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Donnerslag, den 15. Juni 1893.
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Wähler der ! Wahlspruch: „Für Wahrheit, Freiheit und Recht
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* Wie der heutige .Reichsanzeiger' meldet, ist der
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« auch her fei„i0e; Herr Richard'Rwr ifein ÄÄ&Ä4JÄ Centrumsmann, und darum nochmals auf i. W. ernannt worden.
Sie schwebte eine Zeitlang zwischen Leben und
Herr Richard Müller wird der CentrumS- des .Vorwärts', besonders die sozial-demokratischUge. fraktron als Mitglied beitreten, und das ist stnnten Einjährig-FreiwMgen tristen, deren es auch doch für uns Katholiken die Hauptsache. Unser tn b*er Jrmfe Sebe-.
an.t.c.n «... ™ „ Wie der beutiae .ReiübSattreian-' i« s«-
zur Wahl am morgigen 15. Juni! Stehen wir im Kampfe, der diesmal heftiger sein wird als jemals zuvor, fest und treu zum Centrum, treten wir alle, Mann für Mann zur Wahlurne und geben wir unsere Stimme ab für Herrn Richard Müller in Fulda und für keinen Anderen!
Herr Rentner Richard Müller in Fulda ist ein vollständig freier, unabhängiger Mann, der nach oben und nach unten keinerlei Rücksicht zu nehmen braucht, und zugleich ein Mann, der auch die geistige Befähigung sowie den nothwendigen Eifer besitzt, im Reichstage für die ihm anvertrauten Interessen seines Wahlkreises erfolgreich zu wirken. Wie Euch Allen, ihr Centrumswähler von Fulda-Schlüchtern-GerSfeld, be- kannt, ist Herr Richard Müller am Pfingstmontag von etwa 200 Vertrauensmännern als Euer Wahlkandidat aufgest llt worden. Derselbe hat damals und in zahlreichen späteren Versammlungen unter dem jedes- maligen Beifall der Anwesenden sein Programm in klaren, festen Grundzügen entwickelt. Er hat vor Allem erklärt, daß er in der Militärfrage gegen den Antrag Huene sei und auf dem Boden der Wmdthorft- scheu Resolutionen vom Jahre 1890 stehe, sowie daß er für dauernde Einführung einer zweijährigen gesetzlichen Dienstzeit ohne erhebliche Mehrbelastung der weniger gut bemittelten Steuerzahler eintreten werde. Herr Richard Müller hat seinen Wählern noch das wettne Versprechen gegeben, daß er das geheime direkte Wahlrecht schützen helfe, einen angemessenen Schutzzoll im Interesse der Landwiithschaft für unentbehrlich, irdoch stälkere Steuerbelastung von Bier, Branntwein, Tabak u. dgl. für unthunlich, daß er ferner den weiteren Ausbau der sozialpolitischen Gesetzgebung für notwendig und das sog. Kleb egest tz für v-lbesserunas. bedürftig halte.
deutlich, als er in einer französischen Zeitung die Ber- urtheilung Johanna's zu beständiger Zwangt hast laS.
Natürlich gab d-ese V-rurtheitvng dem Schurken, welcher nicht das geringste Mitleid für die arme Frau fühlte, weitere Gewißheit seiner Straflosigkeit.
Er erinnerte sich nicht einmal mehr, daß er diese Frau einst geliebt batte!
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Es gibt viele Leute, welche üie>z ugt sind, daß die Just z unfthlba-" ist, obwohl so viele Jrrthümer der Gerichte das Gegemh"l beweisen.
De a tige Leute nöien vielleicht vor der Verurthei- lung an d:e Unschuld des Ang-klagten glauben; nach dkm Urtheilssp uche aber sind sie in der Meinung, daß Richter und Geschworene nicht irren können, daß sie mithin selbst im Jcrthum befangen waren.
Genau so erging es auch dem Pfar er von Cheo y, seiner Schwester und d?m Maler, welche, nachdem sie bei den Gerichrs-V rbandlungen so v eie niederschmetternde Beweise gegen Johanna hatttn Vorbringen hören, ihre Ansicht vollständig geändert hatten und sich nun sagten:
„Diese Fra t hat uns dennoch sehr geiäaschr . . . Nun, wir wollen suchen, sie zu verg-sien und nur
M m hatte sie iofort nach der Krankenabtheilung des Gesar.gwfses St. Lazare bringen wüsten, denn
Wir stehen wiederum am Vorabend einer Wahlschlacht. Alle Vorbereitungen sind getroffen. Die Wichtigkeit der morgigen Reichstagswahl ist den Katholiken durch Wort und Schrift genugsam an's Herz gelegt worden. Es kommt jetzt nur noch darauf an, daß man zur Wahlurne hiugeht und den Stimmzettel abgibt, sowie daß man etwa säumige Wähler veranlaßt, das Gleiche zu thu«.
Wir haben speziell in unserem Wahlkreise Fulda-Schlüchtern-Gersfeld eine Niederlage nicht zu erwarten, wenn alle CkN- trnmswähler bis aus den letzten Mann im Wahllokal erscheinen und für Herrn Richard Müller aus Fulda stimmen; im Gegentheil, wir werden dann, aber auch nur dann, einen glänzenden Sieg erringen.
Namentlich auch an die Katholiken des Wahlkreises Hanau-Gelnhaufen-Orb richten wir in letzter Stunde nochmals die eindringliche Bitte, Mann für Mann zur Wahlurne zu gehen, well sie hoffen dürfen, durch vollzähliges Erscheinen ihren Kandidaten, Herrn Franz Hitze, in die I Stichwahl zu bringen.
Auch in den anderen kurhessischen Wahlkreisen, wo das Centrum nur Zählkandidaten aufstellen konnte, möge Jedermann seiner Wahlpflicht^ Genüge leisten. Bleibe Niemand ! unthätig zu Haufe, wo es sich um eine fo außerordentlich wichtige Sache handelt wie die morgige ReichstagSwahl.
Wähler der Eentrumspartei!
_ Es gilt die Spekulationen unserer Feinde auf Verfall oder Schwächung der Centrumsfrak- tion zu Schanden zu machen; es gilt unsere Ehre zu retten. Die Parole des katholischen deutschen Volkes in seiner Gesammtheit lautet wie immer:
„Für Wahrheit, Freiheit und Recht!"
Wohla« de««, auf zur Wahl!
Möge Gott den Entscheidungstag zu einem für Thron und Altar, für Volk und Vaterland segensreichen gestalten.
Deutsches Keich.
Berlin, 13. Juni.
« Vm Hrn. v. Egidy warnen heute sowohl die .VolkS-Ztg.' als die .Berliner Ztg.', nachdem die ,Voss. I Ztg ' eS bereits gestern gethan hat. Man sollte die i Berliner nicht für politisch so kindlich halten, daß sie i sich für eine Reichstags-Kadidatur dieses Kon- fusiolianuS begeistern, und doch ist eS der Fall. In Berlin ist aber „nichts so dumm, eS findet doch sein Publikum". Die Einen sind für Ahlwardt die Andern für Egidy. Egidy erklärt zur Militär- Vorlage, eS kämen keine Kriege wieder, deshalb fei das Militär nicht nöthig; beweise ihm aber Jemand, daß Kriege möglich seien, dann werde er alles annehmen! Sollte man eS glauben, daß ein solcher Politiker Tausende von Anhängern hat?
* Im Geiste sieht die ,Narionall.-Ztg.' schon die „linke" Seite des Centrums in Hellen Haufen in die natioualliberale Partei eintreten. Sie sucht dieser linken Seite klar zu machen, daß der Kulturkampf eine abgethane Sache sei: die Liberalen dächten nicht daran, den Katholizismus als solchen zu bekämpfen, und das katholische Bürgerthum hätte alle Ursache, sich seiner Interessengemeinschaft mit dem übrigen liberalen Bürgerthum bewußt zu werden. Das Blatt schließt mit der Frage: „Immer dringender fordert der Papst Leo XIII. die Katholiken Frankreichs zum Anschluß an die Rpublik auf, trotz der Kränkungen, die sie ihr zu verzeihen, trotz der berechtigten Ansprüche, bereit Befriedigung sie von ihr zu verlangen hätten; sollte es den deutschen Katholiken unmöglich sein, den Bund mit dem LiberaliS- m uS, gegen «den sie keine Beschwerden mehr zu erheben hoben, von dem sie nichts als künstlich erzeugte Vorurtheile trennen, zur gemeinsamen Arbeit für dar Vaterland und für die aus der Tiefe her bedrohte Freiheit und Ordnung wieder zu schließen?!" Die Nationalliberalen muffen doch schrecklich heruntergekommen sein und ihren gänzlichen Untergang schon vor Augen sehen, sonst könnten sie eine derartige Frage nicht stellen. Versunken aber nicht vergessen, wird man wohl bald der Partei ous's Grab schreiben können.
Sorge trugen, daß dieses Kind nnmalS erfahre, mit - eine G hirneutzündung war ausgebrochen, welche Schmach der Name feiner Mutter beladen ist." ! oitt«
Endlich entlarvt!
Roman von R. von Wollersheim.
(39. Aorlietzung,)
Der Geburts-Akt Harmaur's, sowie die Sterbe-Ur- kunde seiner Eltern langten cuf telegraphische Anfrage in Burgund sehr bald ein und der Mechaniker heirathete Noemi.
„Ein unverschämtes Glück, was mein Bett-r Hai'" dachte Ovide ber sich. „Gleichwohl möchte ick gar zu gern seine Gch-imnrste kennen lerne:?. Nun, früher oder später werde ich wohl ein Mittel finde!-, ihn meinen kostbrien L queur ichm cken zu lassen. Wenn sich nur eine Gelegenheit böte!"
■ Diele Gelegenheit herbeizuführen war allerdings gerade nrchts Leichtes, denn Hrrmant hrelt sich Ovide gegenüber durchaur zurück und schloß sich van ihm ab.
Ov de wurde j-ooch nicht mrthlo^, sondern be- fchlon, geduldig zu warten.
Noemi fühlt- sich inzwischen durchaus glücklich, um so mehr, als die Geschäfte ihres Güten und Vaters ausgezeichnet ging «'n.
Garant, wa- so zu sagen ein anderer Mann geworden und die Erinnerung an seine V rbiecher. sch-en in ihm au-g-lösch: zu sein.
Erst an dem Tage erinnerte er sich b<r Sache fihr
* In nationalliberalen Zeitungen wird jetzt regelmäßig die Beschuldigung gegen das Centrum er- hoben, es stelle die Partei über daS Vaterland. Das ist unwahr. Wenn das Centrum aber so handeln würde, so würde eS nur das Beispiel des Gustav Adolf-Vereines nachahmen. Durch die Verherrlichung des schwedischen VaterlandSverwüsterS, der im Solde Frankreichs zu uns kam, stellt dieser Verein t h a t s ä ch l i ch seine Partei über das Vaterland. Und war die Handlungsweise vieler protestantischen Fürsten, besonders aber der Calvinismus (und nicht nur in Deutschland) etwas Anderes, als daß die Paitei-Jn-
Frau Darier sollte, so hatte Letztere mit ihrem Bruoer verabredet, unverzüglich die zur Adoption der Kindes r öthigen Schritte thun, eine Angelegenheit, die rasch erledigt war, so daß also die Adoption des KindeS Johanna Portier's vollständig gesetzlich erfolgt war.
Das K?nd hieß demnach jetzt George Darier.
Der Pfarrer war sein erster Lehrer und fand in ihm einen ebenso einsichtigen als fleißigen und gelehrige» Schüler.
Beide, Bruder uab Schwester, liebten dar Kind aus's Innigste und setzten ihren ganzen Stolz und ihre ganze Hoffnung auf ihn.
Man vergaß Johanna, oder suchte vielmehr sie zu bergfff en; noch imm r erinnerte, außer dem Kinde selbst, das kleine hölzerne Pferd an sie, von welchem das Kind sich nicht hatte trennen wollen und welches Frau Tarier als eine kostbare Relique verwahrte.
Man hatte G -org anderes, ganz neues und größeres Spielzeug gekauft.
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J-Hanna überlief es, wie wir wissen, fieberheiß, als sie bei: UttheilSipmch vernahm.
* Neuerdings verlautet, der Reichstag werde erst ! am 11 Juli em&erufer.
I * Em vertraulicher Erlaß des Kaisers soll, wie der .Vorwärts' erfahren haben w:ll, vor einiger Zeit an die gesamwte Armee ergangen fein, nach welchem Sozial-Demokraten nicht zu Gefreiten und Unter- offneren anarciren dürfen. Das soll, nach Annahme