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i, den 15. Februar 1893.

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Fasten-Hirtenbrief des Hochwürdigsten Herrn Bischofs von Fulda.

(Schluß.)

II.

Unser hl. Abt Rhabanus Maurus, der Vater des deutschen Schulwesens, der so Großes für die Ausbildung und Verbreit­ung der deutschen Sprache geleistet und den Glanz seiner Gelehr­samkeit durch die Heiligkeit seines Lebens überstrahlt, feierte schon vor mehr als tausend Jahren in seiner Erklärung deS Matthäusevangeliums unter Wiederholung der Aussprüche der großen Kirchenväter und in eigenen geistvollen Betrachtungen die hohen Vorzüge des jungfräulichen Nährvaters Jesu, des vor Gott strahlenden Mannes, besten hohe Tugenden er den Gläu­bigen vorsührt. Bon Jahrhundert zu Jahrhundert nahm dann die Verehrung des hl. Joseph in der Kirche zu, bis im Jahre 1621 Papst Gregor XV. einen lange gehegten Wunsch erfüllte und das in manchen Ländern schon feit Jahrhunderten begangene Fest des hl. Nährvaters Christi — den 19. März — zu einem gebotenen Feiertag erhob. Die Feier des Festes der Vermählung des hl. Joseph mit der allersel. Jungfrau Maria am 23. Januar, seit der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts zuerst von den Franziskanern und Dominikanern mit Erlaubniß deS Papstes Paul III. begangen, wurde auf Betreiben des deutschen Kaisers Leopold I. vom Papste Jnnocenz XI. im Jahre 1684 auch für die österreichischen Länder gestattet. Endlich haben die beiden großen Päpste unserer Zeit, Pius XI. und Leo XIII., die Ver­ehrung des hl. Joseph aufs Wirksamste gefördert: PiuS IX., indem er schon im September 1847 das Schutzfest des hl. Jo­seph (am dritten Sonntag nach Ostern) in Erfüllung vieler, seit Jahrhunderten gehegten Wünsche, auf die Kirche ausdehnte, be- fonders aber, indem er auf Bitten der meisten zum vatikanischen Konzil versammelten Bischöfe des katholischen Erdkreises am 8. Dezember 1870 den hl. Joseph zum Patron der ganzen katho­lischen Kirche erklärte und sein Fest zum Range der höchsten Feste erhob. — Was aber Pius IX. in seinem frommen gläu­bigen Gemüthe, wie er das in seinem Rundschreiben von 1862 ausspricht, hofft, daß nämlich durch die Zunahme der gebühren­den Verehrung zu Joseph und Maria die gesunkene Welt noch­mals gerettet werden solle, dafür wirkt mit nicht minderer Be­geisterung sein Nachfolger auf Petri Stuhl, Leo XIII.

Er läßt uns nach jeder stillen hl. Messe die Vermittlung des hl. Joseph für die Bekehrung der Sünder und für die Freiheit und Erhöhung unserer hl. Mutter der Kirche anrufen; er hat das in gegenwärtigem Hirtenbriefe öfter erwähnte Rund­schreiben über die Verbindung der Verehrung des hl. Joseph mit derjenigen der allerseligsten Jungfrau vom 15. August 1889 erlassen und in demselben demnächst verordnet, daß alljährlich den ganzen Monat Oktober hindurch beim Abbeten des Rosen­kranzes ein mit einem Ablasse ausgestattetes Gebet zum hl. Joseph verrichtet werde. Indem er es ferner als sehr heilsam und löblich bezeichnet, den Monat März durch eine tägliche An­dachtsübung der Verehrung des hl. Joseph zu weihen, bezeichnet er es wenigstens als sehr wünschenswerth, daß vor dem Feste des Heiligen eine dreitägige Andacht zu deflen Ehre gehalten werde und ermahnt die Gläubigen, da, wo das Fest des hl. Joseph — der 19. März — kein gebotener Feiertag sei, diesen Tag, soviel als möglich durch private Andachten nach Art eines gebotenen Feiertages zu begehen.

Betrachten wir aber nun im Einzelnen den hl. Joseph als Vorbild des christlichen Familienvaters. In dem geistvollen Rundschreiben, welches Leo XIII. am 15. August 1889 über die Verbindung der Anrufung des hl. Joseph mit der Anrufung der jungfräulichen Gottesmutter erließ, erklärt dar Oberhaupt der Kirche: „Mit der doppelten Würde des heil. Joseph als Gemahl Mariä"" und Nährvaters Jesu, waren jene Pflichten aufs Engste verbunden, welche die Natur dem Hausvater aufer­legt, so daß der hl. Joseph der rechtmäßige und natürliche Wächter, Verpflege! und Vertheidiger jener hl. Familie war, der er Vorstand. Diese Pflichten erfüllte er in der That, so lange er auf Erden lebte. Mit größter Liebe und unablässiger Be­harrlichkeit wachte er über die ihm angetraute Braut und ihren göttlichen Sohn. Mit seiner Hände Arbeit verschaffte er beiden das zum Lebensunterhalte Nothwendige; als das Jesukind durch

Verbannt.

Nach dem Englischen von I. Rüttgers.

(5. Fortsetzung.)

„Sprich mir nicht davon!" sagte die Frau schluch­zend.

„Aber es ist doch allzuwahrscheinlich, daß eS sich so verhält", meinte John achselzuckend. „Die Welt bot ihr kein Obdach mehr; verwünscht von ihrem Bater, ohne Verwandte und ohne Freunde — waS sollte sie noch auf Erden begonnen haben? Beten wir für sie und hoffen wir, daß sie dort oben eine bessere Zuflucht­stätte gefunden haben möge .... Aber was sagt unser Herr zu der ganzen Geschichte!" fuhr John nach einer Pause fort.

„Ec sieht düsterer und verbissener drein als je, sagt nichts und fragt nichts. Alles waS ich weiß, ist, daß er heute noch nichts genoffm hat; ich werde ihm etwas Speise dringen müssen." Madame Qaillet legte dar Kind in seine Wiege nieder — dieselbe, in welcher vor achtzehn Jahren seine Mutter geruht hatte — und beeilte sich dann hinabzusteigen. Als sie daS Zimmer ihres Herrn betrat, fand sie ihn in seinem Fauteuil sitzend. Dar Feuer war erloschen und nur eine einzige Wachskerze erleuchtete das Gemach. Die Haushälterin wollte das Feuer wieder anzünden. „Es

den Neid des Königs HerodeS in Lebensgefahr kam, brachte er dasselbe in Sicherheit, in den Beschwerden der Reise und den Bitterkeiten der Verbannung war er der beständige Begleiter, Helfer und Tröster der allerseligsten Jungfrau und des gött­lichen Kindes."" Hiermit schildert der hl. Bater selbst in kurzen, tteffenden Zügen zuerst die thätige Wirksamkeit und das besorgte Herz des hl. Joseph. Väter, an dem Tage, an dem ihr Gatte und Bater geworden seid, da ist eine hohe Auf­gabe euch auferlegt. Eure Gattin, eure Kinder bilden die kleine Heerde, für die ihr Hirt und Haupt seid, für die ihr die sicht­bare Vorsehung bilden sollt, die sie beständig in Allem leitet und überwacht. Ja, wenn das Haupt der christlichen Gesell­schaft um sich schaut, dann begegnet es Seelen, die auf seine Seele sich stützen, Herzen, die an sein Herz sich schmiegen, Leben, die in feinem Leben Sicherheit, Schutz, Zuversicht, mit einem Wort, den Schild der Stärke suchen, um ihre Schwachheit zu decken. Er spricht, indem er seine Gattin bettachtet: Siehe die Hälfte meiner selbst, die zur Vergeltung der Liebe, welche sie mir weiht, den Schutz meiner Kraft verlangt! Er spricht, indem er die Kinder betrachtet: Siehe, die Fortsetzung meiner selbst, die Zweige meines Lebens, noch so schwach, daß ein Windhauch sie zerbricht: ich soll sie hüten, ich sie vertheidigen, daher ist mir die Kraft und Stärke gegeben, wie sie meiner Verant­wortung entspricht; ich fühle diefe Verantwortlichkeit, während ich das Scepter der Baterwürde in meiner Hand halte!

Diese Wachsamkeit des Vaters ist besonders nothwendig, um die Neigungen und Leidenschaften, wie die Keime und An­lagen zu besonderen Tugenden in den Herzen der Kinder zu entdecken, das auffproflende Unkraut mit Klugheit und Geduld auszurotten, die gute Saat aber zu hegen für eine gedeihliche Entwickelung und reiche Ernte! — Sein Blick soll mit Sorg­falt alle Stufen der Entwickelung des KiudeS verfolgen. Hat nicht die Vorsehung, liebe Väter, euer Auge für alle Fehler, alle Prüfungen derer, die euch unterworfen sind, geschärft? Ein Wort, eine Geberde, weniger noch, eine Falte der Sttrn, ein Gesichtsausdruck, Alles läßt euch in das Innere schauen und ahnen, was da vorgeht. Die engen natürlichen Beziehungen, die ihr täglich mit euren Kindern habt, werden wie ein Spiegel, in dem sich ihre Seele zeigt. Denn Gott hat gewollt, daß die sichtbare Vorsehung, die ihr vorstellt, gleichsam an dem Privi­leg der unsichtbaren Vorsehung Theil hat, von der es heißt: „Alles liegt klar und offen vor ihrem Auge". Nein, nicht um­sonst habt ihr vor euren Kindern die 30 und mehr Jahre vor­aus. Durch die Erfahrungen eurer Jugendkämpfe uud Prü­fungen soll! ihr die leiten, die mit dem gebrechlichen Fahrzeug ihrer jugendlichen Seele noch auf den wilden Wellen dieser Welt umhertteiben, und sollt ihnen die traurigen Erfahrungen er­sparen, die ihr vielleicht gemacht. Wie? ihr seht diese jugend­lichen Seelen abirren vom Wege der Frömmigkeit, der christ­lichen Sitte, der Pflicht, der religiösen Hebungen, falsche und verhängnißvolle Lebensansichten und Grundfätze aussprechen, ihr seht sie sich eurer väterlichen Aufsicht entziehen, euch ihre Be­schäftigung, ihren Umgang, die Orte, wo sie sich aufhalten, ver­heimlichen und ihr wollt dem Grundsatz huldigen: „mögen sie durch Schaden klug werden" oder „sie sind alt genug und wissen, was sie zu thun haben?" — und das hieße nicht das Wächteramt preiSgeben, das euch Gott anvertraut, das hieße nicht das Scepter der Autorität wegwerfen, das euch die Vor­sehung in die Hand gegeben? Wehe! über eine solche Verblen­dung, Über eine solche Pflichtvergessenheit!

Der hl. Joseph wußte sehr wohl, daß sein Pflegesohn wahrer Gott wie der Bater, allmächttg, allweise und all­wissend sei; aber wie sorgsam hat er trotz dieses Wissens über das göttliche Kind gewacht, und wie freudig gehorsam ist er, als ihm der Engel im Traume erscheint und spricht: Stehe auf, nimm baS Kind und feine Mutter, fliehe nach Egypten und bleibt dort, bis ich es Dir sagen werde; denn es wird ge­schehen, daß Herodes das Kind sucht, um es zu töbten. (Matth. 2, 13). „Er aber stand auf und nahm das Kind und dessen Mutter des Nachts noch und zog fort nach Egypten." (Matth. 2, 141 O wollte Gott, daß auch jetzt noch mancher Bater, wenn trotz seiner Wachsamkeit eins der erwachsenen Kinder zur NachtS- zeit außerhalb des schützenden Elternhauses ohne zuverlässige Obhut weilt, aufstünde und dieses Kind in das elterliche Haus

ist mir nicht falt," sagte der Greis mit kaum ver­nehmbarer Stimme. „Wo ist dein Gatte?" jfrug er alsdann. „In der Küche; er ist sehr müde und zittert noch vor Kälte. Wenn Sie ihn sprechen wollen, so werde ich eS ihm sagen." „Sind die Diener alle zurück?" „Ja, Herr." Damit war die Unterredung zu Ende. Herr Morkham that den Mund nicht mehr auf und wandte sich dem Fenster zu; Madame Quillet ver­ließ das Zimmer sogleich und begab sich in die Küche.

7.

Wir überspringen einen Zeitraum von mehreren Monaten. DaS schreckliche Ereigniß, welches wir be­richtet haben, sand im Dezember statt; die drei ersten Monate deS neuen Jahres waren verflossen, ohne daß die Bewohner von Lonemoor die geringste Nachricht von der jungen Frau erhalten hätten, welche mit Zu­rücklassung ihres KiudeS entflohen war. Als der Monat April gekommen war und der Schnee dem freundlichen Frühling Platz gemacht hatte, wollten die EheleMe Ouillet neue Nachforschungen anstellen, bi sie der festen Meinung waren, daß die unglückliche Miß Clara in einer der Schluchten oder Untiefen des Feldes ihren Tod gefunden habe. Sie theilten indeß ihr Vorhaben dem Lord nicht mit, welcher für Alles und Jedes un­empfindlich geworden zu sein schien. Er hatte wählend deS ganzen langen Winters sein Zimmer nicht ver­

führte, wo kein seelenmörderischer grausamer Herodes, kein Ver­führer es erreichen könnte!

So ist der heil. Joseph durch seine Wachsamkeit, und väter­liche Besorgtheit ein die ganze Welt Überstrahlendes und beson­ders die Leiter der christlichen Familien belehrendes Vorbild. Aber es ist in den Rathschlüssen der göttlichen Vorsehung ferner von besonderer Bedeutung, daß der wachsame und besorgte Vater, obwohl aus königlichem Geschlechte entsprossen, ein ein­facher, armer Arbeiter ist, der mit seinen Händen als schlichter Zimmermann (Mark. 6, 3, Matth. 13, 55) sich und den Seinen das karge, tägliche Brod verdienen mußte. Seht da in ihm ferner das Vorbild der Genügsamkeit und Zu­friedenheit der christlichen Familie, wie immer auch ihre irdischen Verhältnisse beschaffen sein mögen! Hierauf macht der hl. Vater in seinem nicht genug zu beachtenden Rundschreiben vom 15. August 1889 aufmerksam, wenn er sagt: „die Armen, die Handwerker, alle Unbemittelten haben ein ganz besonderes Recht, zum hl. Joseph ihre Zuflucht zu nehmen und von ihm lernen, was sie thun sollen. Denn, entsprossen au8 königlichem Geblüte, mit der höchsten und heiligsten aller Frauen vermählt, für den Vater des Sohnes Gottes geltend, lebt er dennoch als armer Arbeiter und erwirbt sich durch feiner Hände Thätigleit, was zum Unterhalte der ©einigen noththut. Daraus ersehen wir, daß der Arme sich seiner Sage nicht zu schämen braucht. Nicht allein ist sein Stand kein unehrenhafter, sondern jede Ar­beit der Handwerker kann durch tugendhaften Sinn hoch geadelt werden. Der hl. Joseph war zufrieden mit dem Wenigen, das ihm gehörte und ertrug mit hochherziger Geduld die mit seinen beschränkten Verhältniffen verbundenen Beschwerden nach dem Beispiele seines Sohnes, der Knechtsgestalt annahm, obgleich er Herr aller Dinge ist, und freiwillig alle Entbehrungen duldete. Durch folche Gedanken sollen die Armen und Alle, welche mit Handarbeit ihr Brod sauer verdienen müssen, sich aufrichten und mit ihrer Loose versöhnen lassen." Wie zeichnet der hl. Vater in diesen Sätzen so schön die Erhabenheit der durch eine fromme Meinung geheiligten Arbeit! Gleich der Stadt, die auf dem Berge liegt (Matth. 5, 14), weithin schauend und weithin sichtbar erkennt er mit scharfem Blicke die Bedürfniffe der Zeit und entrollt in dem herzerhebenden Bilde des hl. Joseph das AdelS- diplom gottgefälliger und beglückender Arbeit. Mit dem Papste aber beklagen alle wahren Freunde der Menschheit in unserer sich gewissermaßen überstürzenden, ruhelosen Welt die maßlose, kalt berechnende, Recht wie Billigkeit und Rücksicht verachtende Selbstsucht, die schrankenlose Gier nach Genuß, Vergnügen und Kleiderpracht, den sich selbst vergötternden Dünkel und die ge- waltthätige Auflehnung gegen Gott und die von Gott gesetzte (Röm. 13, 1) Gewalt. Diesem verderblichen Zeitgeiste gegenüber ist ein beredter Prediger, ein Helfer und Bitter, ein Hoffnungs­anker und eine starke Säule zur Wiederaufrichtung der sinken­den Welt der hl. Joseph, groß vor Gott und klein in den eigenen Augen, mit den bittersten Prüfungen heimgesucht, aber unerschütterlich in seinem Gottvertrauen, arm und heimathloS umherirrend aber zufrieden, genügsam und, wie die hl. Schrift sein Lob in einem Worte zusammenfaflend sagt, gerecht, (Matth. 1, 19.) — die Heldengestalt eines ganzen Mannes, bet Größe, Glück unb Werth beS Lebens einzig batin erkennt, voll seine Pflicht zu thun, seinem Gott und Herrn stets freubig unter« thänig zu sein, mag bet göttliche Wille Alltägliches ober ganz Wunbetbares unb Geheimnißvolles befehlen.

O möchten bie Väter seinem Tugenbeispicle gewiffenhast nachstreben, möchten sie burch seine tägliche Anrufung unb unter seinem mächtigen Schutze rastlos arbeitsam unb genügsam wer­ben wie er, gebulbig unb hingebenb tn ber Fürsorge für bie Znfriebenheit unb Wohlfahrt aller Familienglieder! Zum heil. Joseph, meinem Schutzpatron seit meiner Taufe, erhebe ich täglich mein Herz und Hand in inniger Fürbitte für Euch, meine geliebten Diözefanen, denen ich mit dem hl. Paulus ein­dringlich zurnse: „Ein großer Gewinn ist Frömmigkeit mit Genügsamkeit, denn nichts haben wir hereingebracht in die Welt und können ohne Zweifel auch nichts mitnehmen; haben wir aber Nahrung unb Kleibung, so seien wir bamit zufrieden." I. Tim. 6, 6-8.)

Gewiß ist es den Armen und Allen, welche mit dem Ar­beitslohn ihr Leben fristen, erlaubt, sich aus der Dürftigkeit zu erheben und ihre Verhältnisse freundlicher zu gestalten, wenn es

losirn, aber fern Blick, welcher fast forlwähcrnd auf seinem Fenster haftete, schien zu verrathen, daß er Jemanden erwarte, welcher nicht kommen wollte. Den größten Theil des Tages brachte er ohne Feuer zu, und oft vergingen ganze Tage, an welchen er keine Nahrung zu sich nehmen wollte. Eines Morgens also verließ eine kleine berittene Truppe mit John an der Spitze den Hof von Lonemoor und ritt im Galopp in die Ebene hinein, welche inzwischen ein grünes Gewand angelegt hatte.

Der Squire sah sie wegreiten, aber kein Zeichen der Bewegung oder Theilnahme war auf seinen merk­lich veränderten Zügen sichtbar. Indeß blieb dennoch sein Blick den ganzen Tag über auf der Ebene haften. Mtt Anbruch der Nacht sah man, wie eine Art Wagen, welchem mehrere Reiter folgten, sich langsam auf daS Schloß zu bewegte. Als Herr Morkham diesen Trauer­zug gewahrte, fiel er ohnmächtig in seinen Sessel, denn er vcrmuthete mit nur zu großer Gewißheit, was dies zu bedeuten habe. Eiligst war Madame Ouillet her­untergekommen und auf ihren Gatten zugetreien, welcher ihr leise ins Ohr sagte: „Wir haben sie endlich ge­funden . . . Bewahre Deine Rahe vor der Diener­schaft unb vecrathe Dich nicht." „Allmächtiger Gott! Und wo hat man denn die Ung'ückliche gefunden?" „Fünf MeilerHvon Plimslone.ZsMie^wir vermuthet