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Hochw. Herr Bischof glaubt sich diesen Bemühungen anschließen zu sollen und verfügt daher eine allgemeine Kirchen - Kollekte in der Diözese Fulda für den Bau der Joachims-Kirche zu Rom am 1. Sonntag im Okto­ber. Die Gläubigen sind rechtzeitig davon in Kennt- niß zu setzen und die Gaben an die Bischof!■ Kanzlei einzusenden."

L Die am 7. d. M. unter dem Vorsitze des Herrn Geh. Regierungs- und Prov.-Schulraths Dr. Lahmeyer am hiesigen Gymnasium zu Ende geführte Reifeprüfung hatte das Ergedmß, daß den beiden Abiturienten, Hein­rich Max Große aus Mühlhausen (Thür.) und Anton Joseph Kiel aus Geisa, das Zeugniß der Reife zu- erkannt wurde. Beide beabsichtigen, sich dem Studium der kath. Theologie zu widmen. — Der frühere Schü­ler des hiesigen Gymnasiums, Albert Köck aus Fulda, hat am Gymnasium zu Hanau als sog. Externer die Reif> Prüfung b standen.

* Der kommissarische Lehrer Julius Sander vom Schullehrer-Seminar zu Berent ist zum ordentlichen Seminarlehrcr am Schullehrer-Seminar zu Exin be­fördert worden. Wie erinnerlich, war Herr Sander s. Z. auch am hiesigen Lehrerseminar einige Zeit kom­missarisch beschäftigt.

* Mit der Grummeternte ist in hiesiger Gegend begonnen worden. Dieselbe ist nur theilweise befrie­digend ausg fallen. Wiesen, welche an und für sich feuchthaltig sind oder hinreichend bewässert werden konnten, waren gut bestanden; dagegen gibt es viele Wiesen, die überhaupt gar nicht gemäht zu werden brauchen, da sie von der Sonne ganz ausgebrannt sind. Der im Allgemeinen also ungünstige Ausfall der Grum­meternte wird sich für unsere Landwirthe um so nach­theiliger erweisen, als sie wegen großen Mangels an Grünfutter bereits schon starke Quantitäten Heu ver­füttern mußten und daher bei den meisten die Ueber- winteruna ihres Viehes zu einer brennenden Frage ge­worden ist. (F- K.)

* Die Abende werden länger und unsere alte, im Sommer mißachtete Freundin, die Hauslampe, tritt wieder in ihre Rechte. Wie hell muß sie brennen, wenn die Augen unserer Kinder nicht den Gefahren ausge­fetzt sein sollen, welche das Arbeiten bei einer zu schwachen Beleuchtung mit sich bringt? Wir wissen jr, daß Lesen, Schreiben und Nähen bei ungenügendem Licht das Auge anstrengt, daß wir in einer solchen Lage gezwungen sind, andauernd nahe zu sehen und daß dieses Nahesehen die Entstehung von Kurzsichtig, feit im höchsten Grade begünstigt. Ein Verstoß gegen die richtige Beleuchtung kommt namentlich in denjenigen Familien vor, in welchen mehrere Kinder an einem und demselben Tische arbeiten müssen. Kein Wunder, denn die Kenntnisse über die zum Arbeiten erforderliche Lichtmenge sind erst neueren Ursprungs und noch keineswegs in die breiten Volksschichten gedrung°n. Man kann als Regel aufstellen, daß unsere Durch­schnittslampen, mit der besten Glocke ausgerüstet, auf nicht weiter als einen halben Meter seitlich benutzt werden dürfen.

* Es dürfte jetzt angebracht sein, auf ein einfaches und dabei sehr bewährtes Desinfektionsmittel auf­merksam zu machen: den Wachholder. Eine Handvoll Wachholderbeeren zerkleinert, auf eine heiße Kohlen­schippe gestreut und diese in den bewohnten Räumen umhergetragen, reinigt die schwüle, dumpfe Luft in nachhaltiger Weise. Besonders ärmeren Leuten möge dieses fast kostenlose und dabei wirksame Mittel ange- rathen sein. Ein bis zwei Wachholderbeeren Morgens gegessen, desinfizirt die Mundhöhle, reinigt den Magen von schlechten Stoffen und kräftigt ihn. Man kann dies auch mehrmals am Tage wiederholen, vielleicht kurze Zeit vor jeder Mahlzeit.

* Infolge Versetzung des seitherigen Inhabers wird die katholische Schulstelle zu Almendorf, mit welcher ein Jahreseinkommen von 759,82 Mark Gehalt nebst L0 Mark Feuerungsvergütung und freier Wohnung verbunden ist, mit dem 1. Oktober er. vakant. Be­werber um diefelbe werden aufgefordert, ihre bezüg­lichen Meldungsgesuche nebst den erforderlichen Prüfungs­und Sittenzeugnissen binnen 3 Wochen dem Königl. Lokalschulinspektor Herrn Pfarrer Dr. Kircher zu Petersberg einzureichen.

* Von dem Kgl. Landrath Herrn v. Dalwigk zu Hünfeld ging dem Schmalkaldener Eisenbahn-Komitee folgendes Schreiben zu: „Auf das gefällige Schreiben vom 19. v. M. erwidere ich ergebens!, daß die König­liche Eisenbahn-Direktion zu Frankfurt a. M. die Renta­bilität der Strecken sowohl Hersfeld-Vacha-Gerstungm als auch Hünfeld-Vacha-Gerstungen erörtert. Bei der letztgenannten Richtung sind für die Theilstrecke Hün­feld-Vacha zwei Varianten in Aussicht genommen worden, einmal von Hünfeld über Großenbach, Kirch­hasel, Großentaft, Treischfeld, Soisdorf, Wenigentaft, Pferdsdorf, Vacha und von Hünfeld über Großenbach, Kirchhasel, Rasdorf, Grüßelbach, Wenigentaft, Pferds­dorf, Vacha. Unter diesen beiden Linien mußte der ersten Variante vou hieraus ohne Zweifel der Vorzug gegeben werden, wegen erheblicher Terrainschwierig- leiten bei Rasdorf, und ferner weil die zweite Variante kaum einige Dörfer des Kreises berührt und für hiesige Interessen fast werthlos wäre. Diese Ansicht ist auch der Königl. Eisenbahn-Direktion gegenüber ausdrücklich vertreten worden. Uebrigens würde auch bei der ersten,

von hier bevorzugten Variante eine Einmündung der Bahn von Wernshausen-Dermbach zwischen Haselstein, Großenbach und Kirchhasel und damit eine Vereinigung der verschiedenen Interessen sich erreichen lassen." Unter diesen Umständen, bemerkt hiezu der ,Thür. Hfrd/, wird seitens des Komitee's auch ein Anschluß zwischen Haselstein-Großenbach und Kirchhasel in Betracht zu ziehen sein, obwohl der Schwerpunkt auf dem kürzlich erläuterten Projekt über Geisa bleibt und dieses in erster Linie zu befürworten fein wird.

* Hersfeld, 7. Sept. Bezüglich der neulich ge­brachten Notiz über Errichtung einer Cholera- Baracke erfahren wir von zuverlässiger Seite, daß die Erbauung einer solchen nicht erfolgen wird. Die zuständige Militär-Behörde ist nämlich auf den Antrag derjStadtbehörde, ihr das ehemalige Garnifon-Lazareth zu überlassen, unter gewissen Bedingungen einge­gangen, und wird dasselbe entsprechend eingerichtet werden. (H. Z.)

* Aus Hönebach, 6. Sept, berichtet man der ,Hersf. Zig/: In der Nacht vom 5. auf den 6. d. M. ereignete sich in Ulfen bei Sontra ein entsetzlicher Unglücksfall. In der Wohnung eines Tagelöhners ent­stand Feuer; die 51 Jahre alte Frau und die 12jährige Tochter lagen bereits in tiefem Schlaf und wurden den Au»bruch des Feuers erst gewahr, als dasselbe so weit ! um sich gegriffen hatte, daß sie sich nicht mehr retten ' konnten, sie kam en in den Flammen um. Auch der 80 Jahre alte Schwiegervater der Fcau trug der­artige Brandwunden davon, daß er schon Nachts um 1 Ühr starb.

* Für 8 durch das Brandunglück zu Immen­hausen in diesem Frühjahr schwer heimgesuchte Familien ist ein kaiserliches Gnadengeschenk in Höhe von 1800 Mark dieser Tage eingetroffen uni wird die Summe je nach der Bedürftigkeit der einzelnen Familien in den nächsten Tagen denselben ausgezahlt werden.

* Limburg, 7. Sept. Heule Abend wird der Hochw. Herr Bischof nach Montabaur reisen, um morgen daselbst die neue Klosterkirche der Barm­herzigen Brüder zu konsekriren.

* Eisenach, 7. Sept. Schlimme Erfahrungen mit der sanitären Kontrolle hat ein „Cholera-Reisender" gemacht, der am Freitag Abend 6 Uhr in Erfurt mit mehreren Reisegefährten aus Hamburg anlangte. Nachdem die Ankömmlinge von der Polizei in Em­pfang genommen waren, wurde ihnen eröffnet, daß sie sich einer 24stündigen Beobachtung im Krankenhause und gründlicher Desinfektiou ihrer Person und ihres Gepäcks zu unterziehen hätten. Dieser ebenso voth- wendigen wie vernünftigen Maßregel fügten sich denn auch Alle willig, nur unser guter Mann, ein echter Vollbluthamburger, protestirte gegen seine Unterbringung im Krankenhause und suchte den anwesenden Aerzten in einer langen Rede klar zu machen, daß er „gescheidter" sei als die ganze Sanitätskommission und daß er sich für vollkommen gesund halte. Die Polizei jedoch konnte leider die medizinischen Anschauungen des Hamburgers nicht theilen — kräftige Fäuste packten den Wider­spenstigen und brachten ihn trotz gewaltigen Zappelns nach der Desinfektionszelle, wo er einer gründlichen Räucherung unterzogen wurde. Kaum war die unan­genehme Prozedur vorbei und der widerhaarige Reisende dem Kasten entronnen, als er den lächelnden Beamten wuthschnaubend erklärte, daß er in einer Stadt nicht bleiben könne, in der man wider seinen Willen und trotz medizinischer und juristischer Kenntnisse dermaßen in seiner persönlichen Freiheit beschränkt werde. Der Hamburger machte auch seine Drohung sofort wahr — er löste schleunigst ein Billet und dampfte mit dem nächsten Zuge weiter — gen Eisenach. In Gotha aber holte man ihn, da er kein Gesundheitsattest auf­zuweisen hatte, wieder aus dem Wagen und sperrte — es ist zu köstlich — den nun vor Zorn Rasenden abermals in die Desinfektionszelle zur nochmaligen gründlichen Räucherung. Nach geschehener Desinfektion zog es der halb zum Bücking gewordene Tourist vor, in Gotha zu bleiben, — denn bei einer möglicherweise eintretenden nochmaligen Räucherung in unserer Stadt wäre er wahrscheinlich vor Wuth geplatzt. Würde der wackere Hamburger indeß einen Tag im Erfurter Krankenhause zugebracht und dasselbe mit einem Ge­sundheitsattest verlassen haben, so wäre ihm die zweite unfreiwillige Räucherung ohne Weiteres erspart worden. (E. Tgpst.)

Vermischtes.

* Cholera. Der Kurzsichtigkeit und Engherzigkeit der H a m- burger Behörden verdanken wir im Reiche die Einschlepp­ung der Cholera. In allen Städten, wo das Vorkommen dieser Seuche konstatirt wurde, ist sie von Hamburg eingeschleppt worden. Gegenüber den Entschuldigungsversuchen der Hamburger Presse stellt Nienkewper in seinen unpolitischen Briefen fest: „Das Vertuschen der ersten Krankheitsfälle, die Verzögerung der nöthigen Bürgerschaftssitzung zur Geldbewilligung, die Kopf­losigkeit und Ungeschicklichkeit bei den ersten Hilfsmaßregeln — das sind Thatsachen, die sich nicht aus der Welt schaffen, höchstens mit „mildernden Umständen" etwas beschönigen lassen. Biel schlimmer, als all' diese Borwürfe, ist aber die Anklage, die jetzt das Reichs gesundheitsamt erhebt. Eine Verwaltung, die den ganzen Schmutz von Auswandern aus dem verseuchten Rußland ruhig in die Elbe laufen läßt, aus der Hamburg fein Trinkwasser entnimmt — eine solche Verwaltung ist durchaus unfähig und müßte einfach abgesetzt werden. Wäre ich Reichskanzler, so würde ich in Versuchung gerathen, einen Reichs- Kommissar nach Hamburg zu schicken, der die ganze Beamten­schaft der Hamburger Geldsäcke in den vorläufigen Ruhestand

versetzte und im Namen der von'der Cholera gefährdeten deut­schen Nation die einstweilige Diktatur über das versumpfte Gemeinwesenübernähme. Was die hochmögenden Herren der „freien Hansastadt" da gesündigt haben, das müffen wir Alle bitter büßen, wenn nicht gar mit dem Leben, dann doch durch arge wirthschaftliche Schäden. Eine Verseuchung der Elbe bei Hamburg ist viel gefährlicher, als die Verseuchung eines Flusses im Binnenlande, weil die Hamburger Wasserläufe unter der Einwirkung von Ebbe und Fluth stehen. In einem Fluß, der ruhig vorwärts fließt, lagern sich die Schmutzstoffe leichter ab, und man weiß wenigstens, in welcher Richtung sie sich fort­bewegen. Wenn aber die Fluth kommt, so geräth das Waffer in eine steigende und rückläufige Bewegung, die Schmutztheilchen werden aufgerührt und nach allen Richtungen ausgebreitet — vermuthlich bis in die morastigen Fleete (Wasserstraßen) hinein, die sich zwischen den Hamburger Häusern hinziehen. Aus diesen gefährlichen Flußläusen entnimmt nun das reiche Hamburg sein Trinkwaffer, ohne daß man die Kosten der Filtration aufwendet! Es ist wirklich himmelschreiend. Der Rus nach einem Reichs-Seuchengesetze kommt mir demgegenüber viel zu matt vor. Ein Reichsseuchengesetz muß auf normale Verhältnisse zugeschnitten sein, wie sie in einem civilisirten Lande üblich sind. Aber die Hamburger Zustände sind ein Hohn auf Kultur und Ver­nunft. Die müssen erst beseitigt werden durch einen Sturm der Volksentrüstung und durch den energischen Einspruch aller Bundesstaaten, und wenn dann dieses Kloakennest auf den Durch­schnitt der europäischen Sauberkeit gebracht ist, dann wollen wir in aller Ruhe den gemeinsamen Fortschritt auf dem Gebiete der öffentlichen Gesundheitspflege berathen." — In der am Samstag stattgehabten Sitzung der Sanitätskommission und Aerzte von Koblenz wurde als erster Grundsatz bei Ausbruch der Cholera aufgestellt: Nichts darf aus einem Cholerakrankenzimmer heraus, was nicht desinficirt ist u. s. w. Das gilt noch viel mehr für eine verseuchte Stadt wie Hamburg Warum zog man keinen Militärkordon um die Stadt? Kein Bewohner der Stadt Ham­burg hätte das Reichsgebiet betreten dürfen, so lange er nicht nachgewiesen hatte — durch ärztliche Beobachtung von mehreren Tagen — daß er seuchenfrei sei. Alles, was er trug und mit­zunehmen gedachte, mußte desinfizirt werden! Leider ist dies nicht geschehen — daher die Seuchenherde in Deutschland.

(Die Erfahrungen eines Cholerakranken.) Die,Hamburger Nachrichten' veröffentlichen folgende Einsendung: Der Zweck dieser Zeilen ist, die Erfahrungen eines Cholerakranken, sowie das erfolgreiche natürliche Heilverfahren darzulegen, um wo­möglich eine richtige Ansicht über diese Krankheit anzubahnen, zu Nutz und Frommen der leidenden Menschen. Die Cholera beginnt mit Frösteln auf der Haut, starkem Druck in der Magen­gegend, Kollern im Leibe, Abfluß sogenannten Reiswaffers mit starkem Drange, innerliche Hitze, brennendem Durst, während die Ausscheidung des Urins gänzlich aufhört. Ohne dies Symptom ist keine Cholera vorhanden. Um nun die plötzliche Zersetzung des Blutes in die Länge zu ziehen, damit der Organismus Muße gewinnt, die ausscheidenden Wassertheile auf natürlichem Wege zu ersetzen, muß das Blut auf die Haut und nach den Extremitäten geleitet werden vermittelst kalter Abreibungen, Massage, Heilgymnastik, bis die Haut geröthet und erwärmt ist. Durch reichliches Wassertrinken ist der brennende Durst zu be­friedigen, zum Ersatz für das dem Blute entzogene Wasser, so­dann ein Sitzbad mit Reibungen des Bauches, des Rückens und der Beine, um das Blut in Zirkulation zu halten. Das Sitz­bad oder Rumpfbad von etwa 20 Minuten Dauer gewährt inso­fern große Erleichterung, als der durstende Organismus Waffer durch d e Poren einzusaugen scheint. Nach dem Bade Gehen mit Unterstützung und wenn dies nicht möglich, Massage, Reiben, Gymnastik, um das Blut von Innen nach Außen zu leiten, welche Behandlung fortzusetzen und zu wiederholen ist, bis eine regelrechte Ausscheidung durch die Blase bewirkt worden, wo dann augenblicklich die Funktionen des Organismus in das rich­tige Geleise zurückgekehrt sind; der ermüdete Patient kann mit dem Neptunsgürtel versehen des nöthigen Schlafes genießen denn beim Erwachen werden die genannten Erscheinungen sich wieder­holen, jedoch in kürzeren Perioden, um in der angegebenen Weise überwunden zu werden, für welchen Zweck ozonirtes Waffer wohl kräftiger wirken dürfte, als gewöhnliches. Halb­bäder von ozonirtem Waffer mit Uebergüsfen dürften sich er- folgreich erweisen.

* Antwerpen, 3. Sept. Die Red Star Linie hat die Be­förderung von Z w i s ch e n d e ck-Paffagieren (Auswanderer) auf ihrer Linie nach New-Uork und Philadelphia ganz eingestellt in Folge der Quarantaine, welche in Amerika gegen Dampfer ver­hängt wird, welche Auswanderer an Bord haben.

* Bozen, 7. Sept. Zufolge einer Nachricht aus St. Ulrich stürzte der Stuttgarter Egon Stückten mit dem Führer Hans Jnnerkofler von der Fünffinger-Spitze ab. Beide sollen tobt sein.

* Heiteres aus ernster Zeit. Wie zu einer kritischen Zeit, wie die heutige, selbst ein Name verhängnißvoll werden kann, beweist folgender Vorfall: In einem Kurorte ist dieser Tage ein junger Manu eingetroffen, der sich bald der Beliebtheit aller Kurgäste erfreute, plötzlich aber von allen gemieden wurde. So­bald er sich einem der Badegäste näherte, ergriff dieser die Flucht. Unserem Helden, der sich das Alles nicht erklären konnte, riß die Geduld, er ergriff einen der Flüchtlinge noch beim Rocke und fuhr ihn barsch an: „Mein Herr, sind Sie und die übrige Ge­sellschaft verrückt? Warum flüchten Sie vor mir?" Todtenbleich und zitternd drehte sich der Andere um: „Mein Herr, wir haben durch private Mittheilungen erfahren — daß —" — „Nun daß —" — „Daß Sie ein Hamburger sind!" — „Was weiter?" — „Und da doch die Cholera —" Ein lautes Lachen unterbrach den Redner, der höchlichst erschrocken zurücktaumelte. „Aber, da sehen Sie, was vom heimlichen Erkundigen und Klatschen Alles kommt. Sie haben entweder schlecht verstanden oder sind das Opfer eines Spaßvogels. Ich heiße — Hamburger und bin aus München."

* In einer Sennhütte auf dem Wege zu den Tauern fand man während der heißen Tage den nachstehenden Klapp- hornvers:

Zwei Knaben stiegen einst zur Sommerszeit Gar kühnlich auf zu einem Gletscher, Doch waren sie vom Gipfel noch recht weit, Da wurde einer matt, der andere mätscher, Der Eine setzte sich zur Ruh'

Und sprach — natürlich war's der Mätschere — Marschiere Du nur rüstig zu. Ich pfeif' auf alle Gletschere.

Bei den anhaltend theureu Kaffeepreise« wird jede Hausfrau gerne vernehmen, daß in der, nach einem neuen be­sonderen Verfahren zubereiteten Pfeiffer & Diller's Kaffee- Essenz i« Dosen, ein Ersatz geboten ist, welcher es ermöglicht, eine billige und gute, dabei gesunde Tasse Kaffee herzustellen, wie man sie gerne wünscht, voll und kräfttg im Geschmack und schön von Farbe. Diese vorzügliche, wiederholt mit goldene« Medaille« preisgekrönte Kaffee-Effe«z, war die erste, welche in den Handel gebracht wurde, und erfreut sich bei weiter Ver­breitung einer großen Beliebtheit in allen Consumentenkreisen; dieselbe ist in den meisten Colonial- und Materialwaarengeschäften erhältlich, doch Vorsicht beim Einkauf.zu empfehlen, und besonders ge«a« auf die Firma zu achten, da viele minderwetthige Nach­ahmungen im Verkehr sind.