Einzelbild herunterladen
 

jyt i7i

planten tlavischen Katholikentag bei devTichechev wenig Stimmung; er findet bei den Jungifchechm ! heftigen Widerspruch, bei den Alttschechen kühle Theil- nähme. Die Aeußernngen ihrer Organe zeigen klar.

, ’ ** *** ff VUp

i mir erlaube. Sie zu stören, ich habe eine HerzeySauge« i legenheit, die ich gern mit Ihnen besprechen möchte. " - »Ich bin mit Vergnügen dazu bereit,- war meine

Entgegnung.

Sie toiffnt, ich gehe alle Tage spazieren/ so fing

Thür da vorbeikomme oder bei sonstiger

Jahr und Tag habe ich gethan, als säh' ich ihn

gleitet, habe ich mir meistens gemacht, wenn ich mit dem Knaben zusammenkam. So waren Monate um Monate verflossen, Peter machte immer besiere Fort­schritte und blieb immer gleich freundlich.

Eines Abend-, ich hatte eben mein Brevier voll­endet, klopfte er an meine Zimmerthür. „Herein!- — und wie staunte ich! Herein trat der Herr Nachbar von rechts, der Menschenfeind!

„War wird denn der wollen?- dachte ich; ich hieß ihn höflich willkommen und lud ihn ein, sich zu setze«.

„Rehme» Sie mir er nicht übel, Herr Pfarrer-, dar waren die Worte bei feinem Eintritte, „daß ich

* Dre neue antisemitische Tageszeitung, von der schon öfter- die Rede gewesen, soll der,Post' zu- folge nächstens in'S Leben treten, wofern die hier be- stehendenantifemitischen Blätter.Freideutfchland', ,Bund-

schuh' und .General - Anzeiger' in dar neue Unterneh­men anfgrhen wollen. Ahlwardt soll dem Plane be­reits zugestimmt und in Rheinland-Westfalen Anhänger dafür gewonnen und gesammelt haben.

* ,3m vorigen Jahre hat in allen deutschen Staa- ^Erhebung über die Zahl der Gast. n«v Schankwirthfchafte» stattgefunden. Danach zählte der preußrsche Staat 1879 : 64,721 Gastwirthschaften 1893 : 65,923; 1879: 65,866 Schankwirthschaftm mit Branntweinschank, 1893: 66,095; 1879; 14198 Schankwirthschaftm ohne Branntwein, 1893: 12,542,

1879: 16,014 Brauntweinkleinhandluvgen, 1^93 : 17,908. Er find also nur die Wirthschaftm ' mit halber Konzession an Zahl heruutergegangrn, war sich daraus erklärt, daß die Inhaber solcher Konzessionen tn bet Regel mit Erfolg eine Gleichstellung mit den Wlrthen, die auch dar Recht zum Braontweinfchauk haben, verlangen. Ueberall sonst zeigen sich Zunahmen, aber auch diese sind nur scheinbar. Da in gleicher Zeit die Bevölkerung von 26,092,533 auf 30,236 997 Seeb« gesti^en ist, so ist die Zahl der Schagkstätten im Verhält«,ß zur Einwohnerzahl erheblich herunter- gegangen.

Ausland.

Ei« Sonderling.

In der Stadt »...., wo ich als Seelsorger an- gestellt war, hatte ich zwei Nachbarn, die mir viel Gelegenheit zum Nachdenken gaben. Der Nachbar rechts, ml Mann in ziemlich vorgerücktem Alter und ledigen Standes, war ein kurioser Mann. Er ging mit keinem Menschen um, grüßte Niemanden, dankte auch keinem Men chen, der ihn grüßte. Man hielt ihn für einen Menschenfeind. Der Mann war schr, sehr reich und hatte keine nahen Verwandten, nicht einmal sogenannte lachende Erben. Er lebte äußerst regelmäßig, ging zur bestimmten Biertelstmide zu Tisch und zu Bett, 'M» taktmäßig auf, machte zur selben Stunde ^glich einen Spaziergang und kehrte immer zur gleichen Znt wieder nach Hause zurück. Ein aller Bedienter, em eben solcher Brummbär wie der Herr, war seine emzige Gesellschaft.

Zur linken Seite in meiner Nachbarfchast wohnte em Schuster, ein armer Mann, der wenig Arbeit und acht Kmderchm zu ernähren hatte in theurer Zeit. Bei M seiner Roth machte er ein heiteres und fröhliches Gesicht ein ganz anderes als fein Nachbar rechts, der bei all' feinem Reichthvm so sauertöpfisch dreinschaute, als litte er die bitterste Roth. Der Schuster sang und pW dagegen den ganzen Tag, gewiß oft bei leerem Magen.

Unter dm acht Kindern des Meisters Knieriem

Sonntag, den 29. Juli 1894, X 21. Jahrgang

lMkrMZeitilng

, * Wie», 25. Juli. Der für diesen Herbst geplante vierte österreichische Katholikentag wird allem Anscheine nach, wie längst gefürchtet wurde, gar nicht zu Stande kommen. Zwar ist darüber noch Nichts fest entschieden, aber er ist doch immerhin ein bedenklicher Zeichen, daß die Antwort der KornrniffarS" Srafm Sylva-Tarouca im .Korrespondenzblatte für des Klerur' ans die ebendort ftüher veröffentlichte Zuschrift von Dr. HaaS an den Grafen in dieser Angelegenheit nach keiner Richtung sich deutlich ausdrückt, sondern nur von den groß« Schwierigkeitm und von aufgetauchte» Meinungsverfchiedmhetten innerhalb der katholischm Parteigruppen spricht. Inzwischen ist diese «vgelegm- hell durch den kühnen Warf der Einberufung einer besonderen niederösterreichischen Katholikentages in ein neuer Fahrwasser gekommm, und hat die Dis­kussion über die Bemühungm des Grafen Eylva- Tarouca nur mehr wenig praktischen Werth. Der ge- Plante nlederösterreichische Katholikentag wird zweifelS- ohne eine großarttge Betheiligung aufweisen und sich zu einer kräftigen Kundgebung der entschiedenen Richtung gestalten. Dagegen zeigt sich für dm in Brünn ge- Planten slavtschenKatbolikentagbeidm Tschechen

* In der CentrumSpresse wurde auf die inkorrekte Form de» B»ndesrath»befchl«ffes betr. die „Ber- wandtschast- der Redemptoristen hingewiesen. Dazu bemerkt die .Boss. Ztg.': „Ein Mangel in der Form deS BundeSrathSbeschluffe- scheint nach unserer Avschaunng thatsächlich vorznliegen. (Sehr schmeichelhaft für den BundeSrath!) Aber dieser Mangel ließ sich bei bk fern schwächlichen Kompromiß schwer umgehen, «lr im Jahre 1873 bet BundeSrath die Redemptoristen und die übrigen Orden als dem Jesuiten­orden „verwandt" erklärte, geschah die- offenbar nach reiflicher Ueberlegnng und nach der Einholung wissen- schafllicher Gutachten von berufener Seite. Wissen­schaftlich st ht auch heute noch die Verwandtschaft der Redewptoristm mit dem Jesnttenordm genau so fest wie vor 21 Jahren. DaS hat man wohl im BundeSrath gefühtt und deshalb eine Form gesucht, die nicht mit dem Beschluß von 1873 in direkten Widerspruch geräth. Freilich hat man sich damit erst recht zwischm zwei Stühle gesetzt." Damll vergl-iche man nun, was dieselbe ,Boss. Ztg.' am 10. Juli dr. 39-, also vor 14 Tagen, schrieb: „Wir wollen "sskn ei«gestehen, daß wir über dieBestrebvngen und die Geschichte der Redemptoristen nur so­weit unterrichtet sind, als allgemein verbreitete Handbücher darüber Auskunft geben; Quellen- stndien haben wir nicht gemacht und beabsichtigen auch nicht eS zu thuu." Also vor 14 Tagen erklären bte Herren mit anerkeonenSwerther Bescheidenheit von den Redemptoristen und ihrem Berhältniß zu ben Jesuiten nichts zu wiffen, was auf Wissenschaft An- sprach habe, mtb heute erklären sie mit verblüffender Sicherheit „wissenschaftlich steht fest rc." Und dar nennt sich verrnuthlich „gründliche deutsche Wissen- schäft , wie ja Tante Boß „privilegirte Zeitung von Staats- und gelehrten Sachen" ist!! Wenn man steht, daß so etwas rnöglicb ist, dann braucht man sich . die sonderbaren Auffassungen über die Jesuiten gewiß nicht zu wundern. •{•••*•

* Das Reichtbank-Präfidium hat auf Eingaben, betreffend Gewährung eines ausgiebigen Reichsbank.

Deutsches Reich.

Berlin. 27. Juli.

* Der Kaiser wird sich gleich nach seiner Rückkehr aus Norwegen nach England begeben. Der Besuch deS Kaisers ist nur privater Art, dennoch wird ihm zu Ehren zu Aldershot eine Truppenschau statt finden, zu der auch dar Königs - Dragoner - Regiment, btffen Ehrenoberst der Kaiser ist, von Irland herüberkom- men wird.

* Die ReichScholera-Kommisfion tritt am 1. August unter Vorsitz deS Direktors deS Reichs-Gesund- heitSarntS, Dr. Köhler, zusammen. Der Kommission wird auch in diesem Jahre ein umfassendes BerathungS- material vorliegen.

daß diese nationalen Politiker von einer katholisthm Organisation Nichts wissen wollen. Sie find eben in der Hinsicht um Nichts besser als die deutschen Liberalen und die magyarischen Chauvinisten. Deshalb ist eS auch nicht zu verwundern, daß die junglschechifche Presse sich sehr lebhaft für ben Sieg ber Koffuthpartei in der ungarischen Civilehefrage einsetzte und ihren Sympathie«

Welche Wichtigkeit dem Handwerk im Gemein­wesen beizumessen ist, zeigt die letzte Berufszählung, nach der e8 in Deutschland 2.9 Millionen Kleinbetriebe gibt, die 3 bis 4 Millionen Menschen beschäftigen. Angesichts dieser Zahlen sollten die Regiernngen sich doch etwas mehr beeilen als bisher durch Erfüllung der Wünsche der Handwerker die Proletarisirung dieses am stärksten bedrohten BrnchtheileS des Handwerker- standes zu verhindern. — Die Beschaffung der Be- kleidungSgegenstände für dar Herr erfährt künftighin von Grund auf eine Umgestaltung. Die kleruen Werkstätten der einzelnen Regimenter werden später mit der Neuherstellung von Uniformen über- Haupt nicht mehr befaßt und die gesammte Fabrikation dm KorpSbekleidungSämtern übertragen werden, die, wie es in neuerer Zeit bereits geschieht, im Bedarfs­fälle außer den Oekonomiehandwerkern noch Civil- perfonm befchäftigm. Diese Bekleidungsämter ver­fügen über alle Hilfsmittel der Großindustrie, sie arbeiten mit Kraftmotoren und dm nmesten leistungs­fähigsten Mafchinm, find also in jeder Hinsicht auf die Massmfabrikation eingerichtet. Die Regimmtrwerk- stättm dagegen werden lediglich noch kleine handwerks­mäßige Betriebe sein. 1

* Der Minister für Handel und Gewerbe hat angesichts der großen Grubenunglücke zu Karwin in Oesterreich und Pontypridd in England für jedm der fünf prmßischm Oberamtsbezirke die Bildung von be- sonderen bergtechnische» Kommissionen angeordnet, welche ben Auftrag haben, bie särnnlllichen Steinkohlen- grnben ber betreffenden Bezirke einer eingehenden Un« tersuchung zu unterziehen. Diese Untersuchung hat sich namentlich auf die Anwesenheit von Schlagwet­tern und gefährlichem Kohlenstaub und die Borrich- tungen zur Abwmdung der au« diesm beiden größ­ten Femdm der Berglmte resulttrendm Gefahren zu erstrecken. Ferner werden die Wetterversorgung im allgemeinen, die Schießarbeit u. s. w. Gegenstand ein­gehender Begutachtung fein. Die Kommission für dar Saar-Revier hat unter dem Borfitz des Geheimen Bergrath FolleniuS aus Bonn ihre Thättßkeit bereits aufgmommen.

war ein Knabe von acht Jahren, ein bildschönes Kind mit blauen Augen, rothen Wangen, krausen, blonden Haaren, munter wie ein Eichhörnchen und freundlich wie ein heiterer FrühlingSmorgen gegen Jedermann, Dieser Knabe grüßte alle Leute, an denen er vorbei- ging, wenn ihm auch keiner dankte, zog artig sein Käpplein ab und sah mit seinen schönen Augen jeden freundlich au. So macht er eS auch dem grieSgräm« lichen Nachbar. Wohl hundertmal habe ich zu meinem nicht geringen Aerger gesehen, wie der kleine Peter ben finstern Mann gar höflich grüßte, unb wie biefer ganz ernsthaft vorüberschritt, ohne baS Kind auch nur an- zusehen. Peter ließ sich baburch in seiner freundlichen BegrüßungSmauier nicht irre machen; er stand immer, sei« Köpfchen entblößend gor höflich ans, wenn er neben der HanSthür saß und der Nachbar vorüberging, mochte dieser den Gruß auch nie erwidern. Peter er- ______________ „„„

^iidete nicht in der Höflichkeit und der Nachbar nicht der Herr Nachbar an, unb so oft ich an beS Schusters tn Grobheit. Thür da vorbeikomme ober bei sonstiger Begegnung,

Ich hatte ben Jungen lieb, nicht bloS wegen seines grüßt mich immer ein Knabe desselben mit einer so ftmndlichen, einnehmenden Wesens, sondern auch, weil herzlichen Freundlichkeit, baß eS mir ansfiel.

er in ber Schule gut lernte unb dabei sich so sittsam s Jahr unb Tag habe ich gethan, als säh' ich ihn ^Eirug, wie kem anberer. Er war der befle Schüler. ; nicht, ich hab' ihm ben Gruß nie erwidert, und er ist „Wie ist eS doch schabe, baß biefer Knabe mtt i doch immer gleich höflich geblieben. Ich meine, daß

-suchen Fähigkeiten keine beffere Ausbildung ; dies nichts EingelerMeS fein könne, und daß der «nabe erhält ! Aus dem könnte gewiß etwas Rechtes »trben, ! ein gutes Herz haben müffe. Ich dachte mir, du aber fern armer Baler kann nichts für ihn thuu." mußt ihn auch einmal auf die Probe stellen. Da bin Solche Gedanken, von einem stillen Leidwesen be» ich gestern wieder vorübergegangm, zog mein Sacktuch

Hierzu eine Beilage Kredtts an kleinere Gewerbetreibende, darauf hinge-

---- wiesen, daßdaS Reichsgesetz, 6etrtffenb die Erwerbs- Md WirthschaftS-Senosfevschaften, die Büdung kredit- fähiger Geuosienschasten minderbemittelter Gewerbe- tteibender ermögliche, mit dem Hinzusügev: Die Reichsbank widmet den Anträgen derartiger eingetragener Genvffevfchasten ans Gewährung von Wechselkredit ihre besondere Fürsorge und werde dmselbm, wenn die in ledern Falle vorzumhmende Prüfung der BerrnögmS- läge und Geschäftsführung Bedenken gegen die pünkt- "che Erfüllung der übernommenen ZahlungS-Berbind- lichkeit nicht ergebw, gern entsprechen.