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mag er n uc de n Rest deS vergiftet en Trankes gihcdt lehr?"

Zufällig fiel in diesem Al-gknbliüe ihr Blick auf die Asche im Kamin.

Sofort fiel ihrs eire sirchte Stelle in derselben auf. brrlbir," sagte sie dorr, auf die Stelle hutab. „Titsir Tvktvr Hot offenbar die Urfache meiner plötzlichen Unwohlseins nicht errathen. Aber ich weiß es jetzt, und von nun an werde ich noch mehr als bis­her auf meiner Hut fein müffen. Wer mag dich nur dieser Mann sein, der nicht dar geringste Bedenken trug, mich ebenso wohl als auch Lucie zu tödten? Um jeden Preis muß ich eS wissen, und ich werde eS er­sah! en !*

Amanda begab sich wieder zni Bette.'

Wenige Augenblicke spül er erschien die Magd Madeleine in der Villa mit einem großen Gefäße voll Limonade, von welcher sir sogleich der Krankens ein GlaS eingoß, während sie diefelbe zugleich frug:

„Nun, Müdarne, jetzt geht'S>eelleich4Keffer, mcht wahr?*

„Bedeutend bester,* antwortete Amanda. „Morgen gedenke ich wieder vollständig hergestellt zu fem-*

„Wird Madame auch frühstücken?*

„Nein, der Arzt hat mir Diät anbefohlen.*

„Sie brauchen alfo fonst nichts?"

„Nein, nichts."

„Ich kann also gehen?"

„Gut, indeß sagen Sie mir noch, wie eS mit den Verwundeten geht, welche man gestern nach dem Elsen- bahnunfalle in Euer Hotel gebracht hat."

„Ah, eS geht ihnen nicht sonderlich gut."

„Er war auch ein junger Mann dabei, glaube ich." „Ja, Madame."

„Ist eS noch immer schlimm mit ihm?"

„Nein, er ist heute Nacht wieder zum Bewußtsein zurückgekehrt, und er hat heute Morgen schon wieder mit dem Arzte sprechen können; er hat aber eine tiefe Wunde am Kopfe."

„Er hat gesprochen — man weiß auch vielleicht, wer er ist?"

„Ja, Madame."

„Haben Sie seinen Namen nennen hören?"

„Er heißt Duchemin."

„Ich habe mich also nicht geirrt," dachte daS junge Mädchen bei sich, „er ist eS wirklich."

Dann sitzte sie laut hinzu:

„Vielleicht wird man iha zu seiner Familie bringen." „Ich glaube nicht, Madame." versetzte die Magd. „Der Herr Doktor hat meiner Wirthin gesagt, daß eS mindestens zehn oder vierzehn Tage dauern könne, ehe er sein Zimmer zu verlassen im Stande sein werde." „Der Aermste!"

Während Madeleine die Fragen Amanda'S beant- wartete, hatte sie den Tisch avgedrckt und daS Zimmer ein wenig in Ordnung gebracht.

„Ich kann j'tzi gehen, Madame, nicht wahr?"

„Gewiß, Sie können jetzt gehen. Wenn Sie wieder kommen, dann bringen Sie mir gefälligst etwas Schreib­zeug mit."

»Ja."

Die Magd ging.

Der junge Duchemin hatte in der Thot eine tiefe Wunde am Kopfe, und obwohl fein Zustand gerade teine Gefahr darbot, erheischte derselbe doch die größte Sorgfalt und Schonung.

Maa hatte ihn in einem gut gelüfteten Zimmer deS zweiten Stockes unterqebracht, und der Arzt besuchte ihn mehrere Male im Tage.

52.

' Nachdem Duchemin wieder zum Bewußtsün zurück- gekehrt war, hatte er zunächst ein Verhör Seitens des Stationsvorstehers und dem Polizeikommissar von Bo.S- le-Roi zu bestehen gehabt.

Der StaatSprokurator und ein Untersuchungsrichter sollten im Laufe der Vormittags eintreff en, um die Untersuchung weiter zu führen.

Ov.de Soliveau batte ein reichliches Frühstück ein­

genommen und kam dann zur Billa, um den Tag bei Amanda zuzubringen, die er dem äußere« Anschein gemäß mit der größten Aufmerksamkeit pflegte und be­diente.

Amanda hütete sich gleichfalls ihrerseits wohl, auch nur im Geringsten durchblicken zu laffen, daß sie be­züglich Ovide Verdacht geschöpft habe.

AIS die Magd wieder erschien, um die nöthigen Weisungen wegen deS Mahles einzuholen, brachte sie zugleich mit, was die junge Frau sich erbeten hatte, nämlich Tinte, Federn und Parier.

„ES scheint, daß Sie schreiben wollen", warf Ovide mit gleichgiltiger Miene hin.

„Ja, ich will an Madame Augustine schreiben."

„Ah — waS haben Sie ihr denn ' mitzutheilen, wenn man fragen darf."

„Ich wollte sie um dir Erlanbmß bitten, meinen Aufenthalt in Bois-le-Roi verlängern zu dürfen. Haben Sie vielleicht etwas dagegen einzuwenden?"

„N cht im Geringsten. Nur muß ich Ihnen mit* theilen, daß ich genöthigt sein werde, Sie einige Tage allein zu lassen.*

Amanda zitterte bei di m Gedanken, daß der Baron de Reiß möglicherweise nicht zurückkehren möchte und sie also seine Spur verlieren könne, wodurch er, wie sie befürchtete, für sie eine um fo größere Gefahr fein konnte, als er dann im Verborgenen gegen sie handeln werde.

„Mich allein laffen?" wiederholte sie alfo. „WeS- halb-denn?"

„Ich hab- zu HauS gesagt, daß ich Pa.iS auf eine Woche verlassen werde, und so würde mein ver­längerter Aufenthalt gewiß zu Hause eine große Unruhe verursachen."

„Können Sie nicht schreiben?"

„Nein."

„Weshalb denn nicht?"

„Einen Brief von Bois-le-Roi datiren, während man mich in Marseille glaubt, würde eine sehr große Dummheit von mir sein, die ich gewiß nicht begehen werde."

„Wenn eS so ist", sagte Amanda, dann wollen wir übermorgen abreisen."

„ES wäre besser, wenn Sie sich entschließen wollten, zwei Tage allein zu fein."

„Ich würde mich allzu sehr langweilen."

„Bah, zwei Tage find rasch vergangen."

„Amanda überlegte bei sich, daß schließlich der Baron in Paris ebenso gut als in BoiS-le-Roi ver­schwinden könne, falls er dies überhaupt beabsichtigte. Sie sagte also nach kurzem Besinnen:

„Sie haben Recht. Ich will schreiben. Ich will ein wenig ans stehen, das w,rd mich stärken, und wenn ich meinen Bries geschrieben habe, will ich einen kurzen Spaziergang im Garten macken."

Das junge Mädchen hüllte sich in einen Staub- mantel, warf einige Zeilen auf daS Papier und Über­gab den Brief verschlossen an Ovide.

„Wollen Sie so freundlich sein und diesen Brief in den Briefkasten werfen?" bat sie ihn.

„Gewiß, sogleich, ich werde in zehn Minuten wieder hier sein."

„Oh, Sie brauchen sich nicht zu beeilen, nehmen Sie sich. Zeit genug, ich will ein wenig im Garten lesen "

Ov.de ging.

Amanda begab sich in den Garten und ließ sich in einem kleinen Gartenhäuschen nieder, welches sich dicht an der Gartenmauer befand, welche die Villa von der Besitzung der Schwester des Doktor Richard trennte.

Sie fühlte indeß nicht die geringste Lust, zu lesen. Sie ließ ihr Buch auf den Schooß sinken und versank in eine tiefe Träumerei.

„Nein, nein," dachte sie, „er wird mir nicht ent­rinnen , und wenn er eS versuchte, so würde ich ihn schon wieser zu finden wissen. So bald ich die Ge­wißheit haben werde, daß er mich vergiften und Lucie

tödte« wollte, werde ich mich röchen und sollte auch meine Rache mich mit in den Abgrund ziehen!"

(Forts, folgt.)

vermischtes.

♦ Pogorzela (Pr. Posen), 26. Okt. Der Förster Densch der Herrschaft Szelejewo, dem Prinzen Schönburg-Waldenburg ge­hörig, ein 34jähriger Mann, ist gestern innerhalb seines Revier- von Wilddieben erschossen worden. Ueber die näheren Umstände erfährt das ,Posener Tagebl/ Folgendes: In dem an Der Grenze von Zalesie, Kr. Gopyn, gelegenen Theile der prinzlichen Waldungen sind in letzter Zeit wiederholt Schüsse ge­hört worden, die auf Wilddiebe schließen ließen Densch erhielt demgemäß den Auftrag, jenen Forsttheil besonders im Auge zu halten und hat auch bereits am 19., 20. und 21. d. M. Patrouillen unternommen. Am gestrigen Tage nun begab sich Densch wiederum um 3 Uhr Morgens, und zwar allein, in sein Revier. Dort muß er dann mit Wilddieben zusammengetroffen sein. Seine Leiche wurde von seiner Ehefrau und dem Inspektor des benachbarten Vorwerkes am Nachmittage in einem fast.'.undurchdringlichen Ge­strüpp aufgefunden. Den Anzeichen nach hat Densch die Wild­diebe auf frischer That betroffen, ist mit denselben in Kampf ge- rathen und.fchließlich von einem Schrotschuß an der linken Hand und von einem zweiten Schüsse am Kopse getroffen worden. Die weiteren Verletzungen — der linke Arm und das Schulterblatt sind gebrochen — lassen darauf schließen, daß Densch, nachdem er verwundet zusammengesuvken war, erschlagen worden ist. Von dem. Thäter fehlt jede Spur. Densch hinterläßt seine Frau und vier Kinder. Die Gerichts-Kommission ist heute am That- orte eingetroffen. — Wie soeben nach der ,Vos. Ztg/ verlautet, sind die Thäter in Mühlenpächter T. und einem Ackerwirth, Beide auS Szelejewo, ermittelt und dingfest gemacht worden. T. soll durch einen Schrotschuß des Densch an der Hand ver­wundet worden sein und dürste dieser Umstand seine Betheiligung an dem Morde verratben haben.

(Sonderbare Entschuldigung). (Die Tochter der Frau Hofräthin trägt eine Sonate vor, spielt dieselbe aber sehr mi­serabel.) „Golt, das arme Kind!" wendet sich die Mutter an ihre Gäste; „das Klavier ist gestern neu gestimmt worden, und nun kennt sich da« arme Mädchen nicht mehr d'rauf auS!"

(Weiblicher Scharfblick.) — Tochter: „Du magst sagen, was Du willst,' Mutter, der Georg liebt mich nicht mehr." Mutter: „Aber Kind, wie kommst Du aus den närrischen Ein­fall?" Tochteri „Wenn er mich nach Hause .begleitet, so geht er immer den kürzesten Weg mit mir."

(Auch eine Motiviruug) — Mutter: „Daß Du aber dem Herrn Nolldorf gar keine Aufmerksamkeit schenkst?" Toch­ter: „Aber Mama, was soll ich für Umstände machen ? Es ist ja doch ausgemacht, daß wir uns heirathen."

(Im Wein liegt Wahrheit.) Gastgeber (Vater mehrerer heiratslustiger Töchter): „Ah, da kommt der Burgunder, meine Herrschaften! Diesen Wein habe ich schon feit — Johann, wie lange liegt der Burgunder schon in unserem Keller?" — Jo­hann: „Den haben wir gerade drei Tage, nachdem Fräulein Susanns zur Welt kam, vom Herrn Großpapa erhalten: Es sind einundreißig Jahre!"

(Uebereinstnumung.) A. Nun, wie gefällt Ihnen das Theaterstück? — B. gähnt. — A.: Sehen Sie, dasselbe wollte ich Ihnen auch sagen!"

(Borgegriffen.) —'Herr: „Die Damen singen'ja wie die Nacht . . ." Mutter (der singenden Damen): „Wie die Nachti­gallen ?" Herr: Wie die Nachtwächter.

(Sächsische Gemüthlichkeit.) Wirth (zum letzten Gast): „Mei lutestes Herrche, wollen Se sich gefälligst Ihren Baletot anzieben, ich will Se nämlich nu 'rauSwerfen."

* Bedenkliches Symptom. Ein Maurer wird auf dem Bau­platz irrsinnig. Als der Arzt erscheint, fragt dieser die Kollegen des Maurers, wie sich die Krankheü zuerst geäußert habe. „Er hat noch nach Zwölfe gearbeitet," entgegnete einer derselben, „und das ist uns Allen ausgefallen!"

* Kathederblüthe. Professor (in einem populären Vortrag); „Ja, es ist so, meine Herrschaften! Mag auch das Auge des Laien darüber noch so bedenklich den Kopf schütteln!"

♦ Biel verlangt. Herr: „Haben Sie vielleicht Pflanzen mit Insekten darauf?" — Gärtner: „Nein, bedaure, die habe ich nicht!" — Herr: „Schade, die hätte ich gern gekauft, — meine Frau läßt mich nämlich nur rauchen, wenn auf den Blumen Insekten sind!"

♦ Einer ziemlich weit verbreiteten Ansicht gibt! die ,Mil- waukee-Abendpost^ durch folgende zeitgemäße Satire Ausdruck:

Sag mir doch, Mirza, du Weiser, wer versteht wohl am besten die Biere zu brauen?

„Das thut der Brauer."

Wer am besten den Acker zu bauen?

„Das thut der Bauer."

Wer am besten Soldaten zu führen?

„Der Herr Offizier."

Wer am besten den Bart rasieren?

„Gewiß der Barbier."

Wer am besten eine Zeitung leiten ?

„Darüber läßt sich am wenigsten streiten: Jeder Grünschnabel, jeder Backfisch, Jeder Schreihalz am Biertisch, Jeder einaebildete Wicht, Nur der Redakteur nicht!"

Rademanns

Kindermehl

T

Zeugniss !

. Mit Ihrem Mehl habe ich in letzter Zeit viele Versuche äugt- stellt und ei verwandt: 1) aB Zusatz zu Milch für Säuglinge; 2) als alleiniaesMaterialzurHer» ftellnng von Suppen für größere Sinder. Mit den Erfolgen bin ich fo gut zufrieden, daß ich die Zugabe von ErieSwafserfuppe zur Sänglinasmilch jetzt ganz durch Ihre Hasermehlfuppe ersetze und bei Darmkatariheu größerer Sin­der von Getreidemehlsnppe nur noch Ihre Hafermehlsuppe ver­wende. Hochachtungsvollst Ihr ergebenster gez. Uffelmann, Prof, n. Direktor d. Hhgien. Instituts.

»0stock, 18. April 1892.

Rademanns Kindermehl ist in allen Apotheken, Drognerren u. Eolonialwaarenhandlungen zum Preise von M. 1.20 per Büchse * zu haben.

Hütet Mst mi Winter 1893. Hüte! Das Eintreffen siimmtlicher Neuheiten in

Pilz, DaHMßclioii & Kleiderstoffen

beehrt sich ergebenfi anzuzeigen

Weinberg-Stern,

„zum billigen Laden", «eben der Post, tiarnirte Hüte von l*/2 Mk. an, Damen- Regenmäntel m t K agen van 9 Mk. an Damen-Winter- Ja quettes von 6 Mk. an, Halbwoll. Kleiderstoffe, Meter von 50 Ps. an, Reinwoll. Kleiderstoffe, Meter van 80 Ps. an. [2392

Mäntel!_________Jaquetttesi_______ Mäntel!

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Der ^Direktor: Fuest.

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