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Beilage jiw Wulöaev Aeilung.

M 218

SonnLcrg, öen 23. September 1894.

21. Jahrgang

An unsere Leser

wenden wir uns beim herannahenden Quartalswechsel mit dem freundlichen Ersuchen, das Abonnement auf die »Fuldaer Zeitung' baldigst erneuern zu wollen, damit unter dem An­drang der Arbeiten, welcher gegen den 1. Oktober hin bei den Postanstalten eintritt, die Zusendung des Blattes keine Unter­brechung erleidet. Die

,Iu1daer Zeitung^

welche mit Ablauf dieses Jahres W 21 Jahre "W ihres Bestehens hinter sich Hat, hofft sich auch fernerhin das Vertrauen der Centrumspartei des Regierungsbezirks Kassel und der Diözese Fulda zu bewahren; sie wird es wie bisher zu recht­fertigensuchen. Ein anderes tägliches Blatt, welches befugt wäre, sich zur „katholischen Presse" zu zählen, erscheint in Fulda nicht. — Das neue Vierteljahr bringt uns wieder parlamentarische Verhandlungen im Reichs- und Landtage und voraussicht­lich auch wichtige Ereignisse auf politischem Gebiete überhaupt. Mit dem Oktober tritt zudem auch der Beginn der langen Abende und somit die rechte Lese zeit ein, so daß man in keinem Hause die Zeitung entbehren mag.

Die »Fuldaer Zeitung' behandelt die neuesten Tagesfragen in allgemein verständlicher Weise. Die politischen Nachrichten sind kurz und übersichtlich zusammengestellt, den lokalen und provinziellen Vorkommnissen wird große Sorgfalt gewidmet, und auf ein spannendes, sittlich reines Feuilleton besonders Gewicht gelegt. Die __

Fuldaer Zeitung —

ist unter den in Fulda wöchentlich mehrmals erscheinenden Blät­tern das weitaus gelesen st e und eignet sich deshalb auch ganz besonders als Jnsertionsorgan. Anzeigen sind von sicherer Wirksamkeit.

Wie unsere verehrten Leser bereits aus den letzten Nummern der .Fuldaer Zeitung' ersehen, sind die seit mehreren Jahren in Gebrauch gewesenen, abgenützten Typen (Buchstaben) durch vollständig neue ersetzt worden, so daß unser Blatt von jetzt ab in schönerer Ausstattung erscheint. Auch die Unterhaltungsbeilage

hat bekanntlich seit einigen Monaten in mehrfacher Hinsicht eine Bereicherung erfahren, ohne daß der Abonnementspreis erhöht worden wäre. Derselbe beträgt für die ,Fuldaer Zeitung' nebst der illustrirten Sonntagsbeilage »Sterne und Blumen' nach wie vor pro Vierteljahr nur 1 Mk. 50 Pfg. excl. Bestellgeld.

qQq Bestellungen

auf die ,Fuldaer Zeitung' für das 4. Quartal 1894 werden von allen Postanstalten, Postboten und Zeitungsträgern angenommen.

werden an uns aufgegebene Adressen mehrere Tage kostenlos und portofrei versandt.

Ar» Iffiwitotrniie Mmmüen

tion (Fuldaer Aktiendruckerei, Harmonie) die Postquittnng znsenden, die Zeitung vom Tage der Bestellung an bis Ende September unentgeltlich und franko unter Kreuzband.

So laden wir denn unsere Leser zu recht zahlreichem Abonnement ein und richten zugleich an sic die Bitte, uns iu der Gewinnung neuer Abonuentcn durch Empfehlungin Freundeskreisen nach Kräften zu uuterstützen.

Fulda, im September 1894.

Redaktion und Berlag der »Fuldaer Zeitung'.

Wortvcrg

des Herrn Kunst- und Handelsgärtners Karl Breitenborn senior»

gehalten bei der Gartenbau-Ausstellung zu Fulda am 15. September 1894.

Sehr geehrte Festversammlung! Wenn ich den Herrn Präsidenten ums Wort gebeten habe, so will ich der Versamm­lung nur eine kurze Uebersicht über das Leben und Bestreben unseres Gartenbauvereins geben, sowie über seine Entstehung und seine bisherige Thätigkeit. Wenn ich mich im Geiste zurück ver­setze in die Zeit, wo wir vor 15 Jahren unsere erste Versamm­lung abhielten, und unsere letzte Veieinsversammlung damit in Vergleich ziehe, muß ich einestheils zu meiner Freude bekennen, daß sich das Interesse für Gartenbau und Obstbau bedeutend gehoben hat, denn der Verein ist von 30 Mitgliedern auf 160 gestiegen; aber anderntheils beschleicht mich auch ein recht weh- müthiges Gefühl, weil ich nicht in die Worte des Dichters Schiller einstimmen kann, welcher sagt: „Ein süßer Trost ist ihm geblieben, er zählt die Häupter seiner Lieben, und sieh' es fehlt kein theures Haupt." Unserem Vereine fehlt ja so manches theure Haupt, und namentlich fehlt unser langjähriger Präsident, Herr Oberbürgermeister Rang. Er ruhe in Frieden.

Meine Herren! Bevor ich aus die Entstehung und Gründ­ung unseres Gartenbauvereins näher eingehen kann, muß ich erst eines Mannes gedenken, der wohl der Gründer vieler Gartenbauvereine Deutschlands war, und dieser Herr war der landwirthschaftliche Minister Dr. Lucius. Wie viel dieser Mann für unfern Obstbau gethan hat, werde ich später nochmals zur Sprache bringen, denn er wußte recht gut, was für eine schwere und große Aufgabe die sämmtlichen Gartenbauvereine Deutsch­lands zu lösen haben, was ich zunächst nur flüchtig berühren werde. Meine Herren! Es dürfte ihnen wohl nicht allen bekannt sein, daß schon seit einer langen Reihe von Jahren alljährlich ungeheure Massen von Obst nach Deutschland eingeführt werden, und nach einer Durchschnittsberechnung von 50 Jahren sind nach statistischen Angaben alljährlich 13 Millionen Mark für Dbst in's Ausland gegangen, und dieser Einfuhr steht nur eine jährliche Ausfuhr von 3 Millionen Mark gegenüber, was in 50 Jahren uns eine Ausgabe von 500 Millionen Mark ver­ursacht hat. Und diese Millionen klagen ganz Deutschland an, daß cs in Bezug auf Obstkultur seine Schuldigkeit nicht gethan

hat, sie klagen jede einzelne Provinz an, sie klagen jeden Kreis an, sie klagen jeden landwirthschaftlichen Verein an, sie klagen jeden Gartenbauverein an, sie klagen auch einen jeden von uns an, daß wir unsere Schuldigkeit nicht gethan haben, und rufen uns zu: daß es hohe Zeit fei, sich der Kräfte, welche int Pflanzenr iche, insbesondere in der Obstkultur geborgen sind, allerorts zu erinnern, um sie der vaterländischen Bevölkerung nutzbar werden zu lassen, und sie dem Aufschwünge der Nach­barländer gegenüber in nutzbrittgender Weise zu pflegen. Sie rufen uns zu, daß wir eine lange Reihe von Jahren hindurch unter dem Einflüsse religiöser und politischer Bestrebungen die volkswirthschaftlichen Einrichtungen weiser Fürsten vernach­lässigten und der Sucht nach einem Gewinne sröhnten, dem der Segen der Arbeit fehlte; sie rufen uns ferner zu, daß obgleich uns der Obstbau einige Schwierigkeiten bereitet, wir dennoch nicht sagen sollen, klimatische Lage und Bodenbeschaffenheit sei uns nicht günstig; nein, so zu sprechen, sind nur die armen Nordseebewohner berechtigt, welche noch Obstbäume an ihre Fischerhütten pflanzen; dasselbe gilt auch für die Obstpflanzung der armen Sennhüttenbewohner der bayrischen Alpen; uns aber rufen die Millionen ganz besonders zu, daß einem ernsten Streben Vieles, wenn auch nicht Alles gelingen werde, sofern Umsicht und Liebe zur Sache es leiten. — Und dieser Mahnruf ist auch an unserm Kaiserthron nicht umsonst verhallt, denn der sel. Kaiser Wilhelm hat schon vor einigen 20 Jahren gesagt: die Millionen müssen im Lande bleiben, und den damaligen landwirthschaftlichen Minister Dr. Lucius ermächtigt, 900,000 Mark zur Errichtung zweier neuer pomologischen Institute in Geisenh eim und P r osk au zu verwenden. Hier werden nicht nur alljährlich viele junge Obstbaumzüchter ausgebildet, sondern es werden auch alljährlich Tausende von jungen Obst- bäumen gezogen. Dann hat der landwirthschaftliche Minister Dr. Lucius sämmtliche Herren Landcsbauinspektoren angewiesen, überall an den Landstraßen, wo es irgend thnnlich sei, Obst­bäume anzupflanzen. Wie viele Hunderttausende von Obst­bäumen auf diese Art in Deutschland angepflanzt worden sind, entzieht sich meiner Berechnung, aber ein kleines Bild können wir uns davon machen, wenn wir uns die Landstraßen in den KreisenHünfeld , Fulda und Gersfeld ansehen. Das nennt man Obstkultur im Großen. Herr Dr. Lucius hat aber für die Obstkultur noch mehr gethan, denn er hat nicht nur auf seinen Besitzungen eine große Baumschule errichtet, sondern er hat auch an sämmtliche Städte Deutschlands, ich glaube durch Ministerial- Erlaß, das Ersuchen gerichtet, in allen den Städten, wo noch keine Gartenbau-Vereine und keine Baumschulen seien, die­selben in's Dasein zu rufen. Nachdem uns unsere Nachbarstädte Marburg, Eschweze, Hanau und Gelnhausen mit Gründung von Gartenbau-Vereinen tiorangegangen waren, wurde int Frühjahr 1879 auch in Fulda ein Gartenbau-Verein gegründet. Statuten­gemäß findet alle Monate eine Vereins-Versammlung statt, worin namentlich während des Winters Vorträge aller Art gehalten werden, so daß schon manches Mitglied Gelegenheit hatte, eine sogen. Jungfernrede zu halten. Seit dem 15jährigen Bestehen bes Bersins wurden schon über 100 Vorträge gehört. Außerdem hat unser Verein eine recht gute Sammlung von Werken über Gartenbau und Obstbau, welche auchSsitens der Mitglieder recht fleißig benutzt wird. Ferner hat der Verein (Sämereien an die Mitglieder vertheilt, ebenso Stachel- und Johannisbeersträucher; in den letzten zwei Jahren wurden nahezu für 100 Mark Obst­bäume angekauft und an die Mitglieder abgegeben. Wenn ich einen Berg'eich anstelle zwischen der diesjährigen Ausstellung und jener, welche vor 5Jahren ftattfanb, so muß ich öff n bekennen, daß namentlich- auf dem Gebiete des Gartenbaues und des Obst­baues bedeutende Fortschritte ersichtlich sieb. wozu unsere beiden Nachbarstädte Hünfeld und Gersfeld einen gutenTheil bei- getragen haben. Das Bestreben nuferes Gartenbau-Vereins, viele und gute Obstbäume auzupflanzen, hat dadurch eine ganz beson­dere Unterstützung erhalten, daß die verehelichen Krsistagsmit- glieder vor 10 Jahren eine Baumschule errichteten, aus welcher alljährlich 1000—1500 Obstbäume zur Anpflanzung geliefert werden. Eine zweite Unterstützung wird den Bestrebungen un­seres Vereins auch dadurch zu Theil, daß wir seit einigen Jah­ren hier eine landwirthschaftliche Winterschule haben, worin auch über Garten- und Obstbau Unterricht ertheilt wird. — Ich glaube im Sinne sämmtlicher anwesender Herren und sämrntlicher Mitglieder unseres Gartenbau-Vereins zu handeln, wenn ich jetzt noch dem besonderen Wunsche Ausdruck gebe daß man auch in unseren beiden Nachbarstädten Hünfeld und Gers­feld recht bald Gartenbau-Vereine gründen möchte, um die Obst- baumzucht zu förbern, beim, meine Herren, wer Obstbäume pflanzt vermehrt bie Lebensmittel, unb wer bte Lebensmittel vermehrt, hat Anspruch aus bie Dankbarkeit ber Menschen. Bleibt bieserDcmk auch aus, so wirb Jeber seinen Lohn in betn frohen Bewußtsein finben, an etwas Schönem unb Eblen mitgewirkt zu haben. Auch gebe ich noch bem weiteren Wunsche Ausbrnck, baß jeber Kreis unb jebe Provinz, ja bas ganze beutsche Vaterlanb ein recht schöner Obstgarten warben möge, unb bamit auch das Ja unb Amen nicht fehlt, taffen Sie uns ein breifaches Hoch ausbringen, und zwar zunächst ein Hoch auf alle Freunde, Gön­ner und Förderer des Obstbaues, ein zweites Hoch auf alleObst- baumpflanzer unb Obstbaumpfleger unb ein britteg Hoch auf alle Obstdaumzüchter; sie alle leben hoch! hoch! hoch!

Vermischtes.

* Können Backwaaren als Gebrauchsmuster ge­schützt werden? Die Frage ist jüngst durch gerichtlichen Entscheid zur Klarstellung gebracht worden und zwar hat sich hierbei ergeben, daß die Antwort auf die ge­stellte Frage sowohl „Nein" als auch „Ja" lauten kann. Die Verhältnisse, welche hierbei in Betracht kommen, sind für alle Gewerbetreibende von großem Jnteresfe, und sei aus diesem Grund der allgemeine Sachverhalt, nach einem Bericht des Patentanlvalts Otto Sack, Leipzig, in möglichster Kürze auseinander­gesetzt. Jemand hatte eine Gebäcksorte, die er für neu hielt, zum Gebrauchsmuster angemeldet und den gewünschten Schutz wie üblich ohne weiteres erlangt. Ein Konkurrent stellte Löschungsklage an, indem er behauptete, Gebäckwaaren gehören überhaupt nicht unter den Gebrauchsmusterschutz, weil diese

sämmtlich dem gleichen Zweck, verzehrt zu werden, dienen. Der Gebrauchsmusterschutz-Inhaber hatte in seinem Schutzgesuch hervorgehoben, daß er den Schwer­punkt seiner Neuerung in die eigenartige Mischung der Stoffe lege und daß hierdurch das Gebäck schmack­hafter sei und schöner aussehe. Die aus diesem That- bestand sich ergebenden Entscheidungsgründe lassen sich in folgendes zusammenfassen. Der Löschungsklage mußte Folge gegeben und das angefochtene Gebrauchsmuster­recht vernichtet werden, weil thatsächlich und zwar auf Grund des Inhalts der Gebrauchsmusterschutzbeschrei­bung die Grundbedingungen der Gebrauchsmusterschutz­fähigkeit nicht erkannt werden konnten, denn die kenn­zeichnenden Merkmale der Neuerung waren nur als Stoffmischungen zum Zweck der Erhöhung des Wohl­geschmackes und des schöneren Aussehens aufzufassen und wurden als solche auch vom Inhaber der Neue­rung betont. Stoffmischungen bilden weder eine An­ordnung oder Gestaltung, sondern sind Endergebnisse von Verfahren, und letztere sind vom Gebrauchsmuster­schutz ausgeschlossen. Es ergibt sich hieraus, daß Back­waaren als solche, d. h. als Genußmittel, nicht ge­brauchsmusterschutzfähig find. Hierbei ist aber die Gebrauchsmusterschutzsähigkeit nicht völlig ausgeschlossen, sondern es lassen sich sehr wohl Fälle denken, in denen Backwaaren eine Einrichtung aufweisen, wodurch einem Gebrauchszweck gedient wird. Man kann z. B. Ge­bäckstücke, die an sich leicht zerbrechlich sind, durch An­ordnung eines aus festem, vielleicht ebenfalls eßbarem Stoff bestehenden Jnnengerippes derartig versteifen, daß die Zerbrechlichkeit aufhört und bessere Versandt­fähigkeit erzielt wird. Es würde durch eine solche Ein­richtung ganz entschieden eine Eigenschaft an den Back­waaren geschaffen, wodurch ein neuer Gebrauchs­zweck (bessere Versandtfähigkeit) erreicht und somit auch die Grundbedingung zur Gebrauchsmusterschutz­fähigkeit gegeben wird. Beim Gebrauchsmusterschutz kommt es nicht auf den Gegenstand als solcher an, sondern lediglich auf dessen Eigenschaften und ob letztere durch die Beschreibung in richtiger Weise in den Vorder­grund gestellt sind oder nicht.

* Der Leichnam des hl. Antonius von Padua sollte einer Meldung Wiener Blätter zufolge in der Nacht zum 3. b. Mts. aus ber Kirche bell' Arcella in Padua gestohlen und am nächsten Morgen in einem benachbarten Walde gefunden worden fein. Das ,Vaterl.' versichert, daß diese Meldung nicht wahr sei. Der ganze Vorfall, ber biefer Erzählung zu Grunde liegt, wäre folgenber gewesen: Außerhalb ber Stabt Padua, etwa fünf Minuten vorn Stationsgebäude entfernt, befindet sich die kleine Kirche dell' Arcella und darin ein Zimmer, in dem der heilige Antonius im Jahre 1231 starb. Sein Leichnam wurde einige Tage ipäter in bie Stabt getragen unb ruht in ber ihm zu Ehren erbauten Basilika. In ber Arcella wirb aber zum Anbenken an seinen Tod unter bem an ber Vorderseite mit Glas versehenen Hochaltar eine schöne Statue, den sterbenden Heiligen darstellend, aufbewahrt, unb ringsherum hängen kleinere Votiv- geschenke, besonbers Herzchen von Silberblech. Bor einer Woche haben sich nun ein paar Strolche das abgelegene Kirchlein zum Schauplatz ihrer Thätigkeit ausersehen. Sie drangen n,.ch Mitternacht unbemerkt in bie Kirche ein, entwendeten bie Votiv­herzchen unb etwas Gelb aus bem Opferstocke, im Ganzen etwa 130 bis 150 Franks. Die Diebe suchten batauf das Weite unb ffnb bis jetzt noch nicht ermittelt. Das ist ber Sachverhalt.

* Die Vclocipedsteucr hat in Frankreich im Jahre 1893 für 132,276 Belocipcbe eine Summe von 950,000 Frks. ergeben. Die Klubsteuer ergab im gleichen Jahre 1,400,000 Frks. für 4957 Klubs mit 283,380 Mitgliedern. Der Ertrag der Hunde­steuer belief sich für 2,885,200 Hunde auf 8,700,000 Frks.

* Kühn greift die ,Wernigeröder Zeitung' dem Zeitrade in die Speichen. In ihrer Nr. 176 erklärt sie: „Das Nöschen- roder Schützenfest wird in diesem Jahre um einen Tag verlän­gert werden. Am gestrigen Tage herrschte gar zu schlechtes Wet­ter und da der Himmel heute ein freundliches Gesicht zeigt, so ist der gestrige Tag auf den morgigen verlegt."

* In Sachsen! Eine heitere Scene ereignete sich, wie der ,Oberl. Ztg.' gemeldet wird, dieser Tage bei Aufstellung einer Kompagnie in Löbau. Ein in Löbau-Neustadt einquartirter Grenadier hatte sich mit'ammt seinen Quartirleuten verschlafen, da der fonft übliche und für beide Theile angenehme Weckruf jetzt wegfällt. So kam es, daß ber betreffenbe Grenadier ohne Frühstück auf bem Stellplatz eintraf. Hier traf aber auch nach einem Weilchen ein kleiner Knabe mit einem „Schälchen Heeßen" in einem Blechkännchen ein unb suchte gar ängstlich nach bem ihm bekannten Einquartierungsmann; alles Suchen aber half nichts. Er saßt sich ein Herz unb fragt ben vor ber Front reiteube. Hauptmann nach bem betreffenben Soldaten, fein Anliegen Do«bringenb. Der Hauptmann, ein zweifellos recht leutfeliger unb humaner Vorgesetzter, ruft ben Gewünschten, und tior der Kompagnie durfte ber Grenadier feinen braunen Trank zur Freude der Anwesenden einuchmen.

Literarisches.

Die Verlagsbuchhandlung von Ferdinand Schöningh in Paderborn hat es sich seit Langem zur Aufgabe gemacht, im Interesse ber guten Sache bie Gesellenvereinsliteratur als Spezialität in hcrvorragenber Weise zu pflegen unb zu verbreiten. Die sämmtlichen Erscheinungen finb im Laufe der Zeit zu einer „Kolping-Bibliothek" angewachsen, unter welchem Titel ein soeben veröffentlichtes Verzeichniß der Berlaqshanbluiig eine orientirenbe Uebersicht ber verschiedenen Gesellenvereins- schriften bietet. Dasselbe enthält auch die bei ihr erschienenen reichhaltigen Sammlungen von Theaterstücken für katholische Gesellenvereine speziell aufgesührt unb wird auf Wunsch jedem Interessenten gratis unb franko verabfolgt.