Beilage zu Nr. 251 der »Fuldaer Zeitung".
Mittwoch, den 1. November 1893.
Endlich entlarvt!
Roman von R. von Wollersheim.
(156. Fortsetzung.)
51.
Lucian begab sich nach der Schriftgießerei in der Rue Vari». Der Maler ging nach Hause und schloß sich hier in ein kleines Gemach ein, welches ihm als Bibliothek und ArbeitSkabinet diente.
Er öffnete seinen Geldschrank und nahm ein Packet Papiere auS demselben hervor, dessen Umschlag die Aufschrift trug: „Georg Portier 1861". Der Umschlag war nicht verschlossen.
Ein zweites mit einem Umschläge versehenes und schwarzversiegeltes Schreiben, sowie verschiedene Blätter, auf welchem allerlei Notizen verzeichnet waren, befanden sich in demselben.
Der Künstler vertiefte sich in die Lektüre dieser Notizen. Ein Theil desselben schien wohl ausschließlich Jakob Garand zu betreffen, während in einem andern Theile der Name Paul Harmant häufig wiederkehrte.
Weshalb mochte wchl der ehemalige Vormund Georg Darier'- sich gleichsam ein Archiv angelegt haben über Alles, war sich auf diese beiden anscheinend von einander durchaus verschiedenen Persönlichkeiten bezog?
Wir werden es später erfahren.
Dort kniet vor einfachem Holzkceuze auf dem frischen Grabes- Hügel die gebückte und gramgebeugte Gestalt eines alten Mütterchens. Leise stöhnt sie auf und wie im Fieberschauer zuckt es durch ihre alten Glieder. Da haben sie ihn vor wenigen Tagen hingebettet, den einzigen Sohn, den Trost ihrer alten Tage, für den sie sich geplagt und gehärmt und dem sie Alles geopfert, um ihn einmal in der Welt geachtet und geehrt dastehen zu sehen. Und nun; er träumt, noch so jung an Jahren, jetzt schon in der kalten Erde seinen letzten Traum, und trüb und gar so ttaurig starren ihr die Tage der Zukunft entgegen. „O, läge sie doch an seiner Statt da unter dem welken Rasen!" Leise schluchzt sie und nach lang' verhaltenem übergroßem Schmerze lösen sich die lindernden Thränen IoS und träufeln auf das Oellämpchen, das sie mit ihrem letzten Kreuzer sich erstanden; noch einmal flackert es hell auf, um dann beim ersten Windstoße zu erlöschen.
Die alten Bäume des Friedhofes, sie rauschen so seltsam und wie leises Flüstern dringt es aus den Cypressen-Zweigen Die Lichter erlöschen eins nach dem andern und dunkle Nacht senkt ihre weiten Fittiche über den weiten Raum. Da klingt vom Thurme der Todtenkapelle so leise daS Glöcklein und zitternd verhallen seine Klänge in der stillen Nacht. Da drängt es sich von den Gräbern und Alle eilen sie dem kleinen Kirchlein zu, um dort den ergreifenden Worten des Priesters zu lauschen, der da spricht von Tod und Sterben, von Auserstehen und Wiedersehen. Ja, von Wiedersehen und Auferstehen! Wie ein Zauberwort dringt es in's Herz. Mag es auch noch einige Jahre dauern, einst wird kommen der Tag, wo wir wieder mit ihnen vereinigt sein werden auf immer und ewig in frohem Glück und ewigevhimmlischer Seligkeit. Die letzten Worte ideS Priesters verhallen, noch ein stilles Gebet, und die sie Alle so traurig und betrübt hierhergezogen, sie gehen von dannen, getröstet und des Wiedersehens Hoffnung im Herzen. Die Lichter sind alle eins nach dem andern erloschen und still und ruhig liegt wieder der weite Friedhof da. Droben bricht der Mond aus den dunklen Wolken und da und dort glänzt ein Stern über der nächtlichen Welt, durch die Wipfel der alten Bäume aus dem Friedhöfe aber zieht es wie Geisterstimmen und leise klingt es wieder aus den Trauerweiden:
„Et resurrectionem mortuorum, Et vitam Venturi saeculi. Amen.“
Allerseelen.
Eine Skizze von O. W.
(Nachdruck verboten.)
Der Herbst ist deS Sterbens Zeit. Alles muß dahinstnken und verwelket, Gras und Kräuter, Blum' und Blätter. Es zieht durch die ganze Natur jener Hauch der Schwermuth, entsprungen dem Bewußtsein, daß alles Schöne und Herrliche einmal zu Grunde gehen mutz, sei es früh oder spät. Jener Gedanke, er ist es auch, den die grötzten Dichter und Denker aller Zeiten und aller Völker so klar und tief erkannt und der so mancher ihrer Schöpfungen den Stempel der Unsterblichkeit aufgedrückt hat. Die christliche Kirche nun, die von jeher ein so tiefes Verständniß des Bolksgeistes gezeigt, hat auch stets, so viel in ihren Kräften stand, durch unmittelbare Natürlichkeit auf den Sinn und das Gemüth der Menschen einzuwirken gesucht und hat ihre Fest- und Gedenktage so gelegt, daß der jedesmalige zum Ausdruck gelangende Charakter des Tages auch harmonirt mit den äußeren Erscheinungen der Natur. — Oder glaubt man etwa, es sei einerlei, ob man einen Tag im lachenden Maien, wenn die Bäume lustig grünen und blühen, die Quellen rauschen und der Vögel süße Weise von Glück und Lust allüberall erklingt, begehen würde zum Angedenken irgend eines Faktums, oder ob man diesen Tag feiern würde in einer Zeit, wo draußen in Wald und Feld Alles öd' und leer steht, kein liebes Lied mehr das Herz erfreut, die fahlen Blätter so monoton zur Erde rieseln und feuchtkalte Nebelschauer abwcchseln mit rauhen Stürmen! Nein, gewiß nicht, und ein Jeder wird einsehen, daß es von hoher Kenntniß der menschlichen Seele zeugt, wenn uns die Kirche einen Tag, der dem Andenken Derer geweiht ist, die da draußen unter grünem Rasen schlummern, in der Zeit des Spätherbstes begehen läßt, in einer Zeit also, die an und für sich schon so sehr geeignet ist, das Herz schwermüthigen Gedanken nachhängen und sich mit ernsten Dingen beschäftigen zu lassen. Wir meinen mit diesem Tage jenen, dem man den Namen „Allerseelen" in so poetischer Weise beigelegt hat.
„Allerseelentag!" Ein Wort von so tiefernstem Klange. Ja, aller Seelen Tag ist es heute, die sie da draußen vor dem Thore schlummernden letzten süßen Schlaf der Ewigkeit. Aller, nicht nur der Reichen unv Vornehmen wird heute gedacht, nein, an dem prunklosen Hügel des Armen steht heute die Liebe ebenso trauernd, wie an dem herrlich geschmückten Grabe des Millionär?. Und welche ernste Sprache predigen uns nicht diese stummen Hügel! »Memento esse puiverem, et in pulverem reverterio« sagt die katholische Kirche am Aschermittwoch; heute, am Allerseelentage, haben wir die beste Gelegenheit, uns diese Wahrheit zu Gemüthe zu führen. Da liegen sie die Reihen entlang, die sie alle einst ebenso gelacht und geweint, die sie einstmals ebenso gehaßt und geliebt wie wir, und auch wir werden einstenS so den letzten Traum träumen gerade wie sie, und auch zu unseren Gräbern wird man so wallen, wie wir es heute zu den ihrigen thun. Kurze Zeit ist erst verstrichen, ein kleines Jährchen kaum vergangen, da standen noch viele von ihnen, die jetzt die kühle Erde deckt, auch heute hier und auch sie haben vielleicht dasselbe gedacht, was jetzt unser Herz durchzieht und wie viel würden sie vielleicht darum geben, hätten sie diesen Gedanken besser Gehör geschenkt! Wie jach ist er verflogen der kurze Traum, den sie geträumt von Glück und Liebe und wie unerbittlich heimste der Schnitter der Ewigkeit die Ernte ein l O, es ist sehr fruchtbar für unser religiöses Leben, so eine Stunde an den Gräbern zu stehen und ernstlich über unsere eigentliche Lebensaufgabe nachzudenken!
„Es blüht und funkelt heut' auf jedem Grabe, Ein Tag im Jahre ist den Todten frei"
So singt der Dichter vom heutigen Tage und wahrlich, wenn je ein Brauch poetisch war und so recht zum Herzen sprach, so ist es die schöne Sitte auf Allerseelen, die Gräber der Verstorbenen zu schmücken und Grab und Kreuz in hellem Lichte erstrahlen zu lassen.
Des Sommers letzte Blumen, Reseda und die buntfarbigen Astern, sie müssen dazu dienen, die theuren Stätten zu schmücken und in Kränze gewunden, sich um Kreuz und Stein zu schlingen. Das Grab des Reichen, dessen Gebeine Marmor und Erz umhüllen und über dessen todtem Leibe sich stolz und prächtig auf karrarischem Sockel das Kreuz mit den funkelnden Worten erhebt, wie strahlt und funkelt es im Lichterglanze, Rosen und Immortellen, theuer erkauft, wie sie den Grabhügel zieren und in üppiger Schönheit sich an dem Kreuze emporranken! Dort auf des Armen Grabe sind eS zwar nur einige werthlose Astern und halbvcrwelkte Kränze, die dasselbe zieren und nur eine schlechte Wachskerze oder gar ein Oellämpchen flackert so ttaurig in der Nacht, aber hier wie dort haben Liebe, so viel in der Angehörigen Kräften stand, und treue Anhänglichkeit an die lieben Verstorbenen mitgewirkt, diesen theuren Ort zu schmücken. Arm und Reich, Jung und Alt, Hoch und Niedrig strömen hin und her auf dem Friedhöfe, sobald die Dunkelheit sich herabgesenkt auf diese sonst so stillen Räume. Die Stadt der Lebenden, sie ist heute hinausgezogen zur stillen Todtenstadt. Bon Grab zu Grab eilen sie hin, hier und da länger verweilend, dort einen schnellen Blick hinwerfend und da wiederum in Gedanken die theuren Namen, die so hell im Lichterscheine funkeln, wieder und wieder zu lesen.
Trüb und traurig ziehen die schwarzen Regenwolken droben am Himmel hin, die Trauerweiden werfen im flackernden Lichterscheine ihre gespenstische Schatten, die hin- und herwogende Menge, die nur leise geflüsterten Worte, die tiefe Stille, nur da und dort unterbrochen durch leises Schluchzen und stilles Weinen, es ist ein ergreifendes Bild.
Da steht vor hohem Marmorstein eine schöne bleiche Dame, in dunkle Trauergewänder gehüllt und gar so traurig und schmerz verloren auf den Stein. Dort stehen Vater und Mutter, den Schnee des Alters in den Haaren, und verstohlen schleicht sich ihnen die Thräne in'S Auge. Da ruht es, ihr einzig geliebtes Kind, und durch eigene Schuld mußte es so früh sterben, o es ist ein herber Schmerz, der ihnen noch heute durch'S Herz zuckt, und doch find schon lange Jahre darüber hingerauscht. Dort steht die Mutter mit ihren kleinen Lieblingen an der Hand am Grabe des theuren Gatten. Im Vorjahre standen sie noch zusammen am Grabe der theuren Eltern, und heute tst er nun auch schon jenen nach hinabgefahren in jenes Land, aus dem Keiner mehr kehrte! Heiße Thränen rinnen chr über bte Wangen und durch der Mutter Leid bewegt fangen die Kleinen ebenfalls an zu weinen und schmiegen sich so surchsam und wie Schutz uchend an dieselbe. Da steht der Freund vor dem Orte, unter dem ihm der Jugendgespicle und treue Gefährte ruht. Nur wenige Jahre sind es, da sie von einander mit der Hoffnung auf fröhliches Wiedersehen Abschied nahmen undfroh und frei zur Fremde zogen. Ja, Wiedersehen steht auch da auf dem großen weißen Stein, allein wie anders, als er sich gedacht! Wie gebrochen steht der starke Mann, dem die Sonne der Fremde d,e Wange gebräunt und er schämt sich nicht der Thränen, die ihm leise in den blonden Bart rollen.
Nachdem Amanda sich von dem Zustande, m welchen sie der kanadische Liqueur versetzt hatte, wieder einigermaßen erholt hatte, srug sie sich, was denn eigentlich vorgegangen sei, und auS welchem Grunde sie sich so kraft- und energielos und wie an allen Gliedern gebrochen fühle, wie wenn sie soeben eine langwierige Krankheit überstanden habe. Sie wollte eben den Angeblichen Baron Arnold deS Reiß darüber befragen, welcher ihr gegenüber stand, als eS draußen heftig klingelte.
„ES ist jedenfalls der Arzt", meinte Ovide, „ich will öffnen". Er verließ da! Zimmer.
„Der Arzt!" wiederholte Amanda, während sie nachgrübelte. „DaS kann nur für mich sein. Was mag nur geschehen sein? ES ist mir so schwer im Kopfe, und eS brennt mir in der Brust. WaS ist nur mit mir vorgegangen?"
Ovide kam in Begleitung deS Doktors Richard wieder herein. Amanda erkannte auf den ersten Blick den Arzt wieder, welchen sie am Bahnhofe bei Duche- min gesehen hatte.
„Nun, Madame", frug der Arzt, „wie befinden Sie sich heute Morgen?"
„Bin ich denn krank gewesen?" frug Amanda.
„Sie'haben einen sehr heftigen Nervenanfall überstanden. Glücklicher Weise habe ich ihn bezwungen, und ich kann zu meiner größten Befriedigung nur sagen, daß Ihr Befinden ein durchaus zuftieden- stellendes ist."
„Ich fühle noch immer eine sehr große Müdigkeit, und eS ist mir, als ob alle meine Nerven und Muskeln wie zerschlagen wären. Woher mag dieser nur kommen?" t
„@8 ist nur die natürliche Folge der Krise. Sie können vollständig ohne Besorgviß sein, ein Tag Ruhe
und vollständige Diät und morgen werden Sie sich wieder frisch und munter befinden. Alle? wird dann verschwunden sein."
„Ich habe einen glühenden Durst."
„Wenn Sie eine leichte Limonade nehmen, so können Sie denselben stillen."
„Aber auf welche Weise und aus welcher Veranlassung ist diese Krise gekommen, deren ich mich gar nicht entsinnen kann?"
„Der Herr da kann Ihnen in diesem Punkte bessere Auskunft geben als ich," sagte der Doktor indem er auf Ovide deutete. „Ich habe die Krisis nicht in ihrem Beginne gesehen und kam erst, als sich beunruhigende Anzeichen zeigten."
„Nach dem Mahle haben Sie mit einem Male einen Nervenanfall gehabt, ohne daß anscheinend irgend eine besondere Veranlassung vorhanden gewesen wäre," sagte jetzt Ovide, „Sie schienen sehr unwohl zu fein, wenigstens nach Ihrem Gestöhne und Ihrem Schreien zu urtheilen. Sie krümmten sich wie ein Wurm."
„Sonderbar, sonderbar," murmelte das junge Mädchen. Ich habe nie so etwas gehabt."
„Sie brauchen sich den Kopf nicht zu zerbrechen, und den Versuch anzustellen, sich zu erinnern und zu begreifen," bemerkte der Doktor. „Ich wiederhole eS Ihnen, jede Gefahr ist verschwunden, und ich bin jetzt vollständig überflüssig. Ich habe also die Ehre, mich Ihnen zn empfehlen, Madame."
Ovide geleitete den Doktor bis an die Thüre. Der letztere sagte, als er sich verabschiedete, zu ihm:
„Hüten Sie sich, mein bester Herr, dieser Frau eine zweite so starke Dosis von diesem kanadischen Liqueur zu geben. Sie werden sie sonst tödten. Sie haben jedenfalls, um sie zum Sprechen zu bringen, Gründe gehabt, welche mich nicht angehen, aber welche Gründe Sie auch haben mögen, Sie haben immerhin eine Handlung begangen, welche nicht ganz ohne Bedenken ist."
„Selbstredend werbe ich mich hüten," antwortete Ovide etwas kleinlaut. „Es bleibt mir noch übrig, Sie um Angabe Ihres Honorars zu bitten."
Der Arzt lehnte er indeß ab, irgend -eine Zahlung anzunehmen, und entfernte sich.
„Ich habe in der That Glück gehabt, daß sie mir nicht gestorben ist!" dachte Ooide. „Der Mann würde jedenfalls mit mir nicht gespaßt haben."
Er lehrte in das Zimmer Amanda's zurück.
„Nun, Baron," sagte daS junge Mädchen zu ihm, „wir'sind jetzt allein, sprechen Sie frei und offen mir gegenüber. WaS ist gestern zwischen unS vorgefallen? Welcher Veranlassung schreiben Sie meinen Nervenanfall zu?"
„Ich habe Ihnen soeben die reine Wahrheit gesagt, meine Theure," antwortete Ovide, „ich wußte Ihnen wirklich nicht mehr zu sagen, als Sie bereits wissen. Ihr plötzliches Unwohlsein war meines Wissens durch nichts begründet. In der größten Bestürzung bin ich hinausgeeilt, um einen Arzt zu holen und habe Denjenigen angetroffen, welchen Sie soeben gesehen haben."
Amanda ließ daS Haupt auf daS Kiffen sinken.
„Sie müssen Diät halten," fuhr Ovide fort. „Ich werde also allein frühstücken und werde Madeleine mit der vom Arzte verordneten Limonade schicken."
„Gut, schicken Sie Madeleine zu mir."
Ovide ging hinaus.
Das junge Mädchen sah ihm bis zur Thüre nach, unwillig die Augenbrauen in die Höhe ziehend.
„Nein . . ., nein," murmelte sie dann, natürlich ist die ganze Geschichte nicht wahr: je mehr ich die Sache überdenke, desto verdächtiger däucht sie mir . . . Ich bin sehr krank gewesen ... ich habe eine Krisis überstanden, welcher ich ebenso wohl hätte erliegen können."
Sie schauderte bei dem Gedanken an den Tod zusammen und fuhr dann fort:
„Und ich erinnere mich an nichts. — Ach, doch, doch! Ich hatte eben meinen Kaffee und zwei Gläser Chartreuse getrunken. Plötzlich wurde eS mir ganz uehelig vor den Augen, ich sah nicht? mehr und hörte nichts mehr. Wenn dieser Schurke von Baron mich etwa hätte vergiften wollen?"
Kaum war ihr dieser Gedanke gekommen, als sie, ohne an ihre Schwäche zu denken, aus dem Bette sprang, auf den Tisch zueilte, welcher noch nicht abgetragen war, und die Chartreuse-Flasche nahm und untersuchte. Sie war leer.
„Aber ich habe doch nicht aller getrunken," sagte das junge Mädchen fast mit lauter Stimme. „Ich erinnere mich, daß noch wenigstens zwei oder drei Gläser in der Flasche waren. Der Elende hat daS Gift jedenfalls in die Chartreuse gegossen und hat dann den Rest deS Gemisches, durch welchen man sein Verbrechen hätte entdecken können, beseitigt! Wie sehr hatte ich Recht, ihm nicht zu trauen! Der Elende hat wahrgenommen, daß ich ihn zum Theil durchschaute. Er wollte sich meiner entledigen, daS war sehr einfach und praktisch.