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Freitag, den 11. August 1893.
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Aus nach Würjburg!
einen Dienst zu erweisen, hat der Nuntius c-u! spezieller apostolischer Vollmacht darauf verzichtet, den Neuge-
oi* Zuschau r entzücken. Da der „AngnstlnuSver- Mqrrl vermochte aber den Stuten, die durch Aus- ; beauftragt. Dieser hochwichtige Akt vollzog sich am ®*** ‘ Journalisten und Schriftsteller auÄ auf Nutzung der Preisdifferenzen an verschiedenen Orten J verflossenen Donnerstag in der schönen und neuen
Suddeuticyland sich auszudchnen gedenkt und mWürz- | einen Gewinn zu erzielen suchen, keine „schwächeren Kapelle des Schlosses Rymburg bei Geilenkirchen in OHrj bet dieser Gelegenheit sowohl hierüber wie über \ Schultern" zuerkennm als anderen Spekulanten und Gegenwart des erzb'.schöflichen OffizialeS Mjg. Kreutz« "l'* oß an den deutschen Journalisten- und i erklärte, diese Geschäfte ließen sich von andern nicht waldt und deS GehermsekretärS des Kardinals Herm
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Schrrftsteller-Verein berathen wird, so dürfte die Stadt des 40. Katholikentages dieses Mal geradezu zur Rendezvous-Stadt der kathol. Journalisten und Autoren
erklärte, diese Geschäfte ließen sich von andern nicht trennen. Die Böcserst uer nannte er die einzige populäre Steuer, ohne deren Einführung auf Gtwäbrung anderer Steuern nicht zu rechnen sei. Da hat er Recht.
Verbindungen und -Vereine Deutschlands in den Tagen vom 27. bis 31. August im weinumkränzten Würzburg zusammentreten wird, so dürfte die wackere Schaar der Herren Philister dieser Verbände die Zahl der Fefftäste und der freundschaftlichen Genüsse wohl um ein Beträchtliches erhöhen. Die Installation der Be- lkuchturg der Festhalle rc. mittelst Elektrizität macht gleichfalls rasche Fortschritte. So Hilst alles rege und freudig zusammen, daß die Tage vom 27. bis 31. d. M. dahier erwünscht, ja glänzend verlaufen werden. Also — auf nach der heiterschöaen alten, aber ewig jungen, ächtkatholischen Frankenstadt am Main!
Freunde der Kunst haben sich von weither, selbst von jenseits deS Ozeans, angemeldet, da zu gleicher Zeit eine reich und glänzend beschickte fränkische Ausstellung von Alterthümern in Kunst und Kunstzewerbe
Deutschlands sich auswachsen. Als Redner sind hervorragende Persönlichkeiten aus allen Theilen Deutsch.
waldt und des Geheimsekretärs des Kardinals Herm Dr. Steinberg und des Schloßkaplanr. Unter dem 5.
Deutsches Reich.
Berlin, 9. August.
Endlich entlarvt!
Roman von R. von Wollersheim.
(87. Zortsttzlmg.)
Mary harrte mit leicht begreiflicher Spannung der Rückkehr rh es Vater S.
Nach der Krrse, welche sie am Morgen zu bestehen gchadt, hatte sie einige Stunden aukgeluht und im Schlafe einige Beruhigung und Krefr gefunden.
Im Laufe des Nachmittags hatte sie sich dann zu Madame Augustine, ihrer Näherin, bringen lassen.
Der Zufall hrtte kS gefügt, daß fast im nämlichen Augenblicke auch Seele dort anlangte.
»Ah, meine thenre Kleine," sagte Math zu ihr, »?s freut mich, daß ich S:e sehe . , zunächst muß ich Ihnen einige Vorwürfe wachen."
„Vorwürfe, Fräulein?" rief die junge Arbeiterin rrstaunt aus.
»Ja."
„Und in welcher Hinsicht?"
„Daß Sie mich nicht besucht haben?"
„Ich hatte nichts, was ich Fräulcm avprobiren vtußte, und so bin ich natürlich nicht gekommen."
„Daran thaten S-e sehr Unrecht, Lucie: Sie wissen l°. daß Iw Besuch mir sehr angenehm ist. Sie hätten kommen sollen."
„Ich getraute mir nicht."
„Nun also, künftig brauchen Sie nicht so schüchtern zu sein. Uebrigens wollte ich Madame Augustine ver- \ schiebens Roben und Kostüme bestellen, Ste werden \ mir dieselben anpcobiren kommen." \
„Es wird mich sehr freuen."
„Wissen Sie, Lucie, tch habe da dieser Tage einen - sonderbaren Einfall gehabt."
„Und welchen?"
„Sie Einmal in Ihrer Wohnung zu besuchen."
„Dieses Verlangen ist leicht zu defriedigm," ent« \ »ortete Lucie lachend. „Sie werden dann ein sehr! bescheidenes Zimmer finden, auf dem sechsten Stock, s aber Sie werden j densalls eine herzliche Aufnahme l finden."
„Ich weiß es im VorauS: geben Sie mir also? Ihre Adresse auf einem Stuck Papier."
Lucie schrieb also den Namen des Quai Bourbon i und die Nummer des HavstS aus ein Blatt Papier. ,
Mary steckte das Pp.er in ihr kostbares Notiz- = buch und sagte dann:
„Abgemacht also. Ich werde Sie nächstens an, einem Sonntag einmal besuchen."
Lucie wollte eben noch sagen:
„Sie werden alsdann wahrscheinlich meinen zukünftigen Gatten, Lucian Sabrone, welcher in dem Geschäfte Jhns Herrn VaterS angtstüllt ist, bei mir Indem"
* Die Zeitungsmeldung, daß der Kaiser an den rumänischen Herbstmanövern theilnehmen werde, wird von der.Kreuzztg.' dementirt. — Ja Wien verlautet, daß Kaiser Wilhelm nach den ungarischen Manövern i bei GuenS, die, wie schon gemeldet, in der Zeit vorn ! 16. bis 22. September abgehalten werden, mit Kaiser Franz Joseph nach Budapest geht, daS er noch nicht kennt. Beide Kaiser werde» in der Ofener Hofburg einen mehrtägigen Aufenthalt nehmen. Von Budapest geht Kaiser Wilhelm mit Kaiser Franz Joseph nach Schönbrunn bei Wien, wo sich die Majestäten gleichfalls mehrere Tage aufhalten werden.
* Als Herr Miquel in Frankfurt «schien, um mit den Finanzkollegen der anderen Bundesstaaten das große Suchen nach neuen Steuern zu eröffnen, war die wackle Börse am ersten zur Stelle, um ihn zu begrüßen und um gutes Weiter zu bitten. Sie schickte ä eine Deputation von Maklern zu ihm, die ober wenig ; getröstet von bannen gegangen sein soll Herr M qnel l hat erklärt, eine Erhöhung der Börsensteuer fei nner« ? läßlich, jedoch glaube er nicht, daß dies auf dem Wege ; der Äonttngentiumg erstrebt werde. Die Deputation ' soll feen Eindruck gehabt haben, daß eine Verdoppelung ; wählten zur Eidesleistung nach München zu berufen, n . .cwxr,... ■ . - der Börsensteuer g-p ant sei. Das stand schon in der l und den Herrn Kardinal-Erzbischof mit der Abnahme
Iqon das erste Mal beim 1200jährigen Kilianr-Jubi- Vorlage vom letzten Winter. Die Börsenmänner baten - der feierlichen Ablegung deS tridentinischen Glaubens« _^a?re . gewesen, auch diesmal I nun, „wenigstens die Arbitrage zu scho.ien". Herr I bekenntniffeS und des Eides für das bischöfliche Amt
i * Graue Militärmäntel werden voraussichtlich I im Saufe be« nächsten Jahres nicht nur für die Offiziere, sondern auch für die Mannschaften der j Armee zur Einführung kommen, wie die BekleidungS- l Abtheilung des KriegSministeriumS dem „Konfektionär" ! auf Befrage.1 mitgetheilt hat. Bekanntlich bringt man in militärischen K-eisen der beabsichtigten Neuerung wenig Sympathie entgegen, denn die grauen Mäntel ! werden durch schlechtes Wetter hart mitgenommen, \ schmutzen leicht und nutzen sich leichter ab. Vielfach i wird auch behauptet, daß sie „ihren Beruf verfehlen", ! wenn eS ihre Aufgabe fein soll, durch die graue Farbe die Soldaten vor dm Augen deS Feindes mehr zu verdecken. Trotzdem werden sich gewiß wiederum „mili« tärische Autoritäten" finden, welche die Anschaffung von grauen Militärmänteln für dringend erforderlich erklären im Interesse der „Sicherheit und Ehre des Vaterlandes". Daß die Neueinführung der grauen Mäntel mit ganz bedeutenden Mehrkosten verknüpft ist, versteht sich von selbst. Aber eS wird ja die famose Reichssteuer« „Reform" geplant, die hiefür wie für andere militärische Dinge Geld beschaffen soll.
* Der Ingenieur Paasch, der sich zur Beobachtung seines Geisteszustandes in der Charite befindet, ist, wie Berliner Blätter mit Bestimmtheit behaupten, von den Aerzten für derartig geistesgestört befunden worden, daß sie ihn für verhandlungsunfähig erachten.
* Pofe«, 8. Aug. Der Kuryer PoznanSki schreibt, die Meldung, Kardinal LedochowSki besuche Berlin und Posen, ist grundfalsch.
Mitglieder, welche bereits sehr zahlreich und froh- begeistert für den Katholikentag sich angemeloet haben, zur Versendung kommm, dazu der wuhergestellte, ver- mehrte und verbesserte „Führer durch Würzburg und Umgebung". Dem „Führer" ist beigegeben ein Monu- mentalplan der Festüadt, welcher alle monumentalen Sehenswürdigkeiten der schönen Mamstadt en miniature, sehr zierlich, aber dabei recht gut erkennbar, zur Anschauung bringt und den fremden Besucher der Stadt leicht, schnell und spielend orientbt, da die gesuchten Monumente auf dem Plane an ihren Plätzen stehend, sofort gesunden und erkannt werden können. (Der Plan an und für sich kostet im Handel 2 Mark. Hier wird er sammt dem eleganten „Führer" den Mitgliedskarten gratis beigegeben. Die Vorderseite des Umschlages dieses „Führers" ziert im Bilde ben Festbau mit der Lud« wigkhalle, wo die Versammlungen abzehalten werden. Wohl hat d-e Generalversammlung der Katholiken Deutschlands noch in keiner größeren Festholle wie die hiesige ist, getagt, doch dürfte eS gut sein, die nöthigen Mitgliedskarten schon jetzt sich zu verschreiben (Adresse: Herr Magistratsrath Lothar Seuff-rt, Würz« bürg, PckerSplatz), da nach den vorliegenden Anmel- ! düngen, sowie gemäß der starken Anziehungskraft der i blühend schönen, prächtig gelegenen und ungesunden I Stadt Würzburg wie des daselbst sich darbietendm Hochgenüsse- der Besuch voraussichtlich ein großartiger j und begeisterter Werben wird. Tas Gleiche gilt von der Wohnungsbestellung (Adoss?: Herr"R.>chtS- ! rath Brand, Würzburg, Magistratsgebäude). Es werden \ alle in der Musenstadt behaglich und gut untergebracht ! werden. Ueber 200 Altäre stehen den Priestern be« Hufs Celebrirens in den vielen und eigenartig ; schönen Kirchen der thurmreichen Feststadt von früher Stunde an zu Gebote. Die Kathedrale von Würzburg ist ja bekanntlich in Deutschland der größte Dom romanischen Sly es. DaS an den drei Abenden vor« geführt werdende KilianSfestspiel wird, wie es i schon das erste Mal beim 1200jährigen Kilic
* Köln, 7. August. Die Ernennung deS Herm Oberpfarrers Dr. Schmitz zum II. Weihbischof der Erzdiözese Köln bestätigt sich. Der hl. Bat« Papst Leo XIII. hatte untrem 23. Juli ds. Js. der Nuntiatur in München mitgetheilt, daß er auf Wunsch Sr. Eminenz des Herrn Kardinals-Erzbischof von Köln den Herrn Oberpfarrer Dr. Schmitz zu ftrefelb zur bisch-fl chesWürde «!ch«be*Ed beizeiten zum Suffeagan« Bischof (Weihbifchof) der Erzdiözese Köln ernennen wolle. Der hl. Vater hatte gleichzeitig möglichste Beschleunigung dieser Angelegenheit angeordnet und ben Nuntius vo» München mit der Führung des kanonischen Prozesse- beauftragt. Dieser hat am verflosienen Donnerstag seinen Abschluß gefunden. Der Weisung des heiliges VaterS folgend, und um dem hochw. Herrn Kardinal
___ 20. Jahrgang
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August hat der Herr Kardinal-Erzbischof den Neugewählten zum Domkapitular an der Metropolitan«
Sie fand indeß nicht die Zeit, diese Worte, die ihr auf ben Lippen schwebten, auszusprechen, denn gerade kam Madame Augustine darüber herein.
Lucie sollte einer Kundin des Hauses eine Robe anpaffm, und so verließ sie also, nachdem sie die Tochter deS M llionärS gegrüßt hatte, das Geschäft.
Mary bestellte, lediglich um die Zeck tobt zu schlagen, einige Kostüme, bie sie gar nicht nöthig hatte, ließ sich bann, halb schlafenb in ihrem Wagen, in’« Boulogner Gehölz fahren und kehrte nach einer Stunde wieder nach Hause zurück.
Fünf Uhr schlug es, als sie heimkehrte.
Die Rückkehr Harmant's war einstweilen noch zu erwarten.
Mary ahnte freilich nicht im Entferntesten, daß Harmant, obgleich er wußte, daß feine Tochter ihn ungeduldig erwartete, absichtlich mit der Heimkehr zögerte, denn mit Schrecken frag er sich, welche Antwort re feiner Tochter geben solle.
Mittlerweile war eS halb 7 Uhr geworden — er mußte sich jetzt nach Hause begeben.
Als er, zu Hause angelangt, den Wagen verließ, versuchte er, so gut er eS vermochte, seinen GesichtS- zügen einen freundlichen Ausdruck zu geben, stieg dann zum Zimmer Mary's hinauf.
DaS junge Mädchen eilte ihm entgegen und fiel ihm um den Hals.
(•) Würzburg, 9. Aug. Jmm-r näher rücken die lands bereits angemeldet. Zahlreiche illustre Kenner und
Tage, welche in WürzlurgS Mauern bie Elite bet Freunde der Kunst haben sich von weither, selbst von
kath. Gelehrten und eine zahlreiche Sch rar übelzmgungS-- treuer Katholiken, Abel und Priester, Bürger unb Studenten versammeln werben. Aber es rücken auch , ö .... die vielen und schönen, praktischen Vorbereitungen ! dahier stattfind.n wird. Nachdem nun aber auch die seitens des Lokal-Komiteis dis zur Vollendung glück- diesjährige Kartellv -csammiung der kathol. Stubenten» lich vor und versprechen einen großen, gedeihlichen Er- ' " ‘ ~ -
folg. Vom 10. d. M. an werben bie Karten der