”eA^^45 Sonntag/ den 25. Februar 1894. 21. Fahrgang
Huld tnM Zeit««g
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rm Knüppel.
Nadelholz: 101 Stämme (Fichten und Kiefern) 3. dis 5. Kl., 312 Fichtenderbstargen (Leiterdüume), 298 Fichtenrefferstangen, 1 rm Nutzscheite, 13 rm Scheits
reisig.
II. Schuhbesirk Sandberg I Förster Hartmann zu Forst- Haus Sandberg. Forsto-te Schockauerberg Großer Gcubenhauck Harth, Hälig. Eichen: 1 rm Scheite, 1 rm
Thaugrube, Am schwarzen K euz, Watdgehai und Schrotzbach.
Eichen: 11 Stämme 4. und 5
Kl., 6 5 rm Scheite, 2 rm
Uuh- u. Sremchoh- Versteigerung in d r
Oberförsterei Thiergarten.
Dienstag den 6. März er.,
Bo - mittags 9 Uhr, kommen bei dem Gastwirth Sondergeld zu Hofbieber nachstehende Holzsortimente unter den üblichen Bedingungen zur öffentlichen Versteigerung, und zwar:
L Schuhbesirk Sieberstein Förster Rucker zu ForsthauS
Bieberstein.
Forfiorte Wadberg, Hühnerhölzchen, Schlerfheck n, Schloßberg, Hain- und H-ffenliede und
Lichte Elchen:
Knüppel.
Bucken: 4 Stämme 4. Sl, 4,75 rm N tzscheite, 280 rm Scheite, 256 rm Knüp-
wcnn er mich steht, und stell' ich ihn an eine Arbeit und zeig'S ihm, das und das, so und so, jeden Handgriff mach' rch ihm vor und seh' ihm auf die Finger, aber glauben Sie, daß der Kerl was Ordentliches schafft? Widerpart g'ben — na daS wagt er nicht, aber ich seh's ihm an, wie er giftig ist, und da faßt mich manchmal eine Wuth . . .!"
„Vielleicht haben Sie ihn so kurz klngestrengt, lieber Freund! Machen Sie 'mal nicht jeden Handriff vor! Der Junge ist j,tzt in dem Alter, daß er selbstständig etwas schaffen will. Probiren Sie mal!"
Nach ein paar Tagen führt unK der Zafall wreder zusammen. „Meiner Seele", rief der Jnsp-kto^ schon von Weitem. „Sie haben Recht gehabt! Der Wilhelm ist wie umgewandet! Hols der Kuckuck, er war zu kurz eingesträngrl"
„3a, ja, mein Lieber, immer nachseh n, wo s sitzt!
Elchen: 21 ©ruck Abschnitte 3 d:S 5. Kl., 9 rm Nutzscheite , 2 rm Nutzknüppel, 9 rmScheitholz, 2rrn Knüp p l 1,9 Hdt. W,llen Re'stg.
Buchen: 37 Stück Derdbolz- stangen (Langwieden), 3 rm Nutzscheite, 109 rm Scheite, 19 rm Knüppel, 1,5 Hdt. Reisig.
Birken: 2 Stämme mit 0,67 rm, 7 rm Nutzscheite.
Weichholz: 24 rm Scheite, 10
Nuyknüppcl, 33 rm Scheite, 263,5 rm Krüppel, 92 rm Reiierk Lppel, 2,Hdt. Wellen Reisig.
IV. Schuhbesirk Schmarchach
Förster Rrng zu GotrhardS Forstort Buch olz.
Nadelholz: 180 ©rämme 4. und 5. Kl. (Acha>achi-s Bau- und Schmideholz) 60 Stück Derbsiangen und 14 Stück R-ise^stangen.
Die Herren Förster zeigen dsS Holz auf Wunsch am Lagerung«, orte vor.
Die Herren Bürg'rmeister werden um rechtzeitige Bekanntmachung ersucht. [444
Thiergarten,22. Februsr 1894.
Der König!. Oberförster:
sieht nach, wo's sitzt. Und, waS den Thieren recht ist, das ist auch den Mensch, n billig, auch den kleinen Men chlein, den Kindern. — Anders lst wohl auch >er Ausspruch von d-m Ungelösten Räthsel nicht zu verstehen," wandte sich der Sprecher zu der Dame, sie das Thema angeregt hatte, „in der Lösung des Räthsels in der Kinderseele steckt eigentlich die ganze Erziehungkunst." .
Da bin ich neugierig, wie das gemacht werden soll!" murrte der Inspektor ärgerlich.
Studiren und probiren, beobachten und versuchen , fuhr" der Andere fort. „Ich denke mir das so. Wre kein Blatt in der Natur dem andern vollkommen gleich ist, so ist's auch mit den Mensche«. Jedrs Kind hat seine besondere Art, und die Erzieher müssen sie heraus- finden. Begegnet man z. B. bei einem Kinde demselben Fehler oder Mangel immer und immer wieder, dann muß man sorgfältig forschen, ob nicht ein uns unbekannter Grund dazu vorlregt. Da ist em Kind, das zeigt Hang zur Lüge und Unwahrheit Woher? — Liegt's an schlechten Kameraden, spricht es aus Furcht vor dem Zornausbruch des Vaters die Unwahrheit? — Da »st ein anderes Kind, das nie lange bei der Arbeit aushält. „Faulpelz, Nichtsnutz! heißt da oft. Aber man hat sich schon emmal überzeugt, ob die Kräfte des Kindes für irgend eine gebotene Thätigkeit auch auf lange Dauer ausreichen; ob em Wechsel in der Thätigkeit nicht die Kraft frisch erhrut, ob Anerkennung nicht den Willen stälkt? Sieh nach. Suche den Grund, die begünstigenden Umstände und rücke ihnen zu Leibe; dann bliebe manche Kinderthräne un- geweint und mancher Seufzer Eltern und Erziehern pyfhiri u
P So ist's", bestätigte ein alter Herr. „Sie wissen, meine „Räthsel" sind alle sckon ausg>flogen und haben zum Theil bereits selbst Nüsse zu knacken, aoer dar habe ich auch erfahren, daß jede einzelne Kmderseele ihr Gesicht hat, daß ganz besondere Neigungen und Abneigungen, Anlagen und Mängel in jedem einzelner. Menschen sich vorfinden. Kennt man diese, dann geht es Einem wie dem Arzt, der die Natur des Mensche« richtig erkannt hat, das Gesunderhalten und Karnen ist dann halbe Arbeit."
„DaS rst aber dann kerne leichte Aufgabe für die Eltern", nahm eine der Frauen das Wort.
Nicht so schwer, als es den Anschein hat", er- widerte der alte Herr, „man muß nur die Kinder in der ersten Jugend nicht gleich rn spanische Srieft stecken, sondern sie gewähren lassen, sowert sie nrcht sich und Anderen schaden; ernes frerlrch ,st erforderlich. Geduld und Liebe. Uab wenn die Letztere vorhanden ist, dann geht's dem Mutterherzen wie dem alten tauben Mütterchen, von dem der Dichter erzählt, daß es die Tritte deS leise zur Thür herewschierchendm, aus der Fremde heimkehrenden SvhneS gehört habe. Einem wahrhaft liebenden Mutterherzen erschließen sich die Räthsel der Kinderseele in ungeahnter, in wunder- barer Weise." , , .,
Als sich die Gesellschaft getrennt hatte, nahm mich draußen auf der Straße der Inspektor unter den Arm. .Ich werde Sie ein Stück begleiten. W ss-a Sie, was der alte Herr da sagte, daS hört sich alleS ganz schön an, aber ausführen kann man's nicht. Wo denken Sie hin, bei meiner Arbeit! Aber kommt doch so auf sonderbare Gedanken. Mein Wilhelm z B., der Benael gefällt mir nicht. Ee acht nur aus dem Wege,
Bermischtes.
* Trier 22. gebt. Der älteste aktive Beamte im Deutschen Reiche ist un,weiselhaft der Gefangenen - Aufseher Müller in Wittlich. Der noch außergewöhnlich rüstige Greis feierte am 17. Februar seinen 102. Geburtstag.
* Die Briefmarkensammel-Maure treibt absonderliche Blü- then. Für zwei Marken von der Insel Mauritius aus dem Jahre 1847 hat jüngst eine Londoner Markenhändler-Firma nicht weniger als 680 Psd. Stert, das sind 13,600 Mark bezahlt Es waren das eine rothe Penny- und eine blaue Zwe,- Pence-Marke, die auf der linken Seite die Aufschrift „Post office tragen. Bon diesen Marken soll es nur vierzehn Exemplare in der ganzen Welt geben; die Könige unter den Sammlern, wie das Britische Museum, Baron Rothschild, der Graf v. Ferrary, der Herzog v. Gaüiera usw , besitzen sie. Bor wenigen Jahren noch galt der Preis von 1200 Mark für diese Seltenheiten als ein hoher. Einem Engländer Namens Philipps sind zwei dieser Marken, die sich in der berühmten unlängst zum Verkauf ausgebotenen Sammlung von Lalanne tn Bordeaux befanden, eine Reise von Australien nach Frankreich werth ge- wks.n Er kaufte die Sammlung für 60,000 M. Mit 75/ 03 M. wurde neulich die Sammlung des Engländers Dann! Coover bezahlt, welche nur Marken aus den Jahren 1862 bis 1878 enthält diese allerdings nahezu lückenlos. Eine Sammlung aber von drei Millionen Werth ist die des obengenannten Herzogs von Galliera Der Herzog verausgabt für seine Sammlung jährlich 200,000 Mark. Im Jahre 1883 wurde ste schon aus 1 400 000 Mark geschätzt. Wie Briefmarken-Seltenheiten noch immer zum Borschein kommen, dafür gibt die jüngste Entdeckung eines englischen Sammlers ein Beispiel. Er machte an einigen nicht gerade seltenen Kolonialmarken die Bemerkung, daß auf ihnen das Haarbündel am Bilde der Königin Viktoria etwas länger war a:s sonst. Sehr mühevolle Nachsorschungen, die er sofort anstellte, ergaben denn auch, daß auf einer der zur Verwendung gekommenen Platten der Stecher sich ein wenig verzeichnet hatte. Die Bnesmarken-Seltendeit aber war da!
* (Zum Todesjahr des Königs Gambrinus) Heuer sind es 600 Jahre, daß Johann I Herzog von Brabant, das Urbild des Königs Gambrmus, gestorben ,st. Die Bolks- saae ichreibt bekanntlich die Erfindung des Bieres emem flandrischen König Gambrinus zu Die Entstehung dieser Sage verlegen die Geschichtsforscher in das 13. Jahrhundert n. Ehr. Damals regierte Johann I. als Herzog von Brabant, tn der Volkssprache hieß er Jan und lateinisch nannte man ihn Jan prinus (San der Erste). Er war ein Schutzherr der Gewerbe und ließ sich auch bewegen den Ehrensitz der Brüsseler Brauer- ai'de zu übernehmen. Die dankbaren Brauer haben m Folge dessen in ihrem Jnnungssaale sein Bildniß aufgehängt, auf welchem der Herzog mit einem schäumenden Brerpokale m der Hand dargestellt wurde. Jan prinus wurde nun als Schutzherr des BiereS gefeiert, um so mehr, als um jene Zeit das Bier starke Gegner in den Weinbauern hatte und vielorts zum ersten Male die Biersteuer eingeführt wurde. Aus Jan prinus wurde daS Wort GambrinuS, aus dem Herzog em König, dem man nicht nur die Beschirmung, sondern auch die Erfindung deS Bieres zuschrieb. Jan prinus, das Urbild des Gambrmus, starb gerade vor 6,0 Jahren, im Jahre 1294 Der Todestag ist uns nicht bekannt. Nach der Sage würde die E.findung des BiereS in das Jahr 1269 fallen. Wir feierten demnach im Jabre 1894 dos 625jährige Jubelfest der Erfindung des BiereS.
Knüppel.
Buchen: 2 Stämme 3 and 4. Kl., 425,5 rm Schote, 252 5 rm Knüppel, 7,5 rm Stöcke, 21,90 Hdt. Wellen Reisig.
Birken: 8 Stämme o. Kl., 111,5 rm S Seite, 76,5 rm Knüppel, 3.90 Hdt. Wellen Reis, 5rm Nutzscheite.
Aspen: 57,5rm ©werte, 24,5 KnüPP-l, 11 rrn Nutzscheite.
Nadelholz: 35 Stämme 3. bis 5. Kl, 45 Derbstanqen 3. Kl., 10 Stangen 4. Kl.
16,5 rm Nutzscheite, 10 rm
p.-c. Wo scht's?
Jüngst war ich in einer Gesellschaft, die auSHerren und Damen bestand; alle« verheirathete Leute, Väter und Mütter. Wir Männer politisirten und em atu w sender Inspektor eiferte soeben mit zornigen Blicken und sprühender Cigarre gegen daS „Klebegesetz , als eine Helle Stimme drüben aus dem Damenkretse Plötz- lich zu unS herüberrief: „Wir sprechen soeben von unseren Kindern — und da habe ich irgendwo gelesen: Jedes Kmd ist ein ungelöster Räthsel. Was meinen Sie dazu?" _ ., . q
„Hahaha," lachte der Inspektor, „waS «h meine? — Ruthsel? — Das fehlte mir gerade. Ich habe sechs Räthsel zu Hause" — er lachte wieder, daß die weißen Zähne blitzten — „da hätte ich viel zu thunJ Wenn mir was räthselhrft vorkommt, dann habe ich ein guter Mittel — hier!" Ec fuhr mit seinem rech- ten Arm sausend durch die Luft, so daß bei keinem der Anwesenden ein Zweifel ttoer die Bedeutung dieser Pantomime aufkommen konnte. „V rstch n Sie? So mach' ich's! Gerade wie Alexander der Große mit dem Knoten, ich haue ihn durch! Fertig bm ich. Solln mal s h'n, waS ich erziele — was?"
Ja, Sie haben nur Knaben," wandte eine Dame ein, "„da mag ja wohl das Mittel oft angebracht sein, aber bei Mädchen . . . ." , .
Die- Universolmittel ist auch nicht immer von Erfolg," eihätte ein Dritter; „ein Beispiel liefert unS dazu König Friedrich Wilhelm I. Bei seinem Fritz habe« Stock und Strafen auch nicht erreicht, daß er sich so entwickelte, wie sein Vater es sich ausgedacht hatte. Wir w'ffen Alle, c8 ist schließlich hart am aller- schlimmsten vorbeigegangen."
„Und was ist aus dem Jungen geworden!" triumphirte der Inspektor. ...
Ja," erwiderte der Andere, „,n jedem Jungen steckt" auch kein Friedrich der Gioße. Nein, tum, o einfach ist die Sache nicht! Unser Inspektor da macht s auch nicht so, wie er eS unS hier schildert. Ich bin
fuhr^der Ändere erregt auf, „ich mach's nicht" so? — Fragen Sie meine Jungen . . .!"
©em Gegner wehrte begütigend ab. „Hören Sie nur erst weiter, lieber Freund, ich wollte sagen, ich bin selbst Zeuge gewesen, wie überlegt Sie verfahren und was für hübsche Resultate Ste dabei erzielen. Biel- leicht entsinnen Sie sich noch, als wir vorgestern über Ihren Hof gingen, einer Ihrer Leute hatte Dünger ge- laden Wie die beiden Braunen den Wagen anrücken sollen, springt daS Hantpferd wie bes ssm zurück, steigt in die Höhe, schlägt aus . . . der Knecht w ll es zur Raffo« dringen, er rückt eS mit dem Zügel, dann sprach die Putsche ein Wort mit: Alles umsonst!"
„Zum Kuckuck auch," fuhr jetzt der Jmpektor selbst eifrig fort, „das Thier konnte ja nicht ziehen, es war zu kurz eingesträngt und jedesmal, wenn'S anrücken wollte, schlug ihm die Wage an die Hinterbeine. Warum hat denn der Schlingel nicht nachgesehen? DaS muß doch seinen Grund haben, wenn so ein Thier immer konträr handelt!"
„Ganz recht", lächelte der Andere, „eS muß Alles feinen Grund haben, wenn'S pirtout nicht so geh'n will, wie man denkt. Und ein rechter Landwirth
pes, 106 Hdt SB.Öen Reisig. Weichhotz: 3rm Scheite, 2 rm Knüppel.
Nadelholz: 40rm Knüppel, 4 rm Reffei knüppel.
III. Schuhbesirk Sandbrrg II Förster Bickel zu ForsthauS sichelte, 13 rrn Scheit? । Sandberg.
Knüppel, 1 rm Rei- | ForftorteSaudber g,Rödergrunds-