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Beilage zu Nr. 75 der „Fuldaer Zeitung".

Sonntag, den 2. April 1893.

Osterfreude.

Schwing dich auf, meine Seele, vom irdischen Thale, Steig' empor zu dem himmlischen Wonnegefild;

Mit dem Heiland, dem glorreich erstandenen Erlöser, Mit dem Heiland, der Hölle und Tod hat besiegt Stimm mit ein in den jubelnden Freudengesang: Alleluja schallt's heut in den himmlischen Hallen Alleluja singt freudig die christliche Welt, Alleluja I Alleluja! Alleluja!

Komm' zum Grabe, der verlassenen traurigen Stätte, Wo geruht der gekreuzigte Leichnam deS Herrn, Komm' zum Grabe, dem Schauplatz des glänzenden Siege-, Wo gerungen, gesieget der göttliche Held, Du bist, Hölle, geschlagen, Überwunden, besiegt, Drob hoch jauchzt der Himmel, die Erde frohlockt, Immer wieder klingt jubelnd der fröhliche Chor: Alleluja! Alleluja! Alleluja!

Erd' und Himmel sind heute auf immer versöhnet, Jesus Christus ist Mittler geworden der Welt, Weit geöffnet ist's lange verschlossene Thor Uns're Schulden sind getilget, vergeben, gesühnt. Steh' auf drum und erwache vom Schlafe der Sünde, Komm', folge dem Heiland, der freundlich Dir ruft, Lege ab, was des Satans, und juble laut auf:] Alleluja! Alleluja! Alleluja!

Ungleiches Verfahren

gegenüber katholische« und evangelischeu Schule«.

(Schluß.)

Auf die Rede deS Herrn Abg. DaSbach antwortete der Herr Ministerialdirektor Dr. Knegier ungefähr Folgendes : War den letzten Vorwurf anlangt, fo ist ein katholischer Vater berechtigt zu verlangen, daß seine Kinder in die katholische Schule gehen. Der Betreffende soll sich an die höhere Instanz wenden, und er wird Abhilfe erreicht. In den östlichen Provinzen gibt er viele überfüllte Schulen. Die Verwaltung hat nicht die Mittel, um in ärmeren Gegenden noch nothwendige Bauten ausführen zu können. Darum möge man uns mehr Mittel gewahren. — Der Herr Vorredner hat das Verfahren getadelt, welches beobachtet wird, wenn Privatschulen zu öffentlichen erklärt werden. Er hätte aber seine Rede halten sollen, als hier im Hause be» rathen wurde, ob dar Gesetz vom 26. Mai 1887 auf­gehoben werden solle; daS Gesetz gibt die Entscheidung dieser Fragen dem KreiSauSschufle und dem Provinzial- rathe. DaS Verfahren ist sehr umständlich. Wenn der KreiSauSschuß nicht der Gemeinde die Verpflichtung zur Uebernahme der Privatschule auferlegt, dann kann die Regierung an den Provinzialrath gehen und wenn dieser nun der Gemeinde die Verpflichtung auferlegt, kann die Gemeinde bis zum Oberverwaltungs-Gericht gehen mit der Frage, ob sie de jure verpflichtet ist, die Kosten der Beschulung der Kinder der betreffenden Konfession zu tragen. — Durch die Ausführungen deS

Herrn Vorredners zog sich der Gedanke hindurch, als wenn die Regierung in irgend einer unparitätischen Weise die Frage der Gründung von Schulen entscheide, je nachdem zu Gunsten der Evangelischen oder der Katholiken eine Schule gegründet oder als öffentliche erklärt werden soll. Ich behaupte, daß die Unterrichts- Verwaltung ganz objektiv diese Frage entscheidet, ins­besondere nach der Zahl der zu beschulenden Kinder. Die Nachrichten der Presse, auf welche sich der Herr Vorredner beruft, sind ungenau. WaS Melchendorf anlangt, so besuchen die dortigen evangelischen Kinder die Schule in Wendifch-Holzhausen. Der dortige Schulvorstand wollte die Kinder nicht mehr zulassen. Die kirchliche Oberbehörde hat nun bei der Regierung angeregt, man möge für 39 evangelische Kinder in Melchendorf und Umgegend eine eigene Schule in Melchendorf errichten. Die OrtSbehörde hat erklärt, daß bei der verhältnißmäßig geringen Anzahl von Kindern ein Bedürsniß zur Errichtung einer solchen Schule nicht vorhanden sei. In ähnlicher Weise prüfen wir auch die Wünsche der Herren Bischöfe. ES ist ein Druck gegen die Gemeinde Melchendorf nicht geübt worden. Nicht einmal hat die Regierung diesen Plan voll zu ihren eigenen gemacht. Es existirt in Melchen­dorf keine evangelische Schule für 12 Kinder. — Für Rimbeck und Scherfede, welche Dörfer zusammen einige fünfzig Kinder haben, hat das Unterrichts-Mini­sterium die Errichtung einer öffentlichen Schule ange­ordnet. Die Gemeinde Rimbeck hat sich geweigert, der Provinzialrath hat aber der Gemeinde die Verpflichtung auferlegt. In ganz ähnlichen Fällen haben wir auch für die katholische Seite Schulen errichtet, z. B. haben wir in Zappendorf und Umgegend uns Mühe ge­geben, aus Staatsfonds eine katholische Schule zu er­richten. In Preußen erhalten wir unter Berücksichtigung der historisch gegebenen Verhältnisse eine große Zahl kleiner Volksschulen zu Gunsten beider christlichen Konfessionen. Es gibt über 300 katholische Volks­schulen mit 30 und weniger Kindern, z. B. im Bezirk Liegnitz Schulen mit 16, 12, 10 und 6 Kindern. Das sind Diaspora-Schulen, an die wir sehr ungern rühren. Man soll solche Schulen, die schon seit langer Zeit bestehen, den betreffenden Konfessionen nicht wegnehmen. Die Summe, die in Kapitel 121, Titel 34 ausgeworfen ist, dient nur zur Beihilfe an Schulverbände. Also können wir nicht zu Privatschulen daraus Mittel ver­wenden.

Darauf antwortete der Herr Abg. DaSbach: Was Melchendorf anlangt, so ist beim Beginn der Ver­handlungen die Rede davon gewesen, für die 12 evan­gelischen Kinder in Melchendorf die Schule zu errichten. Erst später tauchte der Plan auf, auch aus der Um­gegend noch Orte hinzuzunehmen. — In Betreff

Friedrichsberg's ist die Verpflichtung der Gemeinde am 1. Oktober festgestellt worden, und der Landrath hat 3/< Jahre verstreichen lassen, ehe er die Unkosten der Errichtung der katholischen Schule zwangsweise in den Gemeinde-Etat einstellte. Er hätte also die ent­standene Verzögerung um 9 Monate verkürzen können.

Ministerial - Direktor Dr. K ne gier antwortete: Betreffs Melchendorf sind meine Angaben (daß es sich um eine Schule von 33 Kindern handelt) richtig und die dem Herrn Vorredner zugegangenen Mitthei- lnngen nicht richtig. Betreffs FriedrichSberg muß ich den Landrath in Schutz nehmen. Vor Ausführung des Beschlusses des Provinzialraths mußte genau fest­gestellt werden, welche Summe für die Lehrer-Besoldung und für die Miethe oder für Anschaffung der Schul­lokale nöthig war.

Zur Aufklärung über diesen Streitfall theilen wir betreffs Melchendorf mit, daß der Landrath am 4. Mai 1892 schrieb: „Nachdem sich die Nothwmdigkeit er­geben hat, dortfelbst (in Melchendorf) für die evan­gelischen Kinder am Orte selbst und für Nend ab er- stedt eine besondere evangelische Schulstelle nach Michaelis zu errichten ..." Erst am 14. September 1892 verlangte der Landrath zu wiffen, wie viele evangelische schulpflichtige Kinder in Melchendorf, Neu- daberstedt und Dittelstedt vorhanden seien. — Be­treffs FriedrichSberg erscheint eS sonderbar, daß der Landrath 3/< Jahre Zeit brauchte, um festzustellen, wie hoch daS Gehalt für 4 Volksschullehrer und die Miethe für 4 Bolksschnlklasfen ist. Tatsächlich hat nun auch der Landrath diese Erklärungen angestellt durch einen Brief, auf welchen er sofort eine Antwort erhielt.

Literarisches.

Riebt, Ludwig, „Bunte Erzählungen eines Couvertite»", gr. 8« IV. und 278 Seiten mit einem Lichtdrucktitel. Preis eleg. geh. M. 2.—; geb. in Leinwand und Goldpressung M. 3.—. Süddeutsche Verlagsbuchhandlung (D. OchS) Stuttgart.

Der Verfasser ist kein Neuling in der Litteratur. Seine beiden früher erschienenen Werke: „Heiteres und Ernstes aus meinem Soldatenleben" und „Lebenserfahrungen eines Conver- titen" haben in der deutschen Presse einstimmiges Lob erhalten. Dem Verfasser wurden persönlich die Auszeichnungen hoher und höchster Personen zutheil. Die Feder desselben ist sehr gewandt und schildert uns in populärem Ton die Leiden und Freuden eines Convertiten bei dem inneren Kamps um die Wahrheit. Dieses Buch durchweht ein Hauch religiösen und patriotischen Geistes, voll Glaube und Hoffnung. — Gegenwärtig, wo so viele Federn bemüht sind, den Glauben, die Moral und die Liebe zum angestammten Fürstenhause dem Volke aus dem Herzen zu reißen, berührt es jeden Vaterlandsfreund wohlthuend, daß der Verfasser feine Erzählungen gegen die verderblichen Grundsätze der Zeit richtend, mit Wärme und wahrheitsgetreu zu schildern weiß. Eine derartige patriotische von wahrhaft christlichem Geist durchdrungene Schrift gehört in die Massen des Volkes, sie ist ein mächtiges Schutzmittel gegen die Wühlereien der Vaterlands- losen Sozialdemokratie.

Holzverkauf.

Kgl. Oberförsterei Gersfeld.

Mittwoch den 5. April,

Nachmittags 12'/, Uhr, i, der Kolb'schen Gastwitth- schaft zu Schmalnau

A. Schutzbezirk Dalherda. Distrikt 21 Floßrain, 23, 29 Bremen ück, 31 Kastenhof, 32a Aschenhütte md 33 Fuldaer Wäldchen.

Buchen: 7 Stämme 2. u. 3. Kl. mit 10,38 fm, 109 rm Nutzscheite, 311 rm Scheite, 204 rm Knüppel 1—4. Kl . 55 rm Reisig 1. Kl., Nadelholz: 10 rm Scheite, 46 rm Knüppel 1. Kl.

B. Schutzbezirk Gichenbach. Distrikt 46 Harberg. Eichen: 39 rm Knüppel 1 Kl., 11 rm Reisig 1. Kl. u. 55 rm 3 Kl.

Buchen: 80 rm Reisig 2. bis 3. Kl

Birken: 11 rm Knüppel 1. Kl, 2 rm Reisig 1. Kl.

Nadelholz: 68 rm Scheite, 238 rm Knüppel 1. Kl. u. 28 rm R ist- 1. Kl.

Gersfeld, den 29. März 1893

Der Oberförster: Lampson.

Holzvrrsteigerung auf dem Großherz. Forstrevier Geisa.

Mittwoch, den 5. April sollen folgende Hölzer meistbie­tend verkauft werden:

I. Am Forstorte Grenzkopf bei Langewinden:

73 rm Buchen-Scheite,

61 rm Buchen-Rollen,

24 Hdt. Buchen-Wellen,

II. Am Forstorte Amt. Spahler- berg Apfelbach:

68 Stück Lärchen-Rüststang-n, 103 „ Kiefern- und Fichten- Rüststangen,

1 Stück Eiche,

63 rm Kiefern - Scheite und Rollen,

83 rm Kiefern-Stöcke,

21 Hdt. Nadelholz - Stamm­wellen und

40 Hdt. Kiefern-Astwellen.

Zusammenkunft Vormittags 9 Uhr in Lrngewinden für den Grenzkopf und für den Spahler- berg, Mittags 12 Uhr auf dem Kahlschlage am Spahlerberg.

Absnhrfnft: 6 Wochen.

Zillbach, den 30. März 1893. Großherz. Zächs. Forstinfpektion. Die zweite Etage meines Wohnhauses, Garlkraße Ur. 320 ist vom 1. IM d. I ob zu vermiltben. [896 Heinrich Hesdörffer.

.In einer kleinen Landstadt wird ein tüchtiger, solider Sandlungsgehülfe in der Kolonial- und Eisen- waaren-Branche bewandert, ge­sucht. Offerten sind unter S. Är. 7 an die Expedition dieser Zig. zu richten. [898

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