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das nächste Blatt am Dienstag.

Osterfestes, und auf dasselbe ist die Kirche Gottes schon feit 18 Jahrhunderten fest gegründet: „dauert nichts so lange in den Landen, als dar: „Christus ist erstanden!" In der Auferstehung der Herrn erblicken wir fchon mit Sicherheit den Sieg feiner Kirche. Des­halb betet in frohem SiegeSbe-vußtfein diefelbe im

* Die Cholera scheint wieder auf der Wander­schaft zu sein. In der im äußersten Osten von Ga­lizien belegenen Ortschaft Zalucse sind 3 Cholerafälle festgestellt worden. Dorthin wmde die Seuche aus dem russischen Podolien einaeschleppt. Im Ostm der prm- ßischen Monarchie trifft man bereits Vorbereitungen

Präsident in Marienwerder hat angeordnet, daß jeder Arbeitgeber, in besten Diensten rusfifch-polnische Arbeiter stehen, verpflichtet ist, jeden irgendwie cholera­verdächtigen Fall binnen 12 Stunden bei der Orts- Polizeibehörde anzuzeigen.

* Bon der Kommandit-Gesellschast Joh. Friedr. Willmann und Co. in Berlin wird der .Köln. Ztg.'

Erscheint täglich. Sonn- und Feiertage ausgenommen. — Inserate kosten die einspaltige Zelle ober dtren Raum 15 Pf., bei Wiederholungen entsprechender Rabatt.

Vierteljährlicher AbonnementSpreiS ohne Bringerlohn und BestellgeÜ) mit der belletristischen Sonntagsbeilage .Sterne und Blumen' in Fulda und auswärts 1 Mark 50 Pfennig.

* Das heilige GSersest

Deutsches Reich.

Berlin, 30. März.

°uf die .Fuldaer Zeitung' 21HIP lIllHni str das 2.Quartal 1893 wer- jjen fortwährend von allen Post­anstalten, den Boten und in der Expedition angenommen.

Verbannt.

Rach dem Englischen von I. Rüttgers.

(43. Fortsetzung.)

Pietro hatte kein Wort der Unterredung verloren, welche Gwendolins nach einer kurzen Pause wieder auf- uahm.

„CS ist hohe Zeit, Ronald," sagte sie, „daß Du wieder in den Saal zurückkchrst, „und ich will mich wieder auf mein Zimmer begeben. Man könnte also meine Abwesenheit bemerken."

„Du hast Recht, meine Theure. Auf Wiedersehen also. Heute Abend werde ich mit Lord Darkwood sprechen und morgen werden Miß Rorney und ich Dich abholen kommen und dann nach Beechmont ziehen."

Der junge Mann sah seiner Verlobten nach, bis sie unter dm Bäumen verschwundm war und kehrte dann in dm Ballsaal zurück. Nachdem auch er ver­schwundm war, konnte Pietro einen AuSmf der Freude nicht zurückhaltm.

„Endlich ist mir dar Glück günstig! . . ." mur­melte er vor sich hin. „Schon ein halbes Jahr lebte also Gwendoline unter unserem Dache und wir hatten keine Ahnung davon. Jetzt muß ich sie unbedingt in meiner Gewalt habm, ehe Lord Darkwood etwas von dieser Geschichte weiß. An'S Werk also . . . ES thut

Des hl. Osterfestes Wege« erscheint Offizium des hl. Osterfestes: „Warum toben die Serben ‘ — ■' ' [. und sinnen auf EiteleS die Völker. ES stehen auf die

Könige der Erde, und eS kommen zufammm die Fürsten wider den Hrrm und feinen Gesalbten. Aber der im Himmel wohnt, lacht ihrer, und der Herr spottet ihrer." (Psalm 2.) Der alle Mächte der Erde und die ganze Gewalt der Finstemiß zu Boden gerungm und in seiner Auferstehung zu Schanden gemacht hat, der wird seine Lehre und seine Gnade und die christliche Lehre, die beide hütet, erhaltm können, daß sie nicht untergehm, sondern bleiben; er gibt seiner Kirche eine siegreiche Bahn durch die Welt inmitten aller Anfechtungen; alle Jahrhunderte der christlichm Geschichte legm Zeugniß

geschrieben: „Hiesige Blätter brachten geftent Tele­gramme, nach welchen Ihr geschätztes Blatt die Mit­theilung gebracht hat, daß die Dowe'sche Erfindung dem Herm Reichskanzler für drei Millionen Mark an- geboten sei. Wir erlauben unS nun im Auftrage des Konsortiums für die Dowe'sche Erfindung und im

mir leid für Lord Chtlton, aber ich muß dm Ast ab- sägen, auf welchem er sitzt .. . Dieses Mädchen muß mich zum Glücke führen. Aber welchm Weg einmal einschlagen, um sie in meine Gewalt zu bekommen? DaS wird die Frage fein."

6.

Der Tanz dauerte bis gegen Mitternacht; dann wurde ein kleines Souper fervirt und gegen ein Uhr langten die Equipagen an, welche die Gaste nach Haufe brachten. Lord Darkwood geleitete Miß Norwy bis zum Wagm. In dem Augenblicke, wo sie sich von einander verabschiedeten, drückte er ihr zärtlich die Hand und murmelte dabe: „Bis morgen.“

„Morgen," wiederholte der Marquis, indem erzürn Schlöffe zurückkehrte, „morgen werde ich sie um Er- laubniß fragen, meinen Bekannten unsere zukünftige Verbindung anzeigen zu bürfen."

Wenn er geahnt hätte, was am folgenben $age ge­schehen würde! Als er sein Zimmer betrat, fand er feinen Dimer vor, welcher chn erwartete, um ihm beim NuSkleidm behilflich zu fein.

„Pietro," sagte er zu ihm, „ich habe Dir eine Neuigkeit mitzutheilm. Du weißt, daß ich M>ß Nor- uey liebe — ich habe ihr mein Herz und meine Hand angeboten und rechne zuversichtlich daraus, daß ich Glück mit meinen Bemühungen haben werde. Mein Antrag

gleichzeitigen Auftrage deS Erfinders Ihnen die Mit­theilung zu machen, daß Herr Dowe diese Erfindung weder dem Herm Reichskanzler noch der königlich preußischm oder irgend einer anderm Regiemng bis­her angeboten hat." DaS genannte Blatt bemerkt hierzu: Wir habm daraufhin bei unferm Mannheimer Berichterstatter durch den Draht angefragt und erhalten auf demselbm Wege von ihm folgende Antwort: „Meine Meldungen waren genau. Das Angebot ist offenbar ausgesetzt behufs Versuchen mit dem Lebel-Gewehr. Dieselben finden in Berlin statt."

* Zur Charakteristik Ahlwardt's erzählt die ,RH.-Wests. Ztg/ folgende Geschichte:

„Am 29. Oktober 1891 hielt Herr Rektor Ahlwardt in Essen in einer zahlreich besuchten Versammlung einen Vortrag, worin er u. A. behauptete, daß das Nobiling'sche Attentat auf Kaiser Wilhelm I. daS Produkt einer Judenverschwör- ung sei. Er brachte eine Dame in Esten zu diesem Attentat in Beziehung, die, weil fie im Besitz großer Geheimnisse sei, wider ihren Willen im Jrrenhause verweilen müsse, jedoch daraus entkommen sein sollte. Nach 14 Tagen wollte Herr Ahlwardt wiederkommen, um weitere Mitthellungen zu machen; er ist diese aber bis jetzt schuldig geblieben."

DaS Gchuldigbleibm von Beweism scheint über­haupt seine Hauptstärke und daS einzige zu sein, war er selbst bewetsm kann. Ueberall in Deutschland macht sich eine mehr oder minder mhige Ostersiimmung be­merkbar. Nur Ahlwardt spukt in dm Versamm­lungen herum und kündigt den zweiten Centuer Akten an. Wmu das so weiter geht, wird mau wohl in den Reichstag ein Eismbahn-Nebmgeleise hinein­bauen müssen. Wäre der Herr „Rektor" Smeral, bann fehlte ihm nur sehr wenig zum Boulanger.

* «Einen erneuten Vorstoß gegen den Finanz­minister Miquel macht die .Köln. Ztg.' nach kurzer Erholungspause: ES ist noch immer daS Wahlgesetz, über dessen neue Gestalt sie sich nicht beruhigm tarnt. Jetzt sucht sie dm ReichSkanzler gegen dm Finanz- Minister auSzuspielm. Abgesehm davon, daß eS ein „einfaches Gebot der Selbsterhaltung" sei, daß die Mittelparteien gegen die Steuerreform stimmen, sei auch die Militär • Vorlage gefährdet, wenn da» Wahlgesetz eingeführt werde. Au» dem ergötzlichen WuthanSbruche der rheinischen Wetterfahne sei folgende Stelle hervor­gehoben: „Hat der Reichskanzler Graf Caprivi nicht einmal dis Kraft, diefm nichtsnutzigen Queitreibereim einen Riegel vorzuschieben, so hat er ganz gewiß nicht die Kraft, die Militär-Vorlage durchzusetzen. JnPrmßm Berrath an den Mittelparteien im Partei-Interesse de» UlttamontaniSrnuS, im Reiche Anrufung der Mlltel- parteim zum Kampfe für dieMilitär-Vorlage unb gegen das Centrum, das sind Dinge, die sich ouSfchließm. Man braucht kein Staatsmann zu fein, um zu erlen- nen, daß hier bösartige Ränke im Spiele stick, deren Durchkreuzung ein scharfe» Eingreifen er- fordert. Er ist gefährlich, der Verstimmung Zeit zn taffen, sich tiefer einjufrefien. Es ist also ein legitimes Verlangen, es möge alsbald bekannt gemacht »erben, welche Stellung daS preußische Ministerium zu ben willkürlichen Verunstaltungen ber Regierungs-Vorlage über, bas preußische Wahlverfahren einnimmt. Kamt bie Regierung sich nicht zu einer entscheidenden That ist so zu sagen angenommen worden, nur werde ich eine mdgilttge Antwort erst nächste Woche erhaltm, eine Antwort, die, wie ich gar nicht bezweifle, bejahend sein wird."

„Sie »erben in biesern Falle eine gute Partie machen," antwortete Pietro. „Die Dame ist schön, von guter Hei knnft und Schloß Beechmont wird eine angenehme Zugabe für Dunholm sein."

„Ich sehe, daß Du die Sachlage so bmttheilst, wie ich sie auffasie," sagte der MaiqaiS. „Apropos," fügte er dann feine Stimme dämpfend bei, „vor nuferer Heirath wirst Du wohl nochmal in dm Gewölbm nach- fehen müsien, damit Du Dich tiergetoiffetft, ob Alles in Ordnung ist, denn M.ßNormy könnte ben Einfall haben, biefe Zellen burchzumustern und ich könnte ihr biek nicht abfchlagm. Behalte die Schlüfiel zu dm unterirdifchm Raumen, um Deine Nachsuchung abzu- galten und fei überzeugt, daß Dein St'llfchweigm und Deine Umsicht gut belohnt werden wird."

Er entlief} ben Malteser und begab sich bann zu Bett, um von ber schönen Miß Sicüy und dem mor- gigen Tage zu träumen.

Arn folgenden Morgen hatte Miß Normy zu ziemlich vorgerückter Stunde eben ihr Frühstück einge­nommen, als ihre Dienerin eintrat und meldete, daß Ago zurück fei.

besiegelt den christlichen Glauben, krönt die Hoffnung und verbürgt die große Verheißung der Auferstehung von den lobten; barum ist es ein Fest reiner Freude und herzlichen Dankes für die ganze Christenheit. Die letzten Lebenstage Jefu hatten feine Jünger in die j Nacht ber Trauer und des Zweifels hinabgestoßen; denn sie veistandm die Schrift noch nicht und wußten nicht, \ daß Christus leiden und durch Leiden in feine Herr­lichkeit eingehen milffe. Aber auch in ihren Herzen soll bie Nacht dem Tage weichen. Der auf erstandene Heiland sorgt auch in feinem verklärten Leben für die ©einigen, «S verlangt ihn danach, hervorzutteten, um sich ihnen wieder zu geigen; damit aber fein Erscheinen sie nicht überwättige, läßt er fie manchfaltig vorbereiten. Sie sindm den schweren Stein weggewälzt, die Leichentücher, ' welche Christi Leib umhüllt hatten, im Grabe geordnet liegen, zum Zeichen, daß keine räuberische Hand eil­fertig den Herm geraubt. Das muß schon eine höhere Ahnung in ihnen wecken, eS muß wie ein schwaches Dämmerlicht in ihren Herzen neue Hoffnung auf« dämmern. Da strahlen in weißen Gewändern die Engel und bertänben in klaren Worten ben Auf« erstandenen ; ihr Erscheinen und ihre Worte sind die Jhöne Morgenröthe deS OstertageS für die Seelen. Da ie Jünger trostlos auf dem Wege nach SmanS gehen, zieht daS Mitleid JefnS auf dm Weg. Sie tannen ihn nicht; er schließt ihnen die Schrift auf, weckt die Hoff­nung wieder in ihren Herzen, auf daß sie an eine Auferstehung glauben. Nach solchen Äorbereitungen er­scheint ber Herr selbst feinen Jüngern unb Freunden. Gr redet mit ihnen, zeigt ihnen seine Wunden, und in seinem Mund ist der hellige Friedensgruß; er tröstet und erhebt seine Jünger und trifft Anordnungen für feine heilige Kirche. So wellt er freundlich milde unter ihnen vierzig Tage lang.

In diesem mildm, frmudlichm Weilen unter den _____ , .

Seinen hat der Heiland reichliche Quellm des Trostes ’ gegen die Gefahr einer Einschleppung. Der Regierung» «ick Segen» der ganzen Christenheit eröffnet; denn all' w W

feine Jünger und Frmnde, diese ganze erst jugendlich aufblühende Kirche hat sich wiederholt auf daS Festeste überzeugt, dich er wahrhaftig auferstanden ist, und bie Apostel konnten mit biesern Zeugnisse der Welt klar entgegen treten. Auch wir hören noch diese» Zeugniß von dem Worte de» Lebens in dem Evangelium de»

dafür ab.

i Die Wege Gottes sind nnerforschlich, und die Pläne seiner ewigen Weisheit sind un» Menschen verhüllt. Die Jünger des Herrn hatten gemeint, der Heiland würde auf Erdm ein mächtige» Reich gründen und ihnen die Herrschaft übertragen. Als aber da» Leiden de» Herrn begann, da wurden sie kleinmüthig. So geht es auch heute vielfach. Anfangs sind die gläubigen muthig unb eifrig in der Bertheidigung ihrer heiligm Religion. Sobald aber der Gang der (Eceigniffe ihren Vorstellungen nicht mtspricht, werden Manche klein- t müthig, sie ziehen sich verdrosim zurück ober verrathm gar in schmählicher Furcht ihre Treue. Bor bieser «Ne- fahr schützt bie Betrachtung des bitteren Leibens unb i der glorreichen Auferstehung deS Herrn. Auch für die Kirche ist der Sieg immer bedingt durch einen schweren Kampf, und oft scheint der Unglaube einen dauernden Erfolg zu erringen. Im Zustande schmerzlicher Er­niedrigung, wmn menschliche Weisheit gänzlich rathloS ist, wmn bie Gläubigen ihre Ohnmacht am tiefsten fühlen, erst bann pflegt bie göttliche Allmacht einzu­greifen, damit die der Sache «Botte» treu Gebliebenen ihm allein die Ehre geben.

Sonntag, den 2. April 1893.

20. Jahrgang

JM 75

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