21. Jahrgang
Freitag, den IS. Jult 1894.
Gebühren «nd Kosten bei den ReichSkovsulaten und verschiedene Petitionen, betreffend du Sonntagsruhe im Konditor-, Bäcker-, Schlächter- und Schneid«- Gewerbe. Der BundeSrath tritt im September d. 3.
Gedanken: das war eine Srneral-Bersammlung, Wie sie sein soll; hier hat eS unS Wohlgefallen und nachdem wir so lange nicht dort gewesen sind, wollen wir letzt um so früher wiederkommen.
Köln, den 12. Juli 1894.
Das Lokal-Komitee zur Vorbereitung der 41. GeneralversammlungderKatholikenDeutschlauds.
A. Vorstand.
Hrmmengist.
Novelle von Ernst Scharf.
(19. Fortsetzung.)
Als er sich nach der B«athung ans dem „Aukre" entfernte und den Heimweg antrat, gesellte sich z« ihm ein junger Bursche auS dn Nachbarschaft. BürgnS, so hieß derselbe, war in ein« Spinnern bei gutem Lohne beschäftigt und hatte bislang in knv« Werfe uvt« dm schlechtm Zeitverhältnissen zu leiden gehabt. Aber der junge Bursche hatte Gefallen an den Ideen der Düsseldorfer» gefandm, denn ihn gelüstete nach Abwechselung in dem ewigm Einnlei d« Arbeit.
Ich habe Euch etwa» anzuvertrauen, Kell«, hob bet "Barsche an, in grheimnißvoller Weise mit den Augen zwinkernd.
Keller, der seinen Gedanken nachhing, schenkte dem Burschen wenig Beachtung. „WaS ist eS?“ ftagte «
JBomen Donnerstag, als die Ansammlung im .Ank«" stattfand, kam ich Abends von der Arbeit heim", hob Bürgers halblaut an. „In der Nahe des NordkanalS siel mein Meffer, als ich mit dort am Gehölz eine Gerte abfchneiven wollte. Als ich auf dem Boden tastend nach dem Meff« suchte, sah ,ch an der anderen Seite der Kanals einm Manu auftauchen. Derselbe schlich leise und heimlich dahrn, so daß ich
Einladung zur 41. gtiitib Sttimihil du ÄilWti MMM in Köl«.
Deutsche Katholiken!
I. Ehrenpräsidium: Dr. theol. Schmitz, Weihblschof. 5 Dr jur. Aua. Reichensperger, Apvellatlonsgerlchtsrath a. D. | 3n Präsidium: 1) Justizrath CustodrS, Rechtsanwalt. ‘ 21 -luWrath Jansen, Rechtsanwalt und Beigeordneter der StadtKöln. 3) Ed. Fuchs, Kaufmann, Reichstags-und Land-
Deutsches Reich.
Berlin, 11. Juli
* DaS Kaiserpaar ist gestern Abend in Fjare- laudS-Fjord eing,troffen. Die Weiterreise nach Bergen sollte heute erfolgen; morgen Nachmittag gedenken die Majestäten in Drontheim einzutreffen, wo em zweitägiger Aufenthalt in Aussicht genommen ist. Die Weiterfahrt der Kaiser« nach Norden soll am Sonnabend Abend an Bord der „Hohenzollern" erfolgen, während sich die Kaisnin von Dronthnm p« 8W nach Christiania begibt und von dort auf dem Seewege nach Deutschland zurückkehrt. _ Die Ankunft dn Kaiserin auf Schloß WilhelmShöhe bei Kassel ist für den 20. d. M in Aussicht genommen.
• Der BmrdeSrath hielt heute noch eine Sitzung, die letzte vor dm Ferien, ab. Auf dn Tagesordnung standen u. A. die ReichStagSrefolutiou betr. die Eisen- bahn-Freifabrtkarten, die Novelle zum Gesetz üb« die
Am 26. August soll unsere Stadt endlich wieder die lang entbehrte und lang erbetene Ehre haben, die GlanbenSgenoffen auS allen Theilen Deutschlands gastlich zu empfangen. 36 Jahre werden dann vorüber sein/ seit Ihr zum ersten Male untre dem Vorsitze August Reichensperger'S in unsrem Mauern tagtet ; eine lange Zeit voll schwerer, aber glorreicher Kampfe, die , auch an Köln nicht spurlos vorübergegangen ist. Eine neue Stadt werdet Ihr finden, die ihren mittelalter- lichen Mauerring gesprengt hat, und doch die alte: die Stadt, in welch« fich neben dm Resten des finkenden RömerthumS dar endlich vollendete schönste Gotteshaus auf deutscher Erde erhebt, dieselbe Stadt, m der daS deutsche Mittelalter seine h«rlichsten Bauten «richtete, dieselbe, in welcher Albret der Große und Thomas von Aquin lemten und lehrten, die Stadt der Erzkanzl« des römischm Reicher deutscher Ratto«, dieselbe, m der Clemens August duldend undwiderstrebmdderFrel. beit der Kirche eine Gaffe brach, m d« Adolph «olpmg den Quell des Segens für die Männer des Handwerks erschloß; — unb in dieser Stadt dm altm Seist — he« Seist d« unverbrüchlichen Anhänglichkeit an die Kirche Christi und ihr sichtbarer Oberhaupt, der ihr einst den Ehrmnamm der „allzeit getreuen Tochter der bl. römischen Kirche" eintrug, jenen echtm katholischen Seist, dre die Liebe znm Baterland zu verewiget> wnß mit dem Eis« für die Freiheit und die Ehre der Kirche, die eigene SlaubmSbegeistreung «»t der Achtung vor dem, waS dem AnderSdmkmdea heilig ,st; ernste Arbeit mit heiterem Sinn und frmndttch« Gastlichkeit für
In ^bchändig« Fühlung mit dm kirchlichen Behörden, wie mit dem hochverdienten Kommissar der Smeral-Berfammttmgm haben wir die Borbwretungen begonnen und nunmehr —wir dürfen sagen : tu friedlichem, durch keinen Mißton getrübtm Wetteifer — bet Vollendung nahe gebracht. DaS Haus ist bereit, Ihr müßt ihm Weihe, Schmuck unb Würbe verleihen. Ihr werdet eS than; Ihr werdet unsere Befürchtung bestätige«, daß der alte Prachtsaal beS Gürzenich «nd die weite Halle im Kaisergarten «och zu klein sem werde«; kommen werdet Ihr mit dem festm Entschluß: »msere Arbeiten wie die Beranstalwngm, welche die Kölner den Gästen nach der TageS Last und Hitze bieten, sollen dmchdru«gen sein von jener Gesinnung, die der selige Domdekan Heinrich vor vier Jahren zu Koblenz rn dm »orten zusammmfaßte: „Wir müffm eifng sem und einig und freudig." Und daun werdet Ihr — daS hoffen wir znveisichtlich — von uns scheiben^mit^bem
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WldanMZklt«s
Vom Liebfrauenberge bei Fulda.
♦ie schweift so gern, Du Land der „blinden" Hessen, A «u Dir hinab mein Blick, Buchoma;
X Siel hundert Lenze zogen Dir vorüber, Und doch in Jngendfrische liegst Du da!
Zum Himmel auf reckt ihre Riesenberge
Am seinen Horizont die hohe Rhön;
In weiter Runde mächt'ge WaldeShange Und Dörfer ring» und Krrchlem auf den Höh n.
N>,ch Trümmer ragen noch empor von Burgen, Um die der Epheu seine Blätter spinnt;
In ihren mondbeglänzten Mauerhöhlen Treibt um die Mitternacht sem Spiel der Wmd.
Zu Füßen ruht der weite stille Thalgrund, Durchschlungen von des Stromes Silberband;
Ost hat der Krieges Furie ihn durchzogen, Ost müde Pilgerschaar auS fernem Land.
Und hier St. Winfried'- Stadt! Des DomeS Wölbung Ragt auS der Häuser Menge stolz hervor. Und mit Osanna'S dumpfen KlangeSwogen Mischt sich der Glockeustimmen heil'ger Chor.
Ein Hort der Biederkeit und Treue, Ein Hort deS Glaubens liegst Du da; Heil Dir, Du Laad der „blinden Hessen, Behüt' Dich (Bott, Buchoma!
♦ Zur Geschichte der ,Nordd. Allg. Ztg? stellt bie ,Köl«. Volkszeitung' auS Anlaß ber Rücktritts PinbterS NachfolgeubeS zusammen. Die Mrbb. Alla, fitg.' würbe im Jahre 1862 von August Braß begrünbet, einem „guten" Revolutionär von 1848, von welchem bie ganz ungoiwernemmtalm Verse herrührm sollen: Wir färben roch, wir färbm gut, Mr färbm mit Tyrannevblut. Rach ber Amnestie von 1861 hatte Braß feinen Wohnsitz von Senf nach B«lm »«legt nnb in bem neu gegründeten Blatte bie Vertretung eine« großbeutsch-bemokratischm Programms zm Aufgabe sich gestellt, ab« sich balb von Herrn v. Bismarck gewinnm lassen, worauf bie Reiben anbern Mitbegrünbre Robert Schmeichel unb WilhAm Liebknecht (ber jetzige sozialdemokratische Führ«) bie Rebaktion verließen. Im Jahre 1865 erschien Pi«bter auf ber Bilbfläche.ein ehemaliger österreichischer Offizier, welch« be«Degen mtt ber Feb« vntmlscht hatte, nachbem ihm bie Wiederherstellung Polens in ber Czapka unb Ulanka mißlungen war. Er schwang fich balb in bie leitenbe Stellung empor unb als Braß im Jahre 1872 bas Blatt an ein Hamburg« Kon- forttum verkaufte, in welchem bie «ebrüd« O h le n- borff bie erste Geige spielten, wußte sich Pwbt« burch seinen Vertrag mit beit Hamburg« Suanohreren ein Einkommen zu sichern, welches daSlemge nueS hreit6H(fien Ministers unb m guten GeschästSlahren S? Ke b« Reichskanzlers (50 000 KL) über- stieg. Herr Pinbter war nicht nur Chefrebattem ber ,Rorbb. Allg. Ztg/, sondern °uch Leltn ber Nor^ deutsche« Druckerei, dre größte«, welche eS m den 70« Jahrm in Berlin gab (vielleicht die .Bosfische au8ge- nommen) und am Seschästsgewina betheil^t. Dvrch seine ausgedehnte Berbindnug mtt amtliche« «reff« gelang eS ihm, seiner Druckerei eine Masse von Druck- aufttägen zuzuführen oder zu erhalten, so, wird berspttw- weise «och heute der .Reichsanzeiger' mit seine« vielen Beilagen und eine ganze Anzahl periodisch«Zett- schriften und BerlagSwerke in dn Norddeutsche« Druckerei bergestellt, auch diestenographischenB<> richte deS Reichstage» werden daselbst gedruckt. Wahrretd in Oesterreich, in dre Heimath Pindters, die Lett« der Regierungsblätter in die Stellung emeS Kaiser!. Roth» aufzurücken pflege«, ist Pivdt« für die Vertretung d« Regierungspolitik mit dem Titel eine- Kommiss lonS- rath bestraft wordm. Später wurde die Strafe ge- mildert durch die Ernennung zum Geheimen Kommission»- rath, d. h. zum „Seheimrath", tote bie öerfjönrenbe Verkürzung lautet, welche mau ausschließlich tu der
Bennigsen, der Führer d« Rational- librealen, beging gestern Urnen BeburMag. Eme KrAcknÄt «iS dre Feder von Adolf Siepret « au» b^Anlaßreschienm, welche den politische« Leben»-
ihn für einen Dieb hielt. Er nahm fernen Weg nach dem naheliegenden Jansen'schen Hause. Ich folgte ihm unbemerkt. Er trat ohne weiter« m da» Hau». « war jedoch kein Dieb, denn ich hötte.Wte rem« Jansen'» Frau sprach. Rach einerWeile verließ « die Wohnung, und zwar ebenso heimlich, Wie er ge- tommem SRun läßt sichf ragen:warumempf^ Frau Jansen Besuch auf so eigentümliche Weise und da» gerade zu der Zett, wo ihr Mann m einer Sitz- yna, von Hause abwesend ist?" ,
Keller war während der letzten Worte stehm g»» blieben, in seinen Augen leuchtete eSverzehrmb ans, und krallenhaft fuhr setne Hand auf bie Schalt« be« Barschen. „Wer war e» ? keuchte er hervor.
Ja tathet mal!" lachte ber Geftagte, ber bie d-i Wtborfws «l« Slnjaierbe brate«.
ttine mmöchigm Flauem! war du raah« Antwort. „Noch einmal, w« war e»?
"Hahl^enlfuchr e» in Uebreraschnng Kell«» Lippen.
Qt-vt Jstx Gttch nicht?" ,,
! Ich kann'S beschwören!" «widerte Bürgers ruhig. ‘ Jrst habe ihn an ber Stimme erkannt unb dann auch,
M er au» ber Thüre trat, beobachtet. Aber, die Mittheilung scheint Euch auszuregeu?" fügte er «staunt $ $Hgie regt mich an!" lachte Kell« hohl auf. „Wer
9 DI.9 Schriftführer: 1) Jak. Schmitz-Balckenb er g, Kaufmann. 2) Karl Esser, Rechtsanwalt 3) Hemr. Wirtz. Rechtsanwalt. 4) Karl Trimborn, Rechtsanwalt und Stadt- veroÄnete^ g(tan-; Bank-Direktor.
V. Ehrenmitglieder: Grosman, Landgerichtsrath a.D. Reimann Stadtbaurath. Dr. Kleinheidt, Generalvikar undDomdechant. Pünder, OberlandeSgerichtSrath. R eich en S- nerger, LandgerichtS-Direktor. Schenk,Justizrath. Thomas, Pfarrer, Ehren-Domherr und Stadt-Dechant.
VI. Vorsitzende der Kommissionen: s) Fmanz-Kommisston. Elkan, Bank-Direktor. Jak. Schmitz-Balckenberg, Kauf- mann b) Empfangs- und Wohnungs-Kommission: Otto L o o s e n, Kauftnanm Michael Bilstein, Rentnerund Stadwerordntter. c) Bau- und Ausschmückungs - Kommission. Albermann, Bildhauer und Stadtverordnete. KriNgS, RegierungS'Ba«- meifter. d) Begrüßungs- und Fest-Kommission: Michael D u Mont, Kaufmann und Stadtverordneter. Horten, Kaufmann, e) OrdnungS-Kommisston: von der Acht, LandtagS-Abgeord- neter. Rody, Kaufmann, k) Redner-Kommission. DitgeS, Pfarrer. Dr. CardaunS, Hauptredaktem. 8) Preß-Kom- Mission: Franz X. Bachem, Verleger. Heinr. Theiffing, Verleger. „ „,. .
B. Mitglieder.
(Folgen zahlreiche Namen.)
Anmerkung der Redaktion: DaS mit vorstehender Einladung verbmwene Programm der Versammlung gelangt morgen an dies« Stelle zum Abdruck.