Beilage zu Nr. 165 der »Fuldaer Zeitung'
Sonntag, den 22. Juli 1894.
Sorge
zeseheu! Er gilt als über- [, und deHaw glaubte ich
auch, mich an ihn wenden zu solle«.
Krrmuengift.
Novelle von Ernst Scharf.
(27. Aortfetzung.)
Restaurierung einige Mittheilungen zu machen und vo« neuem den Eifer der deutschen Glaubensgenossen für dasselbe anzurufen.
Ein Sechstel der Ausmalung der Kapelle durch Professor Seitz, nämlich die Bemalung der Gewölbes sammt der betreffenden ornamentalen Stukatur ist beendet und Kunstkenner und Laien, welche das bisher Geleistete und die Skizzen des noch AuSzusührenden gesehen haben, sind einstimmig in Lob und in Bewunderung. Mit größter Zuversicht können wir daher erwarten, daß ein recht schöner Monumeut deutscher Kunst und deutscher Frömmigkeit die hervorragendste Kapelle der Lauretanische» Kathedrale schmücken wird. ES ist nur zu wünschen, daß jetzt nachdem auch der hl. Bater durch seine Ercyclika vom 23. Januar 1894 in so eindringlicher warmer Weise die Ausschmückung der Lauretanische« Basilika den Katholiken der ganzen Welt empfohlen hat, die Gaben für unsere Kapelle von Neuem reichlich fließen werden. Ganz besonders ist aber zu wünsche«, daß zahlreiche Beitritte zu der Erzbruderschaft erfolgen und so die frommen Verehrer Mariens auch der vielen Ablässe und Segnungen sich theilhaftig machen, welche dieser Bruderschaft verliehen sind. — Der Pater Quardian der Kapuziner in München nimmt Beitrittserklärungen und Bereinsbeiträge entgegen und versendet die Statuten und andere auf die Bruderschaft bezügliche Drucksachen. Die aus Deutschland eingehenden Beiträge für die Bruderschaft werden, ebenso wie die durch dar Komitö gesammelten Gaben, welch letztere an den Kassirer desselben Dr. v. Steinle, Frankfurt a. M., gr. Pfingstweidtstraße 9a, einzusenden sind, für die Ausschmückung der deutschen Kapelle verwendet.
Kleinheubach am Feste Mariae Heimsuchung 1894. Namens des KomiteS zu Ausschmückung der deutschen Kapelle in der Kathedrale zu Loreto:
Karl Fürst zu Löwenstein.
Orte zu bringen.
„So hat lediglich daS Jntereffe für Ihren Man« Sie zu diesem Schritte bestimmt?" frag der Präsident.
„Ja."
„Und sonst bestanden keinerlei Beziehungen zwischen Ihnen und MertenS? Ich muß nochmals wiÄerholen, daß Sie auf Frage«,' durch deren Beantwortung Su sich einer strafbaren Handlung schuldig bekennen würden, keine Antwort zu gÄen brauchen." _
Esise fühkte, wie brennendes Roth in chre Wangm schoß. „Ich habe nie Beziehungen zu MertenS gehM l" gab sie nach kurzer Pause mit fester Miese zur Ant-
Encyclika des hl. Katers Papst Leo XUL, betreffend die 6. Centenarfeier der Uebertragung M hl. Hauses nach Loretto.
Leo P. P. XIII.
Allen Christgläubigen die vo« gegenwärtigem Sendschreiben Kenntniß erhalten werde«, Gruß und Aposto- liseyen Segen!
DaS segensreiche Haus zn Nazareth, in welchem auf den Gruß des Engels an die erkorene Mutter Gottes „daS Wort ist Fleisch geworden", wird mit Recht als eines der heiligsten Denkmäler des christlichen Glaubens geschätzt und verehrt, wie das auch zahlreiche amtliche Beurkundungen, Gnadenverleihungen and Privilegien Unserer Borgänger klar darthun. Dieser HauS hat, wie die urkundlichen Verzeichnisse der Kirche bezeugen, sobald er nach Gottes allgütigem Rathschluß auf wunderbare Weise nach Italien in daS Gebiet von Picenum übertragen und auf den Hügeln von Loreto der Verehrung zugänglich geworden war, sogleich die frommen Gelübde und den andächtigen Eifer aller auf sich gelenkt und durch der Jahrhunderte Flucht in mrgeschwächter Gluth erhalten. ES ist denkwürdig, wie zahlreiche und glänzende Pilgerzüge auS aller Welt zu dieser Stätte gezogen, mit welcher Pracht dort ein Gotteshaus erbaut worden ist, weit berühmt durch künstlerischen Schmuck und die Würde der heiligen Dienstes; wie glücklich ringsum, gleichsam ein zweiter Nazareth, eine neue Stadt unter dem Schutze der heiligen Jungfrau emporgewachsen ist. Vermehrt haben die Verehrung des Ortes und genährt das Vertrauen der Besucher sehr viele und große Gnadenbeweise sowohl in der Oeffentlichkeit wie in Einzelanliegen, Wohlthaten, durch deren Ergießung von hier, wie von einem unversieglichen Quell auS, Gott den Namen Marias, der hier angerufen wird, so zu verherrlichen pflegt, daß hier aufs Glänzendste in Erfüllung geht jene Weissagung von ihr: „Selig werden mich alle Geschlechter preisen." Er ist erfreulich zu sehen, wie die Dankbarkeit, dieser Wohlthaten eingedenk, bei hoch und niedrig in gleicher Weise sich durch mannigfachen LiebeSeifer bekundet und zu« herrlichsten RuhmeSkranz für ihr Haupt alltäglich erblüht.
Wir aber, die Wir schon längst, im selbe« heiligen Hause in Ehrfurcht verharrend, die Wohlthaten der göttlich« Mutter empfunden haben, find jetzt umsomehr «freut über die glückliche Fügung, daß vornehmlich dnrch die Umficht und die ungemein emstge Arbeit Unserer Ehrwürdigen Bruders, des Bischofs von Recanati und Loreto, eine Art freudiger Bewegung weithin die Gemächer ergriffen hat, um außerordentliche Feierlichkeiten für den nächsten Dezember vorznbereiten, weil dann daS sechste Jahrhundert vollendet wird, seitdem jener Schatz unter besonders glücklichen Umständen im Schoße der Kirche siedergelegt wordm ist. Wir habe« nämlich Kenntniß erhalte» von den Plänen und Werken, die dieserhalb unternommen und mit fteigebigem Wetteifer bereits gefördert worden find, und die besonders dahin ziele«, dm ehemaligen Glanz der Basilika zu ernmern und zu vermehren. Indem Wir diesm und ähnlichen Unternehmungen und deren Förderem das verdiente Lob spenden, nchmen Wir gern die Gelegenheit wahr» die Verehrung der Gläubigen für das irdische Heim der Heiligm Familie und die iv demselben vollzogenen Geheimnisse nach Kräfte« anzufachen. Mögen Alle, insbesondere aber die Italiener, sich zum Brmchtsein bringen, von welchem Berthe jene- Geschenk GotteS ist, mag er nnn durch die Vorsehung nur einer unwürdigm Fremdherrschaft mtriffen oder mag eS ihnen in Erzeigung besonderer Liebe anver- traut worden sein. Denn in dieser hochselige« Behausung find die Aufäuge des menschlichen Heiler kund- gegeben worden durch daS große nnd wunderbare Ge- heimniß der Mmschwerdnug Gottes, der dar verlorene Geschlecht mit dem Vater wieder versöhnte und Aller wiederherstellte: ein Geheimniß von so usmdlicher Güte und so freudig, daß die Kirche in ihrer rnütter- lichm Fürsorge dreimal täglich zu seiner Berchmng aufrust. In der Srmlichm Einfachheit dieser abge- f (Siebenen Wohnung erblühten jene Beispiele häuslichen LÄesS und ehelicher Verbindung — Ein Schauspiel für Engel —, zu bereu Befolgung Wir alle Familien aufzmufm und zu gewinsm Uns ost bemüht habm, auch durch Begründung einer Bereinigung zu diesem besouderm Zwecke. AuS diesem selbm ehrwürdig« Heiligthum hat sich eise überaus große Fülle göttlicher Gnade und Tugmdkraft über die Kirche ergoffm; dort hat anch eine große Anzahl Heiliger die Begeisterung zu hervorragender Tugend zuerst empfang« ober zu größerer Vollkommenheit gesteigert. WaS nun dm fromm« Bätem zur Sterbe ober zu» WachSthmu i« Glaub« gereichte, baS Verlang« und die Frmde an der Gerechtigkeit nährte, als beste- HüfSmittel znr Erflehnng der göttlichen Barmherzigkeit sich erwies, daS möge auch unserer Zett erhalten bleib«, zumal ihr, da alle Ser« hältuisse wankend geworden und verworren find, von keiner
DaS von der Gmeralversammlung der Katholik« Deutschlands in Kobl«z eingesetzte Könnt-, welche- b« Beschluß derselbe« zur Ausführung übemomm« hat, bie Chorkapelle bet Lauretamschen Basilika anläßlich der 6. Centenarfeier der Uebertragung de- hl. Haus« künstlerisch auSznschmück«, darf die Gelegmhett der Publikatton dieser herrlichm Kundgebung benütz«, um über dm jetzigen Stand des Werkes dieser
wort.
Jetzt erhob sich JansmS Bertheidiger. „Herr Prä- fidmt, ich bttte die Zeugin zu frogen, ob dm« nie von MertenS Versuche gemacht wordm, sich ihr zu nähe«."
„Zeugin, Sie habm die Frage gehört."
„Ich habe sett meiner Berheirathung nie etwas von
Seite außer von der Religio« eine sichere Schutzwehr und Erleichterung gebot« werden kann. Mögen also bei der heiligm Säkularfeier von Loreto, die sich so günstig fügt, alle Gläubigen, dem eigenen frommen Triebe und Unserer Mahnung gehorsam, sich bemühen, ihre dankbare Herzensfreude und höchste Zuversicht Christus dem Herrn, feiner heiligsten Mutter und dem fürsorglichen Pfleger mit allen möglichen Mitteln zu beweisen; daß aber die Italiener sich vor Allen hierin hervorthun müssen, ist durchaus billig. Mögen sie also besondere Segnungen ihrer besonderen Andacht für sich und die Ihrigen empfang« und — was hauptsächlich zu erflehen ist, für die von schwerem Ungemach bedrängte Kirche erlangen. Mit Rücksicht hierauf wie auch in Erwägung der außerordentlichen Feierlichkeit haben wir Uns entschlossen, die Bitte Unseres Ehrwürdigen BmderS zu gewähren, die säkulare Gedenkfeier mit außergewöhnlichen Ablaßverleihungen auSzustatten und zu verherrlichen.
Daher verleihen Wir nach des allmächtigen GotteS Ecbarmung und gestützt auf daS Ausehen der heiligen Apostel Petrus und Paulus mit Belassung und Bestätigung der Privilegien und Gnaden, die von Unseren Borfahren der Lauretanische» Basilika verliehen worden sind, einen vollkommene» Ablaß in Form eines Jubiläums allen Chriftgläubigm, die innerhalb der Zeitraumes vom ersten Adventsonntag dieser JahreS bis einschließlich zum Dreifaltigkeitssonntag des nächste» Jahres die nachstehenden Bedingungen erfüllen. Sie sollen die Lauretanische Kirche dreimal, entweder an verschiedenen Tagen oder an ein und demselben Tage, besuchen und sich dort einige Zeit nach Unserer Meinung frommem Gebete zu Gott hingeben für die Freiheit und Erhöhung unserer heiligen Mutter, der Kirche, für den Frieden und die Einigkeit deS christlichen Volkes und für die Bekehrung der Sünder; ebenso sollen sie an einem Tage, der nicht schon von der Kirche verordneter Fasttag ist, unter Beachtung der Speise- Vorschriften fast«, ferner die heiligm Sakramente der Buße und des Altars würdig empfangen und als Almosen irgend einen Beitrag zu irgend einem frommen Werke geben. Wir gestatten auch, daß dieser Ablaß d« Seele», welche in Liebe mit Gott vereint aus diesem Leben geschieden sind, sürbittweise zugewandt werde, dmjmigen Bewohnern der beiden Diözesm Loreto nab Recanati aber, welche aaS irgeno einem gerechten Granbe verhindert werben, bie auferlegten Werke oder einige davon zu vollbringen, dürfen bie Beichtväter solche umwandeln in andere Werke der Frömmigkeit. Jene aber, die von auswärts, das heißt von außerhalb der beiden Diözesen gelegenen Gegenden herkomm«, gewähren wir die Erleichterung, daß diese Wallfahrt daS vorgeschriebrne Fasten ersetz« soll. Wir ermächtigen auch bie Beichtväter, solche Kinder, bie noch nicht zur heiligen Kommunion zugelassen sind, vom Empfang derselben zu biSpmsiren. UeberdieS verleihen wir allen rechtmäßig verordneten Beichtvätern der beiden erwähnten Diözesen, aber nur diesm, für die Dauer dieser Zeitraumes und zum Zweck der Erlangung der Jubiläums - Ablasses alle jene Vollmachten, bie wir burch baS Apostolische Sendschreiben vom 15. Februar 1879 gewährt haben, mit Ausnahme aller Fälle, bie in dem erwähnten Schreiben bezeichnet sind. Endlich gestehen wir zur geistlichen Förderung aller Christ- gläubigen für eben diesen selbm Zeitraum Mm und Jeden, welche bie Lauretanische Litanei mit Andacht beten werden, einen Ablaß von sieben Jahrm einmal der Tages zu, einen vollkommenen Ablaß aber Denjenigen, welche die Litanei einen Monat hindurch täglich mit Andacht beten, sofern sie nur würdig beichten und die heilige Kommunion empfang« und die übrige« gewohnten Bedingungen erfüllen; ebenso gestattm Wir, daß auch diese Ablässe den Seele» im Fegfeuer zuge- wandt werben.
Dm Abschriften aber wie anch gebrucktm Exemplaren gegenwärtigen SchreibmS, fofern sie von bet Hanb eines öffentlichen Notars unterzeichnet «nb mit dem Siegel einer in kirchlicher Würde bestellten Person beglaubigt sind, soll «ach Unserem Willen bet gleiche Glauben geschenkt »erben, wie wenn das Original vorgelegt würbe.
GegÄm zu Rom bei St. Peter unter bent Fischerring, am 23. Januar 1894, im 16. Iahte Unserer Pontifikates.
Für ben Karbinal Setafini: In Bertretnng: Nikolaus Marini.
Diejenigen, welche an bent in Rebe stehenden Abend im „Anker" und später während des Vorfalles an dem MertenS'schen Häuschen unbetheiligte Zuschauer gewesm, gaben hierauf ihren Beobachtungen, bie sie gemacht und ben Thatsachm entsprachen, eidlich Ausdruck. Sie waten vorher belehrt wordm, baß sie sich nicht selbst zu beschuldige« braucht«. Wohl fuhtm bie Bertheidiger mit Kreuzfragen dazwischen und wollt« speziell »ach- gewiesm haben, wie ihre Klienten sich av der Demo- tirung beseitigt hätten, indeß ließen sich hierdurch für Einzelne bie belastenden Momente nicht verwisch«. Der verletzte Schebm wußte nicht viel zu bekund«. Seine Angaben warm unklar und verworren. Et leide, so führte er unter Ander« aus, noch seht an Schwäche und Sckwmdelanfällen.
„Meine Herr«", bemerkte der Vorsitzende zu dm Geschworenen, „Sie sehen, welchen Eindruck dieser Zeuge macht. Sie w rben aus dem Gutachten der Sachverständigen nachher hörm, baß bieseS eine Folge bet erlittenen Mißhandlung ist."
Nicht ohne Interesse sah man bet nunmehr folgenden Vernehmung bet Frau Jansen entgegen. Den Vorschriften deS Gesetzes mtsprechenb, würbe sie darauf hingewiesen, baß sie baS Recht habe, ihr Zrugniß zu verweigern. Als sie erklärte, auSsagm zu wollen, erfolgte ihre uneidliche Vernehmung. Sie belunbete auf Befragen, daß sie mit ihrem Manne glücklich gelebt habe. Sei« Verkehr mit Keller habe ihr große Sorge eingeflößt «ab das habe fir bewog«, MerimS um eine Unterredung zu etfitdkn. Sie habe gehofft, baß es biefem durch seine» Einfluß gelingen könne, Keller ans dem Verkehr mit ihrem Manne, überhaupt ans dem