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172 Dienstag, den 31. Juli 1894. 21. Jahrgang

täglich, Sonn- und Feiertage ausgenommen. — Inserate kosten die einspaltige Zeile oder deren Raum IS Pf, bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. »ierteliShrlicher Abonnementsprcis ohne Bnugerlohn und Bestellgeld mit der belletristischen Sonntagsbeilage .Sterne und Blumen' in Fulda und auswärts 1 Mark 50 Pfennig.

Der Htrtevbrtcf unseres Hochwürdigsteu Herr« Kifchofs^ welcher am gestrigen Sonntage zur Hälf e von der Karz-l verlrsca wurde, hat folgenden Wortlaut:

Grorgius Ignatius

durch BotteS Barmherzigkeit und des apostolischen Stuhles Gnade Bischof vo« Fulda,

Doktor der Theologie, Hausprälat Sr.Päpstl. Heiligkeit entbietet allen Gläubigen der BiSthums l

Gruß und Segen im Herrn!

m Feste des hl. Apostels Jakobus bin ich in unserer durch so große Erinnerungen und das Grab des Apostels Deutschlands hochehrwürdigen Kathedrale zu Eurem

Bischöfe geweiht worden. Ich habe den Hirtenstab meines in Gott ruhenden Borgängers auf dem Bischöflichen Stuhle ange­nommen, nachdem er in dieser Kathedrale gebettet worden, um auSzuruhen von seinen Hirtenmühen und für sein edleS und hin­gebendes Wirken, insbesondere für seine im Leben und durch seine letztwillige Verfügung bewiesene Sorge um die Katholiken der Diaspora den ewigen Lohn zu empfangen. Wenn Ihr Alle der großartigen Feier, wie sie sich in der Konsekration eines Bischofs vollzieht, hättet anwohnen können, dann dürfte ich Euch ruhig den Gefühlen überlaflen, die sie in Eurem Herzen zurück­gelassen. Denn wie könnte menschliche Beredtsamkeit zu der Höhe der Sprache hinanreichen, welche die Kirche bei diesem Akte anwendet, um alle die Gewalten und Verpflichtungen auSzu- sprechen, welche auf den Neugeweihten von Jesus Christus nieder­steigen l Wie ergreifend und bedeutungsvoll sagt sie z. B. dem zu Konsekrirenden: „Sit solicitudine impiger, sit Spiritu fer» vens“ — „er sei rastlos in der Fürsorge für die Heerde, glühend voll des hl. Geistes", und wieder „veritatem diligat neque casu unquam deserat aut laudibus aut timore superatus“, „er liebe die Wahrheit und gebe sie nie Preis, sei eS aus Menschen­lob oder Menschenfurcht", oder „abundet in eo constantia fidel, puritas dilectionis, sinceritas pacis“, „in ihm wohne die Fülle der Glaubensstärke, die reine Liebe und aufrichtige Fried- frrtigkest". Immer sind es heilige Pflichten und große Tugen­den, welche die Kirche vom Bischof verlangt und auf ihn herab­steht. Gegenüber all' diesen herrlichen Worten der Kirche wäre mein Wort überflüssig, wenn, wie gesagt, alle meine Diözesanen Zeugen des erhabenen Aktes und der ergreifenden tiefen Worte der Kirche hätten sein können. Da dieS selbstverständlich nicht möglich ist, so will ich durch mein erstes Hirtenwort, das ich an Euch Alle richte. Euch die Pflichten, die ich gegen Euch über­nommen, zurufen, aber auch zugleich die entsprechenden Pflichten nicht verschweigen, welche Ihr gegen mich habt. Als der hl. Paulus die Beziehungen des obersten göttlichen Hirten zn seiner Kirche zeichnen wollte, schrieb er die bekannten schönen Worte: „JesuS Christus hat die Kirche geliebt und sich für ste dahingegeben." Seht da das Vorbild des Bischofs, den Abriß seiner Pflichten: er soll die Kirche, speziell den ihm anvertrauten Theil der Kirche, erstens lieben und zweitens für ihn sich opfern nach dem Beispiel Jesu Christi.

I.

Liebe und Opfer sind schöne, erhabene Worte der mensch­lichen Sprache. Aber welche Macht und Größe empfangen sie erst, wenn sie auf den Dienst der Seelen Anwendung finden! Der Bischof also soll die Seele lieben, so wie Jesus Christus die Kirche liebt. Und diese Liebe kennzeichnet der Apostel näher, indem er sie vergleicht mit der Gatten- und Elternliebe. Gewiß, für das Herz des BsichofS genügt nicht die allgemeine christliche Liebe, in seinem Herzen soll für die chm anvertraute Heerde jene Güte und unbegrenzte Hingebung leben, die der Vater für feine Sinder hegt, jene Fürsorge und Treue, welche der Gatte der Gattin schuldet. Und wenn ich mich nicht täusche, so glaube ich vom Tage an, an dem ich mit unauflöslichem Bande an die Kirche Fulda's gebunden bin, solche Gefühle in meinem Herzen zu tragen. Für Euch steigt darum täglich mein Gebet zu Gott empor. Eurer gedenke ich an allen Tagen am Altäre und für Euch bringe ich an allen Sonn- nud Festtagen das hl. Meß­opfer dar. AlleS, was Euch angeht, nicht bloS Euer ewiges, sondern anch Euer irdisches Wohl, berührt auch mich, und Nichts, was für Euch von Bedeutung ist, erscheint mir gleichgiltig. Wenn ich daS Lob Eurer Frömmigkeit und Eurer Tugend vernehme, so empfinde ich die Freude des Vaters, vor dem man die Ver­dienste seiner Kinder preist. Ja, eS ist irn eigentlichen Sinne der Familiengeist, den die göttliche Gnade in das Herz des Bischofs legt. Uebertreibe ich? Aber stellen die Evangelien (Matth. 9, 15; Luce. 12, 42; Joh. 3, 29) das Hirteuamt nicht wieder und wieder unter dem Bilde des Bräutigams und der Brant vor, brauchen sie nicht diese Namen und den Namen des Vaters für die Ordnung im Reiche der Gnade, für die Leitung der Kirche? Darum empfängt anch der Bischof bei seiner Konsekration den Ring als Zeichen der inni gsten Verbindung mit seiner Kirche, „quatenus sponsam dei illibate custodias“ — auf daß er sie „als seine Braut in Unversehrtheit ihres Glaubens und ihrer Sitte bewahre". Und der hl. Paulus gibt diesem Berhältuiß den herrlichen Ausdruck: „Ihr seid in unserem Herzen, damit ich für Euch lebe und sterbe und in dem Reichthum Eurer Ver­dienste finde ich meine Freude und meine Krone." (2. Kor. 7, 3 n. Phil. 4, 1.) Gott gebe, daß diese Gefühle stets in meinem Herzen leben, aber auch daß Ihr sie in gleicher Weise erwidert, daß auch Ihr das Wort des Apostels Euch zur Pflicht macht „Jesus Christus hat die Kirche geliebt".

•. Wenn nämlich alle Bemühungen und alle Liebe des Bischofs daraus gehen, daß die Interessen des seiner Leitung anvertranten TheileS der Gesammtkirche immer und überall gewahrt und ge­fördert werden, so sollt Ihr ihn in dieser großen und schweren Aufgabe unterstützen, indem Ihr in gleicher Weise die Interessen der Kirche wahrnehmet und fördert. Ihr wisset, wir bilden als Kinder der Kwche einen geheimnißvollen Leib, den Leib Jesu

Christi, wie der hl. Apostel Paulus ausführt. Das Band, daS uns mit der Kirche verbindet, ist das engste und herzlichste; denn ste ist unsere Mutter, die uuS durch die hl. Taufe ein neues, daS übernatürliche Leben gegeben hat, welches sie durch ihre Lehre und Gnade entwickelt und durch ihre Hierarchie, durch Bischöfe und Priester, schützt und leitet. Ja selbst der Tod, der alle Baude zerreist, zerstört nicht das Band, das uuS an die Kirche knüpft; er trennt uns wohl vom zeitlichen Baterlande, aber wir fahren fort, mit dem mystischen Leibe Jesu Christi vereint zu bleiben, wenn wir an- der streitenden znr leidenden und trimnphi- renden Kirche hinübergehen. Nicht genug. Die Interessen der Kirche sind die Interessen GotteS selbst. Die Kirche hat keine andere Aufgabe, als das Reich Gottes auf Erden auszubreiten. Dahin zielen alle ihre Werke und Einrichtungen, um die Menschen zu Gott zu führen. Dafür lehrt sie, dafür betet sie, dafür be­stehen die Aemter ihrer geistlichen Diener, dafür schafft sie die religiösen Orden, dafür sendet sie die Missionäre aus. Wer also die Jntereffen der Kirche liebt und fördert, der liebt und fördert die Jntereffen GotteS. Wollt Ihr nun entgegnen: für diese Interessen der Kirche zu denken, zu sorgen, zu wirken, daS über­laflen wir unferm Bischof? O nein, jeder von Euch kann und soll in feinem Berufe mich bei dieser Aufgabe, die mir freilich in erster Linie aufgetragen ist, unterstützen. Nichts dient der hl. Kirche mehr, als der Eifer und die Tugend ihrer Kinder. Tretet also alle mit mir ein für den Schutz und die Ehre der Kirche gegenüber den Gegnern und Feinden, die von allen Seiten ste bekämpfen und bedrängen. Tretet ein für ste mit mir Ihr, die Ihr ein öffentliches Amt in Staat oder Gemeinde bekleidet: feid eingedenk, daß je höher die Stellung, desto weiter der Wirkungs­kreis ist, in dem Ihr auch für die Kirche Gutes thun könnt. O welch' ein Trost für den Bischof, wenn all biefe katholischen Männer sich der Verheißung des Herrn würdig machen: „Wer mich vor den Menschen bekennen wird, den werde ich auch vor dem himmlischen Vater bekennen." So ist eS mit denen, welche in der sozialen Ordnung durch Vermögen und Stellung hervor­ragen. Wie viele Abhängige, Arbeiter und Untergebene, hören auf ihr Wort, richten sich nach ihrem Beispiele! Welch' eine Verantwortung, wenn sie als Katholiken den Untergebenen durch Wort und Beispiel zum Anstoß werden! Welch' ein Lohn, wenn sie mit ihrem Einfluß die Interessen der Kirche vertreten! Aber auch an Euch, Ihr Männer und Jünglinge der mittleren und unteren Stände appellire ich, damit Ihr für die Sache der Kirche einfteht in den Wirth-hauSlokalen, in den Werkstätten, in den Fabriken, an den BergnügungSorten. Kein edler Sohn duldet in feiner Gegenwart die Beschimpfung feiner Mutter. Wie könntet und dürftet Ihr gleichgiltig fein gegenüber der Schmach, die man so oft der doch nicht weniger verehrungswürdigen Mutter der Kirche in Euerm Beisein zufügt I Wehe aber, wenn katholische Männer und Jünglinge sich selbst entehren durch Spott und Hohn gegen diese Mutter, die ihnen ein höhere-, das übernatürliche Leben gegeben hat! Vertretet also jeder Zeit die Ehre der Kirche und da gerade in der Bereinigung Gleichge­sinnter die Kraft und der Muth liegt, der dem Einzelnen den Verführungen gegenüber oft fehtt, so schließt euch den Vereinen an, welche den Schutz und die Pflege der kirchlichen Jntereffen aus ihr Panier geschrieben haben: Männer-, Arbeiter-, Gesellen-, JünglingS-Bereinen und welche Namen ste immer tragen mögen. Endlich bitte ich euch dringend und herzlich, die hochherzige Freigebigkeit zu bewahren, die Ihr, oft wenig mit irdischen Gütern gesegnet, doch so reichlich den verschiedenen frommen Zwecken bis heute zugewendet habt, fei eS: dürftige Zöglinge, die zum Priesterstande sich vorbereiten, durch den JoscphS- pfennig zu unterstützen, fei eS in den Vincenz- und Elisabethen- konferenzen den Armen und Kranken zu helfen, fei eS den schweren und großen religiösen Bedürfniflen der Katholiken in akatholischen Gegenden durch Gaben für den Bonifatiusverein zu Hilfe zu kommen, fei es für die Diözesan-Rettungsanstalten, den Verein der hl. Kiudhett, für die auswärtigen Missionen und was uuS besonders angelegen sein muß, für den hl. Vater Almosen zu spenben. Ich weiß, eS werden viele Opfer heutzutage von Euch verlangt und Eure Mittel sind vielfach beschränkt und gering; ich weiß aber auch, daß alle Eure Scherflein für gute Zwecke die Verheißung erlangen: „Selig sind die Barmherzigen, sie werden Barmherzigkeit erlangen." O hl. Kirche, erhabene Hüterin der Wahrheit, Erzieherin der Seelen, Schützerin alles besten, was gut, was heilig, was gerecht ist, mögest du von heute an die Liebe und Anhänglichkeit in aller Herzen meiner Diözesanen finden, mit der ich sie selbst in meinem Herzen trage und umfasse!

(Die zweite Hälfte deS Hirtenbriefes kann erst am nächsten Montag nach geschehener Verlesung von der Kanzel hier ver­öffentlicht werden.)

Deutsches Keich.

Berlin, 28 Juli

* Große Freude ist mch-eren Betriebsbeamten und Arbeitern der preußischen Staats-Eisenbahn- Verwaltung in der neuesten Zeil durch einen be­sonderen Gnadenakr deS Kaisers bereitet wordm In Folge von Unfällen, die durch ihr Verschulden herbeigeführt worden waren, hatte« sie nach dem ergangenen Urtheile der Staatskasse die für Ausbesserung beschädigter Fahrzeuge und Bahn-Anlagen verursachten Kosten out ei sc« en Mitteln zu ersetzen. Es geschah dieses in der Weile, daß ste bet jeder Gehalts- bezw. Lohnzahlung angon fs-ne Abschlagszahlungen leisteten, die für die Betreffenden einen recht empfindlichen Aus­fall in ihren Emnabmen bildeten. Der Gefammtbetrag der zu ersttzmden Kosten war theilweise so groß, daß eine ganze LebenSzett nicht auSgereicht hätte, um den angertchteten Schaden ganz zu ersetzen. Auf Befür- Wertung des MmtsterS der öffentltchm Arbeiten ist

den schwer betroffenen Bediensteten der Eisenbahn Verwaltung nunmehr die Restschuld im Betrage von 35 bis 40,000 Mark durch die Gnade deS Kaisers erlassen worden. Die betreffenden Beamten und Arbeiter, die sich nach den Unfällen durch treue Pflicht­erfüllung und guter Betragen dieser Wohlthat ganz besonders würdig gezeigt haben, athmen, nachdem diese drückende Last von ihnen genommen worden ist, nun wieder frei auf.

* Nach einem in hiesigen politischen Kreisen um­gehenden Gerüchte soll sich daS preußische Staats­ministerium in seiner jüngsten Sitzung auch mit dem Berliner Bierboykott beschäftigt und schließlich be- schloffen haben, von einem Eingreifen in diesen Kampf der Sozialdemokratie gegen die Brauereien abzusehen. Die Ansichten hierüber gingen zunächst stark auSein- a der, indeffen überwog zuletzt die Meinung, daß die Niederlage der Sozialdemokratie in diesem Kampfe be­reits so gut wie entschieden sei und daß die Regierung deshalb kein: Veranlassung habe die bisherige Neutralität arfzugebrn und den sozialdemokratischen Führern damit dm Borwand zu liefern, daß sie lediglich der über­mächtigen Staatsgewalt hätten weichen müsien. Un­abhängig hiervon steht noch die Frage zur Erörterung, ob es angezeigt sei, künftigen ähnlichen Boykottirungm durch reichsgesetzliche Maßregeln vorzubeugm. Hierüber steht die Entscheidung dem BundeSrathe zu, der nach der Wiederaufnahme seiner regelmäßigm Thätigkeit im Herbst sicher mit dieser Angelegmheit befaßt werden wird.

* Zum Schutze des Handwerks gegen die Kon­kurrenz der Gefiingnirarbeit scheinen nunmehr etwas weitergreifendere Maßregeln, als bisher, geplant zu sein. In Preußm wurden nämlich die Gewerbe­aufsichtsbeamten beanftragt, ihre Aufmerksamkeit fortgesetzt der Frage zuzuwmden, ob. und in wie weit die Gefangenenarbeit die ErwerbSthätigkeit der kleinge- werblichen Berufe beeinträchtige. Insbesondere sollen auch Klagen freier Arbeiter über Beeinträchtigungm durch den Wettbewerb der Gefangenenm beit auf ihre Berechtigung eivg-hrnd untersucht Werben, gleichviel, ob eS sich dabei um Außenarbeit der Gefangenen oder um deren Beschäftigung in Anstalten handelt. Die GewerbeausstchtSbeamten werden veranlaßt, zu diesem Zwecke nach vorheriger Verständigung mit den Gefäng- ntS-Borstäaden die ArbettSeinrichtungen der Strafan­stalten, sowie die von den Unternehmern verwendete»» Maschinen zu besichtigen und ü' er ihre Beobachtungen den zvstindigm Stellen Bericht zu erstatten.

• Die,Trierische Landerzritang' theilte vor Kurzem mit, der deutsche Jesuitenpater Nix habe s. Z. die ersten Schritte gethan, damit die in Glatz internirten französischen Offiziere begnadigt würden. Fast alle französischen Blätter haben die Meldung übernommen, theilweise mit dem Bemerken, eS sei rührend, daß ein Verbannter für andere, der Freiheit Beraubte Schritte thue. Ein Mitarbeiter der.Agence Nationale' hat den Pater Nix befragt und theilt über dar Ergebrnß der Unterredung mit:

„Se. Maj. Kaiser Wilhelm", so sagt Pater Nix, „hat that- sächlich in Folge meiner Vermittelung die Herren Degouy und Delguey MalaraS begnadigt. DaS kam so: Im vorigen Jahre besuchten mich Ende Dezember zwei Mitglieder der Familie Degouy. Sie hatten von meinen freundschaftlichen Beziehungen zum Kaiser gehört und baten mich, zu Gunsten ihres unglück­lichen Verwandten Schritte zu thun. Vergebens hielt ich ihnen vor, daß ein von der Familie gemachter Versuch mehr Erfolg verspräche, die Beiden ließen sich aber nicht überzeugen und baten mich, an den Kaiser zu schreiben. Ich fragte einige meiner Freunde um Rath und schrieb dann an den Kaiser. Ich schilderte Sr. Majestät den tiefen Schmerz der Familien der beiden Offiziere und den guten Eindruck, den eine Begnadigung in Frankreich Hervorrufen würde. Ich schloß mein Schreiben mit der Bitte, die Gefangenen bei Gelegenheit des Weihnachtsfester zu begna­digen, am Tage der Geburt unseres Herrn und Heilandes, einem Tage, an dem wi^AlleS vergeben sollen. Die Antwort blieb nicht lange aus. Der Kaiser theilte mir durch seinen Geheimsekretär mit, daß er bereit sei, Gnade walten zu laffen, daß er aber noch einige Monate warten müsse. Sie sehen, Kaiser Wilhelm hat fein Versprechen gehalten. Sofort nach ihrer Rückkehr richteten die Herren Degouy und Delguey-Malaras einen von Dankbar­keit überströmenden Brief an mich. Ich meinerseits habe die Belohnung für meine Vermittelung in der Befriedigung gefunden, die ich über meine gute That empfinde."

Der Interviewer der ,Agence Nationale' deS Herrn Pater N-x bemerkt hierzu die.Trfirische LandeSzeituvg', hat sich in der Wiedergabe seiner Unterredung mit dem Letzter« einige Zusätze gestattet, die der Pater N x nicht geäußert hat. So z. B. die Betonung des sreundschast- lichea Verhältmss S mit dem Kaiser.

* DaS Komitee für die Errichtung eines Schulze- Delchsch Deukmals in Berlin beabsichtigte das Denk-