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Christoph Columbus

und

Die Entdeckung Amerikas.

Historisch-biographische Studie von ®r. F. I. Holly.

(1. Fortsetzung.)

2. Die Entd eckung Amerika's durch Christoph Columbus.

Der Name des großen Entdeckers des Westenlandes ist uns Deutschen fast ausschließlich in der latinisirten Form „Columbus" bekannt; als Italiener hieß er Christoforo Colombo und, als später Spanien seine Heimath wurde, nannte man ihn Christobal Colon. Seine Vaterstadt, über welche die Gelehrten lange Zeit in Zweifel waren, ist Genua in Italien; hier wurde er wahrscheinlich int Jahre 1456 geboren. Der Vater des berühmten Mannes war ein nicht un­begüterter Tuchweber und lebte als genuesischer Bürger in hohen Ehren, seiner Mutter Name war Susann« Fontanarossa. Als Knabe genoß Christoforo Colombo anscheinend einen guten Unterricht; er soll sogar an der Universität Pavia bei berühmten Lehrern Mathematik und Astrologie (Sternkunde) gelernt haben. Doch ist über das Jugendleben des Entdeckers noch ziemliches Dunkel gebreitet. So viel ist jedoch sicher, daß er schon im 14. Jahre die Schule verließ und Seefahrer wurde. Als solcher durchstreifte er viele Meere und erwarb sich außergewöhnliche Kenntnisfe zur See.

-G. Sozialdemokratischer Terrorismus..

Sehr zur richtigen Zeit wird die Zeitung ,Das Volk' von einem Handwerker auf den Terrorismus aufmerksam gemacht, welcher von Seiten der Sozial­demokraten auf anders gesinnte Arbeiter geübt wird. Es ist allerdings richtig, daß sich kein Mann eine Mei­nung aufoktroyiren lassen darf; es ist aber auch ebenso richtig, daß das Erwehren einer solchen in gar manchen Fällen einem fortdauernden geistigen Martyrium gleicht und nicht selten tritt auch noch ein Martyrium physi­scher Natur dazu.

In sozialdemokratischen Blättern wird die Mär von dem blutsaugerischen Sklaven haltenden und züchtenden, bis auf das Mark ausbeutenden Kapitalisten oder Fabri­kanten breit getreten. Schweiß und Blut des Arbei­ters und die in seinem Hause herrschende Roth spielen dabei ebenfalls eine große Rolle. Wir wollen durchaus nicht sagen, daß vom Arbeiterstande das Paradies auf Erden erreicht ist. Es wird auch nie ganz erreicht werden; aber es ist gewiß noch Manches zu erreichen und wir unsererseits sehen gar keinen Grund, warum wir nicht die auf Erreichbares sich richtenden Bestre­bungen unterstützen und sördern sollten. Wir sind durchaus nicht der Ansicht, daß der Mensch sein Loos nehmen soll, wie es ihm zufällt, sondern halten es um Vieles männlicher und würdiger, daß er versucht, sich dieses Loos so zu gestalten, wie es ihm gefällt. Man darf aber nicht über den eigenen Sorgen vergessen, daß andere Leute, wenn sie auch nicht gerade die Blouse mit aufgeschürzten Aerrneln tragen, auch Sorgen haben. Man darf nicht vergessen, wenn man selber von menschen­würdigem Dasein und von seinen Rechten spricht, daß Andere auch ein menschenwürdiges Dasein haben wollen und Rechte besitzen. Das wird nur zu oft verkannt und es ist Zeit, dies einmal auch gerade denjenigen Ar­beitern zu sägen, die am meisten von solchen Dingen reden. Der Handwerksmeister, der Fabrikant züchtet schon lange keine Sklaven mehr, sondern es ist umge­kehrt, namentlich der kleine Handwerksmann ist in sehr vielen Fällen selbst der Sklave seiner Arbeiter. Wir wollen weder das Eine noch das Andere. Der Arbeit­geber hat früher den Arbeits-Vertrag allein entworfen und namentlich in Fabriken oft in rücksichtsloser Weise die Bedingungen gestellt, unter welchen bei ihm gear­beitet wird, und wer daran etwas geändert haben wollte, der wurde mit einem brutalen „bleib draußen" zur Ruhe verwiesen.

So sollen Menschen nicht mit einander verkehren; auch wenn einer reich, unabhängig, ja mächtig ist, ist es in der Ordnung, wenn er den von ihm abhängigen Arbeiter als einen ihm gleichberechtigten Men­schen behandelt und die Arbeits-Bedingungen mit ihm vereinbart.

Nicht selten sucht sich jetzt das umgekehrte Extrem geltend zu machen; der Arbeiter tritt eines schönen Morgens zu seinem Arbeitgeber und erklärt ihm, unter welchen Bedingungen er in seiner Fabrik, Werkstatt rc. arbeiten lassen soll; und wenn ihm diese Bedingungen

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setzen, ober auf einen anderen Arbeiter einen schweren Druck auszuüben, zu den gegebenen Bedingungen nicht zu arbeiten, ist durchaus unzulässig.

Der Terrorismus geht ober weiter; wenn nur einige Sozialdemokraten in einer Werkstätte sind, dann wehe Demjenigen, welcher sich dieser Ansicht nicht an­schließt. Man spricht so viel von der stillen Agitation der Werkstätte. Diese Agitation ist oft nichts weniger als still, sondern lärmt von Morgens bis Abends. Jeder Sozialdemokrat betrachtet sich als der eigentliche vollbürlige Arbeiter und dies selbst bann, wenn seine Arbeit sehr viel zu wünschen übrig läßt. Er führt bas große Wort in ber Werkstätte, er legt sich bas Recht bei, bie heiligsten Gefühle Anderer zu verletzen, zu verhöhnen, er behandelt seine Arbeitsgenossen, die nicht seiner Ansicht sind, vielfach mit solcher Gering­schätzung, daß sein ganzer innerer Mensch sich empören würde, wenn sein Arbeitgeber ihn in ähnlicher Weise behandelte. Wer Ruhe haben will muß seine Gesinn­ung verleugnen; er muß wenigstens äußerlich thun, als ob er zur Fahne ber Sozialbemokratie schwöre; wer bies eine Zeit lang äußerlich gethan hat, ber kommt schließlich auch innerlich bazu. Das ist bie Art ber stillen Agitation in ber Werkstätte unb ber Arbeitgeber, welcher sich bas verbittet, weil er bie Arbeitsräume dem Arbeiter zur Arbeit, aber nicht zur Agitation zur Verfügung gestellt hat, wird bann als ein ben freien Arbeiter unterdrückender Despot, als ein Verächter ber Menschenwürbe im Arbeiter bargestellt.

Dieser stillen Agitation in ber Werkstätte, welche weiter nichts ist, als ein krasser Terrorismus ber so- zialbemokratischen Arbeiter, gegen solche Arbeiter, die nicht ihrer Ansicht sind, können zuletzt nur die letzteren entgegentreten. Dieselbe Entschiedenheit, welche ber Sozialbemokrat zeigt, müssen sie auch zeigen. Dieselbe Menschenwürbe, welcher nicht zu nahe getreten werben darf, müssen sie auch für ihre Person in Anspruch nehmen. Es fehlt ber Sozialbemokratie wahrhaftig nicht an schwachen Punkten, an welchen man sie an­greifen kann. Kennen ja boch bie Sozialdemokraten der Werkstätte großentheils selbst nicht bie Tragweite ihres eigenen Programmes. Wir wissen ganz genau, welches bie Folgen ber Religions- unb Gewissensfrei­heit sein werden. Aber Liebknecht erklärt Denjenigen, welcher nach den Folgen der Durchführung des sozial­demokratischen Programmes fragt, schon für einen Narren. Was werden wird, weiß Keiner; bie Devise ist: „Es muß Alles tierungeniert werben!" unb mit bieser Devise macht bie Sozialdemokratie Propaganda. Das läßt sich der vernünftige Arbeiter bieten, das läßt er sich gefallen; damit läßt er sich quälen unb Hetzen, bis er sich ergibt!

Ist es beim ba nicht viel toürbiger, wie bie So­zialdemokraten in ber Werkstätte zusammen zu stehen unb sich Ruhe zu sichern, statt sie um ben Preis des schwächlichen „Unterbuckens" zu erlaufen? Die christ­lich gesinnten Arbeiter unb Gesellen mögen doch nur einmal diesen friebenftörenben Elementen unb ihren volksverhetzenben Reben mit En tschieben- Gelehrten legte Columbus feine Gedanken brieflich dar unb er hatte bie Freube, von demselben eine willkom­mene Billigung zu erfahren.

Es kam nun darauf an, eines der regierenden Fürstenhäuser in Europa zu gewinnen, das ihm für den Plan einer Seefahrt nach dem Westen die Mittel bewilligte und die Wege ebnete. Er wurde deshalb zuerst bei seiner Vaterstadt Genua vorstellig: man verlangte Beweise für feine Behauptungen, und als er diese tiorbrachte, verstand ma^ sie nicht, verlachte ihn unb wies ihn als einen Abenteurer ab. Nicht besser erging es bem wackeren Manne am Hofe zu Lissabon, wo er außer ber Abweisung auch noch Schmähungen unb Berechtigungen erntete. Nun reifte Columbus nach Spanien, wo bamalS Ferdinand der Katholische von Aragonien unb Isabella von Castilien herrschten. Dieses Königspaar schenkte ben kühnen Plänen des begeisterten Genuesen geneigtes Gehör, verwies bie» selben zunächst aber zur Prüfung an eine Kommission gelehrter Spanier. Hier tarnen nun die köstlichsten Ansichten zu Tage: Einer von den hochweisen Rächen meinte, „wenn die Erde kugelförmig fei unb man ba so weit herumftgeln wolle, müsse man zuletzt ja immer tiefer unb tiefer sinken, so baß eine Rückkehr über einen so hohen Wasserberg unmöglich würbe." Ein Zweiter der die Möglichkeit einer solchen Expedition nicht in Abrede stellte, glaubte, die Fahrt würde wohl

nicht recht seien, könne er seine Werkstätte zuschließen, denn dann würden seine sämmtlichen Arbeiter streiken. Das ist ebenso ungerecht.

Auch hier sollte man mit dem Arbeitgeber darüber verhandeln, ob er denn auch in der Lage ist, auf die gestellten Bedingungen einzugehen. Da wird aber in der Regel gleich ein Ultimatum gestellt und in Arbei­terkreisen täuscht man sich oft außerordentlich über den Umfang der gestellten Bedingungen, sowie über den Werth ber Leistungen unb Gegenleistungen.

Der Arbeiter kommt zur Arbeit, wie er geht unb steht, unb ebenso verläßt er auch die Arbeit. Der Ar­beitgeber hat ein manchmal sehr bedeutendes Vermögen inGebäuben, Werkzeugen unb Rohstoff stecken, bas sich verzinsen muß. Der Arbeiter rechnet bem Arbeitgeber als Nutzen bie Differenz zwischen Lohn unb Rohstoff einerseits unb bem Verkauf ber Maaren andererseits. Er bedenkt aber nicht, daß da noch eine Reihe anderer Kosten in Anrechnung zu bringen sind, daß Geschäfts- Verluste und ungünstige Konjunkturen eintreten können und daß das ganze Risiko der Arbeitgeber zu tragen hat.

Wir wollen nur auf Eines aufmerksam machen; der Arbeiter hält es für ein unveräußerliches Recht, die Arbeit versäumen zu dürfen unter ber einzigen Bedin­gung, baß er auf feinen Taglohn verzichtet. Zur Ar­beit gezwungen werben, ist ihm ein Zeichen entwürbi- genber Sklaverei. Nichts kann unrichtiger fein. Alle Menschen sinb frei; es bindet sie nichts als bas Gesetz und ber eigene Wille. Aber wer sich burch ben eigenen Willen gebunben hat, ber muß bas Banb ehren. So gut wie ber Arbeitgeber sechs Tage zahlen muß, ebenso gut muß ber Arbeiter sechs Tage arbeiten, unb wie ber Arbeitgeber nicht nach seinem Belieben einen Feier­tag machen kann, ebenso wenig kann bas ber Arbeiter nach seinem Belieben thun. Der Arbeiter basirt sein Bubget auf einen sechstägigen Arbeitslohn. Der Ar­beitgeber basirt feine Lieserungs < Verträge unb feine Preise auf fechstägige Arbeit; bamit er feine Verträge holten kann, muß er barauf rechnen können, daß ihm die Verträge geholten werden und in dieser Beziehung unterliegt er nicht selten einem Terrorismus, der ihn zuweilen ein Vermögen kostet. Es ist gerade die Sozial­demokratie, welche so sehr über menschenunwürdige Be­handlung klagt unb bei jeber ihr günstig erscheinenden Gelegenheit diesen Terrorismus empfiehlt, organisirt und übt.

Aber nicht nur gegen die Arbeitgeber wird dieser Terrorismus geübt, sondern ebenso gegen die Arbeiter, welche sich den Geboten der Sozialdemokratie nicht fügen wollen. Muß ja doch oft bei einem Streit Polizei auf geboten werden, um diejenigen Arbeiter, welche sich nicht an dem Streik beteiligen wollen, vor Gewalttätigkeiten zu schützen. Haben wir doch jüngst in Amerika erlebt, daß die Polizei nicht ausreichte und Miliz aufgeboten wurde, daß man förmliche Schlachten schlug unb mit ber Brandfackel operirte. Das ist ein Terrorismus, bei welchem in keiner Weife von Frei­heit mehr geredet werden kann. Gewaltfom den Arbeitgeber dazu zwingen, andere Bedingungen zu

Um's Jahr 1470 vertaufchte er fein Heimatland Italien mit Portugal, das dazumal den Rus des besten Seefahrer - Volkes befaß. Hier vermählte er sich mit der Tochter eines Schiffshauptmannes, der bereits große Entdeckungsreisen gemacht und von diesen Fahrten Tage­bücher, Zeichnungen unb Karten in Besitz hatte. So War es bem eifrigen Columbus ein Leichtes, sich in bem zum Seewesen gehörenden Wissen vollkommen aus­zubilden; auch erweiterte er seine praktische Erfahrung zur See durch Theilnohme an den portugiesischen Expe­ditionen an den afrikanischen Küsten.

Mittlerweile hatte seine Ansicht, daß man auch von Westen her nach Indien gelangen könne, neue Nahrung und Stärkung gesunden: Seefahrer aus Portugal hatten des Oefteren ungewöhnlich große Stücke Schilfrohr, künstlerisch bearbeitetes Holz, ja einmal gar zwei Leich­name von ganz fremdartiger Bildung vom Westen her über's Meer schwimmen und an die Inselgruppe der Azoren, die als westlich von Portugal gelegene Eilande wohl bekannt waren, antreiben sehen. Wo konnte dieses Alles aber anders Herkommen, als von dem lange ge­suchten Westenlande?

Große Zuversicht und energischen Muth gab dem unternehmungslustigen Genuesen auch noch ein anderer Umstand. In Florenz wohnte ein allgemein berühmter und wegen seines Wissens hochgeschätzter Mathematiker und Geograph, Namens Paolo Toscanelli. Diesem

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jV 218 Freitag, den 23. September 1892. 19. Iahrgam

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