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Samstag, den 1. September 1894.
21. Zahraana
MerWZeitiiilg
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veränetät müsse man jetzt in den Hintergrund treten
Das goldene Dach ;» Hildesheim.
Historische Erzählung von Antonie Haupt.
(5. Fortsetzung.)
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Auf den Irroß n zeigte sich alles in wilder Un< - Kreis vm mich Was wir nach besonnener Ucberleaung • ordaur g und tiefer Bestürzung. Die Menschen liefen r beschließ er-, soll keinen Augenblick dieser würdigen Ber« i wirr durchemanser oder drärgtin sich hvffnu^glos in > samrnlung vorer-thslien werden."
Gruppen deiiammev. Er gefLah nach dem Mansche deS Fürsten. x
Der große Saal bei RathhouseS war dis auf - Am Schlüsse der von Gerhard g°leitete4 Berhand- ; den letzt--« Winkel üig^iißt mit aufgeregt durcheinander | langen trat plötzlich rasche« Schrittes mit s-urio blitzen- ;
inauS-
te dem
Deutschlands und Oesterreichs die fernere kräftige Unterstützung des Bonifatius-Bereins durch Gebet und Almosen." >6
Nachdem Prälat Nacke diese Resolution unter Hin-
„Ihr Männer non Hildesheim", xi.f der Bischof mit weuhinschalleni-er, wetallrercher Stimme, „zunächst thut es unS Nsth, daß wir im Lnzesichte der drohenden Gefahr unser? Zuversicht aus den Herrn fetzen, der Keinen verläßt, so auf ihn vertraut; feruerh n thut es Roth, daß w-r das Haupt oben behalten und unS mit Fi.ssavq und Glnchmutd mopp'.en. Ist das geschehen, so wollr-r wir ü aller Raze derathschlazm, auf welche
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zaget ihr! Gott selber ruft zum Kampfe ;ür das Heilig- thum. S:ir-e Macht wird uns schützen. Ich nehme das Waffeukl «d uno führe Euch durch Seine Macht zum Siege. Meine Mönche, die demüthigen Söhne des heiligen Benediktas, sollen geharnischt als Streiter
solches zur Srur-de wehren könne,.?
D e ehrfarchtzebieteude ErsL'inung deS Kirchen- fürsten, her mit ruhiger Würde, ja mit fast heiterem Ausdruck vor die erregte Merze hintrat, wirkte so besänftigend. als ob em Fri-drnSengel sich vom Himmel heruutrrgelassm hätte. Das Getöse verstummte. ES tour 5 e stille ringsumher.
Die Unterlassung dieser Punkte hatte und hat gewöhnlich viel Schaden und Elend an Leib und Seele der Betreffenden zur Folge. Hierauf ist insbefondere durch Anschläge an den Bahnhöfen, Pferdebahnen, in der Presse und durch möglichst weit verbreitete Almanachs hinzuwirken.
Hierauf wird die Versammlung gegen 1 Uhr ge- schlosien, nachdem noch der Piästdrut mitgetheilt, daß vom Grafen Prey sing ein Antrag eingelaufen sei, die General-Versammlung möge beschließen, die nächste General-Versammlung in München abzuhalten. (Lebhafter Beifall.) Der Antrag geht zunächst an die Geschäftsordnungs-Kommission.
Die zweite öffentliche Generalversammlung, welcher wiederum Herr Weihbischof Schmitz und der österreichische Feldbischof beiwohnten, wurde um 5 Uhr durch den erste« Vic-Präsidenten Frhrn. von Korfs- Sutthausen mit dem katholischen Gruße eröffnet. TS bedarf kaum der Erwähnung, daß auch heute das Versammlungslokal im Kaisergarten nicht Alle aufzunehmen vermochte, welche der Versammlung beizuwohnen strebten; längst vor Beginn der Versammlung war die Halle bis in die äußerste« Ecken gefüllt.
Die erste Rede hielt Professor Dr. Kurth auS Lüttich über die römische Frage. Derselbe, bei seinem Erscheinen auf der Tribüne lebhaft begrüßt, wies darauf hin, wre alle Katholiken im Glauben und in der Ergebenheit gegen de« hl. Stuhl, in der Liebe
standen erklärt hatte, der den Zusatz der Wirkung feines Antrages zu verstärken geeignet sei, und nachdem Fürst zu Löwenstein den Zusatz noch kurz befürwortet, werden beide Anträge einstimmig angenommen. (Lebhafter Beifall )
Es folgt ine Berachung der von dem Herrn Dr. Schädler, Dr. Hülskamp und Gruner gestellten Antrags, betreffend de« Kampf gegen die farblose Presse. Der Antrag lautet:
„Die 41. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands erklärt im Anschluß an die Resolutionen früherer Katholikenversammlungen den „Kampf gegen die farblose Presse" als eine der grundlegenden Aufgaben deS katholischen Volkes.
Insbesondere möge unser hochw. KleruS von der Veröffentlichung der Gottesdienst-Ordnungen, mögen unsere Kirchen-Borstände und die katholischen Vereine von der Publikation ihrer Anzeigen in sogen. ,General - Anzeigern', in gewiffen amtlichen Kreisblättern an Orten, wo ein guttS CentrumS-Organ besteht, überhaupt von der Benutzung farbloser Blätter, unter welchem Deckmantel dieselben auch auftreten mögen, unbedingt Abstand nehmen.
41. Geueral-Uersammlung der Katholiken Deutschlands.
der Bresqe is der Porta Pia, und alle Bestrebungen zn Wiederherstellung der päpstlichen weltlichen Sou-
„Jhr Herren d-s Raths, die Ihr das Schwert so sicher zu führen versteht, wie bi Feder, bildet einen
Handlungen beigewohut hatte, sah sich beim H gehen von all n Seiten umringt. Jeder wollt
Freiherr« für den Dienst, den er dem Hürnathlande erwiesen, danken. Jeder wollte Genaueres von dem Kundschafter selber hören. Ern Einziger nur ging kalt und ohne Gruß, ja mit hochmüthizer Verachtung an ihm vorüber, unit das war gerade der Mann, nach dessen Freundschaft Juttzherr Kurt sich am meisten sehnte; es war Graf Hardenberg.
„Der ProkonM zeigt ja fnftere Miene", bemerkte einer der RathSherren.
„Solches wird Euch begreiflich sein, wenn Ihr vernehmt, daß unser stolzer Graf Detharar gedacht?, in diesen Tagen die Verlobung seiner Tochter »n demselben Raume deS Gem'mdeuauseS festlich zu begehen, der uns nun zur KrregSberathung diente", erläuterte ein anderer.
„Sn ist der fremde Ritter, der mit gezierten Schritten, als ginge er im Tanzsaal, neben ihm hertrippelte, gar der zukünftige Eidam?" fragte der erste wieder.
„Euer Scharfsinn hat das Rechte getroffen. Der Ritter g hött jedoch zu unserem hämischen Adel. Er
Köln, 28. Äug.
Der heutige Tag begann mit einem feierlichen Pontifikalamt nach der Meinung drS hl. Vaters in der Kirche St. Maria Himmelfahrt. Dasselbe wurde cckebrirt von dem Hschw. Herrn österreichischen Feldbischof Belopotoczky. Die Kirche war überfüllt. Um 9 Uhr nahmen die Ausschüsse ihre Arbeiten wieder auf.
Die 2. geschloffene Generalversammlung ward gegen Vs 12 Uhr vom Präsidenten Dr. Orter er mit dem katholischen Gruße eröffnet. Zunächst wurden telegraphische und schriftliche Glückwünsche bekannt gegeben. Solche sind eingegangen aus Frankfurt- Sachsenhausen, vom katholischen Arbeiterverein in Char- lottenburg bet Berlin, aus Paderborn, Arnsberg, vom Bischof von Brixen und vom Kardinal Schönborn in Prag.
Hierauf wird in die Tagesordnung eingeireies: Borberathnng der von den AuSschüffe« geprüften Resolutionen.
Zur römischen Frage liegt folgender vom Abg. D". LingenS gestellte Antrag vor:
Wie in allen früheren Generalversammlungen, wird von den Katholiken Deutschlands wiederum das unverjährbare Recht auf Unabhängigkeit und territoriale Souveränetät des apostolischen Stuhles in Rom, insbesondere mit Rücksicht auf die demselben unbestreitbar gebührende Weltstellung zurückgefordert.
Hierzu liegt roch folgender Zusatzantrag der Herrm Fürst zu Löwenstein, Frhr. Felix von Loe und von Rochow vor:
Darum begrüßt die Generalversammlung mit Freuden die von der internationalen Konferenz zu Lüttich vom 5. und 6. April d. I. abgegebene Erklärung, die römische Frage betreffend, nebst den beigefügten Erläuterungen und schließt sich derselben an.
lieber diese Anträge referirt Graf v. Ballestrem, welcher erklärt, daß der Antrag Singens sich mit den Beschlüssen früherer Gtteralversaunnluagen decke, und daß der Zusotzanttag einem Beschluß der Lütticher internationalen Konferenz vom 5. und 6. April d. I. mtsprcche, welche folgende Erklärungen beschlossen hab-:
„I. Recht und Gerechtigkeit erheischen die weltliche Herrschaft des römischen Stuhles.
II. Die weltliche Herrschaft ist unentbehrlich für die Unabhängigkeit deS römischen Stuhles in der Regierung der Kirche.
III. Die weltliche Herrschaft ist die Schutzwehr der Ge- wiffensfreiheit der Katholiken der ganzen Welt.
IV; Die Autorität des römischen Stuhles, gefestigt durch eine staatliche Unabhängigkeit und mehr und mehr von den Völkern anerkannt und geachtet, wird in wirksamster Weise zur Erhaltung des Friedens, zur Versöhnung der Völker und der Stände, sowie zum Fortschritte der Civilisation beitragen.
f,v V. Die Größe und Würde Italiens sind nicht bedroht, sondern vielmehr gesichert durch die staatliche Unabhängigkeit des heiligen Stuhles, „einer göttlichen Institution, mit der es durch die besonderen Rathschlüsse Gottes verknüpft ist." (Worte Leo i III)
bi» Herr« Euch auf 6er Bah« der Ehre voran- kämpftn."
Bei biefem kurzen Zurufe bes von allen schwärmerisch verehrten jusendfrischen Abtes von Sankt Michael, des Herr« Bodo vm Diera, ou8 dem alten Geschlechte oer Erlen von Oberg, kam ein heiliger Kawpffseifer, eine bohe Siegeszuversicht Über olle, welche hier zugezen waren. Jegliche Verzagtheit war verschwunden.
„Zu den Wiff-v, zu bea Woff u! Wir schützen
reb nd n Männern. Dir Schaareu des Volkes hatten . den Augen em hoher Jüngling tm priesterliche« OedotS- sich den Ralhrh-rren nachgedrängr. W-r Härte ihnen i gewande vor die Menge und rief: „Ihr Männer, was
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weis, daß bttfe Frage noch längst nicht g-löst worben fei. Und erst bann, wenn bte römische Frage gelöst worben sei, seien auch alle anderen Frage'- gelöst, benn kern Recht könne verwirklicht ro-rben, so lange das
die Heimath!" liefen die Männer und Jünglinge begeistert. Jeder eilte nach Hause, um sich zum Kampfe zu rüsten, so gut dergleichen möglich war.
Kart von Dinklar, welcher dem Schluß der Ser*
Das katholische Volk möge sich immer wieder in's Bewußt- l sein rufen, daß es nur durch Unterstützung und Förderung der entschieden und ausgesprochen katholischen Presse möglich sein . wird, in Zukunft auch die Vertheidigung der Rechte unserer hl. ' Kirche durchzuführen, welche für uns als Katholiken wie als ! Staatsbürger unumgängliche Nothwendigkeit ist."
Prälat Dr. Hülskamp begründet drn Antrag mit Hmwiis darauf, daß die farblose Presse mit ihren nur zu häufig unsittlichen Romanen nicht in katholische Farn lien gehöre und daß überhaupt der Katholik keine P esse unterstützeK dürfe, die weder kalt noch warm fr?. (Beifall.) Nicht bloß die Danksarkeit, sondern ‘ auch die Klugheit bedingten eS, daß das kalhol. Volk seine katholische Presse Hochhalte, damit dieselbe der katholischen Sacke auch kräftig in altbewährter Weise nützen könne. Redner verweist auf die großen Verdienste der katholischen Presse im Laufs des Kulturkampf s und kommt zu dem Schluffe, daß ohne die thatkräftige Hilfe der katholischen Presse kein ruhmreicher Centrum und kein Sieg der Centrums möglich gewesen wäre. (Lebhafte Zustimmung.) Ohne weitere Debatte wird der Antrag einstimmig angenommen. (L bhaftcr Beifall.)
ES folgte dir von dem General-Vorstand deSBorn- fatiuL-V-re nk gestellte Resolution bezüglich des Boni-
^glich, Sonn- und Feiertage ausgenommen. — Inserate kosten die einspalttg« Zette oder deren Raum 15 ®L bei Wiederholunaen entsprechend« Rabatt, virrtehährkcher Abonnementsvre,§ ohne Bringerlohn und Bestellgeld mit der belle,Mischen Sonntagsbeilage .Sterne und Blumen' in Fulda und auswärts 1 Mark 50 Pfennig.
? ebenfalls mit warmen Worten die Unterstützung des Bonifatius-Bereins empföhle« hatte, wurde die Reso- ■ lution angenommen.
Auf Antrag des Pater R>x in Paris gelangt eine - die Auswanderung junger Leute betreffende Resolution in folgender Form zur Annahme:
Die 41. General-Bersammlung der Katholiken Deutschlands empfiehlt besonders Seelsorgern und Eltern, durch Rath und That i nach Kräften zu wirken, daß deutsche Jünglinge und Jungfrauen 1) sich nicht verleiten lassen, ohne gegründete Aussicht auf Arbeit, Anstellung und geziemenden Unterhalt in die ausländi- schen Großstädte, namentlich nach Paris, zu reisen;
2) wenn sie nach großen Städten kommen, mit einer der I dortigen deutschen Missionsstellen, sowie mit den katholischen Vereinen in Verbindung zu treten;
3) so lange sie ohne Stelle sind, sie ihre Wohnung in katholischen Anstalten und Häusern nehmen, deren Namen sie durch ; jene Missionsstellen oder auch von ihren Seelsorgern erfahren - können.
: fatrns»Vereins Dieselbe laut t: - __
4 „Im Hinblick auf die große, demBonifatius-Vereiu gestellte zum h^Vater einig seie^ s- daß et MS Ausländer in
und sich täglich erweiternde Aufgabe, für die katholische Diaspora , ötese^ Frage wohl das Wcnt nehme« könne; m btefer
von ganz Deutschland und Oesterreich in Beziehung auf Seel- f Versammlung von Katholiken gebe eS keine Fremde«, sorge und Schule zu sorgen, sowie in Anerkennung der großen > Man sage zwar auf gegnerischer Seit-- eS g-öe keine ; Erfolge, welche durch diesen Verein bereits erzielt worden sind römüd&e Kraße eS aebe keine römiickc Kraae m-br seit
und bei weiterer Unterstützung für die Zukunft erhofft werden romiicye ^rage, es qeoe reine romtswe ^.age m.yr seil
1 dürfen, empfiehlt die 41. General-Bersammlung allen Katholiken
lassen; aber man dürfe sih durch diese libkealeu Schlag- weiL auf die große Bedeutung Bv' isatius-Bereins ; Wörter nicht irre machen lassen. Die Beharrlichkeit, und um-nc Darlegung dec segensreicher! Thätigkeit dieses z mit welcher von gegnerischer Seite immer wieder die Vereins in der Diaspora, besonders in Hamdmg und j römische Frage erörtert werde, liefere vielmehr den Be» Berlln, mit warmen Wort n kwpfohl.ii hatte, veson- - • - - - -
®r empfichlt Antrag und Zusatzairlcag zur ein- ders auÄ unter Hervorhebung der großen finanziellen stimmigen Annahme. Nachdem Dr. LirgenS sich mit Bedürfnisse des Vereins, und nachdem noch der fürst- dem Zusatzantcag in tief empfur-d-nen Worten cinver- i bischöfliche Delegat Prälat Dr. Iah-,el auS Berlin