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njfses der Errichtung von Kreis-Krankenhänsern der Landes-Aus­schuß ermächtigt werde, die Grundsätze der Unterstützung des Be­triebes dieser Kreis-Krankenhäuser zu entwerfen und dem nächsten Kommunal - Landtage vorzulegen und dadurch den Beschluß deS Landes-AuSschusses vom 24. November 1892 für erledigt zu er­klären." Berichterstatter: Sanitätsrath Dr. En bemann und Landrath von Oertzen.

6) Vorlage des Landes-Ausschusses über dos in Gemäßheit deS § 31b des Gesetzes vom 11. Juli 1891 zu erlassende Regle­ment. — Anlage 9. — Antrag des Haupt-Ausschusses: „Hoher Kommunal-Landtag wolle: 1) den anliegenden Entwurf eines Reglements, betreffend die Unterbringung der Hilfsbedürftigen, der Anstaltspflege bedürfenden Geisteskranken, Idioten, Epilepti­schen, Taubstummen und Blinden auf Grund des Gesetzes vom 11. Juli 1891 mit nachfolgenden Aenderungen genehmigen: a) dem § 3 ist am Schluffe folgender Satz anzufügen: Ueber letz- teren ist dem Vorsitzenden des Kreisausschusses bezw. dem Vor­sitzenden derArmenbehörde des Stadtkreises Mittheilung zu machen, b) in der drittletzten Zeile des § 5 zwischen den Worten „dem" und „unterstützungspflichttgen" das Wort „„vorläufig"" einzu­schalten, c) der 8 6 ist zu streichen, <i) in dem § 8, jetzt 7, vor­letzter Absatz ist das Wort „schriftlicher" zu streichen, e) § 9 des Entwurfs ist zu streichen. 2) den Landes-Ausschuß zu ermäch­tigen: a) zur Unterbringung der Geisteskranken, Idioten, Epi­leptischen, Taubstummen und Blinden mit geeigneten Anstalten Verträge abzuschließen, b) über etwaige von den betteffenden Herren Ministern verlangte Aenderungen dieses Reglements an Stelle des Kommunal-Landtages zu beschließen. 3) den vorstehend über die Unterbringung der unter das Gesetz vom 11. Juli 1891 fallenden Personen in den Landeshospitälern Haina und Merx­hausen und die sich daraus ergebenden Folgen ausgestellten Grundsätzen, welche dem Protokoll als Anlage beizufügen sind, ausdrücklich zustimmen. Berichterstatter: Landrath v. Schenck.

7) Vorlage, betreffend die Neuwahlen der ausscheidenden Mitglieder und Stellvettreter deS Landes-Ausschusses. Antrag des Haupt-Ausschusses: „Hoher Kommunal-Landtag wolle die Bornahmeder vorverzeichneten Neuwahlen auf die Tagesordnung einer der näcbsten Sitzungen setzen." Berichterstatter: Ober­bürgermeister Rang.

Die Anträge zu 1 bis 3 und 5 bis 7 fanden, wie solche von dem Haupt - Ausschuß gestellt, die Zustim- mung des Kommunal - Landtages. Zu Punkt 4 hatte der Abgeordnete Deichmann seinen Antrag auf Errich­tung einer Landeskultur-Rentenbank für bett Regierungs- Bezirk Kassel im Näheren begründet und namentlich hrroorgehoben, daß in Hessen der Boden entschieden eine Drainage erfordere, wenn derLandmann eine Ernte erzielen wolle. DieAuSführung der Drainage sei aber bei der großen Uebers-buldang deS Grundbesitzes nur möglich, wenn dem Landmann dazu die Mittel zugänglich gemacht würden, was nur durch eine Landeskultur - Rentenbank möglich sei. Dieser Antrag fand Unterstützung Seitens des AmtSrarhS Tholer - WeyerSbof und deS Gutsbesitzers Beinhauer-HellmarShaufen, während der Erbprinz von Asenburg den Antrag als zu weitgehend bezeichnet und einen Antrag einbrachte, dahingehend, den Landes- Ausschuß zu beauftragen, die Sache wegen Errichtung einer Landeskultur - Rentenbank event. eines ähnlichen, glSche Zwecke verfolgenden Instituts zu prüfen und darüber dem nächsten Kommunallandtage Vorlage zu machm. Nachdem der Abgeordnete Deichmann feinen Antrag zurückgezogen hatte, fand der deS Erbprinzen von Isenburg einstimmige Annahme.

M Kassel, 5. Dez. Der Vincenz-Verein hielt am gestrigen Tage seine 4. General-Versammlung in diesem Jcchre ab. Der Vorsitzende deS örtlichen BerwaltungS- rathS, Ober-Sekretär Böschen, eröffnete die sehr zahl­reich besuchte Versammlung und berichtete über die im Jahre 1892 erzielten Resultate. Er gab insbesondere seiner Freude darüber Ausdruck, daß aus einer Kon­ferenz vier entstanden feien, zwei in Kaffel und je eine in den nächstgelegenen Gemeinden Rothenditmold und Wehlheiden, und daß die Bildung dieser Konferenzen gerade in der jetzt so glaubenslosen Zeit von großer Bedeutung und Wichtigkeit sei. Er hoffe, daß alle, die dem Verein, der nahezu 80 Mitglieder zählt, beige­treten seien, in ihm Befriedigung fänden. Nachdem der Herr Redner sich noch über den Stand der BereinS- kaffe ausgesprochen hatte, erstattete derselbe den Bericht über die Ergebmffe der Konferenz zur hl. KunigundiS. Das Gleiche thaten hierauf die Vorsitzenden der drei übrigen Konferenzen, Herr Lehrer Seikel über die Kon­ferenz zum hl. Joseph, Herr Sisenb.-Sekretär Kummer über die Konferenz zum hl. Heimrad zu Rothenditmold und Herr Töpfermeister Winter über die Konferenz zum hl. Bonifatius zu Wehlheiden. Alle Berichte geben ein Bild von dem vielseitigen Wirken und dem regen Eifer der einzelnen Konferenzen. Nunmehr ergriff der Ehren-Präsivent des Vereins, Herr Dechant Stoff, das Wort und beleuchtete in einem längeren Vorträge sehr eingehend Armuth und Reichthum. Der Herr Redner führte aus, was daS Alterthum unter Armuth und Reichthum verstanden, wie diese nach den Lehren der Kirche aufzufaffen seien und weiter, waS die Vincenz- Mitglieder bei ihrer Thätigkeit zu beobachten hätten. Hiermit wurde die Versammlung in üblicher Weise ge­schlossen.

□ Aus Oberhefsen, 3 Dez. Wie in Nummer 277 dieser Zeitung unternt 30. November auS Kassel gemeldet wird, hatte daselbst im Kaffeler Hof am 29. v. MtS. eine Bcrfammlung deS konservativen Vereins für Hessen und Waldeck stattgefunden, an welcher unter Anderen auch der frühere Reichstagsabgeordnete für Marburg Jastizrath Dr. Grimm Theil nahm. Diese Versammlung steht wohl mit der geplanten Re­organisation (Wiedererneuerung) der konservativen Partei in Preußen in Verbindung. Wenn in dieser Bersamm- lung darüber geklagt wurde, daß die Partei in Heffen deshalb so zutückgegangen sei, weil die Katholiken auSgeschieden seien, so haben die Herren h'ermit sehr

recht und wahr gesagt, sie tragen aber auch die einzige Schuld an diesem Ausscheiden der Katholiken. Wer die Verhältnisse in Hessen, besonders in Oberheffen kennt, bevor Dr. Böckel hier auftrat, wird recht wohl wisfen — und auch der Herr Justirath Dr. Grimm wird eS noch recht wohl reiften — daß eS imS Katho­liken Seitens der Konservativen unmöglich gemacht wurde, unsere Stimme für ihre Kandidaten abzugeben; speziell waren es die Maigesetze, mit dem famosen Jesuitengesetz, welche unS abhalten mußten, Männer zu wählen, welche bereit wären, gegen unS Katholiken Gesetze zu machen, die unS in unserem Innersten em­pören und in unseren religiösen Gefühlen und in unserem religiösen Denken bedrücken mußten. Der Kulturkampf hat die Katholiken geeint und sie zusammen- geführt in dem Kampfe für ihre hl. Rechte; sie haben sich znsammengeschaart, um für ihre Brüder und Schwestern, die untere Gegner in die Verbannung ge­schickt haben, die Freiheit, wieder im Baterlande leben zu dürfen, wieder zu erlangen. Hätten wir unS nicht in dieser Weise zusammengefunden und zusammen- geschaart, unsere Gegner hätten unS in die schmählichste Sklaverei und Abhängigkeit gebracht, aber unsere katho­lischen Abgeordneten mit dem seligen Dr. Windthorst an der Spitze haben unsere Rechte vertheidigt und uns theilweise schon wiedergegeben. Wollen die übrigen Parteien und auch die konservative wiederum von den Katholiken bei den politischen Wahlen unterstützt wer­den, dann werden wir vorerst fragen, ob der betreffende Kandidat bereit ist, unS Katholiken die Rechte und Frei­heiten geben und wahren zu wollen, die wir Katholiken zu beanspruchen berechtigt find. Wir wollen, wie vor 1870, auch in Preußen nach unserer Religion leben dürfen, wir wollen, daß unsere Brüder und Schwestern ungehindert sich dem Klosterleben widmen dürfen. Nur dann, wenn die konservative Partei unS gerecht wird auf religiösem Gebiete, kann sie wieder auf unsere katholischen Stim­men rechnen. Daß wir ober neben der Gerechtigkeit auf religiösem Gebiete auch die Gerechtigkeit und Gleich­heit auf dem politischen Gebiete mit unseren anderen Mitbürgern verlangen, das versteht sich von selbst. Nur bei völliger Gerechtigkeit auf religiösem Gebiete und bei völliger Gerechtigkeit und Gleichheit auf politischem Ge­biete werden die Katholiken sich entschließen können, in besonderen Fällen auch einen andern genehmen Kandi­daten bei den Wahlen zu unterstützen, im andern Falle werden die Katholiken für sich bleiben und ihre eigenen Kandidaten wählen, unbekümmert darum, ob ihr Kan­didat siegt oder nicht. Daß unsere Abgeordneten, daS Centrum, bisher unsere Rechte in der besten Weise ver­treten haben, wird anerkannt von Freund und Feind; wir würden unS und unsere gute Sache preiSgeben, wenn wir anders handeln würden. Da wir auf reli- giöfem Gebiete volle Freiheit verlangen, so ist eS unser Wunsch, daß alle religiösen Orden wieder bei unS zu- gelassen werden, auch die Jesuiten; daS ganze katho­lische Volk verlangt sie wieder zurück, wenn auch einige wenige Katholiken, wozu manche Professoren und sogen, aufgeklärte Köpfe gehören, welche längst nicht mehr zur katholischen Kirche zu rechnen sind, in ihrem Hasse und in ihrer Verblendung dagegen sein sollten. Hoffentlich erleben wir recht bald, daß man unS Katholiken in jeder Weise volle Gerechtigkeit widerfahren läßt, so daß wir auch nach unserer Fatzon leben und selig werden können in unserem deutschen Vaterlande.

* Ober-Ohmen (Oberhefsen), 3. Dez. Wie im vorigen Jahre in der Nachbargemeinde Unter «Seiberten» rod, so herrscht gegenwärtig in der unserigen die DiphteritiS in Besorgniß erregendem Grade. Be­reits sind der Seuche acht Kinder erlegen, eine Familie verlor drei Kinder. Auf Anordnung deS Kreisarztes ist gestern die Schule geschlossen worden. Der zweite Lehrer an derselben liegt selbst schwer an der DiphteritiS erkrankt darnieder. Auch in der Nachbar- gemeinde Ruppertmrod tritt die Krankheit unter den Kindern auf.

* Bom Westerwald, 3. Dezbr. wird dem ,Nass. Bote' berichtet: Die Angst vor dem Steuergespenst verschaffte am 1. d. MtS. dem Dörfchen S. mehrere Schlachtfeste. ES war bekanntlich Zählung der Vierfüßler und eS hatte sich b'i manchem Bürger die Meinung festgesetzt, daß nach bei Zahl dieser Stall­bewohner die Steuerschraube in Bewegung gesetzt würde. Kaum graute der Tag, so sah man einen Mann mit Geschwindschritten in Begleitung eines KälbleinS von F. nach S. eilen, um es hier nebst einem Schwein dem Tod zu weihen. Während ein weiteres Rüftelthier „auf dem Berg' verendete, legte ein dritter daS Messer an den HalS der Ziege mit Worten: „Lieber sterben, als für dich Steuern zahlen!" Man munkelt auch, daß Vieh vor den Augen der Kommission in geheime Winkel verborgen wurde, so meckerte z B. eine Ziege vergnügt durch daS Fenster deS Speichers.________________________

HaushaUllugsschulen für Dauerutöchkr.

* In verschiedenen Zeitungen findet man gegen­wärtig nachstehenden Artikel, der mit Rücksicht auf die Verhandlungen deS vor Kurzem hier abgehaltenen BanerntageS für viele unserer Leser von Interesse sein dürfte:

Die Wichtigkett einer schulmäßigen hauswirthschastlichen Unterweisung der auS der Volksschule enttaffenen Mädchen ist in den größeren Städten längst erkannt worden und man findet hier Anstalten, welche dem verschiedensten Bedürfniß entsprechen. Aus dem Lande sind der Bevölkerungsziffer nach mindestens ebensoviel Mädchen unterrichtsbedürftig wie in den Städten, an Unterrichtsgelegenheiten ist dort aber Mangel. Die beiden be­stehenden Arten von Anstalten, die ihre Thätigkeit der haus­wirthschastlichen Ausbildung von Landmädchen widmen: in Nord­deutschland die Lehrmeiereien und in Süddeutschland die Haus­haltungsschulen für Bauerntöchter, haben bis jetzt nur eine be­schränkte Verbreitung, und es wäre daher zu wünschen, daß man namentlich den letztgenannten Jnstttuten ein lebhafteres und all­gemeineres Jntereffe zuwendete. Während in den Lehrmeiereicn die hauswirthschastlichc Unterweisung mehr nebensächlich behandelt wird ist die Haushaltungsanstalt ein speziell für den Unterricht in praktischer und theoretischer landwirthschaftlicher Haushaltungs­kunde gebildeter Schulhaushalt. Der Unterricht ist ganz für Banerntöchter zugeschnitten und wird meist in halbjährlichen Kursen ertheilt; die Schülerinnen haben Kost und Wohnung in der Anstalt. Außer dem mit der städttschen Haushattung Gemein­samen — der Besorgung der Nahrung, der Kleidung und der Instandhaltung der Wohnung und des Hausgeräths — umfaßt der Lehrplan die speziell landwirthschastlichen llnterrichtszweige: Gartenpflege und Obstzucht, Gemüsezucht und Feldbau, Molkerei, Viehhaltung, Schlachten, Einmachen rc. An diese Unterrichts­zweige schließt sich noch ein Theil des Fortbildungsschulunter­richts, die Weiterführung der wichtigsten, in der Volksschule be­ttiebenen Gegenstände, wie Schreiben, Lesen, Rechnen, Die Frau vom Lande ist, im Gegensatz zur Städterin, nicht in getrenntem Wirkungskreis hauswirthschaftlich und gewerblich thätig, sondern bei ihr erweitert sich die eigene Wirthschaftsführung zum länd­lichen Erwerb, und dieser schließt jene in sich. Das Landmädchen besucht daher nicht zwei Schulen, eine hauswirthschastliche und eine gewerbliche, zu seiner Ausbildung, letztere erfolgt allein in der einen HaushaltungSanstalt. Die verschiedenen Unterrichts­fächer in der Haushaltungsanstalt erfordern männliche und weib­liche Lehrkräfte; als Lehrerinnen fungiren in der häuslichen ober hauswirthschastlichen Praxis vorgeschulte Frauen. Die Zahl der Schülerinnen in den einzelnen Anstalten bewegt sich zwischen 15 bis 30; ein stärkerer Besuch ist selten, da es dem Anstaltsleben das erwünschte familienartige Gepräge nehmen würde. In der Regel bleiben die jungen Mädchen nach dem Austritte auS der Volksschule noch ein ober zwei Jahre im Elternhause, ehe sie bie Haushaltungsanstalt besuchen; nach absolvittem Kursus kehren sie in ersteres zurück, ober treten in Stellung als Wirth- schafterin, auch wohl, wenn bie letztere Schulzeit ein Theil des Brautstandes war, in den Ehestand.

Bon der Schweiz nach Deutschland verpflanzt, haben bie Haush altungSanstalten namentlich im Süden, in Bayern, Würt­temberg und Baden Verbreitung gefunden: in Norddeutschland sind sie — in Heffen, Westfalen und Sachsen — nur erst sehr spärlich vertreten und hier steht ihnen daher sür ihre Wirksam­keit noch ein großes Feld offen. Im Süden Deutschlands wer­den die Haushattungsanstatten meist von landwirthschastlichen Genoffenschasten errichtet, welche das Oberaufsichtsrecht ausüben und auch Zuschüße zu den Anstalten leisten, soweit nicht staat­liche Mittel zur Verfügung stehen. In Folge besten sind bie Kosten für den Unterricht sehr ntebrig; in bet Regel ist nur ein Kostgelb zu zahlen.

Die Haushaltungsschulen wirken so Gutes, daß man nur noch wünschen kann, sie kämen nicht lediglich den von Hanse be­mittelten Landmädchen zu Nutze. So gering auch das von den Schülerinnen geforderte Opfer an Geld und Zeit (Schulgeld und Unterrichtszeit) ist, kann es doch von den ärmeren lohnarbeiten­den Altersgenossinnen resp. deren Eltern nicht erbracht werden. Vielleicht ist es daher bei dem wetteren Ausbau der ländlichen Haushaltungsschulen möglich, sie auch den ärmeren Landmädchen zugänglich zu machen.

Neueste Wst.

Berlin, 5. Dez. In der heutigen Verhandlung des ProzeffeS Ahlreardt war daS Bemerkens- wertheste, daß der Vertreter des KriegSministerS, Oberst­lieutenant v. Gößnitz, erklärte, er habe Instruktionen beim Kriegsminister eingeholt, und er bedauere, daß er von den von Ahlwardt überreichten Schriftstücken nicht eher Kenntmß genommen habe; sonst würde er sofort nichts gegen die öffentliche Verlesung derselben einzu­wenden gehabt Haven. Dieselbe könne unbeanstandet stattfinden. ES handelt sich darum, daß in Wesel eine Anzahl Löree'scher Gewehre bei ben Hebungen deS BeurlauvtenstandeS reparaturbedürftig geworden seien. Die Thatsache, daß 69 Kammern reparaturbedürftig ge­worden feien, habe den Kriegsminister veranlaßt, 10 derselben nach Spandau zur Untersuchung zu senden. Der Direktor der Spandauer Gewehrfabrik Oberst- lieutenant Lange sei wfort telegraphisch geladen wor­den und habe die 10 Kammern bei sich. Darauf wurden die Schriftstücke öffentlich verlesen. Er geht auS ihnen hervor, daß von 939 Gewehren auS der Löwe'fchen Fabrik 525 Stück reparaturbedürftig gewesen sind. Der Direktor der Gewehrsadrik gibt sein Gutachten dahin ab, daß der Bericht über die Untersuchung noch auSstehe. Man habe bei der äußeren Besichtigung der Kammern gemerkt, daß bei 4 oder 5 Stück augenichemücde gewaltsame Zerstörungsmittel angereanbt worden wären. Es leien Spuren wie von Hammersi lagen sichtbar. Dar Metall habe einen etwas geringeren Gehalt an Phosphor und Schwefel gehabt mir fei daher etwas weniger elastisch gewesen. Em SHlu-i auf Ö'.e Kl 'egSitran-hbark-it der Gewehre sei daraus nicht zu ziehen. (F kf. Ztg)

Arnswalde, 5. Dez. Bei der Reichstags-Stich­wahl in ArnSwalde erhielt Ahlwardt 1013, Drawe 120 Stimmen. Die Resultate in den nächstgelegenen Landortschasten ergaben ein ähnlicher Stimmvirhäliniß.

Paris, 5 Dez. Riboi erklärte Abends, das Man­dat zur KabinetSbildung anzunehmen.

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