20. Jahrgang
FilldntlMZkitiliig
lichturhne Arbeit
mi
empfohlen.
meisterS erinnern.
„Mein Bankier," hob Harmaat an, „hat mir Sie ’
ien Nachrichten zufolge f in die Luft geflogen, geriethen in Folge der
ibm mich verau« l, und in meine
.Dienstag, den 27. Juni 1893^
WW^ An unsere verehrliche« M Postabonnente« M richte« wir die Bitte, das Abonnement ans die ,Kuldaer Leitung', falls es «och nicht geschehen ist, gefl. « nverzüglich zuerneuer«. Wir könne« ««r da«« de« ««n«terbroche«e« Weiterbezug der »Fuldaer Zeitung' zusagen, wen« dieselbe mindestens zwei Tage vor Begin» des neuen Quartals bestellt wordeu ist. Bei verspäteter Bestellung liefert die Post mir gegen Rachzahlnng von 10 Pfg. die bereits erschienenen Qnartalsnummer«.
von China ist hierher gelangte ein französisches Kriegsschiff 60 Häuser eines KüstendorfeS g Explosion in Brand, wobei 17 Personen in den Flammen ihr Leben einbüßten.
* Christiania, 24. Juni. Die Polarexpedition Nansen'- hat die Reise heute Mittag auf dem Schiffe „Fram" unter den Ovationen einer zahlreichen Mm-
—.........Erschemt täglich. Sonn- und Friertage ausgenommen. - Inserate kosten die einspaltige Zeile oder deren Raum 15 Pf., bei Wiederholungen entsprechend« Rabatt.
Brertcljährllcher AbonnementSpreiS ohne Brrngerlohn und Bestellgeld mit der belletristischen Sonntagsbeilage »Sterne und Blumen' in Fulda und auswärts 1 Mark 50 Pfennig.
„PaulAl-xander Hürokant, Jngmieur u. Mechaniker, ! Paris, rue Murillo 2." z
„Gewiß, nur bedarfoich einer Vollmacht." • „Wollen Sie dieselbe gütigst niedmschAbm?" „Gewiß, Sie bsvuchm alsdann nu^zu unterzeichnen.
Also Ihren Namep und Beschäftigung?"
„Sehr ehrenhaft für mich," fiel ihm Georges Wort. X,
„Ich bin ein Franzose," fuhr Harmant fort^ich komme von ADrrka, wo ich eine große Mafchiy«» fabrik leitete. Die Gesundheit meiner Tochter Wunsch, in Frankreich zu wohnen, laßt, in New-Nors^AlleS zu verlaus Heimath zürückzukehren; aber ich kall , leben^obgleich er mein Vermögen mir erlaubt, und so möchte ich in Frankreich meme Fabrik wieder einrichten. Ich chabe in CWrbevoie große Gebietstücke gekauft, ^begegne aber in dem Augenblicke, w^ich denMau/be« ginnen will, vielen Schwierigkeiten." r z .
„Welcher'«!?" frug Georg. /
Harmant setzte ihm die Sache auseinander undüegte den Kauft»« vor, welchen Georg aufmerksam duchlaS.
„Sie stad durchaus in Ihrem Rechte, sagte er dann, „und Sie werden den ProA gewinnen, wenn Sie ibr beginnen* 1 *
„®ie wollen also die Sache übernehmen?" "
Endlich entlarvt!
Roma» von R. von Wollersheim.
(49. Fortsetzu»».)
Sein Bankier rieth ihm, nicht zu einem der berühmtesten Anwälte von Paris zu gehen, weil sie sich mit solchen „Bagatellen", wie er meinte, kaum befassen würden, sondern gab ihm die Adresse einer gewissen Anwalt- Georg Darier an, den er, wenn er auch noch ein junger Mann sei, nur durchaus empfehlen könne.
Sofort begab sich alfo Harmant zu der Wohnung des Anwalts. Georg, das Adoptivkind der Frau Klariffa Darier, war jetzt etwa zwanzig Jahre alt und hatte alle Erwartungen, die man bezüglich seiner gehegt hatte, erfüllt.
Seit zwei Jahren war er in die Liste der Pariser Rechtsanwälte eingetragen und hatte sich bereits durch gläkizende Leistungen ausgezeichnet, wie er denn auch bei seinen Kollegen sehr beliebt und geachtet war.
Alle waren der Ansicht, daß er noch eine glänzende Laufbahn machen werde.
Ja feinem ArbeitSkabinete in der Rue Bonaparte fielen zwei Objekte sogleich auf, welche sich von der übrigen AuSmöblirung wesentlich unterschieden.
Er waren dies zunächst eine kleine Bibliothek in einem einfachen Gestell, eine Erinnerung an den guten
jchmmmge angetreten.
* Zu dem von unS bereits gemeldeten die englische Marine schwer treffenden Unglück liegen unS heute nähere Mitcheilungen vor: DaS englische Mittelmeergeschwader war auf der Fahrt von Syrien NM Tunis und benutzte dieselbe zu Manöverübuugm. ^Während eines solchen Manövers an der syrischm Käste in der Nähe von Tripolis erfolgte Nachmittags der Zusammenstoss des Panzerschiffes "Camp er down" mit der „8iltor»£.:- Der Rammsporn des Camperdown traf die rechte Sette der Viktoria und durchbohrte chreu Panzer unterhM' des vordersten ThurmeS, wo dar ganze Gewicht des Panzerschiffes konzmkjrt war. Die Bittoria schlug sofort nach recht^ua^und sank so schnell (innerhalb 15
Deutsches Keich.
Berlin, 24. Juni.
* Das Gerücht von b’t Verlobung des Großfürsten Thronfolgers von Rußland mit der Prinzessin Alix von Hessen scheint bis jetzt der Begründung zu entbchren. Der Großherzog von Hessen und feine Schwester werden, wie die,Post' hervorhebt, wenigstens nicht zur Hochzeit des Herzogs von Joix nach England gehen, zu der bekanntlich der Großfürst- Thronfolger erwartet wird.
* Stichwahl - Ergebnisse der Reichshauptstadt: Berlin I. Gewühl Dr. LangerhanS, steif. BolkSp., mit7145StimmengegenTaeterow, 5267. BerlinII. Gewählt Richard Fischer, Sozd., mit 29,704 gegen Birchow, steif. BolkSp. mit 19,742. Berlin in. Gewählt Vogtherr, Soziald., mit 14,63 gegen Muvckel, freif. BolkSp. mit 9697. Ungiftige Stimmen 340. Berlin V. Gewählt Schmidt, Sozialdemokat, mit 11,245 gegen Dr. Baumbach, freisinnige BolkSp., 9273 Stimmen.
* Die ,Kreuzztg.' bemerkt fchon jetzt: „Alle Anzeichen weifen darauf hin, daß man sich in den Nachbarstaaten darauf einrichtet, für den Fall der Au» nähme der Militarvorlage, in Rußland sowohl wie in Frankreich, an eine neue Vermehrung der eigenen Streitkräfte zu gehen." Sobald das geschehen ist, wären wir dann wieder an der Reihe. Und so geht die „Schraube ohne Ende" ewig fort.
• Dir vom vorigen Reichstag beschlossene Novelle zum Wnchergesetz ist unter dem 19. Juni vom Kaiser fankttonirt worden und wird jetzt amtlich veröffentlicht.
* Der BuudeSrath hat, wie amtlich bekannt gegeben wird, in seiner Sitzung vom 2. d. M. beschlossen, daß auf die Erzeugnisse der deutschen Kolonien und Schutzgebiete die vertragsmäßigen Zollsätze in Anwendung zu bringen sind.
* Dar Herrenhaus tritt am 27. ds. Mts. in die Berathung der Steuergesetze ein. Bei der heutigen 2. Berathung des Kommunalsteuergesetzes in der Herrm- hauSkommission wurde auf Antrag der Subkommisfion in bestimmterer Weife, als es daS Abgeordnetenhaus formulirt hatte, festgestellt, daß auch daS Einkommen aus außerpreußischem Eigmthum und Gewerbebetriebe zur Gemeinde-Einkommensteuer herangezogm werden kann.
* Auf der Tagesordnung der am 17. dS. Mtk. stattfindenden Sitzung der AbgeordueteuhaufeS stehen: 2. Abstimmung über das vom Herrenhause abgeänderten Wahlgesetz, 2. Berathung des Antrages der Dänen
2000 Stimmen Mehrheit gegen den Sozialdemokraten gewählt.
* Elberfeld-Barmen, 24. Juni. Harm, Soz., mit 2500 St. Majorität gewählt.
* Offenburg (Baden), 24. Juni. Reichert, Centrum, 9292, Schauenburg, nationalliberal, 8364 St. DaS Centrum hat dieses Mandat behauptet.
* Lahr (Bad n), 24. Juni. In der Stichwahl ist Schaettgen, Cent rum, mit 9585 St. gewählt gegen Sander, natl., auf dm 8522 St. fielen.
* Konstanz, 24. Juni. Hug (Centrum) gewählt.
* Freiburg (Baden), 24. Juni. Marbe (Centr.) \ gewählt.
* Leipzig, 24. Juni. Haffe, nationalliberal, ! 16,241, Pmkau, Sozialdemokrat, 14,225 Stimmen.
* Die feierliche Enthüllung des dem Großherzog Friedrich Franz II. von Mecklenburg in Schwerin entrichteten Denkmals findet Mitte August statt. Der Kaiser wird einer Einladung, die ihm der Großherzog überbracht hat, entsprechen und bei der Enthüllung zugegm sein.
* Straßburg (Elsaß), 23. Juni. Der geftetn hier stattgehabte BereinStag der Raiffeisen'sw en Darlehenskassen mit Gmeralversammlung nahm einen glänzenden Verlauf. Ungefähr 800 Personen nahmm Theil. AuS dem Berichte des GeneralanwaltS Kremer geht hervor, daß der Verein im faufenben Jahre 1175 Vereine umfaßte. Die Zahl der neu eingetretenen Vereine belief sich im verflossenen Jahre auf 203. Der Gefammtwerth aller gemeinschaftlichen Bezüge stellt sich auf 11 Millionen Mark. Die Darlehenskassen, welche 17 Verbände und 24 Unterverbände Umfassen, finden außerhalb DmtfchlandS besonders in Oesterreich Eingang. AIS Ort für dm nächsten BereinStag wird Kassel bestimmt.
Ausland.
* Paris, 22. Juni. Bei Nigama an der Küste
Kornmunalverbändm für dieses und das folgende Jahr immerhin noch eine nicht unbedeutende Beihilfe zu Theil.
* Im Prozesse gegen Bankier Schulze und Genosse» toegen unordentlicher Führung der Geschäftsbücher und Unterschlagungm von Depots in 88 Fällen, ferner Untreue in 12 Fällen und Vorspiegelung falscher Thatsachen in 2 Fällen wurde Bankier Viert zu achtjährigem Gefängniß und Ehrverlust auf acht Jahre und Bankier Schulze zu fünfjährigem Gefängniß und. Ehrverlust auf fünf Jahre verurtheilt.
* Hage«, 24. Juni. Richter 12,633, Breil, Soz., 8533 Stimmen. Richter gewählt. Die Rationalliberalm stimmten für dm Sozialdemokraten, daSCmtrurn für Richter.
* Bochum, 24. Juni. Fuchs, Centrum, 28,512, Harmann, natl. 25,887 Stimmm. Ausstehende Bezirke belanglos.
* Esse», 24. Juni. Krupp mit Hilfe der Sozial- demokratm unter großem Wahldruck gegen Stötzel, Zentrum, mit 25,072 gegen 22,270 Stimmen gewählt.
* Solingen, 24. Juni. Schuhmacher, Sozialist, 11,764. Römer, natl., 8138 Stimmen.
* Tilsit, 24. Juni. KäSwurm (konserv.) gewählt. Der Wahlkreis war zuletzt durch dm Freisinnigen v. Reibnitz vertreten.
* Bielefeld, 24. Juni. Humann, Centrum, mit
Pfarrer von Cheory, und sodann in einer Ecke eine Säule von Ebmholz, auf welcher ein kleines mit einem fchwarzm Mullzmg bedecktes hölzernes Pferd stand.
@eorg hielt dieses Spielzeug als ein vermeintliches Geschenk seiner Mutter Klariffa Darier hoch in Ehrm. Der einzige Bediente Georgi war eine Frau von etwa fünfundvierzig Jahren, und er pfl-gte seine Mahlzeiten zu Hause einzunehmm, wofern er nicht bei Stephan Castel speiste, welcher ihn natürlich sehr häufig besuchte.
Georg war ebm mit einem großen Aktenstücke beschäftigt, als ihm ein gewifler Paul Harmaat gemeldet wurde. Georg ging dem Sinket enben zwei Schritte entgegen — nach einundzwanzigjähriger Trennung stand der Schurke, der Urheber aller Leiden Johanna Portier'S, wieder vor dem Sohne seiner Opfers.
Der Brandstifter von Alfortville, der Mörder Labrone's war fünfuvdfünfzig Jahre alt. Seine Haare, die er nicht mehr färbte, warm mittlerweile weiß geworden.
Georg, welcher zur Zeit dieser Ereignisse kaum drei und ein halbes Jahr alt war, konnte sich natürlich kaum mehr des GefichtSauSdruckeS des ehemaligen Werk«
über die Anwendung des Dänischm als Unterrichtssprache, Anträge über Aufhebung der Staffeltarifs für Getreide re.
* Nach einer Mittheilung der ,D. BolkSw. Korr.' beträgt der auf Grund der lex Hueue den Kam« munal-Verbänden zu überweifende Antheil an den Getreide- und Biehzöllen für daS abgelaufene Etatsjahr 1892/93, wie schon kurz erwähnt, etwas über 36,770,000 Mk. Da nach dem preußischen Etat die Höhe der Ueberweisungm für diesm Zeitraum zu 41,000,000 Mk. angenommen wurde, so beträgt der Ausfall gegen den Anschlag ca. 4,630,000 Mk. Der Feststellung find zu Smnde gelegt dir Getreide- zölle mit 87,571,000 Mk. die Viehzölle mit 8,534,000 Mk., zusammen 96,105 Mk. bei einem Gesammtauf- kommen an Eingangszöllen von 377,917.000 Mk. Er gefolgten sonach gegen daS Vorjahr mit 57,035.000 Mark über 20,000,000 Mark weniger an Ueberwei- sungen zur Bertheilung gegen das Jahr 1890/91 mit ca. 47,250,000 Mk. bei 10,500,000 Mk. Wenn auch eine Wirkung der durch die Handelsverträge bedingten Getreidezoll-Ermäßigungen unverkennbar ist, so kommt bei dm bedeutenden Minderungen der Üeberwrisung doch auch die verhältnißmäßig sehr gute Ernte des Vorjahres zur Geltung, die in gleicher Weise für das laufende Jahr kaum zu gewärtigen fein dürste. Vielmehr ist namentlich eine stärkere Einführung an Roggen gegen das Vorjahr fast sicher in Aussicht zu nehmen; der im Etat für 1893/94 eingestellte Betrag der gedachten Ueberweisungm mit 34,000,000 Mk. dürfte daher jedenfalls überstiegen, sicher aber erreicht werden. Da mit der Annahme des ErgänzungSsteuer-GesetzeS