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21. Jahrgang

Mittwoch, den 2. Mat 1894.

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Ä weitgehender Progression. Die Frage i richtigen Grenzen für die Progressivität

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Ernst Paul Krene.

Fulda.

fähigkeit treffen, und dies können nur Steuern sein mit jrf-™ —”-----«'•« «—

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zu finden sind, ist heute »och sehr bestritten. Hier macht gerade die Grenze nach oben überaus große

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Urogresstve Einkommensteuer.

Ja der nmesten Zeit, in welcher die außerordentlich vermehrten Staatsausgaben neue Steuern mit dringender Rothwendigkeit verlangen, beansprucht wohl die eine Frage am meisten Interesse sür sich: wer ist am ehesten fähig, neue Lasten auf sich zu nehmen? Der Mittelstand will mit Recht nicht« von Steuern auf

- r'4'Heil Bischof Georg!

Cto-e-eü Georg! Als Bischof von Gott uns gesandt, earT Sei froh uns als Hirte willkommen!

So jauchzen die Herzen, von Liebe entbrannt, In frommer Verehrung erglommen.

Drei Monde schon schloß sich das schweigende Grab Dem Bischof zu ewigem Frieden, Da hat Dich der Himmel mit Ring und mit Stab Belehnt, — Dich belohnend hinieden.

Der Herr hat, was treulich für Ihn Du gethan, £ Ins Buch Deines Lebens geschrieben;

Nun hat ihren Preis Deine Treue empfahn: Reich segnet Gott sie, die ihn lieben.

Wie einst den Aposteln, vom Heiland erwählt, Wird Dir apostolische Würde, Auch Du wirst zum heiligen Werke gestählt, Nimm freudig, wie sie, Deine Bürde.

Wie vordem des Sankt Bonifatius Wort Des Heidenthums Dunkel erhellte. So wirk' in dem Amte Du segensreich fort. Zu dem Dich der Himmel bestellte: Du mögst, wie Sankt Georg den Drachen bezwang, Die Feinde des Höchsten bezwingen;

Es mög' Deine Lehre wie Engelgesang 1 ' j Die christliche Seele durchdringen.

Wird schwer einst der Weg dann und dornig die Bahn, Will trübe die Sonne Dir scheinen, Und dräuen Dir Sorgen, so denke daran: g Es beten für Dich ja die Deinen.

Und trittst Du entgegen in feuriger Kraft ___

Dem Zeitstrom der Gottesverneinung, Dann stärkt Dich, daß nimmer Dein Muth Dir erschlafft. Der Ew'ge in sel'ger Vereinung.

Er, der Dich berufen zu trefflicher Wehr, AIS kostbarer Schätze Behüter, Er, der Dir zu wahren gab, heilig und hehr. Des Glaubens unendliche Güter: Er wird Dich beschützen und schirmen fortan Mit sichtbarer Güte und Gnade, Dir wandelt ein Engel der Liebe voran Auf Deinem beschwerlichen Pfade.

Und dankbare Liebe, sie folget Dir nach, Sie fchlinget die innigsten Bande, Denkt Deiner bei jedem erwachenden Tag Und bringt Dir die Herzen zum Pfände. RingS um Deine Herde, treu zu Dir gewandt, Fleht nieder Dir himmlischen Segen:. „Gott schirme den Bischof, den Er uns gesandt! Heil Georg! hallt's froh Dir entgegen!

zu dürfen, und wie Sie nun fehen, lockt er das Thier bis unter die Loge."

„Ist eS denn einem Torero gestattet, sich an irgend eine beliebige Person zu wenden?" fragte Raoul.

„DaS ist ein alter Recht der ToreroS, durch welcher sie oft große Summen einheimsen. Die Dame, an welche sich Lagartijo gewandt, ist die Tochter des Her­zogs von Moron, eine der reichsten Erbinnen von XereS. Seine Bitte wird ihm sicher ein werthvolleS Geschenk eintragen; man kann dies einem Manne, welcher so tapfer dem Tode in'S Angesicht schaut, nicht abschlagen. Kennen Sie vielleicht die junge Dame, Herr Graf?" fügte der MarquiS bei, als er die flüchtige Röthe be- mertte, welche das Antlitz Raoul'S bei Nennung der Namens derselben überflog.

„Ja, Herr MarquiS, aber nur vom Sehen; ich bin der jungen Dame einige Male in den Straßen der Stadt begegnet."

„Ah," erwiderte la Montana, indem er sich zu gleicher Zeit erhob und einen Gruß des Herzogs von Moron respektvoll erwiderte. Raoul richtete inzwischen seine Blicke auf die junge Dame, die er bis jetzt voll­ständig übersehen fatte.

Zu diesem Augenblicke hatte Lagartijo dem Stiere unter dem Beifallsjubel der Menge seinen Degen zwischen die Schultern gestoßen und ihn getödtet. Darauf er- hob sich Mercedes vonMoron und warf unter Erröthen

allgemeine Konsumsartikel wissen, da diese ja haupt­sächlich ihn selbst betreffen würden und seine Steuer* kraft schon hinreichend in Anspruch genommen wird. Ebenso wenig sind jedoch die wohlhabenderen und reichen Klassen Willens, ihr Einkommen in höherem Maße, als dies bisher geschieht, besteuern zu laffeu.

Noch im Jahre 1884 gingen Borschlage, den Normalsteuerfuß bei hohem Einkommen bis auf 4°/0 zu erhöhen, in der preußischen Steuerkommission nicht durch, und erst 7 Jahre später erreichte man die Er­höhung. Mit Recht muß man die Frage aufwerfen, ob das Großkapital nicht doch eine höhere Besteuerung vertragen kann.

Während sich die Bevölkerung Preußens in dem Zettraum von 1853 bis 1890 (feit Einführung der Einkommensteuer) um ca. 45% vermehrte , wuchsen die Einkommen von mehr als 36,000 Mk. im Durch­schnitt um 689,64 °/0. Einkommen von 60—120,000 Mk. verachtfachten sich, während sich dagegen die- wenigen über 120,000 Mk. beinahe verzehnfacht habm. Im kraffen Gegensatz hierzu steht eine Vermehrung der Einkommen unter 3000 Mk. um 42,64 °/0 der Bevölkerungszunahme entsprechend. Auch die mittleren Einkommen konnten mit den großen nicht gleichen Schritt halten. Daraus ist mit Fug und Recht der Schluß zu ziehen, daß sich der BroßkapitaliSmuS in den letzteren Jahrzehnten ganz unverhältnißmäßig den kleineren und mittleren Einkommen gegenüber vermehrt hat. Dies ist um so schlimmer, als diese Groß­kapitalien nicht in verhiiltnißmäßig vielen Händen sich befinden, sondern in wenigen vereinigt sind, so daß sich der ganze gewerbliche Mittelstand in Abhängig­keit befindet von einer geringen Zahl von Sroßkapi* toliften.

Nach dem Voranschlag der Einkommensteuern in Preußen für daS Jahr 1892/93 beläuft sich die Ge« sammtzahl der Cenfiten, bei denen auch die Aktien* gesellschaften inbegriffen sind, auf 2,485,858. Hiervon haben 2,436,795 daS sind also ungefähr 98°/0 fämmt« sicher Cenfiten, ein Einkommen unter 10,800 Mk. und nur 49,063 ----- ca. 2°/0 der Gesammtzahl ein solcher über 10,800 Mk. Dagegen rkpräsentiren erstere zusammen ein Einkommen von 5843 Millionen Mk., letztere ein solches von 1502 Millionen also den fünften Theil des gedämmten geschätzten Ein­kommens.

Solche Berhältniffe sind äußerst ungesund und für das Wohl eines Staates höchst gefährlich. ES muß somit darnach gestrebt werden, dieser in so verderblich rapiden Weise sich vollziehenden Anhäufung von Reich* thum in den Händen einiger Wenigen einen Damm entgegen zu sitzen. Das kann jedoch nur in gesetzlicher Weise geschehen und bietet die Steuergesetzgebung hierzu die beste Handhabe; da nun ferner die wachsenden StaatSauSgaben auch neue Steuern erheischen, so kann auf gerechte Weise daS Nützliche mit dem Nothwendigen in Einklang gebracht werden. ES müssen aber solche Steuern dm Vorzug verdienen, welche eine jede Person im Berhältniß ihrer wirthschöstlichen LeistungS-

Mercedes de Moro«.

Bon Lambert de St. Croix.

Autorisirte freie Uebersetzung von Philipp Freidank.

(28. Fortfetzung.)

Der Gesang-Plvsissor eröffnete dem Herrn, daß feine Tenorstimme doch nicht den Umfang habe, um rasch Karriere zu machen und so entschloß sich der EtationSchef, die Laufbahn als Torero eivzuschlagen. Er gab feine Stelle auf, besuche die Schlachthäuser, lernte dort die eisten Kunstgriffe, bie Ochsen durch einen geschickten Degenstich zu tödten, versuchte sich dann bei Privat - Stierkäwpfen zu WohlthätigkeitSzwecken als Debütant und nahm endlich au einem öffentlichen Stier* kämpfe als Banderillero theil, wo er solche Triumphe erntete, daher plötzlich ein berühmter Mann auf diesem Gebiete wurde. Er hatte drei Jahre gearbeitet und hmte ist er neben Lagartijo und FraScuelo der dritte gefeierteste Matador von Spanien. Er besitzt kaltes Blut und außergewöhnliche Ruhe, durch welche er ben wildesten Stier bändigt. Nur fehle ihm die meister­hafte Handhabe der Muleta, in welcher Lagartijo ohne Nebenbuhler dosteht. „Betrachten Sie j'tzt, Herr Graf," fügte der MarquiS bei, „wie Lagartijo den Stier nach feinem Willen lenkt. Er hat soeben eine junge Dame aus unserer Stadt — sie fitzt in der dritten Loge neben uns — um die Erlaubniß gefragt, den Stier tödten

erscheinen.

Darum hinweg mit dieser falschen Fürsorge für da« verhätschelte Kind des GroßkapttaliSmuS und Ein­führung eines Steuermodus nach oem wahren wirth* fchaftlichen Werthe. Nicht bei 4% darf die Pro­gression auf hör n, sondern bis 10% darf und soll fie steigen.

Der Artikel der ,Hist.'polit. Blätter', den wir hier im Auszug wiedergeben, schlägt nun folgende Be­steuerungs-Skala vor, aus welcher wir jedoch nur die HauptgliÄer hervorheben wollen. Ein Einkommen von 10,000 Mk. soll 3 o/o der Einkommens als ©teuer zahlen; 20,000 Mk. dagegen schon 5 %; 30,000 Mk. Einkommen 7 %; 40,000 mit 8,2%; veranlagt wer­den; 56,000 Mk. mit 8,8%; 60,000 Mk. endlich mit 10%; und von hier ab soll die Steigerung stets 10% betragen. Für Preußen allein würde dieser Unterschied in der Besteuerung 56,648,000 Mk. er» tragen. Bestände im ganzen deutschen Reich eine ein­heitliche Einkommensteuer nach obigen Grundsätzen, mit ihren feinbehandschuhten Händchen ein Sigarrenetui zu Füßen deS kühnen Siegers.

Dieses Etui enthielt eine prächtige Summe in Bank­noten.

Die Mmge verdoppelte ihren Beifallsjubel, worauf unter neuem Erröthen die junge Dame wieder Platz nahm.

Der MarquiS de la Montana erhob sich in diesem Augmblicke, um sich von Raoul zu verabschieden.

„Ich muß Sie verlassen, Herr Graf," tagte er zu Raoul, „denn ich habe noch einen Besuch abzustatten; ich freue mich,, Ihre Bekanntfchast gemacht zu habm. Wenn Sie die Absicht haben, noch einige Zeit in XereS zu bleiben, so würden Sie mich durch Ihren Besuch in meinem Hause am Platze Sau Jose Nr. 10 sehr er* freuen. Mein HauS ist das Ihrige; es steht zu Ihr« vollen Verfügung. (Eine spanische Höflichkeits-Formel, welche nur in diesem Lande eigen ist) 34 bin jedm Morgen zu sprechen und werde mich lebhaft freuen, Sie bei mir zu sehen." . ,„

Nach diesen Worten drückte der MarquiS lebqast die Hand Raoul'S, verneigte sich tief und verließ die Gesellschaft.

Der MarquiS begab sich sofort nach der Loge des Herzogs von Moron, klopfte an und begrüßte die An* wesendm auf daS Freundschaftlichste. Er wendete sich dann an die Tante deS Herzogs, welche in der zweiten Reihe der Loge saß und meinte:

(EtfAeint tsalutz. Sonn» und Feiertage aitfgenemmen. — Juferate kosten die «ufpattige geile oder de«« Seien 16 Ä, M ESederMiMH« «tfoud£*et Rabatt.

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Schwierigkeiten.

Noch im Jahre 1884 gingen, wie gesagt, Vor­schläge, den Norrnalstmerfuß bei hohen Einkommen bis au 4 % zu erhöhen in der preußischen Steuerkom­mission nicht durch. In dem neuen preußischen Ein­kommensteuergesetz vom 24. Juli 1891 beträgt der Steuerfufj für die unterste Klasse (Einkommm von 900 bis 1050 Mk ) 0,6 %', steigt sodann, bis er bei einem Einkommen von 10,000 Mk. 3% erreicht; von hi« ab nimmt er jedoch sehr wenig zu, und «laugt feinen Höhepunkt von 4 % bei einem Einkommen von 100,000 Mk. Das Berhältniß bet Steigerung von 0,6 % bis 3% einerlei« und der von 3% bis 4% entspricht jedoch keineswegs der wirthschastlichen Leistungsfähig­keit b« betreffenben Einkommen, ist sonach als unge­

recht zu bezeichnen.

Ein Einkommen von beispielsweise 5000 Mk. kam \ nicht als ein großes bezeichnet werben, unb gar manchem ( Familienvater mit einem solchen Einkommen fällt eS schwer, hiervon 132 Mk. (— ca. 2,5%) an Steuern zu bezahlen. Wenn bagegen ein Großkapitalist mit einem Einkommen von 78,000 Mk. 2800 Mk. (= c<t 3,6%) an Steuern an ben Staat abliefert, so wirb bieß für ihn von geringer Bedeutung fein, da er sich wegen dieses Ausfalles an Einkommen in seinen Ver­hältnissen durchaus nicht zu beschränken braucht. Es ist eben stets die wirthschastliche Leistungsfähigkeit des Einkommens zu berücksichtigen. Wenn man nun er­wägt, daß nur 2 % der iit Preußen Eingeschätzten mehr als 10,000 Mk. besitzen, unb daß biefe trotzdem 20% deS gelammten eingeschätzten Vermögens besitzen, Je Wird daS normale Berhältniß der Progression der Steuerquote bei Einkommen einerseits bis zu, unb anderseits über 10,000 Mk. in noch grellerem Lichte