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JW 284

Sonntag, den 10. Dezember 1893.

20. Jahrgang

FiildaerMZeitliiig

— ... .... Sonn- und Feiertage auSgerwmmen. — Inserate kosten die einspaltige Zeile oder deren Raum 16 Pf., bei MHerholungen entsprechender Rabatt,

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mp* Zweites Blatt.

ö Das schreckliche Eisenbahn-Unglück in der Nähe von Mailand

siebt den Bahnverwaltungen eine ernste Lehre. So chlimm auch die Zersplitterung der Wagen an fidi choa ist, so erscheint sie doch nur als ein mäßiges Inglück, wenn man sie in Vergleich stellt mit beit wahrhaft entsetzlichen Wirkungen der iöaSexplosion. DaS Herz krampft fich zusammen, wenn man sich eine Vorstellung davon macht, wie mehrere Dutzend von eiugeklemmtm oder eingeschlosseneu Personen bei le­bendigem Leibe langsam zn Tode geröstet werden. Und woran liegt die Schuld? Sinzig und allein an der Gasbeleuchtung in den Eisenbahnwagen. ES find ja schon wiederholt verunglückte Eisenbahvzüge durch daS entflammte Ga» in Brand gerochen. Das ist auch gar nicht zu verwuuderu; im Gegentheil erscheint eS als em ganz besonderer Glücksfall, wenn bei Zusam­menstößen oder Entgleisungen der SaSvorrath nicht zur Entzündung gelangt. Da die Behälter oder die Lei- tungeu in der Regel zertrümmert und die Wagentrüm­mer meist auf oder um die Lokomotive geschoben wer­den, so kommt daS entweichende GaS oder gar die fich albald bildende explosible Mischung von GaS und Last mit dem Maschinenfeuer in Berührung. Daneben be- ficht noch die Gefahr, daß die vorläufig weiter bren- nenden Gasflammen dar entweichende GaS oder auch unmittelbar die Wagentrümmer mtzündeu. Sind denn noch nicht Opfer genug unter schauderhaften Qualen gestorben, um den Bahnleitern zum Bewußtsein zu bringe«, waS fie sich eigentlich von vornherein hätten sagen können, daß die Gasbeleuchtung nur in stabile Räume gehört, wo Behälter und Leitungen vor Zer­trümmerung gesichert sind, aber nicht in schnellfahrende Wagen oder Schiffe, die stets auf einen zertrümmerdeu Stotz gefaßt sein müssen!

Petroleumlampen find natürlich auch gefährlich, wenn auch nicht in so hohem Grade, tote dar GaS. ES bleibt für Eisenbahnwagen nur die Wahl zwischen den alten Oellawpen und dem elektrischen Glühlicht. Halten die Bahnverwaltungen bei ihrer heillosen „Spar­samkeit" daS elektrische Licht für zu theuer, so mögen fie zu dem großväterlichen Oelfljmmchen zurückkehren. Für die Paflagiere ist eS wirklich bester, im Halbdunkel zu fitzen und auf daS Lesen zu verzichten, als fort- während in der Gefahr deS GebratenwerdenS zu schwe­ben. — Der Fortschrittsdrang unserer heutigen Eisen- bahnverwaltnngen wirft sich, soweit er überhaupt noch vorhanden ist, gern auf prunkende LuxaSsachen, statt zunächst das Rothwendigste int Auge zu behalten. Auf die Harmoni'azüge verwendet man Geld und Witz, ohne etwas Rechter zu erreichen. Denn die Möglich- kett der Bewegung durch den ganzen Zug, welche die einzige Errungenschaft dieser Neuerung vorstellt, macht man wieder illusorisch, indem man aus Heißhunger nach dem Platzkarten - Groschm jeder Reisenden noch stärker, als in anderen Zügen, an einen bestimmten Platz fesselt Den gleißnerischen LuxuS kann man fick überhaupt sparen, und den soliden LuxuS soll man erst dann zu seinem Rechte kommen lasten, wenn für die Rothvurft gesorgt ist. Und nichts ist doch noth- wendiger, als die Sicherung von Leib und Leben, wozu in erster Linie die Entfernung der Leuchtgases ans den Zügen gehört. Da daS Reichseisenbahnamt nicht die nöthige Kompetenz hat, so müßte in den Einzelstaaten alsbald eine Verordnung oder ein Gesetz bestimmen, daß vom 1. April 1894 ab Eisenbahnwagen nicht mehr durch GaS oder Petroleumlampen erleuchtet werden dürfen.

Str Weilt tojltr Sks kalfijti Wtr «raf von Caprivi, waltet jetzt seit dem 20. März 1890 seines verantwoyungsvollen Amtes. Wie sein Vorgänger, Fürst Bis- mord, zeigt er sich nur selten öffentlich; wo aber immer die stattliche Erscheinung mit weißem Haar und Schnurrbart sichtbar wird, da pflegt die markante Aehnlichkeit mit dem Fürsten Bis­marck von dem Publikum bemerkt zu werden. Seme Figur ist beinahe noch stattlicher als die BiSmarck'S; er erscheint in den Schultern allerdings breiter, auch der Kopf ist kräftiger, massiver alS derjenige des ersten sKanzlerS, der von seinem Nachfolger einmal sagte, Caprivi habe einen noch härteren Kopf als er selbst. Im Einklang mit dieser kernigen äußeren Erscheinung stehen die Charattereigenschasten deS Grafen. Die Einfachheit seiner Sitten, sein wahrhaft vornehmer und schlichter Charakter, sowie eine ungesuchte, große Liebenswürdigkeit im persönlichen Verkehr haben ihm viele Freunde verschafft und oft auch die­

jenigen entwaffnet, die aus sachlichen Gründen seine polttischen Maßnahmen nicht immer billigen zu können glauben.

Gras Caprivi, welcher die Dienstwohnung des Reichskanzler­amts inne hat, bewohnt ju demselben nur einige Gemächer. Ein Arbeitszimmer mit angrenzendem Toilettengemach, ein Gatten­salon, ein Eß- und Schlafzimmer, ans diese Räume pflegt sich der zweite Kanzler des deutschen Reiches zu beschränken. Alle diese Appartements, welche dem Fürsten Bismarck zu gleichem Zwecke dienten, sind mit einfacher Vornehmheit möblirt. Das ArbettSzimmer, ein großer vierfensteriger Salon, geht auf den schönen Park hinaus. Der Kanzler verweilt in demselben am liebsten der großen Ruhe wegen, die er bei seinen Arbeiten liebt. Er schläft in derselben Lagerstätte wie sein Vorgänger. Dieselbe hat riesige Dimensionen, wie sie Fürst Bismarck liebte, der ein bequemes Bett haben wollte. Rings um das Lager laufen starke Eisenstangen, welche dasselbe von dem Fußboden abschließen.

Nun wäre man wohl geneigt, anzunehmen, diese Stangen sollten eS einem etwaigen Eindringling unmöglich machen, unter daS Bett deS höchsten Reichsbeamten zu kriechen und dort schwarze Pläne zu verfolgen, aber die Sache hat eine andere Bewandtniß. Bismarck ist bekanntlich stets von seinen Hunden umgeben gewesen. Aber er mochte eS nicht leiden, daß dieselben unter fein Bett kriechen und dort Schelmenstücke verüben, ou: welche alle Kriterien des groben Unfugs anwendbar sind. Ans diesem Grunde hat er die Eisenstangen um seine Schlummer­stätte ziehen kaffen; da konnten TyraS und Konsorten nicht heran.

Die Dienerschaft deS Grafen Caprivi ist nur klein. In der Hauvtsache besteht dieselbe aus dem Leibjäger, dem Reitknecht, dem Kutscher und der „Reichsköchin“, einer sehr würdigen Dame. Alle diese Personen sind schon lange bei dem Grasen im Dienst. Seine HerzenSgüte und das Gewinnende seines Wesens tritt vor Allem im Verkehr mit den Untergebenen zu Tage, die er mit gleichmäßiger Freundlichkeit behandelt. Ein besonderes Interesse legt der Gras für den Garten seines PalaiS an den Tag. Er trifft selbst die Anordnungen in demselben, bestimmt den Zcit- puntt der Anpflanzungen und unterhält sich leutselig mit den Arbeitern, die er beim Namen kennt und oft durch kleine Geld­geschenke erfreut. Graf Caprivi hat eine Vorliebe für ausge­dehnte, wohlgepflegte Rasenflächen mit Blumenbeeten. Er hält auch auf gute, freie Wege nicht nur in der Polittk, sondern auch in seinem Parke. Wenn eS seine Zeit irgend erlaubt, tritt er auS dem Salon in's Freie, wandelt unter den schönen Bäumen und sieht nach seinen Blumen. Bei diesen Promenaden bedient er sich eines einfachen Krückstocks.

DaS Tagewerk des Kanzlers ist streng geregelt. Im Sommer erhebt er sich mit militärischer Pünktlichkeit um 6, im Winter um 7 Uhr von feinem Lager und legt sofort die Uniform an. Er trägt in der Regel die Uniform eines Obersten deS 78. In­fanterie-Regiments, dessen Chef er ist, mit dem GeneralSab- zeichen, die große gestickte Generalsuniform aber nur bei den vorgeschriebenen Gelegenheiten. Nach beendeter Toilette wird der Thee eingenommen, wobei die Morgenzeitungen gelesen werden, alsdann erfolgt ein Spaziergang oder ein Ausflug zu Pfeide. Um 10 Uhr sitzt der Graf an seinem Arbeitstisch, wo er die nothwendigen Erledigungen der eingegangenen Schriftstücke, so­wie Vorträge entgegennimmt, um 12 Uhr findet das Dejeuner statt. Von 1 bis 5 Uhr ist Arbeitszeit, um 6 Uhr wird binirt. Der Abend wird mit Arbeiten, Lektüre ober in Gesellschaften verbracht, um 10 Uhr begibt sich der Reichskanzler zur Ruhe. An dem Dejeuner nehmen häufig persönliche Bekannte und Freunde des Kanzlers Theil und zwar erscheinen dieselben ohne besonde re Anmeldung zur Freude des gastlichen Witthes, welchem die Dejeunerstunde ein angenehmer Ruhepunkt in seinem Arbeiten ist- Die Mahlzeiten des Kanzlers bestehen aus leichten Speisen einer Küche, wie sie der Karlsbader Kur angemeffen ist, die der Kanzler regelmäß'g zu brauchen pflegt. Im intimen Circle wird nur Rothwein servirt

®raf Caprivi ist Junggeselle; Major Ebmeyer, sein per­sönlicher Adjutant, unterstützt den Kanzler in der Leitung des Hauswesens, vermittelt Vorträge und Empfänge, begleitet seinen Chef auf Reisen und versteht es, in seiner vielseitigen Tätig­keit demselben die Repräsentation zu erleichtern. Herr Ebmeyer, der Vorsteher des Spezialbureaus des Reichskanzlers ist ein sehr unterrichteter Mann, voller Verschwiegenheit, dabei immer nach Möglichkeit gefällig, und hochgeschätzt von allen denen, die mit ihm tn Berührung kommen. Der Kaiser hat ihn wiederholt ausgezeichnet, zuletzt dadurch, daß er ihn unter Beförderung zum Major dem Kaiser Franz-Garde-Grenadier-Regiment zuertheilte, demselben Regimente, bei welchem einst Gras Caprivi gestan- qen hat.

Vermischtes.

* Der KorpShnnd. Am 12. September, Vormittags, ging der stuck, pharm. Baptist Kramer aus Weimar mit dem Korps­hund, einer großen blauen Dogge, die er damals im Turnus Pazieren führen durste, durch die Schützenstraße in München. Das bisfige Thier sprang vor rückwärts auf den Telephon-Ar­beiter Ludwig R, packte diesen am Rockkragen und warf den zu Tod erschrockenen Mann derart an den Randstein, daß er betäubt wurde und in Folge von Verletzungen an den Händen 10 Tage arbeitsunfähig war. Der Herr Studiosus tief di- Bestie nicht ab, um den Anschein zu erregen, daß ihm das Thier nicht gehöre, sondern ging seiner Wege mit einem Freund, obwohl bet Hund noch zweimal einen Angriff auf R. machte. Erst als ein Mon­teur einen Gendarmen herbeitief, mußte Kramet Farbe bekennen. Kramet enlschädigte R. mit keinem Pfennig und suchte dieser Tage vor dem Münchener Amtsgericht in der Verhandlung besten berechtigte Anforderungen als einen Erpressungs-Versuch darzu­stellen. Kramet wurde wegen sabtläisiger Körperverletzung zu 50 Mark Geldstrafe verurtheilt. Der Anspruch des R. wird im Civilwege geltend gemacht.

* Gin seltenes Glück hat ein vierundneunzigjähriger Mann Namens Martin Christensen in Lynby in Dänemark vor einigen Tagen erlebt, indem er frisch und gesund der goldenen Hoch­zeit seiner jüngsten Tochter beiwohnen konnte.

* Die größte Birne, die je in Deutschland gewachsen ist wurde von E. v. Lade in Breslau ausgestellt, und bildete mit anderen Birnen den Glanzpuntt der großen und vielbeschickten Obstausstellung daselbst im Herbst dieses Jahres. Diese Birne, eine Belle Angevine von prachtvoller rother Färbung, am 23. September schon gepflückt, wiegt 1100 g bei einer Länge von 53 cm und würde, wenn sie wie andere Beiles Angevine« bis Anfang November am Baume geblieben wäre, ein Gewicht von mindestens 1300 g erreicht haben.

* (Wurst und Genie.) Der Batet des großen Schau­spielers Ungelmann war Schweineschlächter gewesen. <$r »ar überaus stolz auf seinen Sohn, der Mime geworden, und wenn er ein Lob über feines Sohnes Talent hätte, zerfloß er fast vor Rührung, Freude und Glück. Einst trat eine alte Frau in seinen Laden. „Bitte, Herr Utuelmann, geben Sie mir doch ein halbe- Viertel Leberwurst." Unzelmann-Vater holt die Wurst vom Hacken und will davon abschneiden. „Wiffen Sie auch lieber Meister, daß ich gestern Ihren Sohn habe Komödie spielen sehen? Meiner Seel, er spielt ganz hübsch und ich hätte ihm--* „So, so? Sie haben meinen Jungen spielen sehen?"

(Das Messer rückt einen Zoll „über“ bcS halbe Viertel.) — „Natürlich I Ach, und wie himmlisch er aussah! Die hohe Fi­gur, und dann der weiße Federhut und die breite Spitzenkrause — na, und diese edle Sprache, die freien, noblen Bewegungen, so mit Schwung!" — (DaS Meffer rückt drei Zoll »eiter an der Wurst.) Unzelmann-Vater lächelte befeeligt, vor sich hin: „Hm! Hm! Ra ja! Er ist ein recht tüchtiger Mensch und kann waS--" Die Frau hat daS Rücken des Meffer»

wohl bemerkt und schwärmt weiter: „Und gespielt hat er, nei^ ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie — alle Andern in Grund und Boden!“ — „Nicht wahr? DaS sagte ich ja immer, ge­spielt hat er —" (Er rückt eine Hand breit weiter an der Wurst.) Die Frau: „Ra, ob! Solchen Ausdruck in der Stimme und dieses Talent, überhaupt habe ich noch keinen zweiten Schauspieler gesehen, der hn gleich käme.“ — Da» Meffer macht Riesenschtttte, und die Frau fährt in ihrem Lobe fort: Wiffen Sie, Herr Meister, daS ist mal sicher: Ihr Sohu muß mal an» Hoftheater kommen und wird dort Alle über­flügeln — o, er ist ein Genie!“ — Unzelmann-Vater preßt die Wurst an» Herz und sagt: „Mein Sohn ein Genie? — Da hier haben Sie die ganze Wurst, liebe Frau--" Ihr Zweck

war glänzend erreicht.

8iterariW>M.

Das LUien-Beitte. Ein Märchen von P. AmbroS Schupp. S. J. 2. Ausl. 140 6. kl. 80. Preis eleg. broschiert 1 M., eka. kartoniert 1 M. 20 Psg. Verlag der Bonifatius-Druckers Paderborn. Zu beziehen durch jede Buchhandlung.

Ein so herziges, inniges Büchlein, wie das vorliegende, dürfte seit langem der christlichen Jugend nicht geboten fein. Lilien-Beitle verliert die hehre Lilie der Unschuld, und damit fein Glück und seine Ruhe, weil er nicht auf die Stimme Wald­vögleins, des Schutzengels, gehört hat. Wohl gelingt es ihm die Lilie zurückzugewinnen, ober ach nur zu bald verliert er sie auf'S neue, um sie erst in schweren Kämpfen gegen den Riesen der Leidenschaft, den Spinnenkönig, die bösen Neigungen durch tiefe Reue und durch ein Büßerleben beim Waldbruder wieder- zuerlangen. Und noch einmal, zum letzten Male, tritt die Ver­suchung an ihn heran; jetzt muß er sich für immer entscheiden, ob Bettle wirklich ein Lilien-Veitle ist. Aber er siegt und be­wahrt die Reinigkeit des Herzens unversehrt bis ans Ende. — Die Allegorie ist äußerst ansprechend und die Sprache stellen­weis hochpoetisch. Wir können das Büchlein zum Ankauf als höchst empfehlenswetthe Gabe für den Weihnachtstisch nur bestens empfehlen. Für die reifere Jugend bestimmt, wird das „Lilien-Beitle" auch auf Erwachsene einen eigenartig reiz­vollen Eindruck machen. — Die Ausstattung des Büchleins ist eine sehr gute und der Preis demnach ein äußerst niedriger

§ Spät kommt er, aber er kommt doch, nämlich der Salev- der für den christlichen Arbeiter. Dieser Arbeiterkalender hat sich seit der kurzen Zeit seines Erscheinens bereits einen festen Stamm von Abnehmern, und zwar nicht nur unter den eigent­lichen „Arbeitern", erworben, welche der Ausgabe für 1894 mit Ungeduld entgegensahen, ein Zeichen, daß sie hochgehende Er­wartungen daran knüpften. Sie werden sich nicht getäuscht finden; das Sprüchwott: „Was lange währt, wird endlich gut," bewahr­heitet sich vielmehr bei unserem Kalender in der glänzendsten Weise. AIS besondere Vorzüge des neuen Kalenders heben wir hervor: außerordentliche Reichhaltigkeit, hervorragende Hebet« ichtlichkeit, sowie Anschaulichkeit und Klarheit der Darstellung. Erwähnen wir noch den glänzenden Bilderschmuck, wodurch der Kalender für den christlichen Arbeiter gerade diesmal besonders ich auszeichnet, so dürfen wir wohl der Ueberzeugung Ausdruck geben, daß der Kalender für 1894 zu der Schaar der alten noch eine große Zahl neuer Freunde sich erwerben wird. Der billige Preis (Aut 25 Pf.) ermöglicht die Anschaffung auch dem „kleinsten" Manne.

* Da nunmehr von der neuen Jugend - Zeitschrift „Stent der Jugend" nach Verausgabung eines Doppelheftes (5—6) da» erste Quartal vollständig vorliegt, nehmen wir Veranlassung, alle Eltern, insvesondere auch die Lehrpersonen, auf dieselbe aufmert» am zu machen. WaS die Zeitschrift in ihrem Programm ver- prochen hat, das hat sie auch gehalten: Schule und Leben be» Ähren, durchdringen und ergänzen sich. Mannigfache Artikel pornen den Leser in anziehender Form zur selbstständigen Ar­beit an. Leider sind unter den Schülern vielfach Blätter ver­breitet, welche durch abenteuerliche Geschichten und spannende Er­zählungen zur Lese sucht verleiten. Solche Lektüre ist oft genug >ie Ursache, daß daS Studium vernachlässigt wird. Deshalb, Eltern, gebet Acht, was eure Heranwachsenden Söhne und Töch­ter lesen Durch ein Abonnement aus „Siern der Jugend" könnte manche Weihnachtsfreude bereitet werden. Das erste Heft deS kommenden Quartals erscheint so frühzeittg, daß es auf den Weihnachtsttsch niedergelegt werden kann.