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Sonntag, den 17. September 1893. 20. Jahrgang
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DerDolKsveretn für das kathol. Deutschland.
Rede des Abgeordneten Dr. Lieber auf der General- Versammlung des BolksvereinS in Würzburg
am 29. August 1893.
«Ein Verein, der in kurzer Zeit daS geleistet hat, wie der VolkS- verein, braucht sich eigentlich nicht mehr empfehlen zu lassen. Heute spricht der Volksverein mit unwiderstehlicher Üeberzeugungs- kraft zu Allen, die noch nicht zu ihm gehören. (Bravo!) Was der Verein will, ist so klar, so einfach, daß darüber kaum mehr ein Wort zu verlieren ist. Und doch wollte Gott, daß schon Alle von der Ueberzeugung durchdrungen wären, daß. der vom Volks- verein gewiesene soziale Weg der einzig gangbare ist. Der Verein soll den Umsturz bekämpfen und die Jrrthümer, auS denen der Umsturz neue Nahrung zieht. Wenn wir die Sozialdemo- kratte wirksam bekämpfen wollen, dann müssen wir den Liberalismus zunächst bekämpfen. (Lebhafter Beifall) Der Liberalismus schämt sich zwar seiner ungerathenen Sohnes. So bombenfest aber wie die Geschlechts-Register im alten Testamente steht der Satz: Der Liberalismus aber zeugte den Sozialismus. Wir schrecken nicht zurück vor der Forderung, daß die Staatsgewalt dafür Sorge zu tragen habe, daß nicht die von ihr bestellten und bezahlten Hochschullehrer ihre Fundamente selbst zerstören. (Lebh. Beifall.) Als Männer der praktischen Staats- und Gesellschafts- Ordnung müssen wir offen aussprechen: Staat und Gesellschaft bedürfen eines persönlichen Gottes, deS Glaubens an die llnsterb- lichkeit der Seele und an die Vergeltung nach dem Tode. (Lebh. Beifall.) In ihrem Herzenskämmerlein, in der Rumpelkammer ihrer Köpfe mögen die Herren denken, was sie wollen, aber als Lehrer sind sie nicht berechttgt, die unsterbliche Seele, den persönlichen Gott in Zweifel zu ziehen. (Lebh. Zustimmung.) Herr Professor Schell hat gestern erzähll, daß auch in anderen als philosophischen und theologischen Fakultäten in dieser Hinsicht ge« wirthschaftet wird. Auch in meiner Universitätszeit habe ich der- arttge Dinge erlebt. Heute noch erinnere ich mich mit tiefstem Bedauern der Worte, mit denen Windscheidt in München uns aus seiner Pandekten-Vorlesung entließ: Und nun pflegen Sie das Recht weiter, aber pflegen Sie es in dem Bewußtsein, daß es kein Recht über Ihnen gibt, sondern daß daS einzige Recht, welches wahren Bestand hat, das Recht in Ihrer Brust ist. (Pfuirufe.) Und daS habe ich in Heidelberg bei meinem späteren Kollegen im Reichstag, Robert Most, von dem ich mich in die Tiefen der Politik einführen ließ! Als der Herr auf die Säku- larisattonen kam, wußte er weiter nichts zu sagen, als, sie seien zwar vom Standpunkte des bürgerlichen Rechtes aus aber nicht glänzend zu vertheidigen, allein die Kirche sei zu allen Zeiten ein guter Schwamm gewesen und dem Staate müsse das Recht bleiben, ihn in Zeiten staatlicher oder wirthschaftlicher Roth auszudrücken. (Heiterkeit.) Wie will man unter solchen Kathederlehren den Sozialismus wirksam bekämpfen? (Ähr wahr!) Es gibt, um uns auf den beschräntten Standpunkt deS bürgerlichen Rechtes zurückzuziehen, in bec Welt kein besser begründetes Privat» eigenthum, als das der Kirche, (Zustimmung.) Und wenn der Staat, dieses ephemere Gebilde, daS mtt der Gesellschaft als solche sich weder philosophisch noch historisch gleichsetzen kann, das Recht haben soll, an diesem heil. Privateigenthum sich zu vergreifen, wer will es dann der Gesellschaft wehren, sich an dem Privateigenthum der Großindustrie und der Börsenkönige zu vergreifen ? (Sehr gut 1) Also wir bekämpfen den Liberalismus als den geistigen Vater deS Sozialismus. Und wir sind im Dienste ausgleichender Gerechtigkeit genöthigt, den Liberalismus schärfer zu bekämpfen und ihm eine ungleich schwerere Verantwortung aufzuerlegen, als dem Sozialismus. (Sehr richtig!) DaS arme, um den Erwerb des täglichen BrodeS mühsam rmgende, vielfach in seinen heiligsten Rechten gekränkte, nothleidende, arbeitende Volk ist vor den Augen GotteS ungleich entschuldbarer, als diese Menschen, die ihm daS Einzige, was es noch besitzt, nehmen, die reli- e'öfe Befriedigung und damit die einzige Möglichkeit, die Mühle und Ungerechtigkeiten dieser Welt im Aufblicke zu Gott und in Hoffnung auf die Ewigkeit ruhig zu ertragen. (Lebh. Beifall.)
Und nun sehen Eie sich einmal die sozialdemokrattschen Jünger an! Da stehen sie aus der ReichStagS-Tribüne, da stehen sie vor den Schranken der Sttafgerichte und erklären, daß sie ihre Ideen verfechten, bewaffnet mit der ganzen Wissenschaft ihres Jahrhunderts. Wir können es ihnen nicht übel nehmen. Die Kinder der liberalen Wiffenschaft glauben schon aller Wiffen zu haben, wenn sie in den Fußtapfen der Afterwiffenschaft, mit
Papageienhafttgkeit nachplappernd, waS die Vorredner geredet, fröhlich einherwandeln. (Heiterkeit und Zustimmung.) Es wird das unendlich viel Mühe kosten, die Ueberzeugung aus dem Herzen der Arbeiterwelt zu bringen, daß es neben dieser Wiffenschaft in Gänsefüßchen, die den Namen Wiffenschaft gar nicht verdient, eine ganz andere erhabene, unergründliche Wissenschaft gibt, von der sie leider gar keine Ahnung haben. Unser ganzes Schulwesen, unsere Preßthätigkeit, unsere ganze öffentliche Atmosphäre ist danach angethan, die Arbeiterwelt in diesen Jrrthum tief zu versenken, und es ist eine der wichtigsten Aufgaben des Vereins, hierin wieder Klarheit in die Köpfe zu bringen.
Daneben haben wir freilich auf praktischem Gebiete schwere Aufgaben. Eine Frage, die gelöst werden muß noch vor den nächsten Reichstagswahlen, ist die Bearbeitung der Industrie- Städte. Freilich hat sich schon bei den letzten ReichStagSwahlen in den katholischen Landestheilen ein merkwürdiger Stillstand der Sozialdemokratie erkennen lassen, während wir doch befürchten mußten, daß die Auflösung des Reichstages der Sozialdemokratie ungemessenen Zuwachs bringen würde. Wir haben zu unserem freudigen und dankbaren Erstaunen feststellen können, daß in den katholischen Landestheilen der Ansturm der Sozialdemokratie gebrochen zu sein scheint. Weit entfernt, uns in der Defensive hatten zu müssen, dürfen wir hoffen, schon in der nächsten Zeit in eine ftische fröhliche Offensive übergehen zu können. (Lebh. Bravo)
ES ist dar nun ja nicht allein daS Verdienst deS Volks- Vereins. Hier hat an erster Stelle mitgewirkt unser herrlicher Klerus. (Beifall.) Wir deutschen Katholiken dürfen gar keine Gelegenheit vorübergehen lassen, ohne daS Lob unseres Klerus in tausend und abertausend Tönen zu singen. (Lebhafter Beifall.) Ich darf vielleicht eine kleine Anekdote aus meinem Wahlkreise erzählen. Meine Widersacher erfreuten sich einer gewichtigen Unterstützung und rühmten sich dessen. Ach, sagte aber Einer, was kann uns das helfen; ja, hätten wir Pfarrer, . . . (Heiterkeit.) Wir haben die Pfarrer, die mitten im Volke stehen, dessen Bedürfnisse kennen und die auch in den sozialen Fragen die Führung übernommen haben. Wir haben als weitere Ursache jener erfreulichen Erscheinung unsere Arbeitervereine zu nennen. Aber auch der Volksverein hat sein redlich Theil an dem Verdienste. Aber die wichtigste Aufgabe des Vereins wird noch auf lange Zeit bleiben, die Sozialdemokratie in ihrer Wurzel zu bekämpfen, und die Massen, die dahinsimpeln in dem Wahne, sie und ihre Führer seien von der gesammten Wiffenschaft getragen, darüber aufzuklären, daß es der blanke Sumpf ist, in dem sie wandeln. Dazu bedarf es neben der Arbeit auch des Geldes. Wer heute noch vor der einen Mark Jahresbeitrag für den Verein zurückschreckt, der ist blödsichtiger als der blödsichtigste aller Jener irre Geleiteten, die ihren letzten Groschen hingeben, damit Bebel und Genoffen einen guten Tag in Berlin haben, die es als eine Schande betrachten würden, nicht beisteuern zu dürfen! (Lebhafter Beifall.) Für den Einzelnen ist die Mark ein geringer Beitrag, für die Allgemeinheit aber ist sie die Vorbedingung der Rettung des PrivateigenthumS. (Bravo!) In unermüdlicher Thätigkeit müssen wir die Sozialdemokratie auf allen Gebieten bekämpfen, da sie fest entschlossen ist, nicht nur in der Rechts- und Landesgesetzgebung, sondern auch in der Kommunalselbstverwaltung, festen Fuß zu fassen. Achten wir dort um Gottes Willen auf unsere Mitwirkung bei der Selbstverwaltung, da steckt mehr gesellschaftliches Leben als in der ganzen Politik. (Beifall.) Die Aufgabe des Vereins, die Ber- theidigung der christlichen Ordnung und der Gesellschaft kann zunächst nur dadurch geleistet werden, daß das, was der Liberalismus an Verwüstung geleistet, rückwärts revidirt wird. In diesem Sinne nun soll der Verein ein Rückhalt der politischen Vertretung in den Parlamenten sein. Bei uns selbst aber müssen wir anfangen, die christliche Gesellschaft wieder aufzubauen. Geben wir uns doch nicht der Täuschung hin, daß wir in un- ferm Privat- und Familienleben dem Ideale einer christlichen GesellschaftS-Ordnung entsprechen. Wir haben unendliche Arbeit vor uns, wenn wir uns wieder als Glieder der einen großen, in Christus wieder hergestellten Menschheit fühlen und danach handeln wollen. (Lebhafte Zustimmung). Wir werden die Welt nicht eher reformiren, als bis wir uns und unser eigenes HauS reformirt haben.
Warum denn nun ein Volksverein für daS katholische Deutschland? Handelt es sich denn nicht um unser ganzes herrliches, lieber deutsches Vaterland? Sollten wir da nicht alle Kräfte, die zur Erhaltung beitragen könnten, sammeln? Aber die Regeneration der Gesellschaft kann nicht wirksam in Angriff genommen werden, außer dem Boden der Religion, die in allen ihren Ausstrahlungen uns und das ganze gesellschaftliche Leben durchdringen muß, wenn wir aus Erneuerung rechnen. Da es eine Religion ohne Konfession nicht gibt, so können wir Katholiken die Gesellschaft nicht anders erneuern wollen, als von unserem katholischen Standpuntte aus. (Lebh. Seif.) Man hat uns das vielfach übel genommen, man hat uns gepeinigt mit dem Wort: Katholisch ist Trumpf; ja für uns ist katholisch Trumpf, das ist der tiefe Sinn des Namens „Volksverein für das katholische Deutschland", daß wir schon durch den Namen dessen erinnert werden; Katholisch fein ist das Erste, in diese« Sinne ist Katholisch Trumpf für uns, wir wollen alle unsere Mitglieder, hoch und niedrig, adelig und bürgerlich. Gelehrte und Richtgelehrte von dem Bewußtsein durchdrungen haben: Katholisch ist das Erste. (Lebh. Beifall) Wir werden Niemand ein Hinderniß in den Weg legen, im Gegentheil, wir werden allen von Herzen Glück wünschen und zum vereinten Schlagen die Bruderhand reichen, die außerhalb der katholischen Kirche stehend, ihre ganze Kraft einsetzen wollen und ihre ganze Kunst probiren, um di« Gesellschaft zu retten. Ob eS gelingen würde? Wir sind überzeugt, daß wir im Besitz der Wahrheit und der Gnade wohl im Stande sind, unser gefommteS Vaterland trotz feiner Glaubensipaltung zu retten. (Stürmischer Beifall.)
Nun zum Schluß. Wir feiern heute das Fest Johannes des Täufers. Da lesen wir in der Epistel der hl. Messe von heute an Stelle aus der Weissagung des Propheten Jeremias. Da sagt der Herr: „Gürte Deine Lenden und stehe auf und sprich zu Juda alles, was ich Dir vorschreibe, fürchte Dich nicht vor Deinem Angesicht, denn ich werde sorgen, daß sie bei Deinem Anblick keine Furcht befällt. Ich nämlich habe Dich
heute gemacht zu einer befestigten Stadt und zu einer eifernen Säule und zu einer ehernen Mauer über die ganze Erde vor den Königen Judas, vor feinen Fürsten und Priestern und vor dem Volke der Erde, und sie werden wohl über Dich Krieg herführen, aber sie werden nichts über Dich vermögen, weil ich mit Dir bin, spricht der Herr, damit ich Dich befreie." ES könnte vermeffen erscheinen, dieses Wort auf den Volksverein anzuwenden. Was mir den Muth dazu gibt, ist die Erwägung, daß sowohl Jeremias trotz dieser Verheißung hat vergehen müssen unter dem Steinhagel seiner Landsleute, als auch Johannes hat sterben müssen, um einer Tänzerin willen. Auch wenn es uns ergehen sollte wie Jeremias und Johannes, wir werden uns gleichwohl nicht fürchten und im Vertrauen auf die göttliche Verheißung uns bewußt bleiben: wenn wir nur redlich mit Darangabe der ganzen Person für die Sache Gottes und die Sache der christlichen Gesellschaft gestritten haben, mögen wir dann auch leiblich zu Grunde gehen, mag auch der Hintermann auf die Leiche des Vordermanns treten muffen, wir werden doch mit dem stolzen Bewußtsein, die Schuldigkeit gethan zu haben, die Worte in unserem Herzen wiederklingen lassen: Ich habe auch diesen Verein gesetzt als eine befestigte Stadt, eine eiserne Säule, eine eiserne Mauer in den Fluthen, die das geliebte deutsche Vaterland zu überschwemmen drohen, und wir werden wissen, auch wenn wir leiblich zu Grunde gehen, was wir gethan haben, wird drüben so gut, wie daS, was Johannes und Jeremias gethan hat, dauern bis an der Welt Ende. (Stürm., anhaltender Beifall.)
Deutsches Reich.
Berlin, 14. September.
* Das Kaiserpaar wohnte heute Vormittag mit dem Könige und der Königin von Württemberg, dem Prinzen von Neapel und den übrigen Fürstlichkeiten der Parade über das gesammte XIII. Armeekorps bei Cannstadt bei. Die Parade nahm bei herrlichem Wetter einen glänzenden Verlauf. Der Kaiser führte dem Könige zweimal sein Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm (2. Württ.) Nr. 120 vor, während der König dem Kaiser zwei Infanterie-, zwei Kavallerie- und ein Feld-Artillerie-Regiment vorführte. Der Kaiser äußerte wiederholt seine Befriedigung über den Verlauf der Parade und ritt dann die Front der Kriegervereine ab, wobei er an einzelne der Krieger Ansprachm richtete. Die hohen Herrschaften wurden von der vieltausendköpfigen Menge, welche dem mllitärischen Schauspiele betwohnte, jubelnd begrüßt. — Der Kaiser hat von Karlsruhe aus an den Statthalter Fürst zu Hohenlohe folgendes Schreiben gerichtet:
„Wie Ich bereits in Meiner Anwesenheit in Straßburg gelegentlich der großen Parade des 15. Armeekorps ausgesprochen habe, bin Ich durch den warmen und festlichen Empfang seitens der Stadt und Bevölkerung wiederum sehr angenehm berührt worden. In gleicher Weise haben Mir die ländlichen Kreise während der großen Manöver des 15. und 14. Armeekorps überall so viele Beweise von Sympathie entgegengebracht, daß Ich nicht umhin kann, bei Meinem Scheiden aus dem Elsaß allen denen, die durch festlichen Schmuck der Häuser und Sttaßen, sowie durch ihre Betheiligung an sonstigen festlichen Veranstaltungen dazu beigetragen haben, mir einen so schönen Empfang zu bereiten, hierdurch meinen Kaiserlichen Dank auszusprechen. Gleichzeitig gebe Ich auch der Bevölkerung gern Meine lebhafte Befriedigung darüber zu erkennen, daß den Truppen trotz der verhältnißmäßig starken Einquartieruugslast durchweg eine gute und entgegenkommende Aufnahme zu Theil geworden ist. Mtt Bedauern hat es Mich erfüllt, daß die militärischen Dispositionen Mir ein längeres Verweilen int schönen Elsaß zur Zeit unmöglich gemacht haben; Ich gebe Mich aber — wie Ich schon dem Bürgermeister von Sttaßbnrg ausgesprochen habe — der Hoffnung hin, daß Ich bald Gelegenheit finden werde, unter der elsässischen Bevölkerung, in deren Mitte Ich Mich durchaus wohl fühle, öfter und längeren Ausenthatt zu nehmen. Ich ersuche Sie, Vorstehendes zur allgemeinen Kenntniß zu bringen.
Karlsruhe, den 14. September 1893.
Wilhelm."
* Im Gefolge des Kaisers bei den ungarischen Manövern wird fich u. A. als Chef des Generalstabs Graf v. Schliefst» befinden.
* Der Kaiser und mehrere andere deutsche Fürsten werden an der im Oktober Vattfindenden Feier deS 50jährige» Militärdienst-Jubiläums des Königs von Sachsen persönlich theilnehmen.
• Behufs Vorbereitung der Konferenz über den de»tsch-r»sfische» Handelsvertrag ist heute in 93er- lin die au» Reichsoeamten verschiedener Refforts zusammengesetzte Kommission zusammengetreten. Dieselbe hat die Besuzniß, Sachverständige vorzuladm und Gutachten von ihnen abgeben z« lasten.
* Sämmtliche Wiener Cafee's in Berlin haben gestern vom Polizeipräsidium die Verfügung erhalten, um 2 Uhr Nachts zu schließen. Bisher waren die großen Cafee's die ganze Nacht hindurch geöffnet.
* Dem Kaiierl. Gesundheitsamte find vom 13. bis 15. September 7 weitere Cholera Erkrankungen gemeldet worden. Sie beziehen sich sämmtlich auf das Rheingrbiet. In Papiermühle bei Solingen wurde in 6 Fällen, zum Theil uvter den Augehörigen bereits