Zeitung
ige hier in der Gegend auf«
zuhalten?"
„Nur für einige Tage. Ich bin hierher gekommen, um eine leidende Schwester zu besuchen und benutze zugleich meinen Aufenthalt hier, um wich etwas ans* zuruhen. Emer meiner Kollege» in Daris war fo freundlich, mich zu vertreten."
„Dann können wir jeden Tag, so lange Sie bin verweilen, uns besuchen, nicht wahr? Wir könnm
Endlich entlarvt!
Roman von R. von Wollersheim.
(150. Krrtietznna.)
„Auf dem nämlichen Schiffe," fuhr der Arzt fort, „harre ich Belegenheit, mit eine« Kanadier zu sprechen, welcher mich mit dem sonderbarste» Gegenstände bekannt gemacht hat, den ich in den 6 Jahren meines Aufenthaltes in Amerika, wohin ich mich Studien halber begeben hatte, kennen gelernt habe."
„Und was war dies?"
„Ich glaubte, Sie müßten dies kennen, da Sie beinahe 20 Jahre da drüben gewesen find."
„Ich weiß nicht..." '
„Er handelt sich um eine Müssigkeit, welche die Indianer den „gesprächigen" Liqueur nennen und der ungefähr mit dem Java*L qu-nr gleichwerthig ist, den man durchZusatz vmPohon upaS gewinnt, indeßohne befiett Eigenschaft oder jedenfalls mit bedeutend verringerter Dosis."
„Ja, ja, ich kenne diesen Liquenr", vcrsttzte der Polizei - Agent a. D. Rene Bost, „ich habe von diesem Liqueur gehört, welcher den verschwiegenen Menschen die Zunge löst. Ich glaube indeß, daß ferne wunderbare Wirkungen nur in den Schauspielen vorkommen."
Erklärung.
Mit dem ,Fuldaer Tageblatt' unterhält die Centrumspartei des Regierungs-Bezirks Kassel keinerlei Beziehung. Vom Central-Ausschuß wird dasselbe vollständig ignorirt. Im,Fuldaer Tageblatt' publicirte Wahlaufrufe, Ankündigungen von solchen und viele das Centrum betreffende Artikel sind aus Centrumsblättern abgedruckt. Leider wird dadurch bei unkundigen Lesern die Meinung erweckt, als sei das ,Fuldaer Tageblatt ein Organ des Centrums. Man bewahre sich vor Täuschung. Das einzige im Regierungsbezirk Kassel und in der Diözese Fulda täglich erscheinende Centtumsorgan ist die Fuldaer Zeitung'. Unsere Gesinnungssreunde wollen diese Erklärung gütigst beachten und im Interesse der Partei-Disciplin darnach handeln.
Die Redaktion der ,Fuldaer Zeitung'.
den Angaben unseres GkwährSmannes ist zu ersehen, i daß der Durchschnitts-Preis der Gerichte, welche auf i den Tisch des Arbeiters kommen, in Deutschland um ; 23 pCt., in Belgien um 47 vCt., m England um 50 vCt. und in Frankreich um 52 pCt. höher als in den Bereinigten Staaten ist. „ . • . r. ,
Da nun der amerikanische Arbeiter durschmttlich viel mehr für die Nahrung auSgeben kann und wirklich mehr ausgibt, io ist seine Ernährung eine viel bessere, als bei uns. Noch mehr aber tritt die bessere Lebenshaltung des amerikanischen Arbeiters vor dem euro- pä,scheu reso. dem deutschen hervor in der besseren Wohnung der amerikanischen. Diese beiden Umstände wirken aber gewiß vornehmlich mit, wenn der amerikanische Arbeiter nach den Angaben Gould's durchschnittlich viel weniger Schnaps trinkt, aber mehr Zeitungen und Bücher tauft, als der europäische. , . s
Der höhere Lohn des amerikanisch rn Arbeiters wird aber dem Fabrikanten fast ganz wieder ersetzt durch eine größere Arbeitsleistung. Man sieht das deutlich, wenn man die Löhne mit den Produktionskosten vergleicht. Während der durchschnittliche Lohn emrS Arbeiters der Stanqmeisen-Fabrikatiori in den Vereinigten Staaten 9,76 Mark, in England 5,00 Mark und m Belgien 2,56 Mark beträgt, belaufen sich die Produktionskosten für eine Tonne in den Bereinigten Staaten auf 129 76 Mark, in England auf 97,40, in Belgien auf 96,52 Mark. Das heißt: Während m England der tägliche Verdienst fast doppelt so hoch »st, als m Belgien, sind die Produktionskosten fast gleich hoch; während in den Bereinigten Staaten der tägliche Ber« dienst des Arbeiter« fast viermal so hoch ist als m Belgien, sind die Produktionskosten nur um etwa em ^WieÄr^früher sahen, sucht Brentano die Ursachen dieser Thatsache in den besseren technischen und kaufmännischen Einrichtungen und in einer besseren Ernährung. Gould erkennt die Berechtigung dieser Anschauung an, glaubt aber, daß der erstere Punkt keiner- wegS bn wichtigere sei. Er ist der Ueberzengung, daß die größere physische Stärke, daS Ergebmß besserer Nahrung, im Vereine mit überlegener Intelligenz und größerer Geschicklichkeit die Arbeiter in den Vereinigten Staaten leistungsfähiger machen. „Der Wille, sich eme bessere Lebenshaltung zu sichern, treibt ihn zu größeren Anstrengungen, und dies dient sowohl z»m Nutzen der Arbeitgebers, als auch zu dem de« Arbeiters. DaS Hauptverdienst en den höheren Löhnen in Amerika möchten wir weder dem Fabrikanten zusprechen, noch dem Zolltarife, — als vielmehr dem Arbeiter selbst, ber nickt für weniger Lohn arbeiten will, als der ihn in den Stand setzt, sich eine gute soziale Lebenshaltung zu verschaffe." Am Schluffe spricht Gouls ine Neber- zeugung aus, daß binnen kurzem die industrielle Welt- fnprematie auf diejenigen übergehe» wird, welche am meisten verdienen und am besten leben.
Damit stimmt überein, daß nach den Untersuchungen von Schulze-Gävernitz über den Großbetrieb die englische Baumwollenindustrie in ihrer Arbeitsleistung die aller anderen europäischen Länder weit übertrifft,
e-e Arbeitslohn und Arbeitsleistung.
Unlänast wurde darauf hingewiefen, daß ber Kampf so vieler Fabrikanten gegen eine Erweiterung der Ar- besterschutz-Gesetze und eine Steigerung der Lebmsbal« tunq unserer Arbeiter-Bevölkerung von der salschen Annahme ausgeht, daß eine Erhöhung der Löhne und Verkürzung der Arbeitszeit den Gewinn der Fabrikanten in gleichem Maße schmälern würde. Dagegen ist schon vielfach darauf hingewiesm und statistisch nachgewiesen worden, daß eine Erhöhung des Lohnes und Verkürzung der Arbeitszeit entweder ganz oder zum größtm Thefie wieder eingeholt wird durch eine größere Lei- stmlgrsähigkeit des Arbeiters. .
Sehr bezeichnend ist hierfür eine Abhandlung des Professors Gould in Baltimore über die Lage berarbei« lenden Klassen in den Haupt - Kulturländern. (Jahr, bücher für National - Oekonomie und Statistik. 1893. S. 161 ff) Hier zeigt sich, daß der amerikanische arbeitet duricknittlich viel mehr verdient als der eine« vüische. So ist z. B. der tägliche Lohn eines Bor- arbeitet« in der Bessemer Roheisen-Fabrikation in den Vereinigten Staaten durchschnittlich 10,36 Mk., in England 6,32 und in Belgien 4,52. Für die Schmelzet sind die Zahlen 8,16, 5,84 und 4.96, sür die Füllet 5,40, 3,76, 2,84. Die Gesammt-Emnahrne einer Familie, deren Ernährer in der Fabiikaiion von Stangen- Eisen beschäftigt ist, beträgt nach den Berechnungen Gould'« in einem Jahre in den Bereinigten Staaten 3136 Mk., in Großbritannien 2079, in Frankreich 1858, in Belgien 1437 und in Deutschland 1128. Sehnliche Unterschiede finden sich auch in anderen Zweigen.
Run ist in Deutschland die Meinung ganz allgemein verbreitet, daß in Amerika aber auch dem entsprechend die Preise für Lebensmittel, Wohnung und Kleidung nm io höher seien. Da« ist jedoch keineswegs io. Ans
„Darin, lieber Herr Bose, irren Sie."
„Meinen Sie?"
„Roch mehr al« Sie glauben; ich bin dessen ganz fieWl„ fabelt Sie denn die Probe gemacht?'
Iu wiederholt« Malen, und ich habe jebe« Mal den "gewünschten Erfolg gehabt."
„Dann will ich Ihnen glauben. Sie haben gewiß von Amerika noch mehrere wissenschaftliche Geheimnisse mit herübergebracht."
Ich habe dort mehrere Pflanzen kennen gelernt, welche bei unS in der Arzneiknnde nicht zugelassen find und dennoch ohne allen Zweifel schätzenSwetthe Eigen-
schäften besitzen." „
„Bringen Sie diese Pflanzen zur Anwendung?
„Gewiß, so oft ich Gelegenheit dazu finde, und
stets habe ich Erfolg gehabt." „ . .
„Gedenken Sie fich lange .
weil in England die Löhne gestiegen und dieArbeit«- zeit in dieser Industrie gefallen ist.__
Deutsches Reich.
Berlin, 23. Oktober.
dann zusammen von dem schönen Amerika mit einander sprechen."
„Ich verspreche e« Ihnen, Herr Bose."
Die beiden jungen Mädchen hatten fich erhoben, ebenso ihre Mutter.
„Großpapa", sagte die ältere, „ich glaube, daß e« Zeit ist, nach Hanse zu gehen, auch werden wir sogleich speisen müssen."
Auch ist Ihnen die Abendkühle de« Walde« nicht zuträglich", fügte der Arzt bei. „Ich * Ihnen also, Ihre Wohnung wieder aufzusuchen.
Gut, Doktor, geben Sie mir eben gefälligst Ihre Hand, ich bin nicht mehr so flink wie früher."
Der Arrt half dem Greise beim Aufstehen und bot ihm bX feSn Arm an’welchen Reue Bose an- ^Dann schritten die fünf Personen auf Boi«-le»
P-Ni-i----' «■ ®- b-w°d»'° *1“«“ am Eingänge des Dorfes am Ufer der Seine^ An ber Thür dieses angelangt, verabschiedete sich der Arzt von dem Achtzigjährigen und seiner Begleüung imd entfernte sich. Er verfolgte den am. Uf« der„Seme hinlaufenden Weg und kam an dem Hotel JägerSrnhe vorbei.
* Der Geburtstag der Kaiserin ist gestern tm Neuen PalaiS festlich begangen worden. Der Kaiser hatte selbst persönlich die Vorbereitungen dazu geleitet, insbesondere auch den Aufbau ber Geschenke. Von nah und fern liefen Glückwunschschreiben und Telegrawme, sowie prachtvolle Blumenspenden in reich» Fülle em.
* Die Vorbereitungen für die preußischen Land« taaswahle» werden jetzt mit Eifer betrieben. Die Cemrums - Partei in Schlesien und Westfalen hat besondere Wahl-Aufrufe erlassen, die fich dem Aufrufe der Fraktion anschließen. Im Allgemeinen geht in der Partei Alles friedlich ab. MeinungS-Berschiedenheitm über die Kandidaten in zwei westfälischen Wahl- kreism schlagen wir nicht allzu hoch an. Bedenklich sieht e« dagegen dort aus, wo polnische und deutsche Katholiken zusammen wohnen. Durch die Schuld beider Theile hat sich da mit der Zeit em Gegensatz heraus« gebildet, der auf polnischer Seite zu sehrhätzlichen Erscheinungen geführt hat. Agitatoren zweifechaften Charakters haben sich der Mißstimmung der Bevölkerung ru bemächtigen gesucht und beuten sie nun a«S zur Untergrabung der kirchlichen Autorität und zur Verhetzung der Rationalitäten. Wenn man von groß- polnischer Agitation spricht, so wollen wir dahingestellt sein lassen, ob daS nicht zum guten Theil auch ein bloßes Schlagwort ist. Wenigstens haben wir m der polnischen Presse Oberschlesiens nichts „Groß- polnische«" gefunden; man spricht stets nur davon, daß man öie Rechte des Volkes auf seme Sprache schützen wolle also daffelbe, wa« das Zentrum immer gtthan hat. Aber diese neuen Volk-freunde regen die Leiden- f Saft en derart auf, daß die Gefahr besteht die Bevölkerung, die ihnen folgt, werde bald ihre Pflicht gegen die geistliche und welttiche Autorität ganz au« dem Auge lassen. In Schlesien fit die Sage für daS Centrum durch den Zwiespalt der Parte, gegenüber der Militär Vorlage wesenttich verschlimmert worden. Dreister al« dort aber treiben e« die Agitatoren, barunter so- gar Geistliche, in Ost- und Westpreußen. Der hoch«. Bischof von Ermland hat sich genöthrgt gesehen, tn in einem Erlaß vor dm „hinterlistigen und schamlosen Verleumdern", den „von weit hergekommenen Endlingen de« Umsturzes" eindringlichst zu warum. Wenn ein Bischof sich zu einer derartig scharfen Sprache ge- zwangen sieht, so kann man fich em Bild davon machen, wie arg die Hetzer eL treiben muffen. Dort spielt auch allem Anscheine nach ber rufsischeRubelemeRolle. Ein Großpolen" wird eS nun freilich mit ruMscher Hilfe' schwerlich geben aber die kirchliche Treue kann der Rubel zerstören helfen. Dem Redattmr der,Gazeta OlSzlynSka' (Allmsteiner Zeitung) ist öffentlich borge- worfen worben, daß fein Blatt nur mit Hilfe de« ruf ft« schm Rubels sein Dasein sriste, ohne daß er aus diese Anklage etwa« ermiebert hat. Der polnische Pfarrer