steig und das Bahnhofsgebäude soll mit mehreren Tausend bunten Lampions beleuchtet werden."
* Beim Ministerpräsidenten Grafen z« Enlen- bnrg findet am 13. dieses Monats ein größeres Diner statt, zu dem der Kaiser sein Erscheinen in Aussicht gestellt hat.
* ES verlautet, Justizminister v. Schelling sei amtsmüde und habe seine Entlassung eingereicht; sem Nachfolger werde der Kultusminister Dr. Bosfe. Die amttiche Publikation fei fchon am Montag zu erwartm.
* Finanzminister Dr. Miquel und der Unter- staatSfekretär im Finanzministerium Meineck, haben von dem Fürsten zu Waldeck den Verdienstorden erster Klaffe erhalten.
• Prinz Komatsu von Japan wird den Fast- nachtsball im hiesigen Königlichen Schlöffe am DieuStag noch mitmachen und sich dann vom hiesigen Hofe verabschieden, um seine Reise nach Petersburg sortzusetzen.
• Der Gesetzentwurf, betreffend die Äriestaubeu und den Brieftanbenfchutz im Kriege ist dem Reichstage zugegangen.
* Zu den Meldungen über ein zu erwartendes Ent- laffungsgefuch der Majors v. Wißman» wird der »Bosstschen Zeitung' mitgetheilt, daß diese Absicht durchaus nicht so feststehe; v. Wißmann sei durch Mitthei- hingen deS Auswärtigen AmteS darüber beruhigt worden, daß seine hochbedeutfame Arbeit an dieser Stelle eine gerechte Würdigung finde.
* Die Kommission für die zweite Lesung deS Bürgerliche» Gesetzbuchs für daS deutsche Reich hat in ihren letzten Sitzungen die Berathung der Vorschriften über die eheliche Gütergemeinschaft zu Ende geführt.
* Der Reichstagsabgeordnete Frhr. von Stumm- Halberg hat einen Antrag, bett, die Wiederherstellung der von der Budgetkommission des Reichstags gestrichenen Forderung für einen Direktor im Reichsamt deS Innern, eingebracht.
* Der der CentrumSftaktion angehörige Reichs- tagSabgeordnete Fritze» (Düffeldorf) ist lebensgefährlich erkrankt und bereits mit den hl. Sterbesakramenten versehen worden.
Ausland.
* Rom, 3. Febr. Kardinal Serafini ist gestorben. Kardinal Serafini entstammte einer angesehenen Familie Urbino'S und wurde geboren am 16. Juni 1808. Schon früh trat er in die römische Prälatur ein und zwar schlug er die juristische Laufbahn ein. Später wurde er Vikar deS Kapitols von Lateran. 1870 wurde er zum Bifchof von Viterbe präkonifirt, 1877 zum Kardinal kreirt._______________________
Fasten-Berordnrmg.
Am gestrigen Sonntag Quiiiquagefima wurden in allen Pfarr- und Filialkirchen der Diözese Fulda die nachstehenden Fasten-Verordnungen von der Kanzel verlesen. Dieselben find von dem hochwürdigen Herrn Kapitular-Vikar Dr. Komp gegeben und mit folgenden Worten begleitet:
Geliebte Diözesanen!
Alljährlich hat Euer Oberhirt vor Beginn der hl. Fastenzeit Worte praktischer Belehrung über Eure Standespflichten und der Ermunterung, im Sinne der hl. Kirche die ernste Zeit zu verbringen, an Euch gerichtet. Aber der Mund Hochdesselben ruht nunmehr geschlossen im Grabe zu den Füßen deS dem hl. Joseph und der hl. Familie geweihten Altars, zu denen er im Leben eine so innige Verehrung im Herzen getragen hat. Noch im vergangenen Jahre hat er dem Verein der hl. Familie sein Hirtenwort geweiht und die Absicht kundgethan, die drei erhabenen Gestalten der hl. Fckmilie nach einander zum Gegenstand bedeckte, nicht mehr wiedererkannt und ich hatte für gut befunben, bei jener Gelegenheit mein Inkognito nicht aufzugeben.
„Sie hier, Graf Steinbeck?" fügte er überrascht, indem er mir herzlich die Hand drückte; „wie kommt eS, daß ich Sie hier im Herzen von Asim treffe?"
Er bedurfte aus seine Frage keiner Antwort, denn er hatte bereits alles begriffen. Er schwieg einen Augenblick, als ob es ihm ein boshafter Vergnügen bereitete, die moSkowitisches Autoritäten in Verlegenheit zu setzen.
„Mein lieber General", sagte er endlich, „Ihr Land scheint sehr reich an hervorragenden Leuten zu sein, da es Männer unter die einfachen Hüttenarbeiter einreiht, welche in die höchsten gesellschaftlichen Stellen zu berufen, man in andern Ländern sehr glücklich sein würde."
Er fahr eine Weile in diesem Tone fort, indem er mich mit den höchsten Lobsprüchen überschüttete und meine Kenntnisse derartig in den Himmel hob, daß ich beinahe vor mir selbst erröthm mußte. Die Lage war für die Vertreter bet russischen Regierung ungemein peinlich, sie konnten nichts erwidern, weil sie sich der Gefahr auSsrtzten, von dem schrecklichen Gelehrten noch sarkastischer vehandelt zu »erben, wodurch die Lage angesichts der zahlreichen Zuhörer nur verwickelter geworben wäre. General Aproxin, Oberst Romanzoff und die übrigen russischen Würdenträger waren verlegen; eine einzige Person, Fedora, machte eine Ausnahme. Sie hatte in ihrer Rolle als Beschützerin Hü lfStrnppen gefunden und betrachtete diesen Zwischenfall als einen Sieg über meine Feinde; ihre Haltung
der Fastenbetrachtung zu machen. Bereits zeichnete der in Gott ruhende Oberhirt den hl. Joseph, daS Hanpt der hl. Familie, als daS einzig beglückende Vorbild und Muster der christlichen Familienväter, und in diesem Jahre sollte jene Lichtgestalt der seligsten Jungfrau voll makelloser Reinheit, zartester Frömmigkeit und großartiger Opferliebe der christlichen Jungfrau und Frau als Ideal aller weiblichen Tugenden vorgeführt werden. Aber die Feder ist dem hochseligen Verfasser entfallen und ich glaube eS mir versagen zu sollen, dieselbe, da daS Grab über dem verblichenen Oberhirten sich kaum geschlossen hat, auftu- nehmen und den begonnenen Gegenstand weiterzuführen. Darum genüge es Euch, die Fastenverordnungen zu vernehmen, welche m Folgendem wie in den früheren Jahren Eure besondere Verpflichtungen für die hl. Fastenzeit festsetzen:
1. An allen Tagen der hl. Fastenzeit mit Ausnahme der Sonntage, sowie an den Quatember- uud Bigilfasttagen, welche vorher von der Kanzel verkündet werden sollen, ist nur einmalige Sättigung erlaubt.
2. Es ist gestattet, während der Dauer der Helligen Fastenzeit — am Sonntage ohne Einschränkung, an den Wochentagen aber deS Mittags und deS Abends Fleischspeisen zu genießen, nur mit Ausnahme deS Aschermittwochs, der Freitage, Quatember-Fasttage und der drei letzten Tage der Charwoche, an welchen Fleischspeisen zu gemeßen verboten bleibt.
Diejenigen, welche wegen ihres Alters, ihrer Berufsarbeiten oder wegen eines anderen Grundes an die einmalige Sättigung an den Fasttagen nicht gebunden sind, dürfen, wenn sie bei dem Mittagsessen Fleischspeisen nicht genießen, dafür Vormittags Fleischspeisen genießen. Doch sollen sie verpflichtet bleiben den Genußvoll Fleischspeisen an diesen Tagen auf den ^zweimaligen zu beschränken, wenn sie davon nicht nach Nr. 7 oder sonst auS wichtigen Gründen dispensirt sind.
3. An den Freitagen und Samstagen außerderhl. Fastenzeit, die Quatembertage (Mütwoch, Freitag und Samstag) ausgenommen, bleibt der Genuß von Fleischspeisen vorerst noch gestattet. (Löblich ist es immerhin, wenn Diejenigen, welche bisher die Abstinenz an Freitagen beobachtet haben, dabei bleiben.)
4. An Bigllfasttagen ist der zweimalige Genuß von Fleischspeisen, nämlich Mittags und Abends, unter dem Vorbehalte einmaliger Sättigung erlaubt.
5. An den eigentlichen Fasttagen, an welchen nach den obigen Bestimmungen der Genuß von Fleischspeisen gestattet wordeu, ist es verboten, hei einer und derselben Mahlzeit Fleischund Fischspeisen zusammen zu genießen, was auch hinsichtlich der Sonntage in der vierzigtägigen Fastenzeit gilt.
6. Der Genuß geschmolzenen, ausgelassenen oder geronnenen Fettes und der mit solchen oder mit Speck zubereiteten Speisen, sowie der Fleischbrühe und der sogen. Grieben, ist an allen Tagen des Jahres, mit Ausnahme des Charfreitags, gestattet.
7. Dienstboten, Lehrlingen, Gesellen und Reisenden, kurz allen Personen, welche an fremdem Tische speisen und nicht in der Lage sind, ihre Speisen selbst wählen zu können, ist es erlaubt, an allen Tagen des Jahres, mit Ausnahme des Charfreitags, Fleischspeisen zu genießen.
8. Die Pfarrer und Beichtväter sind ermächtigt, in einzelnen Fällen, wo besondere Umstände es nothwendig oder rath- sam machen, die ertheilte Dispens im Fasten- und Abstinenzgebote zu erwettern.
9. Ich ermahne dringend, alle geräuschvollen Lustbarkeiten während der hl. Fastenzeit zu vermeiden und sich nach der Absicht der Kirche stiller Geistessammlung und der Ausübung heilsamer Werke der Buße und christlichen Nächstenliebe zu befleißigen.
10. Während der hl. Fastenzeit soll nach der Pfarrmesse das Evangelium des TageS vorgelesen und darauf das Gebet um Vergebung der Sünden und um Segen für Kirche und Staat verrichtet werden.
11, Die österliche Zeit dauert vom 3. Fastensonntag'bis zum 2. Sonntag nach Ostern einschließlich.
12. Die österlichen KommunionscheineLsind an die betr. Pfarrer bezw. Psarrgeistlichen abzuliefern.
Der hiermit in so großem Umfange ertheilten Fastendis- penS will auch ich, geliebte Diözesanen, eine Bitte anfügen, deren Erfüllung dem Hingeschiedenen Oberhirten so sehr am Herzen lag und jetzt zu besonderem Tröste gereichen wird. Sie betrifft die Spendung eines Fasten-Almosens. Wenn ich auch nun die von mir ertheilte Dispens, nicht wie es in manchen anderen Diözesen zu geschehen pflegt, an eine solche Bedingung knüpfen will, so spreche ich doch den Wunsch aus, daß freiwillig ein Fasten-Almosen gespendet werde. Als frommewZweck bezeichne ich.Euch eines der dringendsten Bedürfnisse unserer Diözese, die sogen. Kommunikanten-Anstalten, d. h. Schulen, in denen
unb Blick verhehlten keinrswegS ihre Eenngthuung. — — Der Führer der Mission war unbarmherzig; er benutzte jede Gelegenheit, währenb bas Bergwerk unb die Aufbereitungsstätten besichtigt wurden, mich um Rath zu fragen, mit mir über verschiedenes zu plaudern unb mich mit Beweisen seiner Hochachtung aus« zuzeichnen. Als er von mir Abschied nahm, sagte er, daß er mich wieberzuschen hoffe, um aus meinem Munde über aller WsstnsWerthe über bie Bergwerke unb Sibirien unterrichtet zu werben.
7.
Familienscene.
Den andern Morgen kam der Dinkior der Minen zu mir unb sagte:
„Sie haben einen ganz schrecklich bloßstellenben Freunb. Bei jedem andern Gouoekneur wären Sie nach den gestrigen Boikommniffen verloren gewesen. Ich wejß nicht, wie es kommt, Sie sind aber schön heraus, und wenn es so weiter geht, kann ich selbst vielleicht noch um Ihre Fürsprache bitten. Der General beauftragt Sie, einen Bericht über bie Sage der Minen unb die nothwendigen Reformen einzureichen. Sie sollen binnen zwei Tagen diesen Bericht persönlich überbringen.
Innerhalb der bestimmten Frist machte ich mich auf den Weg, um dem höchsten Beamten der Provinz meinen Bericht zu überreichen. Nach den Mittheilungen, Welche mir der Direktor gemacht hatte, ei wartete ich einen guten Empfang. Der General nahm mich aber im Gegentheil ganz wie das erste Mal mit jener kalten unnahbaren Haltung eines Mannes auf, der seine Autorität wahren unb bef> fügen will.
überliefert.
(Forts, folgt.)
arme Kinder, welche unter Andersgläubigen wohnen und nichtkatholische Schulen besuchen müssen, wenigsten- in k a t h o - lischen Schulen auf den Empfang der ersten hl. Kommunion vorbercttet werden können. Zu diesem Zwecke ist in den einzelnen Pfarr- und Filialkirchen mit eigenem Gottesdienst eine Opferbüchse aufzustellen und der (Ertrag von den Hoch». Herren Pfarrern am Ende der Fastenzett unter dem Titel „Fasten-Almosen" an daS Hochw. Bischöfl. General - Vikariat gefäll. einzusenden.
Vorstehende Verordnungen sind am Sonntag Qu in qua- tz esima in allen Pfarr- und Filialkirchen von der Kanzel zu verlesen. Ein Separat-Abdruck soll an einem dem Publikum leicht zugänglichen Orte vom Sonntag Quinquagesima biS zum Schluß der österlichen Zeit ausgehängt werden.
Stabt, Provinz und Nachbargebiet.
Fulda, 5. Februar.
* Der VolkSverei» für das katholische Deutschland dehnt sich erfreulicher Weife immer weiter au$, denn eS vergeht kaum eine Woche, in der man nicht in den Zeitungen lesen kann, daß an diesem ober jenem Orte ein Zweigverein gegrönbet wurde. Auch in der Diözese Fulda hat sich während des abgelaufenen Jahres sowohl die Zahl der Geschäftsführer - Bezirke als auch die der Mitglieder des Volksvereins bedeutend vermehrt. Wenn man auch in manchen Pfarreien mit dem Anschluß an den genannten Verein noch im Rückstände isi, so dürste daS bisher Versäumte jetzt nach Beginn des neuen Geschäftsjahres nachgeholt werben. Die achtmal jährlich erscheinende BereinSschrift bietet, abgesehen von ihrer eigentlichen Aufgabe — Bekämpfung der sozialistischen Irrlehren und Befestigung deS christlichen Glaubens — auch auf anderen Gebieten manches recht WiffenSWerthe und Jntereffante. Trotzdem beträgt der Beitrag zum Volksverein jährlich nur eine Mark. Wem also dieses geringfügige Opfer an Geld nicht als unerschwinglich erscheint, Wirb gewiß gern dem Verein als Mitglied augehören; er braucht nur dazu angeregt zu werben.
(*) Eine große Anziehungskraft Übte am gestrigen Fastnachtssonntage der T»r»- unb Fechtklub mit seiner theatralischen Aufführung auS. Bis in die letzte Ecke war die städtische Turnhalle mit meistens kostümirten Besuchern gefüllt und eS herrschte ein buntes Leben und Treiben. Zur Aufführung gelangte ein vaterländisches Schauspiel aus dem deutschen Freiheitskriege: „Studenten unb Lützower", ein für Fastnacht freilich etwas langes Spiel, da eS 4 Akten zählt. Wäre das Stück nicht so interessant geschrieben und so flott gespielt worden, hätte eS die Geduldprobe nicht auSge« hatten, denn es war beinahe 11 Uhr, als dasselbe zu Ende ging. Bühnenausstattung unb Kostümirung der Darsteller waren tadellos. Auch fehlte es nicht an lebhaften Szenen Wie z B. die fidele Kneipsttzung der Studentenverbindung „Thuringia", das Duell mit dem französischen Spion, die Befreiung beS zum Tode ver- urtijeUten Seniors der „Thuringia" u. f. w. Außer den Letztgenannten spielten noch recht wirkungsvoll der Korpsbursche Gottliev Merk und die junge Gutsbesitzerin „Fraulein" Anna v. Borneck. Das zum Schluffe von sämmtlichen Spielern gestellte lebende Bild war sehr effektvoll unb malerisch. Run folgte der Tanz, ber viele Theilnehmer noch lange zusammengehalten haben mag. Der Turn- unb Fechtklub kann mit dem Erfolge seiner Fastnachtsveranstaltung in jeder Hinsicht zufrieden fein.
* Unter den Dienstboten herrscht mehrfach die Ansicht, daß ein mit einer Herrschaft eingegangeneS Dienstverhältniß durch Rückgabe des Miethethalers wieder rückgänaig gemacht werden können. Dies ist eine irrige Auffassung. Bindend ist einzig und allein
„Sie besitzen/ Herr Graf, wie es scheint, einen Widerspenstigen, unlenkbaren Charakter, der S,e veranlaßt, denjenigen Widerstand entgegenzusetzen, welche geneigt und im Stande find, Ihre Lage zu verbessern."
„ES können derartige Berichte über mich vorliegen, aber Sie sind zu gerecht, Herr General, um sie nicht in Bezug auf ihre Zuverlässigkeit einer Prüfung zu unterziehen."
— „Immer wieder indirekte Gegenbeschuldigungen gegen die Behörden!"
„Sie werden mindestens zugeben, daß eS keine solche Vergehen sind, welche von einem bösen Willen zeugen."
„Man verlangt von Ihne» keine Liebe, aber Gefügigkeit" , erwiderte der General. „Krieg bleibt aber Krieg. Sie sind besiegt und müffen sich demgemäß unterwerfen."
„Ja, wir sind besiegt, aber ist eS gut von Ihnen, uns so grausam daran zu erinnern ?"
AuS ber Erregung unb Verlegenheit, welche sich auf bem Gesichte beS Generals abmalten, ersah ich, daß er seine Worte bedauerte. Er gehörte zu denjenigen, welche, von der Güte ber von ihnen ver» theibigten Sache wenig überzeugt, sich unb andere in ihren Anschauungen dadurch zu befestigen suchen, baß sie solche durch bie Gewalt ihrer Stimme unb den Ernst beS Vortrages zu verbessern suchen. Aber ber ist ein schlechter Diplomat, welcher nicht Maß zu halten versteht unb baburch seine Waffen bem Gegner