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39. General-Versammlung der Katholiken Deutschlands zu Main;.
„ , * Mainz, 2. Sept.
»m gestrigen Nachmittage fand für die Teilnehmer der 39. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands eine Festfahrt auf dem Rhein von Mainz bis Bingen statt. Auf festlich geschmücktem Schiffe traten ca. 1000 Personen die Fahrt an. War die Hinfahrt bei der herrschenden heitern Stimmung, den Klängen der Musik und den Borträgen eines Gesangvereins schon schön, so gestaltete sich die Rückfahrt zu einer wahren katholischen Triumphfahrt. Sämmtliche Ortschaften waren bei eingetretener Dunkelheit mehr oder minder illuminirt, in den Bergen flackerten Freudenfeuer, Böller erdröhnten und das Echo hallte tausendfach wider, die kathol. Bevölkerung zubelte den Fahrenden zu; kurz, es war ein feenhafter Anblick, ern erhebendes Schauspiel. Bei der Rückkehr in Mainz fanden die Festgenossen dort zu ihrer großen Freude bereits das folgende Telegramm an den Vorsitzenden der Versammlung vor: „Rom, 1. Sept. Der heilige Vater erneuert hocherfreut die Glückwünsche und ertheilt von ganzem Herzen den apostolischen Segen den in Mainz versammelten deutschen Katholiken. Kardinal Rampolla." Der heutige Tag diente einem ernsten Werke: der Wallfahrt nach -em Rochusberge bei Bingen, zu der noch unvollendeten neuen Kapelle, der BerehrungSstätte des hl. Rochus, des Patrons in schweren Drangsalen und allgemeinen Nöthen. Um 7,55 Uhr fuhr die Schaar der Wallfahrer, die mehr als 1000 zählte, von Mainz
Mainz, sowie der Präsident der 39. Generalversammlung, Dr. Porsch, nahmen an der Wallfahrt Theil. An der Seite der Kapelle ist em Altar errichtet und hier wurde zunächst unter Gottes freiem Himmel ein feierliches Hochamt gehalten. Nach Beendigung desselben hielt der Hochw. Bischof Dr. Haffner eine ergreifende Ansprache an die andächtige Menge. Dankbar, so etwa lauteten die beherzigenswerthen Worte, blicken wir zu Gott auf, daß er es gewollt hat, daß die 39. Katholikenversammlung abgehalten wurde, da doch eine schwere Epidemie in unser Vaterland gedrungen und ihre Abhaltung ernstlich in Frage gestellt wurde. Durch diese Wallfahrt wollen wir dem Allmächtigen hierfür, fowie für den glücklichen Verlauf derselben danken und ihn und die Fürbttte des hl. Rochus anrufen, daß er daS schlimme Nebel der Cholera von uns abwenden möge. Wir Christen vertrauen auf Gott und vom hl. Rochus können wir lernen, daß Gottvertrauen belohnt wird und wir ruhig in die Zukunft blicken können. Gott schickt ja manches Mal Kreuz und Leid, damit wir nicht den Weg des Kreuzes verlassen. Das gilt besonders in unseren gesegneten Landen, wo der Blick nur zu leicht für die himmlischen Güter getrübt wird. Vieles geschieht heute mit Recht für das Leben des Leibes und für die Abhaltung von Nebeln. Das ist schön und durchaus geboten und
Das verhängnisvolle Testament.
Nach dem Englischen von H. v. Remagen.
(81. Fortsetzung.)
Sie schritt durch den Park, ohne irgend eine bestimmte Absicht, wohin sie sich wenden wollte. Die Kraft, ihre Gedanken zu sammeln, verließ sie allmählich; eS verfolgte sie nur das feste Bewußtsein, daß Lord Rylestone sie nach dieser schmachvollen That niemals als seine Gattin anerkennen konnte.
„Die Folgen treffen mich nun ganz allein, obgleich ich aus-Liebe zu ihm handelte."
Die Sonne stand in ihrem vollen Mittagsglanze, große Zweige voll reifer Brombeeren schmückten die Hecken, der Herbsttag war heiter und schön, aber sie ging an all seiner Pracht theilnahmsloS vorüber. Einmal unterwegs dachte sie darüber nach, wohin sie eigentlich ginge, wohin ihre unsicheren, schwankenden Schritte sie führen würden, sie wußte es selber nicht. DaS war nun fest in ihr beschlossen, daß sie nie nach Waltoncourt, wo die schöne Erbin von dem Vermögen ihres Gatten lebte, zurückkehren wollte — ihr Fuß sollte Waltoncourt nie wieder betreten. Sie beschloß weiter zu wandern, bis sie vor Erschöpfung niedersank und nicht weiter konnte.
So schritt sie also die Straße entlang und über
wenn es Gott für gut hält, wird er diese Vorsichtsmaßregeln zu unserem Heile gereichen laffen. Wenn man aber glaubt, daß dieses allein nütze, so täuscht man sich. Wenn Gott dieselben nicht segnet, so kommt das Unheil doch. Beten wir deshalb und denke man nicht, wir hätten Gott nicht mehr nöthig. Erflehen wir von ihm, daß er uns vor der geistigen Seuche in unserm Vaterlande bewahre, vor dem äußern, aber anch vor dem innern Kriege, auch gegen uns Katholiken. Uns gegenüber am andern Rheinufer steht stolz die Germania, das Zeichen deutscher Tapferkeit und Einheit; hier steht die Rochus-Kapelle, das Zeichen der katholischen Frömmigkeit! Die Germania kann nicht für uns beten, aber dbr hl. Rochus kann und wird für uns bitten und wir wollen das mit ihm und zu ihm thun, damit unser Vaterland stark geeinigt und christlich und vor Heimsuchungen bewahrt bleibe. Gegen halb 12 Uhr war die feierliche und erbauende Andacht zu Ende. Das den Theilnehmern der Katholikenversammlung mehrfach zugerufene Wort- Seid einig, eifrig, ftöhlich! kam gestern zur vollen Erfüllung, das ihnen gleichfalls zugerufene Wort: Wachet, kämpfet, betet! fand heute seine Würdigung.
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Versammlung der katholischen Lehrer.
Seit der Bochumer Katholiken-Versammlung ist es üblich geworden, daß die katholischen Lehrer, welche auf den General-Versammlungen anwesend sind, zu gemeinsamer Arbeit im Geiste ihrer hl. Kirche zusammentreten.
Während schon in der Borversammlung am Dienstag viele Lehrer vom Rhein, aus Westfalen, Bayern, Saale des „Frankfurter Hofes" durch Herrn NieS (Worms) eröffnet wurde, ein imposantes Bild. Herr Ries rief den Versammelten zu: Willkommen im goldenen Mainz, der Stadt, von welcher durch den hl. Bonifatius das Licht des Glaubens für Deutschland ausging, wo der unvergeßliche v. Kettel er als wahrer Lehrer des Volkes die Schäden des modernen neuen Heidenthums aufdeckte und nachwies, daß diese Schäden nur durch die christliche Schule geheilt werden könnten. Er hoffe von der heutigen Versammlung, daß auch die hessischenLehrer sich dem Ganzen anschließen würden, mit welchem in Verbindung sie allein gedeihen könnten. (Stürmisches Bravo.) Was die Nachbar- Bezirke schon längst hätten, das dürfe auch Hessen sich nicht vorenthalten. Nach Bildung des Bureaus sprach HerrWettig (Mainz) über Lorenz Kellner: Trauernd stehen die katholischen Lehrer Deutschlands am Grabe dieses unvergeßlichen Mannes, trauernd, aber nicht untröstlich; denn sie wissen, daß ihm Gott die Krone des Lebens geben wird. Trotz aller Anfeindungen und Bedrängnisse blieb er der pflichttreueste Beamte, der loyalste Unterthan, immerdar katholisch in seiner Gesinnung und bekenntnißtreu. Stes gab er dem Kaiser, was des Kaisers ist, aber auch Gott, was Gottes ist. Kellner's Bedeutung liegt nicht bloß in seiner amtlichen Thätigkeit, sondern auch in besonderer Weise in seinen
die Felder, an friedlichen Weilern, in deren Bäumen die Krähen nisteten und auf deren Feldern die Aehren- leser eifrig beschäftigt waren, vorüber, und mit jedem Schritte nahm der Schmerz, welcher ihre Stirn wie eine eiserne Krone drückte, immer sichtlicher zu. Plötzlich stieg ein rother Nebel vor ihren Augen auf, in ihren Ohren brauste es wie tobende Fluthen, und sie wendete sich von der Landstraße in em Gebüsch, daS im Winter mit wilden Rosen und Waldreben geschmückt war. Was dann geschah, wußte sie nicht mehr. Es schien ihr, als flössen Erde und Himmel in einan- der. Sie erfaßte einen Baumstamm, um sich daran festzuhalten, dann stieß sie einen leichten Schrei auS — abendliche Schatten schienen sich um sie her auszubreiten, sie fühlte sich so einsam und den Tod so nah — ihr Schrei drang weit durch die friedliche Stille, indeß sie mit dem Antlitz auf einen Haufen welker Blätter stürzte. —--
Als der Advokat und Mrs. Grame nach dem Schlosse zurückkehrte«, wartete ihrer eine höchst unangenehme Verlegenheit. Miß Cameron stand sehr bleich aber stolz und würdevoll vor ihnen. Mr. Beale erstattete der jungen Erbin einen Bericht über das Geschehene, und sie überhäufte ihn mit Vorwürfen darüber. Er schloß vergeblich die Thür des Bibliothekzimmers auf, um ihr den am Boden verstreuten, werthvollen
Leistungen als pädagogischer Schriftsteller. Was wir ihm an Dank schulden, das wollen wir abzutragen versuchen, indem wir im Gebete seiner gedenken, seinen Lehren folgen und seinem Beispiele nachahmen. Zum Andenken an den Verstorbenen erhob sich die Versammlung. Ferner wurde der Wittwe ein Beileids-Telegramm gesandt.
Herr Thömmes (Wiesbaden), der Vorsitzende des katholischen Lehrer-Vereins, sprach über die Roth- Wendigkeit des konfessionellen Religionsunterrichtes und den Kampf der liberalen Lehrer-Vereine und deren Organe gegen denselben. Als katholischen Lehrern liegt uns die Pflicht ob, Stellung zu nehmen und laut und feierlich zu sagen, daß wir der Kirche ein Recht auf die Schule einräumen (Bravo!) und daß wir dieses Recht als ein historisches und göttliches betrachten. Daß sich an dem Kampfe gegen die christliche Schule auch katholische Lehrer betheiligt oder denselben durch ihr Verhalten wenigstens unterstützt haben, das ist tief zu bedauern. (Sehr richtig!) Gegenüber den Forderungen unserer tiberalen Gegner, den Religions - Unterricht aus der Schule zu entfernen oder durch eine sogen. Moral zu ersetzen, sagen wir: Die Religion muß der lebende Mittelpunkt nnserer Schule bleiben. Ein liberales Fachblatt nannte kürzlich das Scheiden des Vereins Saarlouis aus dem deutschen Lehrer-Verein einen Reinigungs-Prozeß. Gewiß, wenn das Gold sich von der Schlacke scheidet, dann ist das allerdings ein Reinigungs-Prozeß. (Stürmisches Bravo.) Wir kennen jetzt endlich unsere wahren und falschen Freunde; !kk..N^-nögen^ich^^MgW, »WM ier^iec desselben nur der religiöse JndifferentismuS ist. (Bravo! Sehr richtig!) Wir haben auf die Beschimpfungen unserer Gegner nur die Antwort: Wir kennen unsere Pflicht und danach handeln wir. Deshalb, katholische Lehrer, sammelt euch, schüttelt die Schmach ab, tretet in den katholischen Lehrer-Verband, der in besonderer Weise ein Verein der Defensive ist. Wir suchen den Kampf nicht, aber wir fürchten ihn auch nicht. (Stür- misches und wiederholtes Bravo.)
Herr Höhler(Niederselters): Jetzt heißt es: Die Pfaffen aus der Schule! Warum soll denn der Pfarrer, der selbst Lehrer und Erzieher ist, weniger von Schulsachen verstehen, als ein Anderer, dec nun zufällig keinen schwarzen Rock an hat? Ohne Autorität geht es nun einmal auch für die Lehrer nicht, und die Geistlichen sind eine mächtige Autorität, welche die Erde mit dem Himmel verbindet, die allein uns in der letzten Stunde trösten können und denen wir nach Gottes Gebot Ehre, Liebe und Gehorsam schuldig sind.
Herr Sittart (Aachen), Schriftführer des katholischen Lehrer-Verbandes, betont die NothWendigkeit katholischer Lehrer-Vereine in den Stürmen der Gegenwart. Sache der katholischen Lehrerschaft werde es sein müssen, sich zu einer Machc zusammenzuschließen, mit welcher alle Faktoren rechnen müßten.
Inhalt des Schranks zu zeigen — sie wollte kein Wort der Anklage gegen ihre Gesellschasterm hören, sondern vertheidigte Margarita auf das Hochherzigste und fügte dann hinzu:
„ES thut mir leid, so hart zu Ihnen sprechen zu müssen, Mr. Beale; Sie haben aber meiner Ansicht nach mit unverzeihlicher Dreistigkeit gehandelt. Wahrscheinlich haben Sie sich dabei allzusehr auf meine vermeintliche Unerfahrenheit verlassen."
„Aber, mein liebes, junges Fräulem! rief der Advokat lebhaft aus. _
Mein Herr!" unterbrach ihn Miß Cameron.
„Verzeihen Sie, meine liebe Miß Cameron, Sie müssen nur gefälligst erst meine Gründe anhören. Die junge Person hinterginz Sie!"
„Das glaube ich nicht," sagte Adelaide.
„Sie ist nur hierher gekommen, um Sie zu berauben." ' . t , .. . _
,DaS glaube ich nicht," wiederholte die junge Erbin zornig. „Ich verlasse mich sicherer auf mein weibliches Gefühl, alS auf alle Advokaten und Sicherheitsbeamten der Welt, und dieses Gefühl sagt mir, daß Sie in Bezug auf Miß Ayenel einen entsetzlichen Jrrthum begangen haben." .
„War es denn überhaupt noch möglich, einen ^rr- thum zu begehen, wenn ich si« hier, vor dem geöff-