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Donnerstag, beit 12. Januar 1893.

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. 102 Mill.

40 Mill.,

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schaftlichen Zöllen nach dem Gesetze

unwillig an die HauSthüre. Ah, der Maler war er: er trug die Staffelei; jetzt gab es doch etwas Ver. änderung. „Otto, Otto!“ rief sie in den Flur hinaur. Dann führte sie den jungen Herrn in den Salon; hier sollte er die Staffelei aufschlagen, dar hatte die Sig­nora befohlen.

dem er sein Einkommen bezieht, darum zahlt er Ge Werbe-Steuer.

durch den Mehrertrag der neuen Einkommensteuer aber nur er­hält einen Ersatz von . . . und durch die an Preuße» fallenden Erträge des Gesetzes Hueue einen Ersatz von . . und da er ferner an Kosten für die Erhebung der aufge- hoben« Steuern erspart den Betrag von

13. Kapitel.

Wie die Schneeflocken fliegen. Ein lauer West, wind hat sie auf die Schwingen genommen; lustig wirbeln sie durcheinander, um zerschmelzend wieder zu finken.

Lucia stand am Fenster der Salons, wo Benno an der Staffelei malte. Constance ging fleißig hier ein und aus und schaute der Arbeit zu.

Drei Wochen waren verflossen, seit Benno fich hier eingeführt hatte. Man hatte schnell Zutrauen zu ein- ander gefaßt; Lucia erkundigte sich heute nach einigen ihrer Bekannten; er kannte sie alle, die lustigen, jungen Mädchen, von denen sie sich in letzter Zeit zurückge­zogen hatte. Benno hatte dar Portrait des KindeS nahezu fertig. Heute oder morgen nahm er eS mit nach seiner Wohnung, um eS zu kopiren. Vielleicht betrat er dann in langer Zeit dieses Haus nicht wie­der. Luc'a war an seine Unterhaltung, an seine stets muntere Laune gewöhnt und sah mit Wehmuth der

Die Grundsteuer, Sebäudesteuer und Gewerbesteuer betrug für dar Jahr 1891/92 die Summe von 92,791,842 Mk. Wenn wir also als Maßstab fiir die Zukunft die für das Jahr 1891/92 veranlagt« Steuern annehmen, dann werden fämmtliche Gemeinden Preu- ßenS zusammen, da an sie die bisher staatliche Grund-, Gebäude- und Gewerbesteuer gezahlt werden wird, eine Mehreinnahme haben von rund . . . 93 Mill. Mark;

im Ganzen also nur ... 66 Mill. — 66 Mill. Mehr-Einnahmen haben wird,

so fehlen ihm noch Zg Mill, um wieder die obige Evmme von 102 Millionen zu bekommen.

men«©teuer, aber außerdem, da er aus Gebäu­den sein Einkommen hat, noch 4Prozent Gebäude- Steuer; nachher erhebt die Gemeinde von ihm für die Gemeindesteuern Zuschläge zur staatlichen Einkorn- mensteuer und zur staatlichen Gebäudesteuer. Der Häuser- befitzer zahlt also im Ganzen an den Staat 2-4 Pro- zent Einkommensteuer und 4 Prozent Gebäudesteuer, zusammen 6—8 Prozent seines Einkommens. — Auch

etre lbend e ist in dieserWeise für den I die Kreise werden in Zukunft, da der Staat doppelt besteuert. Werl er aus seinem Gewerbe preußische Antheil an den landwirth- Elnkommen bezieht, zahlt er an den Staat Ein- schaftlichen Zöllen nach dem Gesetze kommen-Steuer, und Werl eS em Gewerbe ist, auS Huene nicht mehr an sie, zum Bor-

Run könnte ein Grundbesitzer sagen: „Wenn ich einmal fortfahren soll, diese hohe Grundsteuer zu zah- len, dann bleibt eS für mich einerlei, an wen ich sie zahle; ob an den Staat oder an die Gemeinde; also ist mir mit der ganzen Umgestaltung nicht gedient.“ Darauf entgegne ich: „Gewiß ist Dir damit gedient; denn wenn in Zukunft in die Kaffe Deiner Gemeinde alle Srundstevern auS der ganzen Gemeinde fließen, dann bekommt sie schon einen schöne« Brocken Geld, den sie bisher nicht erhielt nnd in Folge befien kann sie in Zukunft entweder die Zuschläge zur Grundsteuer und zur Einkommensteuer ganz entbehren, oder sie braucht dieselben doch nicht mehr in derselben Höhe wie bisher zn erhebe«. Und zwar ist die- um so mehr der Fall, als sicht nur die Grundsteuer, son- beut auch die Gebäude- und Gewerbesteuer in die Kaste der Gemeinde fließen.

Run könnte man ja diese Uebelstände dadurch be- festigen, daß man auch noch die Kapitalisten zn einer zweiten Steuer heranzietzt, indem man neben der Einkommensteuer noch eine sogenannte Kapitalren­ten-Steuer einführt; dies wäre aber nicht so zweck­mäßig, als der andere Weg, der jetzt durch die neue« 3 Steuergesetze vorgeschlagen wird.

ES sollen nämlich die bisherigen ErtragSstenerv (Grundsteuer, Gebäudesteuer, Gewerbesteuer) nicht mehr in die Staatskasse fließen, sondern in die Gemeiodekasse, und da der Staat dadurch, sowie durch die Aufhebung der BergwerkSstener einen Verlust hat von -----

Um den Lorbeer.

Roman von I. Sanbhage.

(22. Fortsetzung.)

Mit solchen Gedanken begab er fich zur Ruhe. Am folgenden Morgen lief er aufgeregt im Hause hin und her. Brigitta hatte üjre liebe Roth, ihm Alles recht machen. Sie trug ein Packet Briefe zur Post. Die Kentener Schülerinnen erhielten ihre Rechnungen. Sie würden Augen machen. Je eher man hier in dem Reste unmöglich würde, je eher brach man die Zelte ab.

Lucia übte fleißiger als je. Sie kleidete sich jedoch sorgfälttger als früher; auch Brigitta bemertte eö. Früher ging die Signorina ihr in den häuslichen Ge- schäften unaufgefordert zur Hand. Kürzlich träumte sie im Dämmern einsam vor sich hin. An Hand- arbeiten kein Gedanke. Heute war Lucia sehr früh ausgegangen. Vielleicht in die Kirche? Die Signora beschäftigte sich ausnahmsweise mit Otto; er hatte feine Spielsachen in ihr Zimmer getragen. Alle paar Minuten fragte Constance, ob die Post noch nicht da­gewesen sei. Leider nicht. Der Juwelenhändler ließ nichts von sich hören. Brigitta sehnte sich aus Deutsch- lands Gauen west hinaus. Sobald der Frühling in's Land zog, erwachte in der Signora wieder die Reise­lust. Was sie ersehnt, es geschah nicht. Brigitta zuckte zusammen. Schon wieder die Hausklingel. Sie eilte

d Umgestaltung des preußischen Struer- rveseus.

n.

3 netten Gesetze, durch welche die im Jahre 1891 durch das neue Einkommensteuer-Gesetz begonnene Amg staltnng des preußischen SteuerwesevS jttzt vollendet Weroen soll, behandeln

1) die Aufhebung einiger diretten Staatssteuer«,

2) die Einführung einer neuen Steuer: der Ergän- zungS- ober Vermögenssteuer, «ttb

3) die Regelung der Gemeinde-Abgaben.

1) Aufhebung einiger direkter StaatS- fteuern. Richt gänzlich, sondern nur in ihrer Eigen­schaft als Staatsstenern sollen aufgehobm nnd den Kaffen der Gemeinde« überwiese« werden: die Grnnd- steuer, die Gebändesteuer nnd die Gewerbesteuer; ganz tmfgehoben soll werden die BergwerkSsteuer.

Die genannten Stenern verursachen eine Doppel- Bestenernng ober genaser eine vierfache Be- fienerunfl. Wer sein ganzes Bermögen in Hypotheken Ober Werthpapieren angelegt hat (Kapitalist), der zahlt wtx eine «in Io mm en» ©teuer, und zwar 2—4 Pro­zent seines Einkommens. Der Grundbesitzer hin- «gen, weil er Einkommen bezieht aus Grund und Boden, wird darum zur Einkommensteuer heran- gezogen; weil aber Grund and Bode« eS ist, ans dem er sein Eiüwmmeu zieht, darum wird er auch «och «ttt derSruudsteuer belastet. Diese beide«Steuern, nämlich Einkommensteuer und Grundsteuer, zahlt er an den Staat; nnd nun kommt noch hinterher die Ge­meinde and sagt: „Zur Deckung unserer Gemeinde- Ausgaben ziehen wir Dich heran auf Grund Deiner «inkommen-Stener nnd Deiner Gruud-Steuer, indem wir Dir auf jede dieser beiden Staats-Steuern «nen Zuschlag für die Gemeinde legen.“ Auf drefe Weise wird bis jetzt der Grundbesitzer viermal znr Steuer herangeholt. Die Grundsteuer beträgt in vielen Fällen 2 Prozent vom Einkommen; außerdem werden vom Grundbesitzer an den Staat entrichtet 2 j RS 4 Prozent Einkommenstever, so daß der Gmnd- befitzer im Ganzen an ben Staat zahlt 11—13 Pro- zent von seinem Einkommen. Sehnlich geht eS dem Hausbesitzer. Wer ein HauS besitzt, mag er eS nun selbst bewohnen ober vermiethet haben, dem wirb der RutzungSwerth beS Hause- als Einkommen an* gerechnet unb er zahlt davon an den Staat Einkorn-

_____________________ ______ ______ 20. Jahrgang

illdakrMZcitiliig

theil ber Gemeinben, herausgezahlt, sondern in der preußischen Staatskasse behalten werden wird, eine Einnahme entbehren von . . 30 „ „

so daß also die Gemeinden eine Mehr- einnahme haben werden von. . . .63 Mill Mark.

E- toerben also fämmtliche Gemeinden Preußm- znsammm genommen ihre bisherigen Gemeiudcstenere nm biesen Bettag erniebrigen können.

Run wirb in ben freisinnigen Blättern behauptet, biese geplante Aenbernng in ber Grundsteuer sei ein Geschenk an bieGutsbesitzer unb barem sei sie ungerecht; wer bisher ein Grundstück angekauft habe, ber habe bett« Ankauf bie barauf ruhende Grundsteuer in Anschlag gebracht und habe z. B. gesagt: „Das „Grundstück bringt 100 Mk. ein; eS ruhen darauf 7 „Mk. Grundsteuer; also ist der reine Ertrag nur 93 «Mk, und darum kann ich, wenn ich 5 Prozent Zin- „fnt aus meinem Kapital herausschlagen will, nur „93 X 20 — 1860 als Kaufpreis zahlen. Wen« „dem Manne nnn die Grundsteuer nachgelaflen wird, „dann wird ihm jährlich der Bettag von 7 Mk. ober „einmal ein Kapital von 140 Mk. geschenkt.“

ES ist dies in gewissem Sinne richtig, ober das­selbe gilt auch in Bezug auf die Gebäudebesitzer, und eS gilt nur in Bezug auf jene Befitzer von Grund­stücken und Gebäuden, welche solche durch Ankauf erworben haben; eS trifft nicht zu bei jenen, welche ihre Srnndstücke und Gebäude ererbt haben. Un­gerecht ist aber diese Maßregel nicht, denn bish« sind, wie wtt oben nachgewiesen haben, im Berhälmiß zu den Kapitalisten die Besitzer von Grundstücken unb Gebäuden viel zu hoch zu den Steuern in Staat und Gemeinde herangezogen worden unb barem ist bat „Geschenk“, von bem Ewige jetzt sprechen, nur eine kleine Entschädigung sür ihre bisherige ungereimte Belastung. Ratürlich kann biese Entschäbigung nicht eingericht werben, baß sie Jedem gewährt wird, der bisher ungerecht belastet war und daß sie nicht au ttgend Jemanden fällt, der bisher von der ungerecht« Belastung nicht getroffen war. Wenn z. B. vor tat« zer Zeit, als noch Niemand an die j tzt geplante Aende- reng der Steuern dachte, ein HauSvesitzer sein HauS an einen Mann verkauft hat, deffen Vermög« nur auS zinStragmden Kapitalien bestand und bei der Festsitz­ung des Preises deS Hauses die davon an den Staat and an die Gemeinde zu zahlende Sebäudesteuer in An­rechnung gebracht und demgemäß der Preis des Hauses herabgesetzt wurde, so wird allerdings durch die neu« Steuergesetze in diesem Falle der frühere Hausbesitzer nicht entschädigt und der neue Hausbesitzer bekommt einen unverdienten Bortheil; aber solche Vorkommnisse lassen sich in der Gesetzgebung nicht vermeid«; wen« man darauf Rücksicht nehmen wollte, könnte man gar nichts Neues schaff«, auch w«u die Nreerung im Troßen und Ganz« noch so gerecht und nützlich wäre.

Die BergwerkSsteuer beträgt 2 Prozent von dem Berkaufswerthe der gefordert« Produkte. Sie rührt daher, daß früher ber (Staat gerade für die Auf- Trennungsstunde entgegm. Jetzt waren sie ein paar Minuten allein. Es herrschte eine feierliche Stille im Zimmer; der Knabe war entlafi« und schnell davon gesprungen. Constance litt an Migräne und hatte sich zurückgezogen. Der Maestro bereitete sich zu seiner Reise nach Benthon vor; sie blieb« ungestört.

„Fräulein Lucia,“ nahm Benno nach einer Weile daS Wort, er legte den Pinsel hin und trat an ihre Seite. „Sie sind ganz bleich vom beständig« Uebm, warum mischen Sie sich nicht wieder in dm KreiS Ihrer jungen Freundinnen?“

„Ich darf nicht.“ Lucia war feuerroth geworden. Er nannte sie Lucia und nicht Signorina, wie früher.

„WeShzlb dürfm Sie nicht? Verschling« Ihre Kunstübungm so viel Zeit, daß Sie den Frohsinn, die Jugend- und Lebenslust darüber verlier«, dann führ« Sie ein trauriges Dasein. Der Mmsch ist doch keine Maschine.“

„Nein, ober man muß, um Tüchtiges zu erreich«, die Zeit ausnützen. Die Zukunft wird mich für alle Entbehrung« reichlich entschädigen.“ Sie sagte daS wie etwas auswmdig Gelerntes. Er zog die Achseln und schaute sie sinnend an. In diesem Momente fand er sie Malve täuschend ähnlich. Er verglich die beid« Charaktere. Malve erschien ihm fast zu ernst für ihr Alter.

„Die Zukunft!, wie ruhig Sie das sagen,“ rief er.