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21» Jahrgang

Freitag, den 27. IM 1894

¥ 169

Kreis Witzenhausen

500

Esser.

Coloniae.

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in Aussicht genommen.

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Kassel Kassel Kassel Fritzlar Hofgeismar Kassel Rotenburg

Fulda Gelnhausen Fulda Fulda Fulda Fulda Kasiel Hofgeismar

□ Anlage von Wasserleitungen.

Ts ist bislang die Wahrnehmung gemacht worden, daß Seitens der mittleren und kleineren Städte, sowie der Dorfschasten den Anlagen von ausreichenden Wasser­leitungen nicht überall das erforderliche Jnteresie ent­gegen gebracht wird. Eine nach dem heutigen Stand der Technik ausgeführte Wasserleitung bietet neben den großen Bortheilen für die HauS-, Hof- und Stallwirth- schast ein unschätzbares Mittel zur Bekämpfung aus- gebrochener Schadenfeuer.

Gelegentlich der diesjährigen Versammlung des Hessischen StädtetagS zu Eschwege hat Herr RegierungS- baumeister Schmick aus Frankfurt a. M. in über­zeugender Weise dargelegt, wie in den meisten Ort­schaften unseres Regierungsbezirks derartige Anlagen mit verhältnißmäßig geringen Mitteln auSgeführt werden können.

ES verdient mit besonderer Anerkennung hervor­gehoben zu werden, daß der Hessische LandeS-AuSschuß .n Kassel in richtiger Würdigung der Bortheile einer Wasserleitung gern bereit ist, zu den Kosten solcher

blatte' geschrieben: Die Namhaftmachung der bezeich­neten Rekruten in den Ueberwei ungSlisten der Land­wehrbezirke erfolgte zum ersten Mal gelegentlich der Rrkrutmewstellung im Jahre 1890. Mit dieser Maß­regel ging die Zutheilung einer ThelleS drS branden­burgischen Ersatzes an die im äußersten Osten der Monarchie garnisonirenden Truppen Hand in Hand. Vom Jahre 1892 ab trat eine Klassifikation insofern ein, als diejenigen Rekruten, die agitatorisch gewirkt haben, von den entweder regelmäßigen oder nur vor­übergehenden Besucher« sozialdemokratischer Versamm­lungen ausgeführt werden. D"se Mannschaften werden in unauffälliger Weise überwacht. In der dienstlichen und außerdienstlichen Behandlung des Soldaten, der vor seiner Einstellung der sozialdemokratischen Partei angehört hat, den anderen Mannschaften gegenüber wird nicht der geringste sonstige Unterschied gemacht.

* Major v. Wißmanu erhielt dem .Reichsanzeiger' zufolge die königliche Krone zum Rothen Adlerorden dritter Klasse mit Schwertern.

Ausland.

• Paris, 23. Juli. Die Kammer nahm in ihrer heutigen Sitzung den zweiten Theil der Artikels 2 des Anarchistengesetzes mit 327 gegen 148 Stimmen an und darauf durch Handausheben den Grsamintar- tikel 2.

• London, 23, Juli. AvS Shanghai wird vom 23. d. gemeldet: „Bon To-Ka sind am 20. d. nach Korea 12,000 Mann chinesischer Truppen in Beglei­tung von acht Kanonenbooten abgegangen, welche Be­fehl haben, falls sich die Japaner der Landung wider­setzen sollten, dar Feuer zu eröffnen. Außerdem wer­den Truppen nach dem Lu Ichu-Jnseln gesandt werden. Für den Ausbruch von Feindseligkeiten sollen die Flotten von Nanking und Canton nach den japauesischen Küsten abgehe«. Jede chinesische Provinz soll 20,000 Mann stellen.

Hermannrode, . Kirchditmold, Elgershausen, Wehlheiden, Niedenstein, FriedrichSfeld, Oberkaufungen, Imshausen, Eschwege, Bernhards, Alsberg, Rönshausen, Welkers, Eichenzell, Bronnzell, Großenritte, Trendelburg, MengSberg, Beße,

Crtteint täglich, Sonn- und Kurtage auigenoaimat. - Inserate kosten die einspaltig« Seife ob« deren Raum 15 Ä, lei Wiederholung« entsprechend« «jfcott. wiertelWrlicher «bonnementSpreis ohne Bringerlohn und Bestellgeld mit der belletristischen SomMtMerlage .Sterne und Blumen' m Fukda und auSwärt« 1 Mark 50 Pfemng.

• Hebet die Ueberwachuug sozialdemokratischer Rekrute« in der Armee wird e uem Berliner .Lokal-

Stadt, Provinz und Nachbargebiet.

Fulda, 26. Juli.

• Festliche Stimmung bemächtigte sich der Bewohner Fulda's, als die gestrige Feier der Konsekration und Inthronisation unseres Hochwürdigste» Herr» Bischofs Georg Ignatius am Dienstag Abend um 6 Uhr durch das Geläute sämmtlicher Glocken ange­kündigt winde. Wohl manchem Leser kamen dabei d« unlängst in unserem Blatte gebrauchten Dichterworte in den Sinn: „Und mit Osanna'S dumpfen Klanges- wogen mischt sich der Glockenstimmen heil'ger Chor." Ja, eS wogte von den Thürmen mächtig und feierlich hin über die Stadt der hl. BomfatwS; eS klang wie ein Siegergeläute zum Ehrentage Derjenigen, der als muthiger Streiter Gottes ein halbe- Menschenalter hindurch unter des Domes Wölbung in aufopfernder und felbfiverleugnender Thätigkeit auSgeharrt und da­für die wohlverdiente Krone empfangen sollte. Wesieu Herz hätte in diesen feierlichen Augenblicke», wo unser neuer Oberhirte vielleicht auf die Kniee sank, um Gott, dem Lenker aller Geschicke, in Demuth und Selbstver- gessenheit die Ehre zu geben, den überwältigendm Klängen diese» TrmmPhgeläuteS Widerstand leiste« können? —

Sestern, am Konsekrationstage, Vormittags 8 Uhr, geleitete ein festlicher Zug den Hochwürdigsten Herr« vom Bischöfl. Palais auf dem Michaelsberge durch die PauluS-Allee nach dem Dome. Di fe kurze Wegstrecke war trotz erschlaffender Hitze von fleißigen Händen m eine via triumphalis mit zwei stattlichen Ehrenpforte» umgewandelt worden. Den Festzug bildeten die beidm oberen Klassen der Schuljugend mit ihren Lehrern und Lehrerinnen, die Christenlehrschüler, der Jünglings- verein, die katholischen Männervereiye avS Bockenhei» und Hanau, der St. JosephSverein, der Meistervereio, die Winfridia, die Marianische Sodalität — alle mft ihren Fahnen; bau« folgten die Bürgerschaft, die aus­wärtigen Festtheilnehmer, das Musikkorps, die während der gegenwärtigen Ferien hier anwe ende» Zöglinge des SchullehrerfemivarS, Realprogymnasiums und Gym­nasiums. Daran schloffen sich die barmh. Brüder, der FranziSkauerkonvent und die Geistlichkeit mit Bertreternder Domkapitel der oberrheinischen Kirchenprovinz. Unter dem Baldachin schritten: der KonsekranduS, ihm zur Rechten der Bischof von Limburg, hinter diesen die Bischöfe von Mainz und Rottenburg. Dem Baldachm folgte der Konsekrator, Erzbischof Dr. RooS von Frei­burg, unablässig den recht- und links knieendm Gläubigen den Segen spendend. Den Schluß bei Zages bildeten die Spitzen hiesiger Behörden. Offiziere, Deputationen, der Herr Oberbürgermeister, StadtrathS- und Bürgerausschußmitglieder sowie Beamte der Stadt Fulda. Als der Zug die Ehrenvfor en passirt hatte und von den weiten Hallen der Dom.-k ausgenommen war, suhren an dessen Portal vor und wodnten dem drei Stunden dauernden hochseierlichen Wecheakte bei die Herren: Oberpräsident der Provinz Hessen-Nassau

Deutsches Keich.

Berlin, 25. Juli.

* Die am Montag stattgefundene Sitzung des preußische» Staat-Ministerium- war mehr formellen Charakters. Zur Berathung stand dem Vernehmen nach die Feststellung der Liste der anläßlich der Manöver zu vertheilenden Orden. Die Mittheilung, daß der Geh. KabinetSrath v. LucanuS der Sitzung beigewohnt habe, ist unbegründet. UebrigenS war die Betheiligung an der Sitzung eine schwache, da sich die meisten Minister auf Urlaub befinden.

* Eine zu dem Hochzeitsjubiläum »ach Kopen­hagen entsandte D.putatron von russischen Offizieren ist gestern hier eingetroffen und heute nach Kopenhagen weitergereist.

* Die Kreditkommission des Bunde- der Land- wirthe hat vom 17.—19. Juli im ReichStagSgebäude getagt. Nach längeren Diskussionen über die Organi­sation des ländliche» Kreditwese»- wurden zwei Subkommissionen eingesetzt, umformulirte Vorschläge auSzuarbeiten. Diese fanden am dritten LerhandlungS« tage nahezu einstimmige Annahme und sollen die Grund­lage für die weiteren Arbeiten der Kreditkommsision bilden. Der wesentliche Inhalt der Beschlüsse der Sub« kommisfion für den Realkredit ist folgender: Der heutige Zustand de- ländlichen Realkredits ist unhalt­bar. ES muß eine planmäßige Entschuldung de- Grund­besitzes erfolgen. Diele ist vorzunehmen durch öffent­liche, rechtliche Körperschaften, für welche die vorhandenen Landschaften a!S Vorbild und Grundlage dienen können. Die Beleihung hat fortan lediglich in der Form von Amortisationsrenten mit gesetzlich festzustellender BeleihungSgrenze zu geschehen. Den betreffenden Körperschaften soll als Gegenleistung für die ihnen übertragene alleinige Berechtigung zur Be­leihung von landwirthschaftlich benutzten Grundstücken die Pflicht auferlegt werden, die innerhalb de- Tox« wertheS der Grundstücke vorhandenen Hypotheken nach und nach anzukaufev. Der Staat soll ihr.cn ein ausreichende-Betriebskapital zinsfrei dar­leihen, dezw. Garantien für die Verzinsung der von ihnen zu diesem Zweck auszugebenden besonderen Schuld­titel übernehmen. Sind Grundstücke über den Toxwerth hinaus verschuldet, so soll der Staat den Besitzern in jeder Weise entg-genkommen, um er ihnen zu ermög­lichen, sich auf 6er Scholle zu halten. In den Landes- theilen, in denen die Zertheilung größerer Besitzuncen zur Schaffung mittlerer und kleiner Grundbesitzerstellen nothwendig erscheint, sollen Fonds nach Art derjenigen der AnstedelungSkommission eingerichtet werden. Die Kommisfion für den Personalkredit bezeichnet als bestes Mittel für die Hebung des Personalkredits die Errichtung von ländlichen und laubwirthschaftlichen Darlehenskassen und laydwirthschaftlichen Banke«, hin­sichtlich deren eine größere Dezentralisation und eine möglichste Verbilligung der Kreditgewährung zu wünschen ist. AlS Voraussetzung für einen gedeihlichen Geschäfts­betrieb dieser Kaffen stellt sich die Beschränkung in der Verzinsung der GeschäftSantheile, die Unentgeltlichkeit der Verwaltung, billiger, langfristiger Kredit und thun- lichst örtliche Begrenzung der einzelnen Kassen dar. Die Reichsbank und die mit dem Notenpnvilegium auSgestattcten Banken, die Seehandlung und die staat­lichen und Provinzialbanken sollen diese Kreditvereini­gungen durch Gewährung von Kredit zu möglichst mäßigem Zinsfuß unterstützen.

* Der preußische Minister für Landwirthschaft, Herr v. H-Yden, tst vor einiger Zeit von einem Pferde geschlagen worden und hat dabei eine Verletzung am Knie erlitten, die ihn nöthigt, zeitweilig das Bett zu

Wasserleitungen, welche gleichzeitig den Erfordernisse« deS Feuerlöschwesens in ausreichendem Maaße Rech­nung tragen, reichliche Unterstützungen aus Fonds der BrandversicherungS-Anstalt zu bewilligen, wie er unter Ander« den nachstehenden Gemeinden zu Wasserleitung-- zwecken folgende Unterstützungen bewilligt hat.

Mark

hüten. Mit Ende dieser Woche läuft sein Urlaub ab; Herr v. Heyden hofft bis dahin soweit hergestellt zu sein, um die Amtsgeschäfte in Berlin wieder übernehmen zu können. Gegenwärtig weilt er auf seinem Gute Catow.

* DaS Eparkaffe»-Gesetz, dessen Inangriffnahme vor längerer Zeit angekündigt war, ist, wie die Zeit­schrift für daS Versicherungswesen erfährt, gegenwärtig im Ministerium deS Innern in der Ausarbeitung be­griffen und in semeu Grundzügen der Vollendung nahe. Dasselbe beschränkt sich auf die öffentlichen Spar­kassen, d. h. auf Institute, die von kommunalen Verbänden unter deren Garantie in'S Leben gerufen sind und unter der Verwaltung und Aufsicht dieser Verbände stehen. Nachdem der Entwurs abgeschlossen ist, wird derselbe voraussichtlich zunächst die an der Sache betheiligten Ministerien der Justiz, der Finanzen, der Landwirthschaft, vielleicht auch von Handel und Gewerbe beschäftigen und alsdann in kommissarischen Verhandlungen dieser RessortS eine vorläufige Feststel­lung erfahren. Der Entwurf wird in der nächsten LandtagS-Session noch nicht vorgelegt werden; dagegen ist seine Einbringung für die LandtagS-Session 1896

Ziegenhain Fritzlar

Wir können daher alle« Gemeindevertretungen, die angeht, nicht dringend genug empfehlen, die An­legung von Wasserleitungen anzustreben.