20, Jahrgang
Donnerstag, den 26. Januar 1893.
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Starts r>*r -t* hätte er eS zurücknehmen wögen, das verrätherische Wort, daS ihm entflohen. Sucta schaute ihn ernst, ^'^Jch war°"nicht bei Walter'-," gab sie sanft zurück. Malve ist gar nicht mal daheim, sondern m C.. .bad.
In C bad?!- Alr hatte Lucia ihm einen Schlag in'S Gesicht versetzt, so fuhr er auf diese Ant- wort zurück.
noch' ein Geheimniß. Man überlegte. Benno erzählte, daß Lucia ihm gesagt, die Mama wäre nach C . . ■ bao abaereist. Da- tarn dem Bürgermeister sehr gelegen. Er wollte heute noch nach C ... bad reisen, un Malve Rücksprache nehmen und die Signorafür den anonymen Brief an seine Tochter zur Beranttvortung ziehen. Aus diese Weise allem gab -- Aufklärung. Wer konnte wissen, wie der richtige Sachverhalt war. Der Maestro erschien auch nicht wie die lautere Wah Hastigkeit. Benno sprach seine Bermuthungen offen
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Der Wertb oer Einfuhr wäre danach einer Lehrer- Versammlung m Bochum übet dies« ■ ™ «-gmftmd w bchmiml fich Dmach
liegt ihm nichts ferner, als den deutschen BolkSgesang aus dem Gottesdienst überhaupt verdrängen zu wollm. Er will nur beim feierlichen Hochamt die deutschm Gesänge durch den liturgischen Kirchengesang ersetzt wissen, wie' eS die Kirche durch Jahrhunderte geübt hat und wie eS in andern Diözesen auch heute noch Gebrauch ist. Der deutsche BolkSgesang soll seine Stelle m den nicht feierlichen h. Meffen, den sämmtlrchenAndachten usw. behalten. DaS find die Ziele deS Herrn Bischofs; wie dieselben zu erreichen seien, hat er selbstwiederurn angegeben: auf dem Wege langsame und vielleicht jahrelanger Arbeit, nicht durch einseitige Vorschriften,
Um deu Lorbeer.
Roma» von I. Sandhage.
(33. Fortsetzung.)
„Roch eine Bitte", fügte er hinzu. „Rennen Sie «ich nicht bei meinem Amtrtitel, gnädige Frau. Ich bin hier inkognito und werde nicht gern an meinen Beruf außer Dienst erinnert. Meine Nerven bedürfen der Ruhe, der völligen Ausspannung."
Er erhob fich. Der Bürgermeister trat herein. Benno trug ihm sein Anliegen vor. Der Vater aber fand eS rathsam, Malven'S Bries zu lesen. DaS Erstaunen wuchs mehr und mehr, je länger die Untersuchung währte. Der Bürgermeister faßte die Angelegenheit nach seiner bedächtigen logischen Art auf. Allein er kam zu demselben Schluffe, den Bmno'S Mutter in ihrer impulsiven Weise gefundm. Constance Torrou war also Signora Tortoni und Konrad von Wüllesen'S Gemahlin. Aber weshalb lebte sie ge- schieden von ihrem Manne, und weshalb hatte sie sich geradezu vor seinen, ihres Vetters Augen verborgen. Sin schlimmer Verdacht gegen seine Koustne gewann bei längerem Nachdenken in deS ernsten Mannes Seele Raum. Genau erinnerte er sich seines Gespräches mit dem Impresario. Dieser war damals so eigen, so zer- streut gewesen und wollte nichts von der Existenz einer
Deutsches Keich.
Berlin, 24. Januar.
* Der Kaiser empfing heute Mittag den Besuch deS Fürsten vou Hohenzolleru. Am Abend 9'/, Uhr wird der Kaiser den Großfürst - Thronfolger vo« Rußland auf dem Bahnhof Friedrichstraße empfangen. Außerdem versammeln fich zu diesem Empfang: Die Prinzen deS König!. HauseS mit ihren Adjutanten, die in Berlin und Potsdam garuisonirenden Prinzen aus regierend« deutschen Hänsern, daS kaiserliche Haupt- auartter, die hier anwesendm Generaladjutanten, Generale L la suite und Flügeladjutanten des Kaisers, der Gouverneur, der Kommandant, sowie die aktiven Generale und Admirale der Garnison Berlin.
* Frhr. v. Schorlemer-Alst ist auf dem Hofball am Freitag vom Kaiser in eine längere Unterhaltung gezogen worden. DaS ,Berl. Tgbl.' benutzt diese Thatsache zu allerlei Andeutuugen, als ob Frhr. von Schorlemer nach Berlin gekommen fei, um daSCentrum für die Militärvorlage zu gewinnen. DaS Mosie fche Organ muß eS natürlich wiffen l
» DaS preußische Abgeordnetenhaus setzte heute die 2. StatSberathung fort und erledigte zunächst den Spezialetat der Domänen. — «bg Dünkelberg (natl.) bedauerte, daß die Fragen der Landwirthschast zu politisch« Parteifragen gemacht werden sollen und fand leinen Grund (!) die Lage unserer Landwirthschast als besonders mißlich zu hatten. — Abg. v. Schaficha (Ctt.) fand, daß wir auf dem gegenwärtigen Wege dem sozialdemokratischen Zukunftsstaate zusteuetten. Emen höheren Zoll, al« 5 Mark, zu verlangen, halte er keineswegs für so unfinnig, als angenommen wird. Redner erttärt fich gegen den russischen Handelsvertrag und bat den Minister, Alles zu thuu, um dessen Zu- standekommeu zu vereiteln. — Abg. Rickert (bfr.) er* Härte, daß die Debatten über den russischen Handels- vertrag gar nicht hierher gehörten und verwies un klebrigen auf die anfcheinmd nahe bevorstehenden ReichStagSwahlen, wo die Kräfte sich meffen würden. — Abg. Arendt (freit) gab hauptsächlich der Gold- Währung Schuld, daß die Landwirthschast sich m Roth befände, die Goldwährung würde im Falle eines «riegel sofort den ZwangScomS zur Folge haben. — Der Etat der Domänen wurde bewilligt, ebenso ohne wesentliche Debatte die Etats der Seehandlung, Münzverwaltung, Staatsarchive, GeneralordenSkommisfion, Geheimes Ci* vilkabinet, Oberrechnungskammer, Prüfungskommission für höhere BerwaltnngSbeamte, DiSzipltnarhof, Gerichtshof zur Entscheidung der Komptenzkonflitte, Ge- fetzsammluvgSamt, Reichs- und StaatSanzeiger und für Zwecke der LandeSvermeffung und endlich der Etat des Finanzministeriums. — In der Debatte über Letzteren führte Abg. Freihr. v. Eynatten (Ctt.) Klage über daS BeranlagungSverfahren in den rheinischen Gegenden, worauf Finanzminister Dr. Miquel gegebenenfalls Abhülfe zusagte. — Morgen: Fortsetzung der 2. Etats- berathung.
• Der Reichstag führte heute zunächst die 1. Berathung der Novelle zum Wuchergesetz zu Ende und
Constance Torrou gehört haben. Sollte.er von der < Signora zu dieser Verleugnung veranlaßt sein? Warum VeS faßte sie nicht Zuttauen zu ihm, ihrem Vetter und nnr Jugendfteund, dem sie nahe stand, und deffen Haus sie mied, sie und Lucia. . . . ,
Jetzt erst fiel es auch der Bürgermeisterin em, daß Lucia nur einmal hier im Hause war und plötzlich unter dem nichtigen Borwand, fie habe keine Zeit, fortgeblieben wäre. Und Benno hatte Recht, Malve und Lucia zeigten große Aehnlichkeit. Ja, je länger man die Sache erwog, je mehr wuchs die Ueberzeugung, daß eS hier mit realen Thatfachen zu rechnen galt, und eS keine leeren Hirngespinnste waren, mit men
übrigen 47 Beschwerden wurden an die zunächst zu* ständigen Eisenbahnverwaltungen zur Erledigung abgegeben. Bettoffen von Beschwerden find überhaupt 29 Eisenbahnverwaltungen. . , .,
• Offiziös wird bemerkt, daß, soweit an unterrichtet« Stellen bis dahin bekannt, Angriffe und Verdächtigung« gegen den dentfche« Botschafter in Paris durch die französische Preffe nicht erfolgt, sind. Sollten aber infolge der Verleumdungen, denen nach «tauber bie Herren Mohrenheim, Menabrea HoyoS und Duffer« ausgesetzt worden sind, die großen monarchischen Mächte sich dazu entschließen, einen gemeinsamen Schritt zu thnn, so würde sich Deutschland mit ihnen zweifellos solidarisch erklären. — AuS Paris wird Übrigens vu* term Heutigen gemeldet: Der französische Munster beS Auswärttgen Develle suchte gestern den deutschen Botschafter in Paris, Grafen Münster auf, um ihm sem Bedauern über die verleumderischen Angriffe der ftanzö* fischen Preffe auf andere Vertreter der DrewundeS- mächte auszusprechen.
♦ Rbbt, 23. Jan. Einer hierhm gelangten Mel- duna ans Rom zufolge wird Herr Kardinal Kre* mentz vorauSfichtlich über den 19. Februar hinauS in Rom bleiben, um art der Feier deS PapstlubilaumS theilzunehmen. — Herr Weihbischof Baud ri, welcher bekanntlich im 89. LebmSiahre steht, ist bedenklich n- ttankt. Dem Vernehmen nach ist bereits der päpstliche Segen für ihn erbeten worden.
q • Xanten, 23. Jan. Der ,Köln. BolkSztg. schrot man: Durch zahlreiche Blätter läuft die Angabe, Hr. Oberstaatsanwalt Hamm habe emer bekannten Persönlichkeit erklärt, nachgerade gebe er lebroebe Hoffnung auf die kriminalistische Klarstellung deS Xantener MordräthselS auf; die Untersuchung sei eingestellt. DaS ist eine Erfindung. Die Untersuchung »st kemeS- wegS eingestellt, sondern wird forlgefühtt, und zwar
mirb ta M-W geschrieben: In dem von Ihnen bneitS gekemizeichnet« „Eingesandt" der .Kreuzzeitung Über neue Berhaltmffe im BiSthum Paderborn findet fich “• a- Jolflenbet Satz: „Insbesondere ist dem neuen Bischof der d rutsche BolkSgesang beim Gottesdienst, der m allen Kirch« der Diözese, mit Ausnahme des Domes m Paderborn, stattfindet, ein Dorn im DaS ist, -mfach nicht
aus, sie zeugten gegen den Maestro. Die Entführung beS Knaben, feine herbe Abwehr, als Bennozur Gig- nora wollte, eS warm offenbar Bewnfe, wie herrschsüchtig der Alte in jeder Hinsicht verfuhr. Und mm diese Hast, diese fieberhafte Eile, fortzukommen von hier. Lucia hatte im Gespräche manches -rg^S vn- rathen, was, mit prüfmbem Smn erwog«, Verdacht eTW@enug° der Bürgermeister rüstete sich zur Abreise. Mit dem Bescheib kehrte Benno zu der Mutter zurück.
19. Kapitel.
In feierlicher Stimmung, wie gelben von ihr« °-fi- »««., mit ta« | imttta
man sich trug. Was war zu thun? Malvm- Bnef i "lanns nach Ha ftj^^mütheS von dem Empfang hatte der Vater unter Kopfschütteln für sich allem ge- . der schätz ^übt. „Wo warst Du, Signorina?
lesen. Der Inhalt blieb den beiben Anberm vorerst be8 äRoefte « g Dir nicht untersagt, ba8
un* ein Gebeimniß. Man überlegte. Benno erzählte, Kerne AuSfl ch , Y» entfuhr eS ihm. O,
überwies dieselbe zur Borberathnng an eine 21er Kommission. - Abg. Frohme (Soz.) der im Wucher em Verbrech« erblickte, bestritt, daß daS bchehmde Wucher- gesetz und diese Novelle praktischen Werth Hütt«, zumal eS ja noch eine ganze Anzahl anderer Arten Wucher gäbe, welche bis jetzt gar nicht berührt würden. — Abg. Hitze (Ctt.) erklärte, daß daS Cmttum lebe Form deS Wuchers bekämpf« und noch weitere Verschärfungen in der Kommission beantragen werde. Redner befürwortete dann den Slese'schen Borschlag auf Entschädigung deS Bewucherten und empfahl der Kommission, die Fragen der Beschränkung der Wechselfähigkeit und der Festsetzung einer ZinSgrmze zu erwäg«. — Abg. Schrader (bfr.) sprach gegen bie Vor- läge, für welche im Lande auch keine Strömung be- stehe. Die Regierung halte immer die Staatsbürger für unmündig und deS Schutzes nöthig, aber nur bie Ration fei kräftig unb wiberstanbsfähig, der« Bürger zur Selbststänbigkeit erzogen fei«. — «bg. Dr. Schnei- ber-Hamm (natl.) erklärte, daß ferne Freunde der Vorlage nicht unfreundlich gegenüberständen. Dre Lücken im Wuchergesetz müßten ausgefüllt »erben, namentlich durch Hereinziehung deS Sachwuchers. — Abg. Dr. v. Bar ^fr.) bekämpfte die Vorlage, die zu den größten Ungleichheit« führ« würde, währmd «buch Abg. Büsing (natl.) die Fassung des Art. 4 be- mängelte, wodurch daS legitime Geschäft benachtheiligt würde. — Der Gesetzentwurf, bett, die Begründung der Revision in bürgerlichen RechtSstreitigkeitm würde ohne vorherige komrniffarische Borberathung zur 2. Lesung auf eine spätere Tagesordnung gestellt. — Der Gesetzentwurf, bett, dm Berrath militärischer Geheim- niffe wurde einer besonderen Kommission überwies«. - Die Wahlprüfungskommission beantragte Ungültigkeit der Wahl deS «bg. v. Reben (natl.) im 9. Hannoversch« Wahlkreise. Die namentliche Abstimmung (79 Stimmen für, 109 gegen bie Gültigkeit) ergab Beschlußunfähigkeit beS Hauses. — Morgen 11 Uhr: Anträge auf «enbetung deS SttafverfahrmS unb auf Abänberung bet Gewerbeotbnung.)
* Der auswärtige Handel der bmtfchen Zollgebietes weist nach bm Aufstellungen beS Kaiser!. Statistisch« Amtes für baS Jahr 1892 folgenbe Summ« auf: Wetth bet Einfuhr; 4463093000 Mark geg«
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* Gegen deutsche Eisenbahnverwaltungen stnb beim Reichreifenbahnamt im Jahre 1892 hn Ganz« 103 Beschwerben auS bem Publikum ein- gelaufen. Davon bezieh« sich 40 auf bas Betriebs- reglement 23 auf bie Tarife, 12 auf den Fahrbetneb unb 28 auf anbete @eg«ftänbe. Das Reichseisenbahn- amt hat von biesm Beschwetben für begrünbet erachtet 13, als unbegründet abgelehnt 22, auf den Rechtsweg verwiesen 2. In 15 Fäll« war bie Zuständigkeit beS Reichs nicht begrünbet, in 4 Fällen sind bie an- geordnet« Erhebung« noch nicht abgeschloffm. Die