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«^teljShrl§?K°nn^ ?n7-p 's 'Tn 7 8eite°b,cr b-ren Raum 15 Pf, bei Wiederholungen entsprechender Rabatt.

* e iiringerlohn und Bestellgeld mit der belletristischen -onnlagsbeilage .Sterne und Blumen' in Fulda und auswärts 1 Mark 50 Pfennig.

Deutsch» Krich.

Berlin, 9. März.

* Der Papst erhielt, wie verschiedenen Blättern übereinstimmend gemeldet wird, vom deutschen Kaiser die Mittheilung, daß er und die Kaiserin idm am 20. April einen Besuch abstatten würden. Der Besuch wird offiziell mit großem Pomp staitfirden.

* Der Jesuitenantrag des Centrums wird nach Beschluß des Reichstags vorausstchttich erst nach Ollern zur Verhandlung kommen. Nachdem die Etatsberathung mit ihren theilweise endlosen Debatten über tausendmal gehörte Dinge über Gebühr viel Zeit in Anspruch ge­nommen hat, glaubt man jetzt auch keinen Tag mehr erübrigen zu können, um einen so wichtigen Antrag wie den des Centrums behandeln zu können. Der eigentliche Grund, warum den fruchtlosen Sitzungen mit ihren ermüdenden Debatten vom Hause nicht ein Ende gemacht wurde, liegt in der dauernden Beschluß- uusähigkeit des Hauses. Gestern waren wieder nur 137 Mann anwesend, eigentlich ein unerwartet glänzen­des Srgebniß, denn im Sitzungssaale erblickt man seit Wochen kaum jemals 50. So hat es die Redseligkeit unbedingt in der Hand, das HauS zu langweilen. Schluß der Debatte kann nicht gemacht werden, denn dann bezweifeln die Redelustigen die Beschlußfähigkeit des Hauses, und eine ganze Sitzung ist »erleien. Der Mittwoch ist bekanntlich zur Berathung von Jnitiativ- anträgm aus dem Haufe bestimmt. Am Schluß der gestrigen Sitzung schlug aber der Präsident vor, den morgigen Tag zur Fortsetzung der Etatsberathung zu verwenden, damit man rechtzeitig vor Ostern fertig werde. Ein Antrag deS Abg. Graf Ballestrem, den Schwerinstag morgen nicht ausfallen zu lasten, ge­langte nicht zur Annahme, weil bei der Abstimmung sich die Beschlußunfähigkeit herausstellte; überdies war die Mehrheit (76 gegen 61 Stimmen) dagegen. Da etwa am 23. März die Osterferien beginnen werden, so stehen noch höchstens zwei Mittwoche zur Verfügung, falls sie nicht ebenfalls noch zur Etatsberathung heran­gezogen werden. Dem Centrumsantrage gehen aber noch mindestens drei Initiativanträge der Freisinnigen voraus; die Anträge kommen nämlich geschäftsordnungs- mäßig in der Reihenfolge zur Berathung, wie sie ein­gebracht sind. Wie man bereits wußte und der Abg. Schmidt (Elberfeld) auch ausdrücklich erklärte, wollen die Freisinnigen dem Centrumsantrage unter keinen Umständen den Bortritt einräumen. Ohne Zweifel beansprucht der Jesuitenantrag ein weit größeres In­teresse als die freisinnigen Anträge. Vielleicht irrt man nicht mit der Annahme, daß die Freisinnigen sich des­halb weigern, weil sie Vorwürfe von den Jesuiten­hetzern fürchten. Mit dem „Freisinn" der Frei­sinnigen ist es eben so eine Sache. Scheint es doch auch fast, als ob ein Th eil dieser Partei, die die Juden unter ihren Schutz nimmt, den Jesuiten die Gleichberechtigung versagen wolle. Das katholische Volk wird sich das merken.

* Unter dem Vorsitz deS Ministerpräsidenten Graf Eulenburg fand heute im Herrenhause eine Versamm­lung deS GesamrntvorstandeS der deutsche« Verpsle-

Verbannt.

Nach dem Englischen von I. RüttgerS.

(26. Fortsetzung )

„Seit wie lange warst Du an der Thür?" frug der Marquis den Diener.

„Seil dem Augenblicke, wo er dieses Zimmer be­treten hat," antwortete der Malteser. „Ich befand mich gerade im HauSgange, als ich einen Schreckens­schrei hörte. . . Er kam aus Ihrem Munde. . . Sie haben ihn also gelödtet?" frug der Diener kühn.

Der Marquis schauderte zusammen.

„Em sehr gewöhnliches Wort, was Du da aus- sprichst," sagte er.

„Er ist tobt, nicht wahr?" frug Pietro weiter.

„Ja, er ist tobt!"

„WaS sollen wir jetzt mit ihm beginnen?"

„Ich habe noch nicht daran gedacht."

„Und dennoch werden wir daran denken müssen. ’ ®8 wird bald zwei Uhr fein. Was geben Sie mir, ' Wenn ich dieses Gedeimniß für mich bewahre und Ihnen i die Leiche fortschoffe?"

„Oh, ich habe in diesem Augenblicke keine Lust, ! mich auf einen Handel einzulassen. Ich denke, daß es | genügt, wenn ich sage, daß ,ch Alles für Dich rhun ■

gungsstationen statt; vertreten waren durch Delegirte 18 BerbandSvereine und 668 BeipflegurigSstatwnen. Graf Eulenburg eröffnete die Verhandlungen mit einer kurzen Ansprache, in der er darauf hinwies, daß die Unterhaltung der Stationen sich immer schwieriger ge­stalte. Sämmtliche Berichte der Delegirten lauten pessimistisch.

* DaS Abgeordnetenhaus setzte die 3. Berathung deS Staatshaushalts-Etats beim Justiz-Etat fort. Ein dazu gestellter Antrag des Abg. Borcke (frs.) auf Ver­mehrung der Richterstellen wurde zurückgezogen, um als selbstständiger Antrag eingebracht zu werden. Abgg. Nadbyl und Schmidt (Centr.) befürworteten Besserstel­lung der Gerichts-Assistenten. Abg. Avenarius (frs.) Besserstellung der Amtsanwälte. Abg. Frhr. v.Heere- mann (Centr.) wünschte die Beste llung katholischer Vor­münder für katholische Kinder, womit sich der Justiz­minister im Prinzip einverstanden erklärte. Beim Etat deS Innern brachten Abgg. Papendick und Rickert (frs.) die Nichtbestätigung des Kreisdeputirten Maul zur Sprache. Minister-Präsident Graf z. Eulenburg wies die Andeutung Rickert'S, daß die Oberpräsidenten und Regierungs-Präsidenten bei ihren Entschließungen partei­politische Erwägungen geltm ließen, zurück. Abg. Rickert beschwerte sich ferner darüber, daß Kriegervereine zu Gunsten der Militär-Vorlage beim Reichstage petitio- nirten. Minister-Präsident Graf z. Eulenburg entgeg­nete, daß ihm von einem Petitionssturm der Krieger- vereine nichts bekannt sei. Abg. v. Minnigerode (kons.) wollte den Mitgliedern der Kriegervereine ihr Petitions­recht gewahrt wissen. Abg. Szcula (Centr.) beklagte sich über die Behandlung des Einzugs fremdländischer Arbeiter in Oberschlesien. Minister-Präsident Graf z. Eulenburg meint, es wäre wohl wichtiger, auf Maß­nahmen zu sinnen, um den Fortzug heimischer Arbeiter zu verhüten. Beim LaudwirttffchnftS-Ektt- Srsts« Wgg- v. Treskow (kons.), Herold (Centr ), Schmidt (Centr.), Gerlich (frk.), Lamprecht (kons.) für die Jntereffen der Landwirthschaft, insbesondere für die Nothwendigkeit landw. Zölle ein, während Abg. Rickert (frs ) den gegen- theiligen Standpunkt vertrat. Weiterberathnng morgen.

* Der Reichstag trat heute in die Berathung des Militäretats ein. Abg. Dr. Buhl (ntl.) wandte sich ragegen, daß seitens der Vorgesetzten ein Druck zu Gunsten der Interessen des Offizier-Konsum-Bereins geübt werde. Generalmajor v. Funck erwiderte, daß ein solcher Druck den Absichten der Militärverwaltung nicht entsprechen würde. Auf Anregung des Abg. Dr. Ziugens (Ctr.) theilte Minister v. Kaltenborn die Be- timmungen der Garnison-Berwaltungs-ReglementS mit sinsichtlich des Kirchenbesuchs und der FeiertagSheili- gung. Aus eine Anfrage deS Abg. Richter (frs.), aus velchen Fonds die Artikel der KreiSblätter zu Gunsten )er Militärvorlage gezahlt würden, antwortete der Minister, daß für solche Zwecke seitens der Heeresver­waltung kein Nickel verwendet werde. Abg. Richter meinte, bann müßten die Gelder aus dem Geheimfonds lammen. Abg. Bebel (Soz.) erklärte die Nichtannahme ozialdemokratischer Arbeiter bei den Militärwerkstätten ür gesetzwidrig. Abg. Rosicke (lib.) sprach gegen die Sperre von zu sozialdemokratischen Versammlungen be­

werbe, waS in meinen Kräften steht. Eine gute Be- ohnung wird dir nicht entgehen."

„Gut!" sagte der Diener. Dann trat er auf einen Schrank zu und nahm eine Flasche Branntwein und zwei Gläser heraus, welche er beide füllte. „Das gibt Muth fügte er bann. Jetzt ans Werk! Wir müssen ihn beerdigen."

„Freilich, aber an einer Stelle, wo Niemand ihn entdecken kann."

„ES gibt eine solche geeignete Stelle in den Ruinen deS alten Schlosses. Hier von diesem Zimmer auS können wir sogar dahin gelangen; nehmen Sie ein Licht und leuchten Sie mir; ich will bann die Leiche tragen."

Der Mörder nahm also ein Licht, rückte ein Möbel­stück von seiner Stelle und öffnete eine in dem Getäfel ! verborgene kleine Thür. Er betrat nunmehr einen ' engen, feuchten Gang, und langte bann bald mit Pietro j in dem verfallenen Schlosse an.

13.

Am folgenden Morgen verrieth nicht daS Geringste \ an dem Wesen Lord Darkivoob's, welch' eine schreckliche ’ Nacht er verbracht hatte. Ec frühstückte mit sehr 1 gutem Appetit, spazierte im Park umher und wollte , bann seiner Tochter einen Besuch machen, welche er >

nutzten Schanklokalen und der Verweigerung von Militär­musikern für solche Lokale seitens der Militärverwaltuirg. Der Kriegsminister entgegnete, daß bas Eindringen sozialdern. Ideen und sozialdern. Geistes in die Armee verhindert werden muffe. Die Verweigerung von Militär­musikern sei Sache der Befehlshaber, die für die Dis- z plm der Truppe verantwo tlich seien. Abg. Ubrich- (Soz.) beschwerte sich über die Behandlung als Sozial­demokraten bekannten Soldaten. Der Minister forderte nähere Angaben über einzelne Fälle, um eine Unter­suchung einleiten zu können. Abg. Ubrich erwiderte, daß er unter den heutigen Verhältnissen keine Namen nennen könne. Abg. Frhr. v. Friesen hob die Noth- Wendigkeit der Fernhaltung der Umsturzbestrebungen von der Armee i n Interesse ihres hohen Berufes her­vor. Abg. Ahlwardt (Antisemit) wandte sich gegen das von der Militärverwaltung eingeschlagene Verfahren gegen die Sozialdemokratie, womit man nur Heuchler züchte. Er sei gegen jede Verfolgung politischer Ge­sinnung. Redner wies dann die gegen ihn vom Reichs­kanzler gebrauchte Bezeichnung Verleumder zurück. Sein Prozeß habe den Beweis gegeben, daß es die Ver­waltung an der nöthigen Kontrolle bei Waffenlieferun­gen habe fehlen kaffen. Nachdem sich noch Abg. Voll­rath (frf.) gegen die den Civilmustkern durch die Militärmusiker gemachte Konkurrenz gewandt, wurde der Titel „Kriegsminister" angenommen. Beim Kapitel Militär-Justizwesen forderte Abg. von Marquardsen dringend die Reform des Militär - Strafprozeffes. General-Lieutenant von Spitz wies auf die großen Schwierigkeiten hin, die diefe Reform verzögerten. Abg. Kunert (Soz.) behauptete unter Anführung zahlreicher Einzelfälle, daß gemeine Soldaten wegen geringer Ver­stöße grausam, Vorgesetzte aber wegen grober Soldaten- mißhandlungen nur ganz milde bestraft würden. — WsitAkbALthunz morgen.

* Vom Rhein, wird der »Köln. Bztg.' geschrieben. Bei Eröffnung mehrerer Kleinkinder-Bewahranstalte« durch Barmherzige Schwestern in neuerer Zeit ist die staatliche Genehmigung nur unter der aus­drücklichen Bedingung ertheilt worden, daß nur katho­lische Kinder ausgenommen werden dürften. Wir find ganz dafür, daß der Grundsatz der Konfessionalität auch bei den Kleinkinderschulen bewahrt werde; doch find wir so neugierig, die Frage zu stellen, ob bei der Leitung solcher Anstalten durch Diakonissen oder sonstige protestantische Lehrpersonen die entsprechende Bedingung des Ausschlusses katholischer Kinder ebenfo scharf gestellt wird. Wie der ,Nasf. Bote' berichtet, ist den Schwestern aus der Genossenschaft der Armm Dienstmägde Christi zu Dernbach die Errichtung einer höhern Töchterschule zu Hofheim am Taunus gestattet worden; ausdrücklich wird wiederum bestimmt, daß nur katholische Mädchen ausgenommen werden dürfen. DaS bedeutet in dem simultanen Nassau einen bedeutenden Schritt zur Konfessionalität der gehobenen Schulen, mag eine Absicht zu Grunde liegen, wie sie will. Ob aber wohl bei protestantischer Leitung höherer Töchter­schulen daS entsprechende Verlangen gestellt wird?

* Nürnberg, 8. März. Wie der Reichskommissar Dr. Karl PeterS, dem bekanntlich in Kairo durch

seit seiner Rückkehr von dec Reise nicht mehr gesehen hatte. AlS er an der Thür des StudirzimmerS klopfte, vernahm er, wie da drinnen eben Piano gespielt wurde. Er blieb stehen und horchte.

„Ein wirklich herrliches Talent hat diese Miß Myner," murmelte er vor sich hin. „In der Thal eine wahrhaft gebildete Dame."

Nachdem die letzten Akkorde verklungen waren, öff­nete er die Thür und trat ein. Gwendoline kam ihm entgegen und begrüßte ihn mit so ausgezeichneter Höf­lichkeit, als wenn sie Jemand in einem Salon empfinge.

Lord Darkwood nahm Platz und plauderte eine Zeit lang mit ihr. Er konnte jetzt schon wahrnehmen, wie seine Tochter sich in ihrem ganzen Wesen nicht wenig zu ihrem Voriheile geändert hatte. Ihr ganzes Auf­treten war bereits viel bescheidener Wie früher und bis dahin hatte sie noch kein einziges Mal einen jener groben, gewöhnlichen Ausdrücke gebraucht, welche ihrem Vater so sehr mißfielen.

„ES freut mich sehr, Miß Myner," sagte er dann, „daß Sie sich meiner Tochter mit so großem Eifer widmen, ich kann schon jetzt sehen, welch' schöne Er­folge sie mit ihr erzielt haben. Sie haben offenbar eine sehr gute Ausbildung genoffen. Waren Ihre Eltern vermögend?"