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Beilage zu Nr. 206 der »Fuldaer Zeitung".

Sonntag, den 9. September 1894.

Berzeichnitz

der bisherige« «eneralversammlungeu der Katholtte«

Deutschlands und ihrer Präsidenten.

Jahr I

Dalum

Ort

Präsident

1.

848 4

Dtt. 3.-6. «

Rainz

Jrof. Dr Franz Joseph Ritter von Buß auS Freiburg, f

2.

1849

Rai 9.-12.

BreSlau S

)egat.-Rath Dr. Moritz Lieber aus (Samberg (Nassau), t „

3.

1849

Dft. 2 —5.

stegensbg.

8raf Jos. zu Stolberg- Stolberg aufWestheim f

4

1850

Sept. 24. - 26

3inz a/D

Frhr. Heinrich, v. Andlaw aus Freiburg, t

5.

1851

Dtt. 7.-10.

Mainz

Dberlaudesgerichls - Rath Ritter v. Hartmann aus Linz a. d. Donau, f

6.

1852

Sept. 20—23.

Münster

gosralh Pros. Dr. Karl Zell aus Heidelberg, f

7.

1853

Sept. 20 -22

Wien

Hofrath Prof. Dr. Karl Zell ans Heidelberg, f

8.

1856

Sept 23—25.

Linz a/D.

Graf Heinrich O'Donnel aus Wien, t

9.

1857

Sept. 21.—24

Salzburg

Legal -Rath Dr. Moritz Lieber auS Camberg f

10.

1858

Sept. 6.-9.

Köln

Appellations-Gerichtsralh Dr. A. Reichensperger aus Köln.

11.

1859

Sept. 12.—15.

Freiburg

Reichsgras Clemens von Brandls, Frhr. zuLeon- berg, ©lallhaller in Tirol, t

12.

1860

Sept. 24.— 27.

Prag

Graf Heinrich O'Donnel aus Wien, t

13

1861

Sept. 9.-12.

München

Frhr. Heinrich v. Andlaw aus Freiburg, f

14.

1862

Sept. 8. 11.

Aachen

Reichsgraf Clemens von BrandiS,Frhr zu Leon­berg aus Innsbruck f

15.

1863

Sept. 21—24.

Frankfurt a. M.

Frhr. Wilderich v.Kelteler aus Thüle, f

16.

1864

Sept. 12—15.

Würzburg

Prof. Dr. Ernst Frhr. v. Moy de SonS auS Innsbruck, f

17.

1865

Sept. 10.-14.

Trier

Frhr. Heinrich v Andlaw auS Freiburg, f

18

1867

Sept. 9.-12.

Innsbruck

Rechtsanwalt Dr. Jofeph Lingens aus Aachen.

19.

1868

Aug 31.-3. Sept

Bamberg

Freiherr Felix von Loö aus Terporlen.

20.

1869

Sept. 6.-9.

Düsseldorf

■ürft Karl zu Lüwenstein- Wertheim-Rosenberg in Kleinheubach am Main.

21.

1871

Sept. 10 —14.

Mainz

Stadtrath Friedr. Baudri aus Köln, t

22.

1872

Sept. 8.-12.

Breslau

Frhr. G. zu Franckenstein auS Ullstadt (Bayern), f

23.

1875

Slug 31.—4. Sept.

Freiburg

Freiherr Franz v. Wam- bolt aus Umstadt.

24.

1876

Sept. 11.—14.

München

Gras Frdr. v. Praschma aus Falkenberg (Schl.).

25.

1877

Sept. 10.—13.

Würzburg

Freiherr Felix von Los aus Terporten.

26.

1879

Sept. 8.—11.

Aachen

Graf Clemens Droste zu Bischering, Erb Droste, auf Darfeld b. Münster.

27.

1880

Sept. 13 —16.

Konstanz

Graf Frdr. zu Stolberg- Stolberg ans Brustawe (Schlesien).

28.

1881

Sept. 4.-8.

Bonn

Frhr. Franz v. Wamboll aus Umstadt.

29.

1882

Sept. 11—14

Frankfurt a. M

Frhr. von und zu Bodman, Grundherr auf Bodman am Bodensee.

30.

1883

Sept. 10.—13

Düssetdor:

Oberhoszerichts - Kanzler a. D. Dc. Roßhirt ans Heidelberg.

31.

1884

Aug.31.-4.Sept

Amberg

Freiherr Karl v. Hnene ans Gr. - Mahlendorf (Schlesien).

32.

188c

Aug. 30.-3. Sept

Münster

Dr. Ernst Maria Lieber aus Camberg.

33.

188t

Aug 29.—2.Sept

Breslau

Frhr Dr. Sterne s von Heereman aus Münster (Westfalen)

34.

188"

Ang. 28 —l.Sept

Trier

Gras Franz v. Ballestrem aus Plawniowitz.

35.

188t

Sept. 2.-6.

Freiburg

Rechtsanw EduardMüller aus Koblenz.

36.

1881

Aug. 23.-29

Bochum

Freiherr Dr. Georg von Herlling aus München.

37.

189(

Aug 24.-28.

Koblenz

Frhr. R v. Buol-Beren- berg aus Mannheim.

38.

1891

Aug. 30.-3. Sept

Danzig

Graf v. Rechberg Rothen­löwen aus Donzdorf (Württemberg).

39.

1895

-Aug. 28.-1 Sept

. Mainz

Rechtsanwalt Dr. Porsch, süistbischöflicher Kon- sistorial-Ralh, Reichs­tags- und Landtags- abgeordn., a. Brrs au.

40.

189

3 Aug. 27.-31.

Würzburg

Erblämmerer Graf Fer­dinand v. Galen.

41

189

1 Äug. 26.-30.

Köln

Gymnasialrektor Dr. Gg. Orterer, Mitglied der bayerischen Kammer der Abgeordneten, aus Eich­stätt.

Honig und Bienenfleiß.

Der Honig, die bekannte dickflüssige, zuckerartige Mafle, ist pflanzlichen Ursprung-. Sie ist ein Produkt der Nahrungsstoffe, welche die Gewächse mittelst ihrer Saugwurzeln au- dem Boden

aufnlhmen und als Süßsäfte den Bienen zur Ernährung und Fortpflanzung darbieten zu dem Zwecke, sich selbst die Fort­pflanzung zu sichern. Bon den $:enen gesammelt und mittelst gewifler Ausscheidungen ihrer Speicheldrüsen in Honig umge- wandrlt, erscheint dieser Süßsaft theils offen, theiiS versteckt, zu­meist an den Blüthen der Pflanzen, bisweilen aber auch an den Blättern, an den Blattstielen, an den Neben- und den Deckblät­tern ausgeschieden; er quillt aus dem Grunde einer Sastdrüse der Pflanze in den zum Schutze gegen Regen mit einer Decke versehenen Saftbehälter (Nectariam) hervor. Während die Bienen, von Pflanze zu Pflanze fliegend, den Nektar oder Süßsast aus- suchen, um ihn leckend aufzufangen, vermitteln sie unwillkürlich die Uebertragung deS Blüthenstaubes der Staubgefäße auf die Narbe des Stempels und bewirken dadurch gleichzeitig die Be­fruchtung und die Fortpflanzung des Gewächses.

Der ausgesogene, sehr wasserhaltige Süßsaft vermifcht sich im Munde der Biene, während sie solchen sammelt, mit den Ausscheidungen verschiedener Speicheldrüsen, dem Speichel, welcher scharf zersetzende Fermente oder Gährungsmittel enthält, wodurch die Verdauung der zur Ernährung des Insektes aufgenommenen Eiweißkörper gefördert und im Besonderen die Umwandlung deS Nektars in Honig, das heißt jene der gummiartigen Pflanzen- b-standtheile des SüßsafteS in Zucker, sowie des Rohrzuckers in Traubenzucker, besorgt wird. In ihrem kropfartigen Bor- oder Honigmagen häuft d'e Biene d-n Nektar vieler Pflanzen, träft ihn nach Hause und übergibt ihn im Bienenstöcke, falls drängende Umstände sie nicht zur direkten Ablagerung in die Wachszellen veranlassen, den jüngeren ihr entgegenkommenden Schwestern, den Brutbienen, welche die Verdichtung (Kondensirung) zu Homg nach der weitern Umwandlung mittelst der Fermente ihrer Speichel­drüsen durchführen und denselben schließlich in die Wachszellen einspeichern. Hier bleibt der Honig zur Vollendung der Ver­dunstung noch einige Zeit offen aufbewahrt und wird endlich von den Bienen als Wintervorrath mit einer dünnen Wachsschicht zur größeren Haltbarkeit überwölbt und verschlossen. So findet ihn der Bienenzüchter und nimmt den Ueberfchuß als Lohn feiner Mithilfe in B.sitz. r x ,

Welchen erstaunlichen Sammelfleiß aber die Bienen entwickeln müssen, ehe sie ein Kilogramm Honig zusammentragen, ergibt die Kenntniß des Umstandes, daß eine Flugbiene an einem schönen Trachttage je nach Entfernung der Pflanzenblüthen 6—10 Aus­flüge nach Honig und Blumenstaub macht und dabei jedesmal in der gefüllten Honigblase bis zu Vi6 Gramm Honig heimträgt. Zur Gewinnung dieses so winzigen Quantums muß sie zwischen 40 und 80 Blumenkelche, je nach dem Reichthum derselben an Nektar, anfliegen, und ist erst nach 5—6 Trachtausflügen oder nach Besuch von 200—400 Blumenkelchen im Stande, eine WachS- zelle mit circa >/, Gramm Honig zu füllen. Die einzelne Flug­biene würde demnach, eine paffende Witterung vorausgesitzt, 16 Tage lang aus die Trachtweide auSgehen, ehe sie ein Gramm Honig gesammelt hätte, oder viele Jahre, ehe ein Kilogramm Honig in circa 3000 WachszelUn zusammengebracht wäre und der Honig dürfte unter solchen Umständen kaum einen Anspruch haben, unter die menschlichen Konsum-Artikel eingereiht zu wer­den. Glücklicherweise sind in einem normalen Bienenvolke 20 bis 50,000 ober mehr Bienen vereinigt vorhanden, wovon etwa die Hälfte (als sogenannte Flugbienen, b. h. jene Bienen, bie älter als 14 Tage sind) Honig und Blumenmehl sammelt, während die andere Hälfte in der HauSwirthschaft selbst, und zwar mit der Pflege der Brut, der Borräthe rc. beschäftigt ist und wodurch die Möglichkeit gegeben erscheint, daß 16-20,0 .0 Bienen an einem Trachttage in 6—10 Ausflügen unter Besuch von 3-8 Millionen Blumenkelchen, das ist unter Anflug von vielen hundert- tausend Pflanzen, das Kilogramm Honig eintragen können. Dies geschieht häufig dort, wo gute Bienen-Nährpflanzen, z. B. Raps, Esparfette, Buchweizen u. 9t., nicht in zu großer Entfernung vom Bienenstände blühen und es kommt sogar vor, daß ein sehr starker Vien" — wie Imker ober Bienenzüchter bas Gemeinwesen bes Bienenvolkes, bestehend auS Königin, Bienen und Drohnen, zu nennen pflegen — bis zu 4 Kilogramm Honig an einem Tracht­tage einjammrlt. Dies beweist auch, welch' große Lasten im Verhältnisse zu ihrem Eigengewichte von circa 100 Milligramm eine Biene einzusammeln und aufznnehmen vermag; sie trägt aus jedem Ausfluge bei 60 SO Milligramm Honig und Blumen- staub ein, d. h nicht viel weniger, als sie selbst wiegt!

Ein guter Honig soll dickflüssig, beinat e fest und körnig sein, etwas durchsichtig erscheinen, einen eig-nthümtichen, nicht unan­genehmen Geruch und einen süßen Geschmack haben, endlich an- reizend und lösend auf die Speichelorgane wirken. Ein Produkt der Zusammenwirkung vegetabilischer und animalischer Vorgänge, erschemt er als eine zähe, schleimige Maffe, welche mit dem Alter undurchsichtig, weißkörnig und krümlich wird, weil sie Trauben­zucker absetzt. Die Bestandtheile des HonigS sind Wasser, Rohr- zucker, Traubenzucker, gummiartige Körner, lösliches und geron­nenes (verdautes) Eiweiß, ätherische Oele, Fette, Speichel, Ameisen­säure, Lecithin, Mannit, Asche, Farbstoffe -c. Der ursprünglich große Wassergehalt der Süßsäste — bis 90 Prozent — ist durch bie verschiebenen Umwanblunqs- und Läuterungs-Prozesse aus durchschnittlich 20 Prozent gefallen, bei älteren Honigen fogar auf 17 Prozent, während b.r Zuckergehalt burchschnittlich 25 Prozent ausmacht. Rohrzucker tobet ben Hauptbestanblheil; die Umwandlung desselben in verdaulichen Invertzucker, eine Mischung von krystallisirbarem Trauben- und flüssigem Fruchtzucker (Schleim- zucker), wird durch den kleinen, fermentartig wirkenden Stickstoff, gehalt von 1—2 pCt., welcher dem frischen, wäfferigen Süßsast der Blüthen entstammt, angebahnt und durch die Absonderungen der Speicheldrüsen über dem Einsammeln vollends veranlaßt. Die Ameisensäure aber dürste von den Bienen auS der Gistdrüse des Bienenstachels zur Stärkung der Haltbarkeit des Honigs, bevor der Honigzellenverschluß erfolgt, deigesetzt oder in Gestalt einiger von Zeit zu Zeit au den Wachstafeln abgestreister Tröpfchen zur Entwicklung einer desinfizireuden aweisensauren Atmosphäre, auS welcher auch der Honig seine Ansäuerung empfängt, verwen­det werden. In einem Liter Honig, der nahezu l*.i Kilogramm an G-wicht hat, sind etwa 3 Gramm ober 5 Tropfen Ameisen- säure enthalte«.

Eine Werthschätzung deS HonigS nach Güte ist schwierig. „Güte" ist ein relativer Begriff, weil man bie Qualität deS HonigS nach Farbe und Geschmack beurtheilt, also nach Eigenschaften, welche auf bie Ausbildung individueller Anschauungen und Rich­tungen verschieden wirken. Daher kommt eS, daß beispielsweise der hall flüssige Esparsette-Honig als besonders aromatisch und fein gerühmt wird, obgleich er weniger süß und minder gehalt­reich als der braune Buchweizenhonig ist, weil in Letzterem der Schleimzuckergehalt größer, wie denn überhaupt die hellfarbigen Honige in ben Städten einen größeren Markt und beffere Preise finden. («- Fr. Pr)

vermischtes.

♦ Eine Studie über die Nationalhymnen, die von einer englischen Zeitschrift veröffentlicht wird, stellt fest, daß eine An- zahl von sog „Nationalhymnen" mehr als eine Verherrlichung der Fürsten anzusehcn sind. Dahin gehören die Nationalhymnen Englands, Oesterreichs, Preußens, Dänemarks, Portugals, Ruß­lands und Schwedens. Wirkliche „National"-Hymnen sind die der Bereinigten Staaten von Nordamerika, die von Holland, Ungarn und Norwegen. Eine dritte Klaffe bilden die revolutio­nären Hymnen, wie die „Marseillaise" in Frankreich, die „Bra- banyonne" in Belgien und „God save Ireland.“ Bon einem großen Dichter stammt nur die norwegische Nationalhymne „Ja vi elsker“ . . . (Ja, wir lieben dieses Land): ihr Verfasser ist Björnson. Von Haydn ist bekanntlich die österreichische Natio­nalhymne komponirt. Die portugiesische Nationalhymne hat einen Fürsten zum Verfasser, nämlich Kaiser Pedro L von Brasilien.

♦ Unter allen Thieren sind Katzen am empfindlichsten für menschliche Diphtherie (Halsbräune). Sie können daher, wenn sie zu Wohnräumen Zutritt haben, sehr gefährliche Ver­breiter dieser Seuche werden. So wurden in London Beobacht­ungen von zwei Fällen mitgetheilt, wo Katzen Diphtherie auf Kinder übertragen hatten. Eine Katze war die Spielgefährtin eines KindeS, das an Diphtherie erkrankte und starb. Auch daS Thier wurde krank und in feiner Krankheit bann von ben vier Kinbern einer anderen Familie gepflegt. EinS dieser Kinder wurde ebenfalls von Diphtheritis befallen, und Sorgfältige Nach­forschungen sprachen dafür, daß eine Uebertragung des Krank­heitskeims nur durch die Katze stattgefunden hatte. In einem andern Falle hatten fünf Kinder Diphtherie und spielten mit drei Katzen, welche der Reihe nach starben und bei der Unter­suchung den Stich diphtheritischer Erkrankungen aufwiesen. Katzen aus Wohnräumen, wo bösartige Bräune herrscht, bilden also für die Kinder der Nachbarschaft eine stete Gefahr.

* Giftigkeit alten MehleS. Balland beobachtete, daß in Säcken aufbewahrteS Mehl nach einiger Zeit Spuren, später aber bemerkenSwerthe Mengen von Alkaloiden ausweist. Zum Nach­weise derselben schöpft man daS nicht getrocknete Mehl in einem Apparate mit Aether bei 62 Grad, dampft den Aether im Wasser- bade zum Trocknen ein, nimmt den Rückstand mit warmem Wasser auf, gießt nach dem Erkalten vom Fette ab und kann nun in dieser Flüssigkeit den Nachweis führen. Man gießt Tropfen davon auf Glasplatten und erhält darauf mit den bekannten Reagentien: Quecksilberjodibjodkalium, Ferrocyankalium und Eisenchlorid, die Alkaloidreaktion. Die Flüssigkeit hat einen penetranten und unangenehmen Geruch und hinterläßt im Munde einen Bitteren Geschmack. Mehle, die vor einem Jahre biS zu achtzehn Monaten gemahlen wurden, geben schon eine merkliche Reaktion, Mehle von zwei bis drei Jahren liefern sie in ent- Siebener Weife Bereitet man aus dem Extrakte mit Mehl und Wasser ein Mus und gibt es den Sperlingen zu freffen, so gehen biefe in einigen ©tunben zu Grunbe mit allen Zeichen einer Vergiftung. Vergleichende Versuche mit Extrakten auS neuem Mehle sind ohne Wirkung.

* Zur Ziegenpflege. Die Ziege, in ihren Gewohnheiten ein seltsames Thier, will darnach behandelt und gepflegt sein. Thnt man daS, bann verschwinbet manches Borurtheil, welches man gegen dieselbe hegt; besonders die viel verbreitete An­sicht, daß sie mehr Futter verderbe als fresse. Man muß ihr nur nicht sämmtlicheS Futter auf einmal verabreichen, wie es oft geschieht, denn im Ueberfluß verschmäht sie auch das beste; man gebe dos Futter also in 5-8 kleinen Portionen. Dann wird man immer eine leere Krippe finden. Ferner liebt die Ziege Abwechselung im Futter, namentlich frißt sie gern allerlei Un­kräuter.

* Bei der Fütterung der StnbenvSgU ist darauf zu achten, daß die Futternäpse stets sauber und für die Thiere leicht zu erreichen sind, daß das Wasser stoch und ohne Beigeschmack und das zu verwendende Futter von bester Beschaffenheit ist. Ver­legene, dumpfige und unreife Sämereien, verdorbene, feuchte ober schmierige, faulig riechende Ameifenpuppen schäbigen daS Thier oft sehr schwer. ©elbstverstänblich bars jedem Bogel nur zu­sagendes Futter verabreicht werden, doch muß man die Insekten­fresser durch zeitweise Gaben von Früchten, Beeren, Grünkraut rc. erquicken, um sie gesund zu erhalten.

Literarisches.

» Das ©eptemberhest von „Kreuz unb Schwert" bringt einen sehr bemerkenswerthen Artikel über bie General-Versamm­lung bes Afrika-Vereines in Kötu. Wir ersehen barauS mit Besriebigung, daß der Herausg-der bei dieser Gelegenheit infolge einer Konferenz mit dem Präsidenten des Vereins feine Zeit- schrist ganz in den Dienst bei Afrika-Vereins st-llte, fo baß nun­mehr auch auf biefem Gebiete der christlichen CharitaS die volle Harmonie hergestellt ist Bon dem Übrigen sehr reichhaltigen Inhalte wollen wir besonders einen Bericht auS Deutsch-Ost­afrika erwähnen Derselbe zeigt, daß auch jetzt noch, trotz aller amtlichen Miltheilungen, dort der ©tlauenpanbel noch keiner- Wegs ganz labm gelegt ist, daß er im Ge geniheil unter dem Schutze von Pässen, welche die Kolonialbeamten für „träger ausstellen, recht munter floriert Wir werden an anderer Stelle auf diese Angelegenheit zurückkommen, einstweilen können wir unseren Lesern nur empfehlen, die kleine Ausgabe von 75 refp. 90 Pfg. halbjährlich für eine fo hochinteressante und gediegene Zeitschrift nicht zu scheuen. (Redaktion und Verlag von W. Helmes, Münster i. SB.) Zu beziehen durch die Post und jede Buchhandlung.

8 Im Verlage von Friedrich Pustet in Regensburg ist soeben erschienen der Regensburger Marienkaleuser für das Jahr 1895 Nebst GratiS-Wandkalender unb einem großen Ein- schaltbilde, darstellend die „Vierzehn heiligen Nothhelser" von t Professor Klein. Preis 50 Pfennig.

Auf 208 Lese-Spalten hat dieser Kalender folgenden In- halt: Kalendarium mit ben Abbilimngen unb Beschreibungen von 12 neuen Marien-Wallfahrtsorten nebst ben Gnadenbildern unb zwölf Monatsheiligen. — Ein illustrirteS Gedenkblatt. - Zllustrirter Neujahrsgruß. — Die lieben Heiligen im Kalender. — Jllnstrirte Jahres-Rundschau v. H. Seiler. — Vollbild von Bruder Max Schmalz!: „Mariä Heimsuchung". In xylographi- schem Farbendruck ausgeführt. — Barbaroffa'S Kreuizug. Fort­setzung der geschichtlichen Erzählung von K. von Bolanden nebst 11 Illustrationen. — Franz v.n SeeburgS B ographie nkbst Porträt. — Ein Sträfling. Erzählung von Heinrich Seiler mit 8 Illustrationen. — Blutrache. Reiseerlebniß auf der Karawanen- straße nach Mekka von Dr. Karl May mit 3 Illustrationen. — Eine Militäihurnoreske unter dem Titel: „Die Prinzessin Tokto- latro" von Ferdinand Bonn; mit 17 humoristischen Bildern rc.