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erreichen.
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dauern." *
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Rascher als sie sich gedachte, hatte Lucie der Frau Bürgermeister die Blumenguirlandev auf dem Kleide 008 „3^ bitt fertig Madame," sagte daS junge Mädchen" ,übrigens ist es erst elf Uhr weniger fünf Ml- rUter‘s(6ncII, schnell, geben Sie daS Kleid her."
Die Arbeiterin ließ sich dies nicht zweimal sagen.
Die Reit rückte immer vorwärts, und um Altes in der Welt hätte sie den letztes Zug nicht verfehlen m$8®te Frau Bürgermeisterin arckleiden, war gerade keine leichte Sache;>« mußte eme »tate « m« andern Stelle angebracht, dort eme Falte anders zurecht gelegt werden und dergleichen mehr.
Endlich, nach Verlauf von fünfundzwanzig Minuten erklärte sie sich zufrieden, und stattete Lucie dann ihren
glaubte°ttürklich, daß Sie niemals fertig werden würden! Nun denn, Gottlob, daß mr fertig sind. Sie können also letzt gehen, und ich bedarf Ihrer nicht mehr. Gute Nacht!"
Gute Nacht, Madame!"
Lucie hatte noch vierzig Minuten vor sich, um den Bahnhof erreichen zu können. Zu dem kurzen W-g war ‘“ÄffiUte i»d°ß ihr- «*.2»* ’ft weil sie sich nicht unnöthig um diese nächtliche Zett draußett im Felde aufhalten wollte.
Ohne recht zu wifsen, weshalb, empfand sie doch eine gewisse Furcht und drückte sich, so gut als sie konnte, fest an die Hecke neben der Eisenbahn, wahrend sie zugleich unruhig nach allen Richtungen umherspahte.
Ovide hatte der, raschen, leichten Schritt der Ar- beiterm wohl bemerkt. ,, ,
Er zog dar bekannte Messer aus seiner Tasche her- vor. «ahm dm Sott °°» d-r Spih- -°d »-»« to bereit, um, wie der Jaguar auf seme Beute, sich auf das iunae Mädchen zu stürzen. , .
Sie ist eS jedenfalls," dacht- er bei sich, wahrend feine" Augen die Finsterniß zu durchdringen suchten, ßtcie kam inzwischen immer näher. ,
Trotz der Dunkelheit konnte Solwrau sie letzt zum- lick deutlich erkennen. , L .
(Sie trug, gerade so wie auf dem Hinwege, den Karton, worin sie daS Kleid gebracht hatte.
Zwei der drei Sekunden verflossen.
Sie war jetzt genau dem Späher gegenüber ange-
In einer geringen Entfernung blieb die dunkle Gestalt stehen und schien unschlüssig zu sem und den Weg
Pwtzlich schien sie ihn gefunden zu haben , denn sie begann jetzt rasch auf dem an der Pappelgruppe vorbeiführenden Pfad einherzugehen.
„Jedenfalls eine Frau aus der Gegend , sagte Ovide Soliveau bei sich. „Sie hat sich verspätet und will jetzt daS Versäumte einholen."
Johanna Portier, denn sie war es, welche eben an dem Schurken vorbeigekommm war, hatte balt' d-e Pariser Straße erreicht. S;e blreb vor ü-m Hause der Frau Lebel stehen und klingelte ziemlich stark.
DaS Geräusch der Schelle drang durch die stille Nacht bis zu den Ohren Soliveau'S.
Zwei Minuten lang schellte die Mutter L»son m ^Endlich rief eine Stimme, eS war die Magd, aus dem ©arten heraus:
Wer ist da? Wer klmgelt?"
"Ich bringe einen Brief von Herrn Lebret, dessen Frau im Sterben liegt", antwortete Johanna.
Warten Sie", sagte jetzt die Stimme.
Johanna wartete einige Augenblicke, worauf die Magd wiedererschien und ihr öffnete.
Sie erkannte sie sogleich wieder und sagte zu ihr: Sie find die nämliche Frau, welche gestern schon
(112. Fortsetzung.) u
„Ich werde sie wohl finden, man kann ja fragen, erwiderte die wackere Frau, die eS Nicht verrathen wollte, daß sie am vorhergehenden Tage bereits dage- weserl war. .. . QU
Was soll ich Ihrer Schwiegermutter sagen?
"Sie werden ihr den Brief übergeben, den ich da eben schreibe. Der letzte Zug, welcher nach Paris geht, fährt um zwölf Uhr sechs Minuten von BmS d Combes ab. Sie müssen eS so ernnchten, daß Sre mit der alten Dame diesen Zug benutzen, denn meme Frau will durchaus ihre Mutter sehen.
" Ich werde sie mitbringen, Herr Lebret, dafür stehe" ich. ES ist jetzt neun Uhr zwanzig Minuten. Um zehn Uhr fahre ich von Saint-Lazare ab, um Viertel vor elf Uhr werde ich bü Frau Lebel fim, und so können wir ganz gut mrt dem Zuge um Mttter n°^ßebrd reichte den inzwischen vollendeten Brief der Johanna^hm.Sie sogleich auf den Weg",
sagte er dann, „hier ist Geld. Sie können zum und vom Bahnhöfe einen Wagen nehmen.,
. Johanna eilte von dannen. Sie bestiegi einen Wagen und langte einige Minuten vor Abfahrt am Bahnhöfe Saint-Lazare an. _ .
Neunzehn Minuten nach zehn Uhr stieg sie w BolS de ColombeS aus und eilte, so rasch sie konnte, auf dem nämlichen Wege, welchen sie am vorhergehenden Tage benutzt hatte, auf Garenne zu.
। Draußen war in diesem Augenblicke A^es öde und still. . . ..
Johanne fürchtete sich nicht tm Mmdchen.
Im schnellsten Schrirte eilte sie den Weg entlang, welcher neben der Eisenbahn herlief. . .
| Ooide lag noch immer scharf um sich spähend und I aufmerksam horchend, auf der Lauer.
Seit dem Weggange Lucie s war Niemand auf dem einsamen, düsteren Wege aufgetaucht.
P ötzlich hörte er ein Geräusch von Trttten.
Er verdoppelte seine Aufmerksamkeit, und seme Augen bemühten sich, die Finsterniß zu durchdrmgem
Die Tritte kamen immer näher, mdeß nicht aus der Richtung von La Garerme her; eS konnte also nicht daS Opfer fein, welches er erwartete.
Lauscher blickte in der Richtung auf BmS- ColombeS zu: mit einiger Mühe konnte er m der Dunkelheit eine schwarze Gestalt unterscheiden.
ES sieht auS, als wäre cS eme Frau , dachte er
hier war?"
"Madame hat Sie llingcln hören und hat mich geweckt: -S ist wohl schlimm mit der Tochter von Ma-
„Dir arme Frau hat wahrscheinlich nur noch zwei Stunden zu leben." . ,r, ... _ .
Frau Lebel hatte sich inzwischen nothdürftig etwas angekleidet und war heruntergekommen. Mitt entern Lichte in der Hand »artete sie unten im Hausflur vor der rffenstehenden Thüre. „ -
„Hier ist ein Brief für Sw, Madame, sag Jo- Hanna rasch zu ihr, „eS ist -m sehr eckiger Brief von Ihrem Schwiegersöhne, Herrn Lebret.
Mit vornehmer Miene ncchm Frau Lebe! den Brief entgegen, brach ihn auf, und la» ihn, ohne daß die
9ä<,n®em8er Beifall findet die preußische Eisenbahn-Verwaltung mit ihrer Platzkarten -Politik. Soeben wird gemeldet, daß die süddeutschen Bahn-Direktionen die EinsMang von Platzkarten für die Anschluß-Züge die preuß.fchen Durchgangs-Zuge abgelehnt haben. Bravo 1 Die „Platzkarte ist eine WieBt- findung der plusmachenden Eifenbahn-Bureaukratle. Man schwingt iick ru Äarmonika-Zügen" auf, die dem Publikum Wagen mit verbesserter Gangart bieten und zugleich den Verkehr durch den ganzen Zug ermöglichen sollen. Nun will man aber aus diesem Fortschritt gleich eine Extra-Einnahme herauspressen; die Leute Men einen Zuschlag bezahlen, gleichviel, ob sl- Nihrg m der Ecke sitzen bleiben oder von den Durchgangs-Einrichtungen und den sonstigen Genüssen Gebrauch machen. Andererseits genirt man sich aber vor einer unverhüllten Taris-Erhöhung. Da kommt nun ein findiger Mann vom grünen Tische auf [bteJ 3bee,bte Plätze in den Zügen hübsch zu nummeriren und ,ede Nummer für 2 Mark zu verkaufen. Ein Widerspruch gegen das „Prinzip des Zuges I Denn wenn man durch Brückengänge die einzelnen Wagen mit einander kunstvoll verbindet und bte freie Bewegung I durch den ganzen Zug hindurch als eine Emmgen-
fdrnft rühmt, dann darf man doch nicht wieder jeden Passagier l aus einen bestimmten Platz sestnageln wollen! Die Zugführer welche mit dem Platzzwang Ernst machen wollten, find alsbald mit den Passagieren in scharfe Konflikte gerathen. Letztere wol- I len mit Röcht nicht einsehen, daß man für Extra-Bezahlung in diesen Zügen noch weniger Recht haben solle, als bte Passa giere in gewöhnlichen Zügen, die sich auf leben unbelegten Platz setzen können, ber ihnen in's Auge sticht.
Wie rückschrittlich muthet es ferner an, wenn man bem Publikum zumuthet, sich eine halbe oder ganze Stunde vor dem Abgang des Zuges schon zur Lösung der verzwickten Blllet- und Matrlraae an den Schaler zu bemühenl ..
Ein scblauer Hintergedanke bei der Platzkarten - ErfiEang ging dahin,"auch dieJnhaber vonZeitkarten zu dieerExtra- Steuer heranzuziehen. Ein Zuschlag zum Fahrpreise konnte diesen Leuten, die ihren Fahrpreis für das ganze Abonnements- Jahr schon bezahlt haben, nicht auferlegt »erben ; darum gab man dem Kinde einen andern Namen. Das Gericht hat srnlrch inzwischen in der 1. Instanz schon entschieden, MWt eine Erhöhung des Fahrpreises vorliege und die Abonnenten für die Dauer ihre-Bettrages davon nicht getroffen werden könnten. Natürlich sträubt sich die Eisenbahn-Verwaltung und^ appellrrt, aber aller Wahrscheinlichkeit nach wird sie den Kürzeren ziehen, weil die Sülle der Platzkatte gar zu durchsichtig ist. ,
Hoffentlich halten die Süddeutschen fest an ihrer Weigerung, diese „verschämte Plusmacherei" mittelst Platzkarten müzumachen. Glaubt die Eisenbahn-Verwaltung m den Luxus-Zügennut ben alten Preisen nicht auskomwen zu können, Jo deschnewe man SÄ SÄ SmÄnnnchmFalle
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langt. 12
Mit einem mächtigen Satze stand Ovide mitten auf dem Wege, den Arm erhoben, und noch ehe sie die schreckliche Gefahr, welche sie bedrohte, überhaupt wahr- nehmen konnte, sank sie unter einem lauten Aufschrei, von der Hand des Schurken getroffen, M Boden. Der Mörder beugte sich zu ihr nieder, hob auf s Neue den Arm empor und versetzte ihr einen zwecken Stoß mitten “ Indessen' mußte wohl das zwecke Mal die Spitze der Waffe auf irgend einen metallischen Gegenstand gestoßen sein, denn sie brach, anstatt durchzudringen, ab.
„Nun, thut nichts zur Sache," murmelte der Bandit vor sich hin, „sie hat doch ihren Theck weg bekommen.
Als er gewahrte, daß das zunge Mädchen eine Uhr nebst Kette trug, steckte er Beides zu sich, wühlte- dann in ihren Taschen herum, nahm auch bte Geldbörse an und sagte dann zu sich selbst:
Man wird jetzt jedenfalls sagen, daß irgend em Dieb die' ganze Geschichte verbrochen hat."
Samt eilte er schleunigst auf den Pfad, welcher sich um die Baumgruppe hmzog, den nämlichen Pfad, SSi"« US ttfÄÄ n«» während zugleich die drei Sestaltm m der Dunkelheit
M-mngfi vo» ‘"Ä-p “J h»g Ackerland und eilte, wahrend et das Messer, das er noch immer in der Hand hielt, in eine Furche von
Dckdrei'sich *taeu Gestalten waren, wie wir errathm werden, Johanna Portter und Frau Lebel nebst ihrer Magd.
(Forts, folgt.)
Endlich entlarvt!
Roman von R. von Wollersheim.
△ Neuerungen im Personen - Verkehr der Eisenbahnen.
Die preußische Eisenbahnveawaltung beabsichtigt, bte I. Maaenklasle in den Personenzügen sortsallen zu lassen, wofür sie Anerkennung verbient. Dieselbe Verwaltung hat neuer-
Waaenklasse geredet wurde, haben wir zu Gunsten dteser untersten, ^er keineswegs unbedeutendsten Klasse -in-Lanze emgelegt und ^raelcklaaen lieber die I. Klasse ans Messer zu liefern. Die IV. Klasse ist nothwendig, weil ohne ihren billigen Tarif einem aröfien Theil Reiiebedürftiger die Bahn verschlossen bliebe und . weil ihre Traglasten-Freiheit einem bedeutenden Bedürsm se ab- Killt Die I Klasse ist ein entbehrlicher Luxus, der nur solchen L uttu zu Statten kommt, die sich euch durch eine Berührung mit dem behäbigen Mittelstände etwas zu vergeben g auben. Es r. «. Spnfßnr in denen em Reisender auf die Iso-
liruna großen Werth'legen muß Dann ist aber die Benutzmig der L Klaffe ein Glücksspiel; er kann dort immerhin eine Ge- sellschast bekommen, die ihm noch unangenehmer 'st.als das Durchschnittspublikum der II. Klaffe. Wir hatten damals vor geschlagen, für solche Fälle den Bezug von reservirten Kuvees zu ermöglichen, also ben Preis für rm ganzes „Ab- tbeil"^Il Klasse recht mäßig zu uormireu. ®ie Giien6ol;ntiet. Ltung scheint aber b°"u nicht schreiten zu «ollen Sie mmmt offenbar an, baß in dem Personenzugs-Verkehr, der M den böberen Klaffen meist nur für kürzere Entfernungen benutzt
Aewicht gefallen. Die Ausländer haben zumeist keine II. Klaffe, die in Ausstattung, Bequemlichkeit und Qualität beg Publikums auf der Höhe unserer II. Klasse steht; wer dort „anständig Jren will nimmt I. Klasse. Warum soll unsere Bahnverwaltung nicht von dieser Vorliebe der Ausländer sür bte I. Klaffe m profitiren suchen? Es frägt sich mitt ob das bischen Mehreinnahme aus den Schnellzugsbillets L Klasse rm Stande ist die Mühen und Kosten sür das Mrtschleppen dieser meist leeren und sehr schlecht besetzten besonderen Wagen oder Kupees, für die Bereithaltung emer ganz besonderen BUettgarmturre. aufzuwieqen. Die volle Beseitigung der I. Klasse mit ihrem ganzen Zubehör würde i-ffenbar eine bedeutende Erleichterung des WebL Dann könnte man gleich auch.die„Nummernder nicht die Preise) verrücken lassen, so daß künst-g die U Klaffe I., und die III. Klaffe II. u. s. w. hieße. Wollte man die KupeeS he, oevolSerten Klasse noch etwas erweitern, bte III. Klaffe vielleicht mit einem bescheidenen Leberpolster auSstatten und vor allem tn bei IV. Klasse etwas mehr Klappsitze anbrtngert,^ so wäre Allen wohl unb Niemanden wehe gethan. Bor de" Nachbarländern mit dem Dreiklassensystem haben w»r dann den Box tbeil billigerer Preise und einer III. Klaffe Mit Spielraum f^r Traglasten. Auch die erwähnte Einrichtung von billigen Londer- Kupees, die namentlich reisenden Familien zu Statten kamen, würde als ein Fortschritt gelten können.
Warten wir ab, ob die Entwicklung nicht noch dahin führt, und beanüaen wir uns vorläufig mit der Entfernung der Luxus- klasfe aus den Personenzügen. Man braucht sich dann wenigstens nicht mehr zu ärgern, wie jetzt, wenn auf der Parforee - Jagd nach einem Platz die leeren Kupees erster Güte seinem entgegen
Beilage zu Nr. 207 der „Fuldaer Zeitung".
------Sonntag, ben 10. September ^893.
geringste Bewegung auf ihren Gesichtzügen bemerkbar WUti>@ßt," sagte sie dann kalt. „Mein Herr Schwiegersohn hat sich also doch gebmgt, da» ist eS, was tch wollte. Geben Sie mir rasch ein Kleid, Krstme, und ein Fichn und kleiden Sie sich an. Ich will meine Tochter nicht sterben lassen, ohne sie zu sehen..
Dann sagte sie, indem sie sich an Johanna wandte: „Warten Sie einen Augenblick, eS wird nicht lange