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JM 287
Mittwoch, den 14. Dezember 1892.
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Jubiläum des hl. Vaters.
(Schluß.)
Der Grund-Jrrthum unserer Zeit aber, aus welchem alle geistigen und sittlichen Verirrungen sich erklären, ist die falsche Auffassung der Freiheit. Deshalb erinnert der heilige Vater an den wahren Begriff der Freiheit. Die Freiheit, sagt er, diese herrliche natürliche Gabe, welche allen mit Verstand und Vernunft begabten Wesen zukommt, verleiht den Menschen den Vorzug, Herr seiner Entschließungen und Handlungen zu sein. Es kommt aber hauptsächlich darauf an, wie dieser Vorzug gebraucht wird, weil die größten Güter wie auch die größten Üebel aus dem Gebrauche der Freiheit entstehen. Obschon die Kirche die wahre Freiheit und die menschliche Würde stets geschätzt und hochgeachtet hat, gibt es dennoch Viele, welche sagen, die Kirche seiner menschlichen Freiheit feind. Diese Meinung beruht auf einer falschen Auffassung der Freiheit selbst. Die Freiheit liegt im Willen; der Wille darf aber nicht blindlings seine Entscheidungen treffen, sondern muß dem Lichte der Vernunft folgen. Man mag nun die Freiheit der einzelnen Personen oder in deren gemeinschaftlichem Verbände betrachten, bei den Machthabern wie bei den Untergebenen schließt sie überall die Noth- toenbigteit in sich, einer höchsten und ewigen Vernunft zu gehorchen, und diese ist nichts anderes, als die Autorität des gebietenden und verbietenden Gottes. Diese höchst gerechte, gebietende Macht Gottes über die Menschen ist so weit davon entfernt, die Freiheit aufzuheben, oder irgendwo zu fchmälern, daß sie vielmehr dieselbe schützt und vollendet. Denn die wahre Vollkommenheit der Wesen besteht darin, daß sie nach ihrem Ziele streben und dasselbe erreichen. Das höchste Endziel aber, welches die menschliche Freiheit anstreben soll, ist Gott. Nach dieser erhabenen Wahrheit, welche die Vernunft lehrt und das Evangelium in ein helleres Licht gestellt hat, ist die bürgerliche wie die politische Freiheit zu bemessen; ihre Befolgung sichert allein die Einttacht int Staate, den Frieden und die Wohlfahrt der Völker.
Hat der Statthalter Christi bisher die Gläubigen über den Gebrauch der wahren Freiheit nach den Grundsätzen des Evangeliums belehrt und überall die Nothwendigkeit der Rückkehr zu den Satzungen des Christenthums betont, so zeigt er nun den Katholiken, wie sie ihre Freiheit im bürgerlichen Leben benötigen sollen, und welche Pflichten sie int Staate zu erfüllen haben. Die Liebe, welche wir der Kirche als der Braut Christi und unserer geistigen Mutter schulden, steht keineswegs jener Liebe entgegen, welche jeder rechtschaffene Bürger für sein Vaterland hegen muß. Lieben müssen wir unser irdisches Vaterland, mit welchem unser irdisches Leben verwachsen ist, aber noch inniger die Kirche, welcher wir das übernatürliche Leben der Seele verdanken; denn es ist billig, daß wir den überirdischen Gütern vor den irdischen den Vorzug geben. Aber das dürfen wir nicht verkennen, daß die übernatürliche Liebe zur Kirche und die natürliche Liebe zum Baterlande Zwillingsschwestern sind, die beide ihren Ursprung in Gott haben. Ein Widerstreit zwischen beiden ist also unmöglich. Die übernatürliche und die natürliche, die religiöse und die staatliche Ordnung gehören naturgemäß zusammen, wenn auch beide innerhalb der Grenzen ihrer eigenartigen Zwecke selbstständig sind; und eine jede wird ihr eigenes Ziel um so sicherer und friedlicher erreichen, je mehr die Kirche und Staat zum gemeinsamen Wohle einträchtig zusammenwirken.
Von der hohen Warte aus, auf welche Gott ihn gestellt, die Zeitverhältniffe mit wachsamen Auge versolgend, konnte Leo XIII. nicht gleichgültig gegen die Gefahren bleiben, welche der Gesellschaft aus der heutigen Sage der Arbeiter drohen. Durch die Entwickelung der Industrie und die Vervollkommnung der Arbeitswerkzeuge, durch die maßlose Steigerung der Konkurrenz und durch die unbeschränkte Freiheit auf allen Gebieten des Erwerbs und des Handels hat sich das Verhältniß der besitzenden Klasse und der Arbeiter wesentlich umgestaltet. Das Kapital ist in den Händen einer geringen Anzahl Besitzer angehäuft, während die große Menge verarmt und mit Roth kämpft. Aus diesen Verhältnissen ist ein sozialer Kamps erwachsen, welcher um so gefährlicher die Zukunft der Menschheit bedroht,
Um Den Lorbeer.
Roman von I. Sandhage.
(Nachdruck verboten.)
1. Kapitel.
„DaS ist eine reizende Erscheinung; sehen Sie nur, die Blondine in Weiß; jetzt spricht sie mit der Dame in Rosa, mit Fräulein Walter, wer ist sie wohl, Kurt?" fragte ein dunkler Herr im Frack, auf einem Tanzkränzchen im Hause des Stadtraths Meier.
Kurt von Wülleseu zog die Schultern. „Kein hiesiges Landprodukt," lächelte er, den blonden Bollbart streichelnd. Der Andere nickte und wandle sich ab. Er wollte sich der fremden jungen Dame vorstelleu.
Es war eine kleine westfälische Kreisstadt, die sich wegen ihrer Gebirgslust zu einem Kurort emporgeschwungen hatte. Denn seit Monden verweilten einige fremdländische Familien hier, die den Aufenthalt in diesem Bergstädtchen lediglich aus Gesundheitsrücksichten gewählt hatten. Stadtrath Meier'S bildeten, seitdem ihre einzige Tochter Cornelie auS der Pension heimgekehrt war, die tonangebende Familie der Stadt Kenten. Sie veranstalteten Tanzabmde und führten sonstige großstädttsche Moden ein, zur Verzweiflung der Hono- rattorm-Mütter, beren Töchter eifrig bemüht waren, diese neuen Moden einheimisch zu machen.
je mehr der Unglaube und die Gottesleugnung bei demselben die Führung zu übernehmen trachten.
Als Sachwalter der armen und arbeitenden Klasse, gleich dem hl. Laurentius, 'zeigt nun Leo XIII. in seinem Rundschreiben über die Arbeiterfrage, daß die von sozialistischen Lehren in Aussicht gestellte Hilfe die Arbeiter nur in größeres Elend stürzen würde. Eine Besserung ihrer Lage kann einzig durch allgemeine Rückkehr zur Lehre der Kirche Christi erstrebt werden. Ihre Lehren und Gebote führen Arbeiter wie Besitzende zur Erfüllung der gegenseitigen Pflichten und namentlich zur Befolgung der Pflichten der Gerechtigkeit. Die Arbeiter haben die Pflicht, treu und vollständig ihre Arbeit zu verrichten, zu welcher sie sich ftei und durch gerechten Vertrag verbunden haben, den Arbeitgebern weder an ihrer Habe noch an der Person Schaden zuzufügen, in Wahrung ihrer Rechte sich jeder Gewaltthätigkeit zu enthalten, in keinem Falle Auflehnung zu stiften, noch Verbindungen mit schlechten Menschen einzugehen, die ihnen trügerische Hoffnungen vorspiegeln, aber nur bittere Enttäuschung und Elend bereiten. — Aber auch den Besitzenden und Arbeitgebern hält Leo XIII. die Lehren Christi über ihre Pflichten vor. Die Arbeiter dürfen nicht wie Sklaven angesehen und behandelt werden; ihre persönliche Würde, welche geadelt ist durch ihre Würde als Christen, sei stets heilig zu halten. Handwerk und Arbeit erniedrigen und entehren nicht. Aber entehrend und unwürdig wäre es, Menschen bloß zu eigenem Gewinn auszubeuten und ihren Werth nur so hoch anzuschlagen, als ihre Arbeitskräfte reichen. Die Kirche ruft den Arbeitgebern zu: „Habet die gebührende Rücksicht anf das geistige Wohl und die religiösen Bedürfnisse der Arbeiter; ihr seid verpflichtet, ihnen Zeit zu lassen für ihre religiösen Pflichten; ihr dürst sie bei ihrer Verwendung wie keinen leiblichen Gefahren, so auch nicht der Verführung und sittlichen Gefahren aussetzen."
Daneben aber predigt die Kirche, wie sie selbst bestrebt ist, in ihren Anstalten und Vereinen die Noth und das Elend der Arbeiter wie aller Armen zu lindern, ihren Kindern die Pflicht der Barmherzigkeit, damit die Siebe, „das Band der Vollkommenheit", alles versöhne. Die Rettung der Gesellschaft ist in erster Linie zu erwarten von jener christlichen Siebe, welche, aller Tugenden Herrin und Königin, immer bereit ist, für des Nächsten Wohl sich zu opfern, das kräftigste Gegengift gegen den Hochmuth und die Selbstsucht, deren göttliches Bild und Walten der Avostel Paulus mit den Worten gezeichnet hat: „Die Siebe ist geduldig, sie ist gütig, sie sucht nicht das Ihrige, sie duldet alles, sie erträgt alles. (1 Cor. 13, 4—7.)
Seht, geliebte Diözesanen, das sind die auserwählten Bausteine, welche der heilige Vater aus dem Schachte der von Gott geoffenbarten Wahrheiten zum Ausbau -ber christlichen Gesellschaft täglich hervorholt. Wahrlich, der Herr hat uns in Ihm einen Hirten nach Seinem Herzen gegeben, der uns weidet mit Weisheit und Siebe!
Mit demselben freudigen Danke müssen unsere Herzen erfüllt werden, wenn wir erwägen, was der hl. Vater für die Kirche selbst, ihre Ausbreitung und ihre Bedürfnisse im Einzelnen aethan hat. Zur Entfaltung und Kräftigung des christlichen Lebens empfahl er den Gläubigen den dritten Orden des hl. Franziskus, um gegenüber der Genußsucht und Ueppigkeit unserer Zeit das Gebot christlicher Enthaltsamkeit und das Muster einer christlich geordneten Lebensweise zur Geltung zu bringen. Jährlich versammelt er uns im Rosenkranzgebete zur Betrachtung der Geheimnisse unserer Erlösung und zur Verehrung der hl. Gottesmutter, um uns das Ziel und das Vorbild der christlichen Vollkommenheit lebendig vor Augen zu hatten. Stets bedacht auf den äußern Ausbau der Kirche Gottes, richtete er die hierarchische Ordnung wieder auf, wo solche der Ungunst der Zeiten zum Opfer gefallen war, ober errichtete sie neu, wo das Saatkorn der Heilslehre Wurzeln geschlagen hatte. Gleich dem guten Hirten, der durch sein Beispiel ihn anwies, den verlorenen Schafen nachzugehen, ließ er die irrenden und getrennten Brüder nie aus den Augen, fonbern suchte sie unablässig in ben Schafstall zurückzuführen, wo Jesus Christus die ©einigen alle vereinigen will. Boll Mitleid und apostolischen Eifers ruht sein Auge auf den unglücklichen Bewohnern Afrikas; er erhebt für sie seine Stimme und begeistert die Gläubigen für dieses Siebesund Glaubens-Werk. Obschon arm und auf die Unterstützung
Heute hatte man zum ersten Male daS Vergnügen, die schöne junge Italienerin, Lucia Tottoui, die Tochter der berühmten „Diva", Signora Tortoni, in der Nähe zu sehen.
Sie erregte durch ihre fremdartige Schönheit und durch die Anmuth ihrer Wesens wahrhaft Aufsehen in dem kleinen Streife, aber man wunderte sich, daß der jungen Fremden die deutsche Sprache so geläufig war.
Kurt v. Wülleseu hatte fich bis dahin nicht am Tanze betbeiligt. Er lehnte in dem Rahmen der GlaS- thüre deS Nebenzimmers, wo sich einige ältere Herren zum Spielchen versammelt hatten. Kurt war erst kürzlich von einem längeren Aufenthalt in der Fremde zurückgekehlt und lebte seitdem auf seinem Stammgute Romberg daS einfache Leben eines praktischen Land- wirtheS. DaS Gut lag kaum eine halbe Stunde weit von der Kreisstadt Kenten entfernt. Hier hatte Shirt zur Zeit daS Gymnasium abfolvirt; er fand nun bei seiner Heimkehr viele von seinen Studiengenosien als Familienväter und Stammgäste des KastnoS. Man freute sich, ihn wieder zu sehen, ihn wieder dauernd in der Nähe zu haben. Bürgermeister Walter war der Erste, dem Kurt seinen Besuch machte. Die Seute fanden es ganz in der Ordnung, denn Malvine Walter galt für die erste Schönheit der Stadt; sie war sicher der Magnet für ben ländlichen Heirathrkandidaten.
Als Äint an diesem Abende wie träumend dem 1
feiner Kinber angewiesen, hilft er ab ber. Bedürfnissen ber Glaubensboten wie ber Noth ber aus ihren Klöstern vertriebenen Ordenspersonen. Allen feinen Kindern in väterlicher Siebe zn- gcthan, horcht er auf jeden Nothschrei derselben und widmet Allen die gleiche Sorge, um den Glauben zu kräftigen und die Segnungen des Friedens zu erhalten oder zurückznsühren. Bedarf es dafür befonderer Beweise? O, Geliebte im Herrn! Werdet ihr jemals die Hirtensorge Seos XIII. vergessen, die er euern Seiden und deren Heilung zuwandte?
Dieses fünfzigjährige Bischofs-Jubiläum, tijeuere Diözesanen, müssen wir es nicht ansehen als einen Weckruf an unsere Dankbarkeit ? Und welches Kind der Kirche könnte und wollte diesen Ruf überhören? Nein, fo reich ber ehrwürdige Jubelgreis auf dem Stuhle des hl. Petrus an Liebe zu uns ist, so reich wollen und sollen auch wir an Dankbarkeit gegen ihn sein. Welche Beweise derselben er aber vor Allem von uns erwartet, sagt uns sein letztes Hirtenwort:
„Das christliche Volk", so bittet er, „das um die Altäre der erhabenen Gottesmutter flehentlich niederknieet, ersuchen Wir um sein Gebet sowohl für die vom Sturm der Zeit bedrohte Kirche, als auch für Uns selbst, die Wir in bereits vorgerücktem Atter, von Mühen erschöpft, von den größten Schwierigkeiten bedrängt, von menschlicher Hülfe entblößt, das Steuer der Kirche führen. Unsere Hoffnung auf Maria, die mächtige und gütige Mutter, wird von Tag zu Tag vertrauensvoller u..d erfüllt Uns mit immer größerer Freude."
Gemäß dieser Aufforderung des hl. Vaters werden wir euch Gelegenheit geben, zu der Zeit seines Jubiläums euch mit uns vor den Altären niederznwerfen und den daselbst gegenwärtigen Gottmenschen anzuflehen, daß er seinen Stellvertreter auf Erben beschütze nnb tröste und dessen hohepriesterliches Amt an uns selbst wie an allen Menschen fruchtbar mache.
Aber dabei wird unsere Liebe und Dankbarkeit nicht stehen bleiben. Wir kennen seine bedrängte Sage, genommen sind ihm die zeitlichen Mittel für die Regierung des weiten Gottesreiches, dem er vorsteht; aber die zeitlichen Bedürfnisse seines Hirtenamts sind geblieben, ja durch die Zeitverhältniffe gesteigert worden. Sängst haben wir, seine dankbaren Kinder, die Gaben unserer kindlichen Siebe Jahr für Jahr zusammengelegt, um ben heiligen Vater zu unterstützen, auf baß er auch in seiner jetzigen hülflofen Sage seine Stellung in ber Wett bewahren und feine großen Aufgaben für die Menschheit erfüllen könne. Der St. Michaelsverein, welcher die Sammlung dieser Siebesgaben zum Zweck hat, ist in allen unfern Diözesen eingeführt; ihn empfehlen wir euch, geliebte Diözesanen, bei dieser Gelegenheit ganz befön- ders von Neuem. Werdet nicht müde, der Noth des hl. Vaters zu gedenken, wie auch er nicht müde wirb, feine hohepriesterliche Fürsorge nnb seine oberhirtliche Wachsamkeit in treuer Siebe euch zu wibmen.
Es würbe euch aber nicht befriedigen, wollten wir es bei einem allgemeinen Hinweise auf ben St. Michaelsverein bewenden lassen. Das Kindesherz kann diesen Freudentag des gemein- famen Vaters nicht herankommen lassen, ohne das Vaterherz mit besonderen Zeichen feiner Siebe und Dankbarkeit zu erfreuen. Darum werden wir einen geeigneten Tag bestimmen, an welchem ihr euere Siebesgaben zum Jubiläum des hl. Vaters barbringen könnt. Euerer Opferwilligkeit aber, die sich vor fünf Jahren so herrlich bewährte, vertrauen wir, daß in euren Siebesgaben die Größe eurer kindlichen Dankbarkeit und Verehrung gegen ben ehrwürdigen Jubelgreis sich bekunben werbe.
So wollen wir uns benn um ihn, geliebte Diözesanen, schaaren und an seinem Jubiläumstage unsere Gebete mit den {einigen vereinigen.
Während er mit dem hl. Martinus betet: „Herr, wenn ich deinem Volke noch nothwenbig bin, fo weigere ich mich nicht, bie Biirbe bes Oberhirtenamts noch weiter zu tragen," wollen wir beten: „Ja, Herr, er ist deinem Volke noch nothwenbig. Darum verlängere feine SebenStage zum Wohle beiner Kirche und segne noch lange durch seine Hand uns, bie du ihm zu Kindern gegeben hast, und welche ihm den goldenen Jubelkranz ihrer Siebe und Treue auf fein greises Haupt setzen, um dich felbst dadurch zu ehren und zu preisen. Saß ihn erfahren die Wahrheit deiner Worte bei dem Psalmisten: „Weil er auf mich vertraut, so befreie ich ihn und schirme ihn, weil er meinen
luftigen Treiben der jungen Welt zufah, verweilten feine Gedanken bei der schönen Italienerin. Wo ist sie mir begegnet, wo habe ich sie gefehen, wo, wo? benn gesehen habe ich sie ganz gewiß, fo flog er ihm durch den Sinn.
Jetzt legte sich eine Hand fchwer auf feine Schulter; der Bürgermeister stcm'o neben ihm. „Wollen Sie fich nicht endlich dem Reigen der Tanzenden anschließen?" fragte er. „Rehmen Sie sich ein Beispiel an dem Marchese Satti. Man sollte glauben, einen Zwanzigjährigen vor sich zu haben und ich wette, er hat seine Fünfzig bald auf dem Rücken, ha, ha, ha!"
„Lächerlich," meinte Kurt, „wenn ein Mann in seinen Jahren so krampfhaft bemüht ist, den Schein der Jugend festzuhalten. Aber sehen Sie nur, wie er Ihrer Fräulein Tochter huldigt."
Walter stutzte und runzelte die Stirn. „Hoffentlich hält Malve fich den Fremden vom Halse," murmelte er. „Wer kennt ihn mehr als oberflächlich? Aber die Welt ist leicht zu bestechen, wenn man so mit dem Gelde umherwirst wie der Marchese."
„Ach so, der Mann ist reich und Junggeselle?" Mit scharfem Blick verfolgte Kurt wieder die Paare. Er sah den Marchese jetzt an der Seite des Stadt« ratheS und er athmete auf. Seine Augen suchten weiter; dort stand Malve neben Lucia und Kurt verglich die * Beiden. Die Eine dunkel mit olivenfarbigem Teint; di