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(Anmeldungen nehmen mittels Postkarte oder Brief entgegen Hr. Rath Lothar Seuffert, Würzburg, Main- qua,, und Herr Rechtsrath Brand (Magistratsgebäude). Festkartentarif: 10 Mk. Mitgliederkarte mit reser. virtem Platze berechtigt zur Theilnahme an allen Sitzungen, Versammlungen mtb Unterhaltungm mit Ausnahme des Festmahls und Kilianspiels, sowie zum kostenfreien Bezug der Fremdenführers, der Festzeituna und des Berichts über die Verhandlungen der General- Versammlung die Karte zu 7 Mk. 50 Pfg., mit Aus­nahme des reservirten Platzes berechtigt. Die Th eil- nehmerkarte mit reservirtem Platz kostet 6 Mark, ohne solchen 5 Mk. Sie berechtigt zur Theilnahme an der Begrüßungsfeier, den vier öffentlichen Bersamm- lunger, und dem Kellerfeste. - Die Tageskarte a 1 Mk., — für reservirten Platz ä 1 Mk. 50 Pf. I"»berechtigt zum Besuche der am Tage ihrer Aus- stellung stattstndendeu Generalversammlung und des Kellerfestes. -— Theilnehmerkarten fürreservirten Platz zu 6 Mk. und ebensolche Tageskarten ä 1 Mk. 50 Pf. werden auch an Damen verabfolgt. — Wir bemerken zum Schluffe, daß die bayerischen Retour- I billete 10 Tage giltig sind.

Also auf »ach Würzburg und die Anmeldungen vnverweilt per Postanweisung oder Brief effektuirt!

sotaklS, seinen früheren Lehrer des Neugriechischen beauftragt, in den athenischen Blättern diese Nachricht kategorisch zu dementiren, da zwischen dem Kaiser und ihm, dem Erbpnnzen, daS beste Einvernehmen besteht. Die heute emgetroffenen athenischen Blätter veröffent­lichen dieser Dementt. "

' 2 ?n Leitung deS Reichsschatzamtes ist "ach, dem Abschluß der Frankfurter Steuerkonferenz der langst m Aussicht stehende Wechsel eingetreten oder - genau genommen - zum 1. September amtlich angekündigt worden. Am 1. September wird, wie ch°" kurz gemeldet, Frhr. v. Maltzahy, der seit 1888 dre Reichsfinanzen verwaltet, die nachgesuchte Dienstentlassung antreten und zu seinem Nachfolger ist Graf PosadowSki-Wehner berufen, ein bisher m der politischen Welt ziemlich unbekannter Mann, der m der Provinz Posen vom Landrath zum Landes­hauptmann sich emporgearbeitet hat. Er ist im vorigen Jahrzent auch freikonservativer LandtagS- Abgeordneter gewesen, ohne eine parlamentarische Rolle gespielt zu haben. Bon seinen Fähigkeiten und Ansichten m der Finanzpolitik weiß die Oeffentlichkeit noch nichts. DaS Programm für die künftige Reichs- finanzpolittk braucht er ja auch nicht selbst zu machen; Herr Miquel hat eS ,n Frankfurt mit den einzelstaat- lichev Fmanzministern festgestellt - und zwar ohne Bethellignng deS Mnfttgen verantwortlichen Würden- trägerS.

Franken nicht vertrunken habe. Aber wo sind sie denn eigentlich, die zwanzig Franken?"

Ovide wühlte in seinen Taschen herum.

Endlich zog er vier Fünffrankenstücke hervor und gab sie dem Betrunkenen in die Hand.

„He, Freund," sagte der Letztere dann, „ein guter Handel, muß ich sagen. Komm, trinken wir darauf noch eins!"

„Nein, nein," erwiderte Ovide, „ich muß heimgehen und an meiner Rolle arbeiten."

„Gut, gehe heim und arbeite, alter Freund. Ich will noch emS trinken. Wenn Du eines TageS noch ein Mal einen Anzug von mir taufen willst zum selben Preis, so erinnere Dich des LimousinerS Peter Bonhure, Hotel Chantal, rue Clichy."

„Ich werde daran denken . . . gute Nacht!"

Ovide schritt rasch auf seine Wohnung zu.

Der Trunkenbold ließ die vier Füaffravkenstücke in der Hand spielen.

„Ern großes Glück!" sagte er mit lauter Stimme j vor sich hin. „Zwanzig Franken, die Lappen — die ganze Geschichte war keine sechzig Sou's werth."

Dann schwankte er, nur mit Hemd und Hose be­kleidet, in den wunderlichsten Kurven, an den Häuserst entlang zu der Weinschänke zurück, welche er zehn Minuten vorher verlassen hatte. I

hflfje 73, in welchem sich daS Hausministerium be- wdet, tm kommenden Winter die Söhne deS Kai- ers einziehen sollen. Dem Schloß fehlt bekanntlich em Park, während das Grundstück Wilhelmstraße 73 prächtige Parkanlagen besitzt, in denen sich die Prinzen umhertummeln sollen.

.* Das athenische Blatt ,Akropolis' hat wiederholt berichtet, daß die Ursache des Ausscheidens des Erb­prinzen von Sachsen-Meiningen aus dem activen Militardinst einer Verstimmung zwischen dem Kaiser vnd dem Erbprinzen zuzuschreiben sei. Der Erbprinz von Sachsen-Meinigen hat den Professor I. K. Mit«

L Zum Würzburger Katholtkeutag

wird uns heute aus Würzburg geschrieben:

Da die Festhalle sehr große Dimensionen hat, so wurde eme große Muschel hergestellt, welche ein ganzes Orchester faßt, von wo aus das Präsidium und die Rednerbühne nicht bloS den ganzen Raum beherrschen sondern auch daS gesprochene Wort gut vernehmen ,^«12 mstallirte elektrische Licht funktionirt MfS herrlichste und läßt die imposante Festhalle zu ihrer wahren Bedeutung kommen. Anlangend das Fest- spiel, die KilianSlegende, ist der Text von dem 1892 taider Heimgegangenen Archivrath Dr. Schäffler, die Musik von dem ebenfalls erst voriges Jahr verstorbe­nen bekannten Tonsetzer Stadtkämmerer Valt. Becker, dem Komponisten des weltbekannten „Kirchlein" und Herm Lehrer S. Breu; die Bilder werden gestellt von Kunstmaler Sperlich. Die Hauptaufgabe, die Dekla- matton der Legende, liegt in den besten Händen der Frln. Emma Dreßler, einer geborenen Würzburgerin. ?« der Darstellung der lebenden Bilder betheiligen sich co. 50 Damen, Herren und Kinder hiesiger Stadt. Die Gardnobe präsentirt sich prachtvoll, der Gewan- Ä»i?«bührt das „Prädikat historisch und stilgemäß. Betreffs ber Bortrage soll vorläufig noch nichts ver- Ä. "erden. Mehr als je werden in diesem Jahre Mitglieder der kathol. Lehrervereine Deutschlands «De« des Reiches eintreffen, um ihre hoch­wichtigen Angelegenheiten zu berathen und Beschlüffe M fassen. Em „eigenes Versammlungslokal, der große Schravnensaal, ist ihnm eingeräumt. Allgemeine Ver- ära™9 der Herren Lehrer Mittwoch, den 30. Aug., Nachmittags halb 3 Uhr. Anmeldungen an die unten angegebenen Adressen. Zum Schluffe möchten wir noch- a«s eine Hauptbitte und Herzensangelegenheit des Vorbereitungskomitees zurückkommm, dahingehend, die geehrten Besucher der Generalversammlung möchten ®nVj?bOr undbrieflich ihre Anmeldung, mittels Postanweisung allenfalls, sofort und angesichts dieses bewerkstelligen, wie dieses zur Zeit bei all' dnler großartigen Zusammenkünften die Regel ist, und möchten, wie solches früher der Fall war, erst bei der Ankunft und dem großen Andrange der letzten Stunden die Karte lösen und das Quartier sich geben lassen. Es lregt eme sofortige briefliche Anmeldung Nicht blos im Borthelle der AnmeldebureauS, sondern namentlich,m größerenJnteressederKommen- den selbst. Mit 20 Pfg. Porto für die Po statt - welsnng und etlichen Zeilen auf dem Postau- welsungS-Coupon betreffend Name (deutlich), Stand, »Ä?' Prersangabe deS Logis und sonstige Wünsche, ist alles gethau; denn auf dieses hin wird der Besteller binnen 3 Tagen durch Gratiszusen- düng in den Besitz seiner Fest kart!, sein?- £m0«rmie/m?I etS ?\nbr bei "Ehrers durch Würz- SmfKÄtntrn‘aI?? gelangen und bei seiner rUikunft m Würzburg sich um weiter nichts mehr zu kümmern haben, als sich durch die durch weiße Schleifen kenntlich gemachten führenden Knaben in seine Wohnung oder m daSFestlokal geleiten zu lassen.

. * Das Palais Wilhelmstraße 64 hat Finanz- Minister Miquel für die Krone angekauft. Das Grundstück war bereits bisher für dar Hausministerium ffemietbet worden. Dasselbe soll jetzt auf dem Grund- stück Wilhelmstraße 64 untergebracht werden, weil in daS dem Kronfideikommiß gehörige Palais Wilhelm-

Deutsches Reich.

Berlin, 15. August.

* Die Ansteckung des hier am 5. August an der Cholera gestorbenen polnischen Arbeiters, sowie der später erkrankten Frau desselben und zweier Arbeiter, welche die gestrige Veröffentlichung deS ,Reichsanzeigers' betrafen, ist anscheinend durch den Bezug und Genuß von Nahrungsmitteln ans Rußland herbeigeführt worden. Die Hoffnung ist begründet, daß die Fälle durch umfassende Vorsichtsmaßnahmen vereinzelt bleiben. Die erkrankte Frau ist gestern gestorben.

* Die preußischen Landtag-Wahlen sollen, wie nach der ,Nat.-Lib. flott.' bestimmt verlautet, wieder in die letzte Oktober- und erste Novemberwoche gelegt werden.

* DaS Antisklaverei-Komitee hat auf die Tut- : hüllmigen des ,Hamb. florr.' über die Finanzwirth- schäft des Komitees eine Entgegnung veröffentlicht, bte zwar sehr umfangreich, aber auch sehr schwach ist. Es wird im Wesentlichen bas Thatsächliche ber An- gaben be3,$atnb. florr.' als richtig zugegeben, nur wirb die Schulb für bte meisten verfehlten Maßregeln, so für die Engagirnng beS unfähigen OSkar Borchert' bem Dt. Peters zngeschtieben, bet Borchert empfohlen habe- Ueberhaupt enthält bie Entgegnung eine Menge von Spitzen, bie sich offenbar gegen Dr. PeterS richten. Offenbar hält Herr Bergrath Buffe ihn für ben Ur­heber ber Enthüllungen. Hervorgehobev fei nur, daß die Angabe, Borchert habe sich ein eigenes Trompeter- korps mit auf bie Reise genommen, für unrichtig er­klärt wird; er habe nur bie Absicht gehabt, einige Leute im Signalblasen auSbilbeu zu lassen. Daß er, wenn auch nicht auf Silber, so doch auf Alfmide gespeist hat, wird zugegeben. Wahrscheinlich wird Dr. PeterS die Antwort nicht schuldig bleiben. Einstweilen befindet

I er sich aber auf ber Fahrt nach Amerika.

* Ein Gesetzentwurf betreffend die Errichtung von Handwerker- «nd Gewerbekammern wirb für bie nächste Reichstagssession angekündigt. Bereits in der Reichrtagsfitzmlg vom 24. November 1891 kündigte Staatssekretär von Bötticher in Beantwottung einer Anfrage des CmtrumSabgeordneten Hitze an, daß die verbündeten Regierungen die Absicht hätten, den Klagen über Mißstände int Lehrlingswesen und über den Mangel einer wirksamen Vertretung der Interessen des Handwerks durch eine Organisation deS gesammten Handwerks in ber Weise abzuhelfen, baß Hanbwerker-

Ooibe War inzwischen heimgekehrt, warf bie Kleiber, welche er soeben gekauft, auf einen Stuhl uyb begab sich bann zu Bette, um noch ein wenig auSzumheu.

Er vermochte inbeß nicht einzuschlafen. Die Furcht, er möchte sich verspäten unb nicht frühzeitig genug iv Courbevoie eintreffen, bannte jeden Schlaf von seinen i Augen.

Gegen drei unb einhalb Uhr Morgen- staub er auf, Heftete sich an unb zog über seine gewöhnlichm Kleiber daS Maurerkostüm, welches er von dem Be­trunkenen gekauft hatte.

So gekleibet, bie kalkbespritzte Mütze auf byy Kopfe betrachtete er sich im Spiegel.

Er war vollständig wie umgewandelt.

„ES müßte sehr sonderbar zugehen," dachte er bei sich, „wenn Lucian, ber mich nur ein einziger Mal gesehen hat, mich in dieser Verkleidung wiedererkennen würde!"

Dann nahm er den alten Paletot, welchen er von Amerika mitgebracht hatte und zog ihn über den Maurerkittel an.

Obgleich dieser Kleidungsstück aus guten Gründen nicht mehr ganz neu war, so stach es gar allzu sehr von dem übrigen Anzuge ab.

„Nun, unterwegs werde ich mir die Sache schon überlegen," dachte Soliveau bei sich.

Endlich entlarvt!

Roman von R. von Wollersheim.

(92. Fortsetzung.)

„De* Maurer entledigte sich alsdann nicht ohne große Muhe seines Kittels und sagte, indem er denselben Ovide zuwarf.-

„Hier ist der Kittel, mein Freund."

. A^ine Hose," fuhr et fort, „magst Tu mir selbst auSzrehen, alter Freund, denn ich fühle, daß ich das Gleichgewicht nicht mehr vollständig habe und ich möchte auch keine Bekanntschaft mit Mutter Erde machen.

. Damit ließ er sich auf einen Stein am Eingänge k'ttC^m^or"c9e8 fallen, während (er zugleich wieder bte Mauer lehnte.

.„Mach' vorwärts", sagte er, inbem er daS eine -öetn aufhob, „keine Gefahr, ich habe noch eine zweite Hofe darunter."

Ovide zog also feinem Manne die beiden Hosen- beme nachelnandet herunter, nahm das ganz; Kostüm «nd rollte es zusammen.

. -Glaubst Du jetzt, daß Dein Kostüm gut ist, um nmne Rolle zu spielen?" stammelte der Maurer. Ich mir das Vergnügen mach-n, selbst zu kommen «nd zu sehen . . . daS heißt, wofern ich die zwanzig

- Freitag, den 18. August 1893, 20. Jahrgang

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