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hxit entgegentreten und sie werden finden, daß es keineswegs unmöglich ist, diesen Angriffen ein Ende zu machen. Man muß sich nur daS Erste nicht ge­fallen lassen und ihnen gegenüber mit männlicher Festigkeit austreten und man wird die Erfahrung machen, daß dem Sozialdemokraten der Boden unter den Füßen heiß wird und er entweder schweigt oder geht.

Es braucht sich kein Arbeiter gefallen zu lassen, daß man seine Ueberzeugung schmäht, und ein Ar­beiter, welcher das Gefühl seiner Menschenwürde noch unversehrt in sich trägt, läßt sich das auch nicht ge­fallen !

Deutsches Keich.

Berlin, 21; September.

* Im vorbereitenden Ausschuß für die Berliner Oberbürgermeisterwahl haben sich 12 gegen eine Stimme für Zelle ausgesprochen. Zwei Mitglieder (Virchow und Barth) fehlten, weil sie von Berlin ab­wesend sind.

* Unter die Denunzianten geht die ,Köln. Zig.', indem sie schreibt:

„Obwohl den Vätern von der Gesellschaft Jesu be­hördlicherseits untersagt worden ist, öffentliche Vorträge zu halten, werden, wie sich aus den öffentlichen Ankündigungen ergibt, zwei dem genannten Orden angehörige Professoren aus Exaeten bei Roermond, Heinrich Pesch und Viktor Cathrein, bei dem vom 20. bis zum 30. September b. I. dauernden katholischen „s o- zialp o li tis ch en Kursus" in M.-Gladbach über sozial­politische Themata Vorträge halten, und zwar P. Pesch (der bekannte Germania-Gottlieb) über den Sozialismus, die Geschichte der sozialen Bewegung und über die Begründung des Eigen- thumsrechts, Prof. Cathrein über einige Prinzipienfragen aus dem Naturrecht, Staat und Gesellschaft, Staat und Familie, Aufgaben und Grenzen der Staatsgewalt."

Also das Vaterland ist in Gefahr, wenn ein eifriger Priester, der dabei auch noch Jesuit ist, belehrende Vorträge über wirksame Bekämpfung des erbittertsten Feindes der bestehenden Staatsordnung, des Sozialis­mus, hält! Uebrigens ist uns von einem Bundesraths­beschluß, wonach einem Jesuiten das Halten jedes öffentlichen Vortrages verboten sein soll, nichts bekannt. Aber die „liberale" ,Köln. Ztg.' möchte wohl ein solches Verbot erzielen, daher scheut sie sich nicht, zur Denunziantin zu werden.

* Dem Evangelischen Bunde hat der glänzende Verlauf des Marnzer Katholikentages großen Aerger und Schmerz verursacht. Wir brauchen nicht erst zu sagen warum. Er hat den großen Schmerz nicht verwinden können und in einer langen Erklärung des Centralvorstandes, worin nur die bekannten Anschuldig­ungen und Phrasen „gegen Rom" wiederholt werden, Erleichterung gesucht. Wir verzichten darauf, diesen WuthauSbruch der Romhasser wiederzugeben und den­selben einer Widerlegung zu würdigen; es genügt, wenn wir das anführen, was die ,Kreuzzeitung' ihren Glaubensgenossen vom Evangelischen Bunde ins Stammbuch schreibt: „Er (d. h. der Evangelische Bund) bekennt sich zu dem Glauben an den unsichtbaren König und Mittler Christus; ist es ihm aber je in den Sinn gekommen, gegen den Halbglauben Stellung zu nehmen, der diesen „unsichtbaren König und Mittler" verleugnet, wie z. B. eben jetzt wieder in den Angriffen Harnacks gegen das Apostolikum geschehen ist? (Thatsächlich hat der Centralvorstand des Evangelischen Bundes es vermieden, Christus Gott zu nennen, weil er das einem großen Theil seines Anhanges gar nicht bieten darf!) Nicht einmal der Feldzug des Neuheidenthums gegen die Grundlagen unseres christlichen Staatswesens hat in dem Evangelischen Bunde einen entschlossenen Gegner gefunden; in der verhängnißschweren Frage des

volle drei Jahre Zeit ein Anspruch nehmen, und viele andere erklärten, indem sie einige Bibelstellen mißver­standen, des Genuesers Plan sei gottlos und wider­strebe dem Evangelium. Mit glühender Beredsamkeit widerlegte Columbus diese Thorheiten, in glänzender Weise schilderte er die Vortheile, die sich für Spanien aus dem Gelingen seines Projekts erzielen ließen. Alles vergebens: Der weise Rath bekrittelte vor dem König und der Königin von Spanien die Vorschläge des Columbus, und da die spanischen Herrscher auch gerade in einen sehr heftigen Krieg gegen die Mauren verwickelt waren und alle flüssigen Gelder für diesen Zweck benöthigten, so ertheilten sie dem armen See­fahrer nach vierjährigem Harren den Bescheid: „Man könne sich zur Zeit in so unsichere und kostspielige Unternehmungen nicht einlassen."

Trotzdem ließ der edle Mann den Muth nicht sinken. Durch seinen Bruder Bartholomeo ließ er dem Könige von England seine Ideen unterbreiten; auch dieser erwärmte sich nicht dafür. Ebenso scheiterte ein zweiter Versuch des Columbus an dem spanischen Hof­lager. Da bemächtigte sich des Braven ein heftiger Unwille über solche Engherzigkeiten und er bereitete sich vor zu einer Reise nach Frankreich. Auf dem Wege dorthin fand er unerwartete Hilfe.

In der Nähe der fpanischen Hafenstadt PaloS er­hebt sich auf einem dürren Hügel das alte Franzis­kanerkloster L a R a b i d a. An der Pforte dieses Klosters pochte Christoph Columbus, als er im Jahre 1491 nach Frankreich reisen wollte, um dort Hilfe für fein kühnes Unternehmen zu suchen. Der Obere des Klosters, P. Juan Perez de Marchena, gewann den seltsamen Mann lieb, und da er der Beichtvater der

Volksschulgesetzes ist derselbe vielmehr in den Reihen der Gegner gesehen worden, ohne daß aus seiner eigenen Mitte heraus Einspruch erhoben worden wäre. Der Haß gegen Rom ist also stärker als die Liebe zu Gott." Treffender als es in diesen letzten Worten geschieht, hätte der Evangelische Bund nicht charakterisirt werden können, aber auch nicht vernichtender, als es hier von der ,Kreuz- Ztg.' geschieht, deren „protestantisches Bewußtsein" ge­wiß nicht in Zweifel gezogen werden kann.

* Eine nicht unerhebliche Vermehrung der Richter­stellen in Preußen wird, wie das,Berl. Tgbl.' hört, vorbereitet. Diese Maßregel wäre ebenso im Interesse der Rechtspflege wie des Richterstandes mit Freuden zu begrüßen.

* Der Reichs-Kommissar für Gesundheits­pflege im Stromgebiete der Elbe, Frhr. von Richt- Hofen, hat sich nach Hamburg begeben, um mit den dortigen Behörden in direkten persönlichen Verkehr zu treten, und um den Betrieb der dort von ihm errich­teten Schiffs-Central-Station zu besichtigen.

* Der Regierungspräsident von Marienwerder hat in Rücksicht auf die Choleragefahr den Uebertritt von Personen aus Rußland über die Landesgrenze des Regierungsbezirks Marienwerder an anderen Stellen, als auf der Eisenbahnstation Thorn und auf dem Wasierwege über Schillno landespolizeilich verboten.

* Der Kaiser hat bestimmt, daß das Gefecht bei Miang (Kamerun) im Sinne des Militairpenfions- gesetzes als Feldzug gilt, für welchen den daran Be­theiligten ein KriegSjahr in Anrechnung zu bringen ist.

* Esten, 20. Sept. Für den Prozeß Baare gegen Fusangel sollen acht Verhandlungstage angesetzt sein. Die Verhandlung selbst beginnt am 3. Oktober vor der hiesigen Strafkammer.

* München, 20. Sept. Die vor einigen Tagen angekündigte Beförderung des Herrn Abg. Gymnasial- profesiors Dr. Orterer in Freising zum Rektor des Gymnasiums in Eichstätt ist nunmehr erfolgt. Die liberalen Blätter begleiten die Nachricht von dieser Auszeichnung, wie nicht anders zu erwarten, mit allerlei höhnischen Bemerkungen über „Belohnungen für poli­tisches Wohlverhalten". Zum Beweise fih; die voll­ständige Grundlosigkeit der Verdächtigung mag die Thatsache dienen, daß gleichzeitig mit Dr. Orterer auch Herr Gymnasialprofessor Gerstenecker am, Luitpold- gymnasium zum Gymnasialrektor und zwar in Regens­burg ernannt wurde. Orterer und Gerstenecker waren eben dem Konkurs und den Noten nach an der Reihe der Beförderung. Das könnte man auch in liberalen Zeitungsredakiionen wissen, wenn man es wisien wollte. Mit der Beförderung ist das Reichstagsmandat Orterers erloschen. Er vertritt z. Z. den schwäbischen Wahlkreis Kaufbeuren, und es ist nicht daran zu zwei­feln, daß ihm die dort-gen Wähler das Mandat wieder übertragen, denn in Folge seines umfassenden Wissens auf allen Gebieten ist er nicht nur eine Zierde der Partei, sondern des Parlaments überhaupt.

Ausland.

* Infolge der beabsichtigten Weltreise des präsum­tiven Thronfolgers in Oesterreich-Ungarn, des Erz­herzogs Franz Ferdinand von Oesterreich-Este, rechnete man schon auf eine Einstellung einer größeren Summe in den Voranschlag. Diese Befürchtung ist umsonst gewesen, indem, wie die ,Budapester Korrespondenz' meldet, der Erzherzog die Reisekosten aus eigenen Mitteln bestreiten wird.

Königin Isabella war, gewann er durch lebhafte Für- fprache sein königliches Beichtkind für den Plan des Genuesen, und so wurde denn endlich dessen eiserne Geduld mit dem gewünschten Erfolge gekrönt: Im April 1492 erwirkte und sicherte er sich die Vollmacht und Ausrüstung zu der Entdeckungsfahrt nach dem Westen der Erdkugel.

In dem andalusischen Seehafen Pa los wurde die Flotille zu der Fahrt ausgerüstet. Ende Juli 1492 waren die Rüstungen vollendet. Drei kleine Schiffe, nicht viel besser aussehend als Boote, standen dem Columbus zur Verfügung; die Bemannung derselben betrug 120 Seeleute, die zum großen Theil zu der Unternehmung gezwungen worden waren und ihrem Admiral nichts weniger als Wohlwollen entgegen brachten. Dieser aber war guten Muthes und baute unerschütterlich auf Gottes Hilfe. Am 2. August em­pfingen alle Theilnehmer an der Seefahrt in dem Kloster Rabida die hl. Sakramente der Buße und des Altars und empfahlen sich dem Schutze deS Aller­höchsten; Tags darauf stach die kleine Flotte in die See. Tausende von Zuschauern standen am Ufer und gaben ihr mit den Blicken das Geleit; nur wenige hofften auf ein Wiedersehen mit den kühnen Seglern.

Die drei Schifflein, die nunmehr auf den schwanken Meereswogen dahinfuhren, hießen „Santa Maria", „Pinta" und „Nina". Ersteres befehligte Columbus selber, die beiden letzteren unterstanden dem Kommando des Martin Alonso Pinzon und seines Bruders Vin­cente. Noch bevor man die kanarischen Inseln erreichte, brach das Steuerruder der „Pinta". Doch führte man das beschädigte Fahrzeug glücklich bis zu den genannten Eilanden und besserte es hier aus. (Forts, f.)

* Der in Mailand tagende „Kongreß zum Schutze des literarischen und künstlerischen Eigenthums" ge­nehmigte eine Tagesordnung, wonach die Veräußerung eines Kunstwerkes nicht die Veräußerung des Rechtes der Reproduktion in sich schließt. (Mit anderen Worten gesagt: Wer ein Kunstwerk veräußert, dem soll es nicht benommen sein, dasselbe als Modell zwecks Verviel­fältigung zu benutzen.)

* Rom, 20. Sept. Das B and iten w esen nimmt in Perugia immer mehr zu. Nicht nur aus Sicilien und dem früheren Kirchenstaate, sondern sogar aus den ruhigsten Landestheilen werden zahlreiche Ver­brechen gemeldet. Fanfulla schreibt diese Sachlage der Sorglosigkeit der Behörden zu, weil nämlich die meisten Vergehen unbestraft bleiben. — Aus Narni in Um­brien wird gemeldet: Auf Anordnung des Bürger­meisters ist hier die Pfarrkirche zum hl. Augustinus wie die neben dem Seminar liegende Fra nziskaner- kirche zu einer Kaserne und Stall umgewandelt worden, um Truppen darin einzuquartiren, welche vor­übergehend hier anwesend waren. Die Anordnung ge­schah so unverhofft, daß man kaum Zeit hatte, das hl. Altarsakrament aus der Kirche zu dringen und die Altäre ihres Schmuckes zu entkleiden. Sogar die Offiziere waren darüber entrüstet, als ihnen und ihren Pferden die Kirche als Quartier angewiesen wurde.

* In Serbien tritt nächste Woche die Kommission für die Berathung über die Aufhebung des Tabak- und Salzmonopols zusammen. Derselben ist u. A. die Auf­gabe zugefallen, Mittel und Wege zur Aufhebung des Monopols unter vollständiger Sicherstellung der bis­herigen Staatseinnahmen zu suchen.

* Stockholm, 20. Sept. Der Geschäftsführer der großen Normanschen Buchdruckerei-Aktien-Gesell­schaft und Central-Druckerei Anders Hökerberg ist seit dem 11. Sept, verschwunden. Ec himerläßt gegen 200000 Kronen Schulden an seine Gesellschaft.

* London, 19. Sept. Eine Anzahl Londoner Katholiken, die sich gegenwärtig auf der Pilgerfahrt nach Lourdes befinden, begaben sich vor ihrer Ab­reise in Prozession nach der in Great Prescot - Street gelegenen „Kirche der englischen Märtyrer". Sämmt- liche Sektionen der Erlösungs - Gesellschaft (Guild of Ranson), sowie 100 weißgekleidete Mädchen gaben den Pilgern das Geleite, an der Spitze der Prozession schritt ein hauptstädtischer Polizei-Inspektor nebst meh­reren Konstablern. Der Erzbischof von Westminster, Msgr. Vaughan, erwartete die Pilger in der Kirche, um eine Ansprache an sie zu halten und ihnen den Segen mit dem hochwürdigsten Gute zu ertheilen. Ein protestantisches Blatt bezeichnet in seinem Berichte über die Ceremonie dieselbe als großartig. Auch die ,Pall Mall Gazette' veröffentlicht aus diesem Anlässe einen sehr bemerkenswerthen Artikel über die Pilger­fahrten nach Lourdes. Der protestantifche Ver­fasser dieses Artikels erzählt in tadellosen Ausdrücken, was er als Augenzeuge in diesem Heiligthum erlebt hat. Ec hat ein 18jähriges Mädchen gesehen, welches seit 5 Jahren hinkte, weil sein eines Bein kürzer war als daS andere. Nach zweimaligem Hinabsteigen in das Wasserbecken war das Mädchen vollständig geheilt. Ein anderes Mädchen befand sich im letzten Stadium der Schwindsucht; seit 10 Monaten konnte es in Folge übergroßer Schwäche das Bett nicht verlassen und auf derReise wurde es von einer 10 Stunden andauernden Ohnmacht befallen, so daß man glaubte, ihre letzte Stunde sei gekommen. Sie verlangte, in das Wasser getaucht zu werden und 2 Stunden später erschien sie vor den Aerzten, die sie als geheilt erklären mußten. Der Gewährsmann der ,Pall Mall Gazette' erklärt, daß er die Kranke, deren Genesung er beiwohnte, ge­kannt und ihre Krankheits- und Heilungs-Atteste ge­prüft hat. Er führt noch mehrere andere Heilungen an, stellt dann die Frage auf: Kann die Einbildung die Heilung von Krebsen, Geschwüren, von Tuberkulose u. f. w. herbeiführen? Er beantwortet diese Frage selbst, indem er erklärt, er sei glücklich darüber, daß seine Arbeit die englischen Leser vor das Dilemma fftelle: „Entweder ist Lourdes das, wofür es die Katholiken erklären: ein fortdauernder Beweis für die Kraft des Gebete?, für die Wirklichkeit und Häufigkeit der gött­lichen Intervention auf Erden; — oder es ist einer der erstaunlichsten Fälle von Täuschung, Wahnsinn und Betrug, welche es jemals gegeben hat." In diesem Tone ist der ganze Artikel gehalten, von welchem viele Stellen eines Katholiken nicht unwürdig wären.

Stadt, Moorn; und Kachbargebiet.

Fulda, 22. September.

* Kommenden Sonntag, den 25. d. M., Nach­mittags von 3 Uhr ab findet in der „Harmonie" da­hier eine Sitzung der Centralstelle der Bauern­vereine mit folgender Tagesordnung statt: 1) Be­sprechung über Verbesserung der Rindviehzucht. 2) Fest­setzung der Tagesordnung für den im November abzu- haltenden Bauerntag. 3) Vereinsangelegenheiten. Die Vertreter der Bauernvereine sind zum Erscheinen ver­pflichtet, während jedes Mitglied theilnehmen darf. Zahlreiche Betheiligung ist erwünscht.

* Wie bereits mehrfach bekannt gegeben, beginnt die laudwirthschastliche Winterschule dahier ihren 3. Kursus am 4. November. Da an dieser Stelle