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Beilage zu Nr. 171 der »Fuldaer Zeitung'

Sonntag, den 29. Juli 1894.

doch etwas vorstellen. Also »erben in Winter Ge­sellschaften veranstaltet» die einen hübschen Posten Geld verschlingen, ohne beiden Theilm die rechte Befriedigung zu bringen. Dem äußeren Glanz zu Liebe müssen die Gebrauchsräume für die Familie, namentlich die Schlafzimmer, möglichst beschränkt werden. Die Kinder find blaß. Dagegen soll nun die Sommerfrische während der Ferien helfen. Aber eine Familien­wohnung an der See oder sonst einem ansehnlichen Bade- oder Erholungsort kostet in der „Hauptsaison" verzweifelt viel Geld. Man miethet also nur eine recht kleine, oft sogar baulich mangelhafte Wohnung. „Wir werden ja immer draußen sei«, heißt die Be­ruhigungsformel. Run gibt'? aber viel Regentage und man muß in dem engen, dumpfen Stübchen hocken. Jedenfalls muß man Nachts mit knappem Raum und schlechter Luft vorlieb nehme». Sollen unter solchen Berhältnissen eisige Wochen Sommerfrische wieder gut machen, was dar ganze Jahr an dem kindliches Blut verdorben hat? Wäre es da nicht gescheidter, der Haus­vater nähme die verschiedenen 100 M.-Scheine, welche bei der Sommerreise drauf gehen, legte dazu die Summen, welche die Gesellschafts-Spielerei im Winter verschlingt und verwendete dieses ganze Geld zur Verbesserung der WohnungSverhältnisie und der sonstigen Lebens­führung in der Stadt? Dann könnte die Familie während der Ferienzeit Tag für Tag ihre Ausflüge in die ländliche Umgebung machen, des Nachts würde sie in ihrer geräumigen Wohnung fich ganz behaglich fühlen. Würde ferner dar ganze Jahr hindurch für die Ernährung und Bewegung der Kinder besser ge­sorgt, so ergäbe fich eine viel wirksamere Gesundheits­pflege, als bei 11 Monate Vernachlässigung und 1 Monat Bade-Drangsal. Aber fteilich, dann könnte man ja int Herbst damit nicht prahlen, daß man da und da gewesen ist und daß man für sein schwerer Geld die und die Genüsse gehabt habe. Die Prahlerei, Aufspielerei ist die Haupttriebfeder der Reiselust. Leider wird schon unter dem Schulvolk diese Prahlerei be­trieben. Dar Kind, dar nicht fortgewesen ist, traut sich ja kaum unter die hochnäsigen Mitschüler, welche die Leistungsfähigkeit ihres ellterlichev Portemonnaies so glänzend herauszustreichen wisse«. — Die Eltern sollten um ihres eigenen Wohles und der Erziehung der Kinder willen diesen Pfauenschwasz der sommer­lichen Prunkreisen abstreifen. Wenn sie sonst dazu in der Lage sind, so können sie sich ja in einem Borort ansiedeln. Wer da wohnt, hat einen „anständigen" Borwand, eine Badereise für unnöthig zu halten.

Um auf die Hitzfrage zurückzukommen, möchte ich noch zur Erwägung stellen, ob wir nicht vielfach durch ssvernüvstiges Trinken uns die Last der Hitze noch schwerer machen. Wenigstens nach meiner Er­fahrung ist das Bier das schlechteste HundStagSgetränk. Rach einem Frühschoppm in Bier wird man erst recht matt, schwitzig und unbrauchbar. Aber er gibt Leute, die der festen Ueberzeugung sind, daß sie kein Wasser vertragen können — von Milch erst gar nicht zu reden. Wie wäre eS dann mit Apfelwein? Ich habe diesen Sommer mit Apfelwein als HauStrunk eine Probe gemacht, die mich bisher sehr beftiedigt hat. Aus der laudwirthschafrlichen Ausstellung in Berlin war auch die Apfelweis-Produktton vertreten, nnb bie Reklame ist gewiß nicht ohne Wirkung geblieben. Wenn dir Genossenschaften znr Obstverwerthung ihr angnehmeS und gesunder Getränk aber wirklich in die breiten Schichte« der durstige« Stadtbevölkerung bringen wollen, müssen sie den Bezug noch ganz anders gestalte«. Sich ein Fäßchen zu verschreiben und selbst abzuziehen — dar bringt nur eine ganz keine Anzahl von Familie« fertig. Will der Apfelwein dem Biere Konkurrenz machen, so muß er mit derselben Leichttgkeit und denselben Formen wie Bier zu beziehen sein; er darf nicht erheblich thenrer werde«, als gutes Flaschenbier. Die Fabrikanten müfien in den Städten chre „Apselwein-Berleger" haben, die für einen Thaler so und so viel Flaschen den Leuten in dar Haur bringen; Pfand für die Flaschen wird nicht berechnet. Haben die Leute erst einmal auSpro- birt, daß der Obstwein gar nicht so sauer schmeckt, wie man vielfach glaubt, sondern ein angenehrn-erftischen- der, herrlicher Gettänk ist, mit dem man besser auS- kommt, alr mit einem Bier zu demselben Preise, so wird der deutsche Apfelwein sich schon dar nöthige Publikum sichern. Der Gewinn für die Obstzüchter kann fteilich nicht groß werden, aber sie wollen ja auch nur einen gesicherten Absatz zu bescheidmen Preisen. Bei der Produktion braucht man nicht so schroff auf die Stärke deS Getränkes zu sehen, als auf die Klar­heit, die Dauerhaftigkeit und dann die Vermeidung von zu viel Säure. Eine Asweifnng, in der namentlich dar Verdünnen und Zuckern («eine Kinder find auf die dünnen Schorlemorle ganz versessen!) gelehrt wird, muß beigegeben werden, womöglich auf jeder Flasche am Stilett. Die Hauptsache ist aber, daß man bett Leuten dar Getränk in kleinen Posten fortwährend in's Haur liefert.

Vermischtes.

* Die Bezüge des Präfideute« der französischen Repnblik. In dem Augenblicke, da Herr Casimir Perier daS ihm von der Nationalversammlung übertragene Amt antritt, ist es von Inter­esse, einige wenig bekannte Einzelheiten über daS Gehalt deS französischen Staatsoberhauptes zu verzeichnen. Das Inter­essanteste daran ist gewiß der Umstand, daß die Bezüge deS Präsidenten der Republik weder durch die Verfassung, noch durch ein Gesetz bestimmt sind; sie werden einfach alljährlich im Budget aufgeführt. DaS Gehalt ist seit dem Finanzgesetze vom 16. Sept, unverändert geblieben, nämlich 600,000 Francs jährlich, die Repräsentations- urd Reisekosten wurden 1873 von 162,400 auf 300,000 und 1876 auf die jetzige Ziffer von 600,000 Francs erhöht. Herr Casimir Perier bezieht demnach jährlich 1,200,000 Francs, die ihm monatlich in zwei besonderen Anweisungen von 50,000 Francs ausbezahlt werden. Gleich allen anderen Staats­beamten bezieht der Präsident der Republik sein Gehalt erst vom Tage seines Amtsantritts, also von dem Tage an, da seine Wahl im .Journal Offiziel' veröffentlicht wurde, vom 28. Juni. So wurden dem Präsidenten am 30. Juni für die ersten drei Tage seiner Amtswirkung 9999 Francs 90 Centimes ausbezahlt. Allerdings werden dem Präsidenten der Republik keine GehaltS- । abzüge für die Pensionskasse gemacht. Die ehemaligen Civillisten I waren: Am 26. Mai 1791 bewilligte die Nationalversammlung dem König und dessen Hausftaate eine Civilliste von 25 Mill., welche die gesetzgebende Verfassung am 10. August 1792 wieder aushob: erst der Konvent genehmigte wieder daS Prinzip einer Entschädigung für die Vertreter der ausübenden Gewalt. Die Verfassung vom Jahre III fetzte dieselbe auf eine höchst sonder­bare Weise fest: In Art. 173 wurde das Jahrcsgehalt eines jeden Mitgliedes deS Direktoriums auf den „Werth von 50,000 Myriagramm Weizen", 10,222 Centner, wie der Gesetz­geber zum genaueren Verständniß beifügte, bestimmt und über­dies angeordnet, daß die fünf Direktoren auf Kosten der Republik in einem und demselben Gebäude ihre Wohnung finden sollten. Die Verfassung vom Jahre VIII führte wieder die Besoldung des ersten Konsuls in klingender Münze, 500,000 Francs, ein und setzte die Bezüge der beiden andern Konsuln aus je drei Zehntel derjenigen deS ersten an. Art. 15 des Senatuskonsultum vom 28. Floreal deS Jahres XU welches daS Kaiserreich gründete, führte wieder die Civilliste vom 26 Mai 1791 ein. Unter der Restauration stieg die Civilliste auf 32 Millionen, sank aber unter der Juli-Monarchie auf 13 Millionen herab. Die Revolution von 1848 warf natürlich all' daS wieder über den Haufen. General Cavaignac erhielt als Ober­haupt der ausübenden Gewalt 120,000 Francs zuerkannt, allein die Berfaffung vom 4. November setzte das Gehalt deS Präsi­denten der Republik aus 600,000 Francs an und bezeichnete den Elisse-Palast als die ihm zustehende Residenz. Die Höhe der Repräsentationskosten wurde dem Gutachten der Kammern über­lassen, vom 12. März 1849 aber wurden 600,000 Francs fest­gesetzt. Der Präsident bezog also vor dem Staatsstreiche ebenso viel wie Herr Casimir Perier, Napoleon III. aber wieder 25 Millionen jährlich. Bon den anderen Staatsoberhäuptern bezieht der Präsident der schweizerischen Eidgenossenschaft am allerwenigsten, 13,500 Francs, indeß der Hofstaat der K ö n i g i n Viktoria bei einer Civilliste von nur 385,000 Pfund Sterling nicht weniger als 50 Millionen Francs kostet. Der König von Griechenland hat nur um 100,000 Francs mehr als Herr Cafimir Perier, nämlich 1,300,000 Francs, der König von Dänemark doppelt so viel, der König von Schweden 6.5 Millionen, der König von Portugal 3.8, der König von Spanien und die Königin-Regentin 7.45, der König von Italien 14.25, der Kaiser von Oe st erreich 23.325 Millionen.

* DaS Salz als Hausmittel. Kochsalz erweist sich in vielen Fällen als nützliches Hausmittel. In Spiritus, Brantwein oder Salmiakgeist aufgelöst, entfernt es Flecken. Will man irdene oder gläserne Gefäße schnell abkühlen, so setze man sie in Salzwasser. Ein Theelöffel voll Salz, in den Oelbehälter einer Petroleumlampe geschüttet, erhöht die Leuchtkraft des Petroleums. Zum Putzen von Messing-Gegenständen dient mit Essig angefeuchtes Salz. Schwarzes Tuch bleibt bei der Wäsche in Salzwaflcr unbeschädigt in der Farbe und läuft nicht ein. Strohmatten und Korbwaaren, auch Stuhlsitze, nehmen nach dem Abbürsten mit Salzwaffer ein neues Ansehen an. Zur Beseitigung von Rost und Tintenflecken läßt man Salz in Citronensaft unter der Einwirkung voller Sonnenwärme zergehen und reibt damit die Flecken weg. Teppiche halten sich frisch in der Farbe, wenn man sie vor dem Kehren mit feuchtem Salz bestreut oder sie nach dem Klopfen mit Lappen abwischt, die in Salzwasser angefeuchtet wurden. Man sieht aus diesen vielen Beispielen, daß das Salz im Haushalt keineswegs nur zum Würzen der Speisen dient.

* Ein Theater auf dem Dache, das ist das Neueste, waS New-Uork sich leistet. Da nämlich nur das Gartentheater so glücklich ist, einen Garten zu besitzen, woher eS auch seinen Namen führt, kam ein spekulativer Kops aus die Idee, daS Flachdach einer der Monumentalbauten New-YorkS zu einer Gartenanlage zu benutzen und dort eine Spezialitätenbühne zu errichten. „Die Bortheile dieses Gartens, zu dem man natürlich durch den Fahrstuhl gelangt, sind — so sagt die Ankündigung — außerordentlich; gewährt er doch eine inchonirende Aussicht über das Häusermeer der Stadt, und dabei ist die Luft staub­frei und rein!"

* Das läßt tief blicke«. Dieser Ausspruch ist neuerdings wieder unter „Humoristisches auS dem Reichstag" dem soziali­stischen ehemaligen Reichstagsabgeordneten Sabor zugeschrieben worden, und Sabor hat in Folge dieses Ausspruches das Bei­wort „der Tiefblickende" für sein Lebtag erhalten. Leider müssen wir die Annahme'zerstören, als ob Sabor den Spruch erfun­den habe und denselben der Ehre berauben, in den „geflügelten Worten" als Urheber weiter zu figuriren. In Frankfurt, Mainz und am ganzen Mittelrhein wird seit Menschengedenken der Ausspruch fprüchwörtlich vom Volke gebraucht; er ist also mindestens ein Provinzialismus, und Sabor hat die berühmt gewordene Wendung der Volkssprache feiner Heimath entnommen.

* Ei« h«ma«rr Spitzbube. Angeklagter: „Ich bitte, hoher Gerichtshof, mich nicht zu verurtheilen. Sie schaden sonst der Carrisre meines VertheidigerS."

* Immer in Geschäft. Der gestrenge Herr Hauptmann besucht eine Kasernenstube, in welcher der Kommis Silberstein feit Kurzem fein militärisches Dasein begonnen hat. Nachdem sich der Herr Hauptmann bei den einzelnen Leuten über chre häuslichen Berhältniffe erkundigt hat, schreitet er mit den Wor­ten: „Guten Morgen, JungenS l" auf die Thür zu. Dieselbe wird von dem dienstbereiten und sehr fixen Silberstein aufgeriffen, der, während der Herr Hauptmann hinauSschreitct, sich verneigend spricht; „Bitte, beehren Sie uns recht bald wieder I"

O Mel Sitze und viel Fremde

gibt ei augenblicklich in Berlin. Der Großstädter, der den Feinen heranSbeißen will, läuft während ber Som­merferien von bannen, weil es nach feiner Ansicht in der glühenden Steinwüste gar nicht auszuhalten ist. Der Provinzler aber macht auf feiner Sommerreife in Berlin fehr gern und andauernd Stativ«; er schwitzt nrit Vergnügen und schwelgt jetzt schon im Vorgefühl der Triumphe, die er künftig am Stammtische mit feinen Berliner Räubergeschichten erzielen wird.

Wo kann man die Hitze am besten anShalten? — zu Hause oder auf ber Reife? Man sollte denken, zu Haufe fei der Mensch widerstandsfähiger, da er dort feine gewohnte Verpflegung habe und sei« Lebenswandel regelmäßig und möglichst bequem einrichten könne. Aber arir scheint, daß der Sonnenstich viel häufiger Ein­heimische als Fremde befällt, obschon Letztere sich ost große Anstrengungen zumuthe«. Vielleicht erklärt sich daS auS demfelben Grunde, wie die neulich von einem Sachverständigen hervorgehobene Erscheinung, daß die Soldaten nicht während der anstrengenden Felddienst- übnng, sonder« während des langweiligen Marsches schlapp zu werde« pflegen. Wenn ber Geist fortwäh­rend angeregt wird, hält der Körper Hitze nnd An­strengung viel länger auS, als wenn Gehirn und Ner­ve« i« einer langwelligen, eintönigen Beschäftigung matt werden. Der Fremde fühlt sich immer durch etwas Neues angeregt; wo ber Einheimische gähnt, reißt der Fremde die Augen auf.

Daraus ergibt fich aber keineswegs eine Empfeh­lung der HundStagS-Reifen. Besonders thöricht ist eS, während der heißen Zeit die großen Städte Heimzu­suchen. Gerade dann hat man von denSttapazen nnd Unkosten einer solche« Fahrt am wenigsten Genuß und Nutzen; denn dar gesellschaftliche und künstlerifche Leben der Großstadt macht im Hochsommer Siesta. ES ist nichts Rechtes los in der glühenden Stadt, nur die allergewöhnlichsten Erscheinungen deS städtischen Lebens und die niedrigsten Spekulattonen auf Neugier und Lüsternheit gehen ununterbrochen ihren Bang.

Wie bescheiden die sommerlichen Ansprüche in Ber­lin sind, steht man z. B. in der italienische« Ausstel­lung am zoologischen Garten. „Italien in Berlin" nennt sich stolz daS Unternehmen, das fich mit so un­verfrorener Grandezza in Berlin austhut, wie eine „Schmiere" in Schöppenstedt den Tempel der Kunst anffchlägt. Ein Italien von Pappe! Aber der ge­riebene Unternehmer kennt fein Publikum. Wenn man Leute« für 50 Pfg. Eintrittsgeld „ausländischen" Flüterftam mit Musik und Tingeltangelei bietet, so kommen sie zu Hausen und wenn eS hübsch nett ist, so amüfirt sich dar Publikum auch, well ei selbst ohne Gage mitspielt. Er ist doch mal „war Anderer", wenn auch nicht gerade viel Italienischer dabei ist. War kann man denn anch für 50 Pfennige mehr verlangen, als anderthalb Lagnnen mit einigen Holzbrücken und KartenhäuSche« ä la Venedig, ein paar Gondeln darauf und einen gemalten MarkuSplatz und einen gemalten Golf von Neapel nebst Capriz-Grotte nnd Luegloch- Höhle, dazu einige italienische Musik- bezw. Gesangs- chöre, italienisch angezogene Blumenmädchen auS dem Berliner Vogtlande, einige Reise-Kneipen mit birra di Pilsen nnb birra bianca di Berlino, in denen Harfen wimmern, Tamburine klirre« und braunhäutige Leute beiderlei Geschlechts nach Noten seufzen? Eine Vogel­wiese mit italienische« Kulissen — daS genügt für unser bummelnder Reichshauptstadt-Publikum und die vagiren- de« Provinzler. Am Abend, wo eS nicht Bindfäden regnet, ist dar gepappte Italien vollgepfropft von Men­sche« uud eS kommt da«« eine rechte Ulk - Stimmung in'S Publikum, die sich zunächst harmlos - gemächlich anläßt, aber mit der Annäherung an bie Mitternachts- stunde mehr nnb mehr zweifelhafte Blasen wirft. Wie sollte man z. B. glauben, baß ein Haufen von blafft- ten, schnoddrigen Berlinern herzlich lachen kann, wenn Jemand ruft: „Wohinnio gehen wir nuanio?" Sonder­bar, daß der Berliner bei sich zu Haufe viel genüg­samer, bescheidener und gemütlicher ist, als draußen „in der Provinz", wo er Alles von oben herab be­handeln zu müssen glaubt. Umgekehrt findet man bei vielen Provinzlern, die in ihrer Heimath nicht genug schelten können über den Wafferkopf der Monarchie, eine rührende Ehrfurcht vor der Weltstadt und ihre« gute« uad faulen Einrichtungen, wenn fie einmal über dar gescholtene Master der Weltstadt bummeln könne«.

Im Allgemeine« thäten beide Thelle besser, »en« fie zu Haufe bliebe«. Ich habe mich neulich gefreut, als ich einmal eine derbe Standrede gegen die Ettel- kett der Sommerreisen laS. Auf dem Gebiet wird bi der That viel Geld, viel Behaglichkeit und auch Gesundheit verschwendet. Ja, auch Gesundheit, obschon die Seifer« meistens mit Gesundheitsrücksichten be­gründet wird. Da ist z. B. eine Familie, die gerade ihr leidliches Auskommen hat, wenn fie anständig lebt uud fich aller Seiteufprünge enthält. Aber fie wollen