewicht. Kälber I. Qualität 73—78 Pfg., II. Qualität 60—65 Pfg., Hümmel I. Qualität 61—62 Pfg., II. Qualität 52—56 Pfg., Schweine I. Qualität 60—61 Pfg., II. Qualität 58—59 Pfg. Alles per Kilo Schlachtgewicht.

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Petersburg, 19. Nov. Die Trauerfeier begann um 107s Uhr und gewährte ein sehr eindruckvolles Bild. In der Peter Pauls-Kathedrale befand sich Prinz Heinrich, welcher die Uniform des Kaluga-Regiments angelegt hatte, in der unmittelbaren Nähe des Kaisers Nikolaus. Unter den Deputationen wurden diejenigen aus dem Deutschen Reiche sehr bemerkt. Der Kranz des Kaisers Wilhelm wurde heute an der Bahre zu Füßen des Verewigten niedergelegt. Unter fortwähren­dem Donner der Kanonen und dem Geläute sämmt- licher Glocken der städtischen Kirchen und unter Flinten­salven erfolgte kurz vor 1 Uhr die Beisetzung. Der Sarg wurde von dem Kaiser und dem Großfürsten nach der Gruft gebracht. Demselben folgten die aus­ländischen Souveräne und Prinz Heinrich von Preußen. Die Feier endete um 1 Uhr.

* Vom hohen Westerwalde, 16. Nov. Der Berg­bau auf Braunkohlen hat sich in der letzten Zeit sehr gehoben. Auf sämmtlichen Gruben sind dieVor- räthe verkauft, und die starke Nachfrage kann nicht vollständig gedeckt werden. Auf allen Gruben ist der Betrieb verstärkt worden. Bei Schürfungen in der Gemarkung Alpenrod wurde eine Blei- und Silber­erzader angehauen.

Vermischtes.

* In letzter Zeit werden häufig Klagen darüber laut, daß die nach austerdeutschen Ländern gerichteten Postkarten, zu denen das für den inneren deutschen Verkehr und Oesterreich-Ungarn vorgeschriebene For- mul-r benutzt worden ist, von den Postverwaltungen der Bestimmungsorte, trotzdem die betreffenden Post­verwaltungen init 10 Pfg. frankirt sind, als unge­nügend frankirte Briefe behandelt und dem­zufolge mit 25 Cents — 20 Pfennig Porto belegt werden. Wir machen daher unsere Leser in ihrem Interesse zur Vermeidung von Verzögerungen und sonstigen unliebsamen Folgen darauf aufmerksam, zu Postkarten nach dem Auslande nur das bei den Post­anstalten zu beziehende, vorschriftsmäßige Weltpost­kartenformular zu verwenden.

* Köln, 16. Nov. Zu ben®efaltenen in den Gefechten der kaiferlichen Schutztruppe mit dem südwestafrikanifchen Haupt- ling Witb o i gehört auch ein Kölner. An den Zugführer Hrn. Paul Kluth Hierselbst gelangte heute folgendes Schreiben des Truppenkommandeurs Major Leutwein: „Windhoek, den 8. Oktober 1894. Ich habe Ihnen die traurige Mittheilung zu machen, daß Ihr Sohn, der Reiter Paul Kluth, am 27. August bei den Gefechten in der Naukluft verwundet und am 6. Sept. 1894 zu Aub verstorben ist. Ich verfehle nicht, Ihnen meine innigste Theilnahme für diesen schmerzlichen Verlust auszudrücken. Die Regelung des Nachlasses erfolgt durch das Reichs-Marine­amt und wird von diesem weitere Mittheilung Ihnen s. Z. zugehen."

* Köln, 18. Nov. Vorgestern Nacht traf ein an der alten Mauer patrouillireuder Schutzmann einen in der Nische eines Thoreinganges schlafenden, etwa achtjährigen Jungen. Er weckte denselben und fragte ihn: „Weshalb gehst du denn nicht nach Hause, was machst du hier?" Der Junge gestand unter Thränen, daß sein Vater ihn seit 14 Tagen aus dem Hause ge­jagt hätte, weil seine neue Mutter (Stiefmutter) ihn nicht im Hause dulden wollte. Auf die Frage des Beamten: „Wo hast du denn die Zeit gegessen und geschlafen?" erwiderte der Knabe: „Ich habe mein Essen zusammengebettelt, des Abends chlich ich mich in ein Hans auf den Speicher und schlief dort." Der mitleidige Beamte gab dem armen verlassenen Jungen zu essen und brachte ihn zur Wache. Der arme Knabe wurde dann in das Waisenhaus gebracht, während gegen den pflichtvergesse­nen Vater Strafanzeige erstattet wurde.

Kirchliches.

«y- Der hochw. Geistlichkeit der Diözese Fulda preuß. Antheils zur gefl. Kenntniß:

Cum festum Praesentationis B. M.V. cum festo S- Elisabeth h. a. occurrens transferendum in correctorio nuper edito ex humana - oblivione — quam dolemus sit omissum, sequitur ex raandato Rmi Ordinarii ordo festorum hoc mense secuudum rubricas servandus.

20. . Vp. de seq. c. pc. ,

>x< 21. 8 Elisabeth dp. 2. cl. LI. 1 et 3. N. (etiam

9.) de coi. In M. non die. Cr. (nisi ubi 8. Elis, est patrona) In 2. Vp. c. sq.

22 —26. ut in Directorio.

26. Vp. de sq. (Ant. pp. ad Mgf.) c. pc. ssss B.

27. Praesentatio B. M. V. (ut in Direct. 21. hui.) 2. Vp. (ad lib. c. sq. vot.)

Cetera omnia (etiam LI. 28. Nov. Per. 4) ut in Direct.