20. Jahrgang
Dienstag, dm 21. März 1893.
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Vorsitzenden der CentrumSfrattlonen des Reichs- des S M$Qttej Wghuhaien spenden und Segen stiften.
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Graf «Mftttm. R«“ * Mderungcn der KakhoMen und ihrer Kirche haben fie mcht
Lieber bat in Gnvenbrück erklärt: Herr FnSangel g Mal Worte des Entgegenkommens, geschweige denn etwas Zievel, yui W v ____„ „ n,x« n«. L___- fi» Nnk de ausaeivrocbenen Katho-
Verbannt.
Nach dem Englischen von I. RüttgerS.
(34. Fortsetzung.)
Miß Normy entging dieser Ausdruck seiner Augen nicht und sie wurde ganz nachdenklich. Sie begriff, daß er um jeden Preis fremde Besucher von den Ruinen fern halten wolle. Nun aber stand früher der Besuch derselben Jedermann frei — weshalb war er mit einem Male von seiner Gewohnheit abgegangen?
Der Maiquis, innerlich vor Zorn schäumend, konnte jetzt nicht länger Widerstand leisten und sagte also:
„Ich habe Sie auf die Gefährlichkeit deS Besuches der Ruinen aufmerksam gemacht und muß demnach jede Verantwortung ablehnen; wenn Sie indeß auf Ihrem Borhaben bestehen, so wird es mich sehr freuen, Sie auf meinem Schlosse empfangen zu können. Wir wollen dann also Den nächsten Mittwoch feststen und erwarte Sie alsdann zum Diner."
Miß Norney und ihre Gäste nahmen dir Einladung an, worauf Lord Darkwood und feine Tochter sich verabschiedeten. Nachdem Beide sich verabschiedet hatten, hatte Miß Normy ihren Verwalter, Herrn BraSby, zu sich bestellt, welcher daS volle Vertrauen derjenigen befaß, in deren Diensten er stand und nicht
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anderes. Allerdings wissen sie, daß die ausgesprochenen Katho- Men. durch sehr schlimme Erfahrungen gewitzigt, sich nicht anlocken lasten; darum können sie auf den Versuch verzichten. Der Man ist zu durchsichtig und das Vorgehen zu plump, als daß ein Gelingen zu befürchten wäre. Wir müssen es aber regi- striren, und es bat ja auch über die Grenzen Badens hmauS Werth, es zu misten und zu beherzigen: 1. Sie woIIen un bedingt obenan bleiben, die Natwnalliberalen nämlich. 2. Alles Mögliche wollen sie berücksichtigen, nur nicht die katholische Kirche mit ihren Jntereffen und Rechten.
Ausland.
suche. Er schloß mit der Mittheilung, daß er ohne Verwandte dastehe, Und somit in seinen Entschlüssen vollständig frei und unabhängig fei.
Lord Chillon hatte seine ganze Beredsamkeit m diesem Schreibm aufgeboten und in den begeistertsten Ausdrücken die Schönheit und den edlen Charakter GwendolinenS her vorgehoben; und er durfte mit Recht hoffen, daß, wenn etwas überhaupt daS Herz deS Greifes rühren könne und würde, eS dieser sem Brief fei. , . •
In einer Nachschrift fügte er bei, daß er aus ewige Tage sich auf Schloß Beechmont in der Nähe von Shrewsbury aufhalte. Nachdem er seinen Bries vollendet, legte er denselben auf einen Tisch in dem Hausflur auf welchen die Bewohner von Beechmont chre ammttichen Briefschaften nrederzulegen pflegten, wo dann der Portier deS Schlaffes dieselben m Empfang nahm und dann nach Duuholm zur Post brachte. Darm nahm Lord Chili on seinen Hut und machte emen d^^Wmwe^Äugenbli cke später betrat Miß Normy den Hausflur und betrachtete, ohne Weiteres dabei zu denk«- und zu beabsichtigen, die Briefe, welche auf dem vorbencsmten Tische herumlagen. Ihr Blick fiel hierbei auf eine Adresse, die ihr auffallend sein mußte, denn sie erbleichte und starr heftete sie ihre Augen auf
Regierung völlig unabhängige und selbstständige Parte die badischen Nationalliberalen! Sollte eS vorkommen, daß „der politische Standpunkt der Regierung nicht nn Einklang fleht" mit dem der Nationalliberalen, so sind sie sogar entschlossen, „der Regierung entgegenzutreten! In diese Lage werden sie nun freilich nicht kommen, so lange der Großherzog nationalliberale Herren zu Ministern ernennt. Da stimmt eS immer. Und sollte eS einmal nicht gleich stimmen wollen, dann wissm die Herren, wer der stärkere ist, an wen also die Reche kommt. An der Spitze der „Programm"-Versprechungen steht die Zusicherung, das längst verlangte und von den Nationalliberalen früher immer wieder abgeschlagene direkte Wahlsystem nur für den Landtag zu ge- währen. Freilich ist eine Einschränkung angedeutet, welche ihnen die Gelegenhett bieten wird, trotz dieses Versprechens um die Sache herumzukommen. Sie sprechen nur ganz allgemein von „B e r f a s s n n g S r e v i s i o n , ohne zu sagen, in welchem Sinne und Umfange sie eine solche erstreben oder gewähren wollen. Dieser scheinbare Zugeständniß hat lediglich den Zweck, lmkS- liberale Elemente des Wählerpublikums zu angeln. DaS wird man wohl überall merken und dämm sich nicht angeln lassen. „Wie die Katze um den heißen Brei , gehen die Herren um das famose Gemeindegesetz hemm. Sie können nichts zusagen, getrauen sich aber nicht, eS öffentlich zu erklären. Damm wollen sie „prüfen. Im Uebrigen regnet es förmlich von Versprechungen. Da- rüber schreibt die ,Köln. VolkSztg.':
Die Staats- und Gemeindebauten erhielten befondere Ber- ivrechunaen in Bezug auf ihre materielle Lage und deren Ser« besserung. Handel, Industrie, Landwirthfchaft und Gewerbe hat gleichfalls befondere Huld zu gewärtigen. Förderung des Kreditwesens, Vervollständigung des Eifenbahn-Netzes and Verbesserung des Steuersystems wird extra verheißen. Kurz, nach allen Richt-
Pension auch an die Invaliden aus der Zett vor 1870/71 soll durch eine nach dm Ostersenen dem Hause zugehende Vorlage entsprochen werden. In der Debatte traten die Redner aller Parteien für die Vorlage em, nur wurde dieselbe von den meisten al» nicht weitgehend genug befunden. Insbesondere wurde gewünscht, daß nicht nur in Kommunaldienst, sondern auch den im Staats- und Reichsdimst getretenen Pensionären ihre Pensionen belassen werden sollten. Abg. R,ch.er trat den weitergeheuden Wünschen unter Hinweis auf die Finanzen entgegen. An der Debatte vetbeuigte sich u. A. auch Abg. Ahlwardt, der sich einen Ordnungsruf zuzog, weil er durch das Lachen der Linken über eine feiner Bemerkungen veranlaßt, von entern widerwärtigen Lachen sprach, daß daS Vorgefühl der Be- schneidungssckmerzen auszudrücken scheine. Dre Vorlage wurde schließlich an die Budgetkommission verwiesen. Endlich wurde daS Handelsprovisorium mit Spanien und Rumänien in 1. und 2. Lesung angenommen. Montag: Interpellation über den Rückgang der Tabakbaues und 3. Lesung des Etats.
• Liegnitz, 18. März. Was für ungeheuerliche „Fälle" doch die Selbsteinschätzung an dm Tag bringt! Da lebt in der MH- der schlesischen Stadt Neisse ein als sehr reich bekannter Großgrundbesitzer, der sich mit 4000 Mk. Einkommen eingeschätzt hatte. Die Einkommensteuer.Veranlagungs-Kommission ver- warf aber diese Selbsteinschätzung und toxirte den Mann auf 50,000 Mk. Einkommen. Und auf erhobene Berufung hat die Berufungs-Kommission das Einkommen gar auf 60,000 Mk. festgesetzt.
♦ Arnsberg, 18. März. Em Extrablatt deS „Sauerl. Bolksbl." veröffentlicht Folgendes:^^Die
Deutsches Keich.
Berlin, 18. März.
* Das deutsche Kaiserpaar wird zedn Tage in Italien bleiben; fünf in Rom, zwei in Neapel und einen in Florenz. Die anoeren beiden Tage werden für die Hin- und Rückreise verwendet werden. den Gewässern von Neapel wird sich gelegentUch der Ankunft der deutschen Gäste ein Geschwader unter dem Befehl des Herzogs von Genua befinden.
* Za dem Ausgange der Berathung über die Militärvorlage schreibt der national liberale ,Hann. Kour/ (Bennigsen!): Eine so Stündlich verfahrene politische Situation hatte die 26- jährige Geschichte des neuen Deutschen Reiches noch nicht aufzuweisen. Es wäre die Mcht des leitenden Staatsmannes gewesen, einen Wahlkampf unter solchen Umständen zu vermeiden. Wtr meinen, dies wäre bei geschickterer politischer Behandlung der ganzen Militärfrage möglich gewesen, ohne auf eine beträchtliche Verstärkung der Armee verzichten zu wollen. Wir fürchten, die Früchte des Vorgehens der Regierung werden auch ihr jeden Zweifel Darüber benehmen, daß ihre Taktik falsch war. Diejenigen, welche bis zuletzt versucht habm, mit patriotischem Sinne das Streben nach einer Verstärkung unserer Wehrkraft zu unterstützen, ohne für ihre Haltung ein entgegenkommendes Berständniß zu finden, müssen und können jede Verantwortung für den Ausgang der gegenwärtigen Krisis mit ruhigem Gewiffen, wenn auch mit schwerem Herzen, ablehnen.
* Auch heute hielten beide Hauser deS Preuß. Landtags Sitzungen ab. Das Abgeordnetenhaus erledigte Petitionen von vorwiegend totalem Interesse unb fährt am Montag damit fort. Das Herrenhaus, in welches der neue Oberbürgermeister von Berlin Zelle als Mitglied eingetrden ist, beriech üaer Die Petition des landw. CentralvereinS der Provinz Sachsen gegen den russischen Handelsvertrag. Dre Kornmnnmi empfahl, die Petition der Regierung zm Beruckfich- tigtutg zu überweisen, während Oberbürgermeister Dr. Baumbach U-bergang zur Tagesordnung bearttragre. Für den Kommissionsantrag sprachen die Grafen von «linkonström, Mirbach und Eulenburg-Prassen sowie von Bemberg, für den Antrag Baumbach, Oberbürger- meiftet Becker. Ministerpräsident Graf ^Eulenburg nahm den Antrag der Kommission in dem «mne au>, daß damit gesagt sein soll, die Regierung möge bet hm Verhandlungen mit Rußland die Sntttifien bet Landwitthschaft möglichst berücksichtigen. Der Antrag der Kommission wird mit großer Mchrhett angenommen. Montag: Präsidentenwahl.
• Der Reichstag beriech die Novelle zum Militat- pensionsgesetz. Der preußische Kriegs Minister v. Kalten« born-Stachau leitete die Debatte mit einer kurzen Begründung der Vorlage ein, welche früheren Resolutionen deS HauseS: Erhöhung der Kriegszulagen und Fortbezug der Pension in höherem Betrage seitens derim Kommunaldienst angefteöten Pensionäre, entspräche. Dem weiteren Verlangen nach Gewährung erhöhter
♦ Ferrys Tod beschäftigt ausschließlich die Pariser Blätter. GauloiS sagt: Er war nur etwas im Vergleich mit den armseligen Leuten, die aus dem Provinzialkasös hervorgegangen sind, um die Republik zu regieren. Sr war em kaltblütiger Sectitet, em methodischer Feind der Glaubens. Man wird sem LebenSwerk streng verunheilen. Jemand, der Ursache hat, zufrieden zu sein, ist Carnot. Panama und der Tod mähen seine Nebenbuhler weg; dre, sind verschwunden: Floquet, Fnycinet und Feny. Autorlt« schreibt: Fenys Traum ist auSgeträumt, er hat gerade
kann als Kandidat der Centrums-Fraktion nicht an- etfannt werden. Die Entscheidung laixht sitzt. tue Centrum! - Hie Furangel!
* Karlsruhe, 17. März. Die Nationalliberalen deS badischen Mustetstaaies haben wieder em- mal ein „Programm" entworfen, um Stimmung für die nächsten Wahlen zu machen. Der erste ziemlich große Abschnitt desselben ist, so ^schreibt der ,Bad. Beob.', ein sehr ungeschicktes Selbstlob. Tief m die nationalliberalen Reihen selbst hinein hat die Unzufriedenheit mit dem NattonalliberalirmuS um sich gegriffen, ihn vorbehaltlos zu vertheldigen, erfordert em hohes Maß von Keckheit. Daran.hat esfreflichder nationalliberalen Führung noch nm gefehlt. Und so verkündet sie denn auch tm neuesten „Programm mit vollen Backen ihr eigenes Lob. Selbst Eisenbahnen und Straßen werden als Zeigen
Baden! Ohne die 33Mige Herrschaft des National, liberaliSmuS hättest du noch heute auf. Eisenbahnen unb Straßen zu warten! Uno wie stolz die Herren sich bt die Brust werfen können! Sie sind eine von der
weit vom Schlöffe in der Nah- des Torsts Lunhokm ein kleiner Landhaus bewohnte. Nachdem er auf Beech- mont angelangt war, hatte er mit Miß Normy eine lange Unterredung, nach deren Beendigung er eiligst nach Hause zmückkehrte, einige Effekten nahm und als- dann nach London reiste.
Während Miß Normy mit ihrem Verwalter sich besprach, war Lord Chflton auf sein Zimmer gegangen und schrieb seinen Brief an Herrn Morkham. Zu- nächst legte er ihm dar, auf welche Weise er Miß Winter auf Lonemoor kennen gelernt und wie er ihr bann mehrere Besuche gemacht habe, fortwährend bet Überzeugung lebend, sie sei eine Verwandte deS Squire. Er setzte hinzu, d atz er sie lieb gewönnest schon gleich als er sie zum ersten Male geschen habe, womit sie auch einverstanden gewesen sei.
Er theilte dem Squire gleichfalls mit, daß dies jedoch seine Neigung zu ihr in keiner Weise geschwächt habe, sondern daß er im Gigentheil sie in Folge d.ssen noch mehr liebgewonnen have, weil er sie unglücklich wisse. Mehrere Male, so hob er hervor, sei er auf Lonemoor gewesen, um von den Duittei’5 die Adresse Miß Winter'S zu erfahren und der Zweck seines gegen« i Bärtigen Briefes fei eben, Herrn Morkham zu bitten, i den Ouillel'S zu befehlen, ihm die Adnssi Derjenigen ! anzugeben, welche er jetzt schon so lange vergebens